ADHS_Erwachsene

Wie lange angenommen, leiden nicht nur Kinder und Jugendliche unter ADHS sondern auch Erwachsene – Weltweit liegt der Prozentsatz von ADHS bei Erwachsenen bei etwa 5 Prozent. Statistiken zeigen, dass circa 25 Prozent der Patienten die schon seit dem Kindesalter von der Krankheit betroffen sind, müssen sich auch im weiteren Verlauf ihres Lebens mit ADHS auseinandersetzen.

Syndrom führt zu Kompensation

Deshalb ist die Medizin gefordert, angemessene Behandlungen auch für Patienten in fortgeschrittenem Alter zu entwickeln. Thomas Germscheid, Gründer eines ADHS-Portals und selbst Betroffener erklärt, dass die Symptome nicht abhängig vom Alter sind und deshalb auch in jeder Altersstufe ähnlich ausfallen, jedoch gehen Erwachsene befangener mit der Krankheit um, da sie wissen was mit ihnen los ist, weshalb es immer wieder dazu kommt, dass sie versuchen die Störung zu kompensieren. Laut Germscheid kommt dies dem Aufsetzen einer Maske gleich, was zu weiteren Problemen führen kann.

Es ist oft zu beobachten, dass Betroffene in regelmäßigen Abständen von fünf bis sieben Jahren ihren Partner oder Arbeitsplatz wechseln, da es irgendwann nicht mehr möglich ist die Scharade aufrechtzuerhalten und sie sich entlarvt fühlen, wenn die Schwächen ans Tageslicht kommen.

Akzeptanz von ADHS bei erwachsenen Arbeitnehmern

ADHS Patienten sind sehr feinfühlige und hochsensible Menschen, die eine große Aufnahmefähigkeit für jegliche Informationen besitzen. Jedoch fehlt ihnen eine Filterfunktion um wesentliche von unwesentlichen Informationen zu unterscheiden. Aus diesem Grund nehmen ADHS Patienten Sachverhalte nicht differenziert wahr, wie Menschen, die diese Störung nicht haben. Laut Germscheid sind ADHS Betroffenene deshalb besonders kreativ und können Firmen wertvolle Ideen liefern.

Für Erwachsene mit ADHS ist eine Therapie jedoch immer noch nur schwer durchführbar. Es gibt beispielsweise eine Amphetamintherapie, welche die Hyperaktivität für eine gewisse Zeit in Zaum halten kann, gleichzeitig aber auch die Kreativität mindert. Besonders wichtig ist eine ausführliche Aufklärung der Patienten, da eine Therapie nur erfolgreich ist, wenn auch alle Details der Krankheit offengelegt werden.

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