ADHS Hilfe durch Sport

Eine aktuelle Studie US-amerikanischer Wissenschaftler hat neue Erkenntnisse zum Thema ADHS gebracht: Bereits ein kurzes, aber tägliches Sportprogramm hilft dabei, die Beschwerden durch ADHS zu lindern. Bereits 20 Minuten Fahrrad fahren führten bei den jungen Testpersonen zu positiven Effekten. Nun gilt es herauszufinden, ob andere Sportarten zu noch besseren Resultaten beitragen.

Häufigste psychische Erkrankung

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) gehört zur Gruppe der Verhaltens- und emotionalen Störungen, die sich vor allem im Kinder- und Jugendalter manifestiert. Typische Symptome im Zusammenhang mit dieser Erkrankung sind körperliche Unruhe, eine schwache Aufmerksamkeitsfähigkeit sowie eine geringe Selbstregulation. Heutzutage gilt ADHS als häufigste psychische Erkrankung unter Kindern und Jugendlichen. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 6 bis 7 Prozent aller Kinder und Jugendlicher in Deutschland von der Krankheit betroffen sind. Insgesamt leiden Jungen wesentlich häufiger an ADHS als Mädchen.

Bewegung statt Medikamente

Um die Auswirkungen der Krankheit im Alltag möglichst gering zu halten, wird vielen Patienten Ritalin (Methylphenidat) verschrieben. Da die Wirkungsweise bis heute noch nicht vollständig geklärt ist, sind negative Langzeitfolgen durch Ritalin nicht auszuschließen. Umso erfreulicher sind die Studienergebnisse einiger US-amerikanischen Wissenschaftler der University of Georgia. Bei der Studie wurden 36 junge Männer, die unter ADHS leiden, untersucht. Eine Gruppe machte dabei eine 20-minütige Fahrradfahrt, während die andere Gruppe 20 Minuten ruhig sitzend verbrachte. Anschließend mussten alle Teilnehmer einen Geschicklichkeits- und Aufmerksamkeitstest absolvieren.

Die Gruppe „Bewegung“ schnitt in den Tests zwar nicht besser ab als die Kontrollgruppe, allerdings berichteten die Wissenschaftler von einem aufgebesserten psychologischen Befinden der „Fahrradfahrer“. Sie waren allgemein motivierter und fühlten sich gleichzeitig weniger konfus und erschöpft.

Weitere Sportarten im Test

Der Studienleiter Patrick O’Connor ist davon überzeugt, dass junge Männer, die unter ADHS leiden, durch regelmäßigen Sport profitieren. Zahlreiche andere Studien haben bereits die stressabbauende und stimmungsaufhellende Wirkung durch sportliche Aktivität nachgewiesen. Nun konnten aber zum ersten Mal positive Effekte bei Patienten mit ADHS gezeigt werden. Für Betroffene wäre Sport mit Sicherheit ein willkommener Ersatz für psychoregulierende Medikamente wie Ritalin.

In Zukunft sollen diese Erkenntnisse an größeren Testgruppen untersucht werden, um noch aussagekräftigere Ergebnisse zu erhalten. Des Weiteren gilt es herauszufinden ob andere Sportarten oder eine längere sportliche Betätigung als 20 Minuten täglich zu noch besseren Resultaten führen.

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