Gesundheitsmythen

Es ist mal wieder soweit – wir werden Mythen auf den Grund gehen, von denen jeder schon einmal gehört hat. Stimmen sie oder sind es nur Halbwahrheiten, die sich seit Generationen halten?

„Kaltes Duschen ist gut für die Gesundheit“

Eine Weisheit, die wir besonders von unseren Großeltern kennen. Doch was steckt wirklich hinter dem Mythos? Tatsächlich haben aktuelle Studien gezeigt, dass Wechselduschen und Saunagänge einen abhärtenden Effekt haben. Auch in der Universitätsklinik Jena beschäftigte man sich mit dieser Thematik. Dort wurden mehrere Patienten mit chronischer Bronchitis mit Wasseranwendungen nach den Theorien von Kneipp behandelt. Am Ende der 10-wöchigen Kur stand das Ergebnis fest: Die Anzahl der krankheitsbekämpfenden weißen Blutzellen (Lymphozyten) stieg um ganze 13 Prozent an. Damit einher ging eine deutliche Senkung der Infektionszahlen bei diesen

Personen. Ein entscheidender Vorteil für Bronchitis-Patienten, denn eine Lungenentzündung ist potentiell tödlich. Es stellt sich nun die Frage warum Wechselduschen so effektiv sind. Wissenschaftler vermuten, dass der Körper die schnell wechselnden Temperaturen als Training ansieht und daraus einen Lernerfolg erzielt. Wer also bereits unter der Dusche die Temperaturen ändert, kann sich auch im weiteren Tagesverlauf schneller und effektiver an Wärme und Kälte gewöhnen.

Eine Fähigkeit, die uns besonders in unserer heutigen Zeit zu Gute kommt, da der Körper kaum noch die Möglichkeit hat auf Temperaturunterschiede zu reagieren. Egal ob Wohnung, Auto oder Büro – jeder Ort, an dem wir uns aufhalten, ist beheizt oder wohl klimatisiert.

Als Fazit lässt sich sagen, dass die Behauptung „Kalt duschen ist gesund“ richtig ist, wenn es sich dabei um Wechselduschen handelt. Wer sich an diese Vorgaben hält, kann von weniger Atemwegserkrankungen sowie allgemein stabilerer Gesundheit profitieren.

„Wunden sollen an der Luft heilen“

Bereits in der Antike befasste man sich mit dem Thema der Wundbehandlung. Schon damals war das Ziel der Behandlung die Austrocknung der Wunde. Diese Behandlungsart hielt sich bis etwa zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Im Jahre 1962 war es dann George Winter, der die neue Wundbehandlung definierte. Laut seiner Forschungsergebnisse ist es weitaus sinnvoller Wunden mit feuchten Folienverbänden zu behandeln.

Eine Wundtrocknung hat den Nachteil, dass sich Bakterien an den Rändern des Schorfs sammeln können. Bei einem feuchten Verband hingegen kann das Wundsekret, welches aus Hormonen, Enzymen und Antikörpern besteht, ungehindert zum Ort der Verletzung gelangen. Mit dieser Methode bildet sich demnach schneller neue, schützende Haut als beim klassischen Verfahren. Man sollte die Selbstheilungsfähigkeiten des Körpers jedoch nicht überschätzen. Wenn Wunden nicht mehr aufhören zu bluten oder stark verschmutzt sind, sollte der Gang zum Arzt erfolgen. Ebenso Diabetiker sollten Vorsicht walten lassen, da durch die schlechtere Durchblutung oftmals Wundheilungsprobleme auftreten.

Als Fazit kann man sagen, dass es sich hierbei um einen Mythos handelt, der zur Zeit unserer Großeltern noch als richtig angesehen wurde. Heutzutage gilt die feuchte Wundbehandlung als deutlich effektiver.

„Nach dem Essen ruhen oder 1.000 Schritte tun“

Wir alle kennen dieses alte Sprichwort, doch was steckt wirklich dahinter? Soll man nach dem Essen ein Nickerchen halten oder doch lieber bewegen? Prinzipiell hängt es von der persönlichen Präferenz und Verträglichkeit ab. Wer leicht Sodbrennen bekommt sollte daher nach dem Essen nicht gleich in eine liegende Position übergehen.

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