Grippe: Hausmittel oder Medikamente?

Hilfsmittel gegen eine Grippe kommen oft aus der Apotheke, allerdings reichen Hausmittel meist aus. Nur in schweren Grippefällen empfiehlt sich Spezialmedizin. Doch welche natürlichen Hilfsmittel lindern die Symptome tatsächlich und ab wann ist der Griff zu Medikamenten unvermeidlich? Die echte Grippe (Influenza) lässt sich zunächst leicht mit einem grippalen Infekt oder sogar mit harmlosen Erkältungen verwechseln. Allerdings überträgt ein mehr oder minder aggressiver Virus die Grippe, die sich im schlimmsten Fall lebensbedrohend auswirkt.

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Ibuprofen beispielsweise lindert nicht nur Schmerzen am Anfang einer Grippe, was sich positiv auf den Erholungsprozess des Körpers auswirkt, sondern wirkt auch entzündungshemmend. Hingegen sogenannte „Grippehemmer“ unterdrücken Symptome stark, nämlich mit kombinierten Schmerz- bzw. Schlafmitteln. Diese Hemmer wirken sich nicht selten negativ aus, wenn während einer Grippewelle viele Menschen jene Mittel länger einnehmen: Die Patienten verdrängen die verborgene Krankheit, weswegen sich Erreger im Körper vermehren. So steigt die Erregerzahl in der Bevölkerung, was Mutationen der Viren begünstigt, die manchmal Epidemien auslösen.

Grippeepidemien zählen zu gefürchteten Erscheinungen mit besonders hoher Sterblichkeit. Deswegen erzwingt eine schwere Grippe den sofortigen Besuch beim Arzt. Vorzugsweise verhindert eine Schutzimpfung den Ausbruch der Krankheit.

Hilfsmittel Nummer eins: Schlaf

Viel Schlaf und allgemeine Ruhe bleiben die wichtigsten natürlichen Mittel bei einer Grippeerkrankung: Der Körper braucht Zeit und Energie, um sich konzentriert gegen die Krankheit zu wehren. Arzneistoffe werden oft erst dann wichtig, wenn sich während der Grippe manche Bakterien im Körper vermehren, weil das Immunsystem mit der Erkrankung kämpft. So entstehen bakterielle Entzündungen, etwa in Nebenhöhlen oder Mandeln. Dann helfen arztverordnete Antibiotika aus der Apotheke. Viren, speziell also Grippeviren, lassen sich jedoch nicht mit Antibiotika bekämpfen.

Hausmittel gegen Grippe

Leichte Grippearten lassen sich mit Hausmitteln verhindern bzw. behandeln. So lindern Patienten ihre Symptome und gesunden schneller. Erprobte Hausmittel finden sich unter Nahrungsmitteln, die gut vorbeugen bzw. die Heilung unterstützen. Bestens bewährt sich heiße Hühnerbrühe aus schmackhaftem Hühnerklein und alternativ das ganze Huhn. Die Brühe lässt sich mit Knoblauch und Chili sowie Salz als auch Zitronengras würzen. Dann hilft der besonders hohe Zinkgehalt der Brühe dem Patienten.

Nach Ausbruch einer Grippe helfen tägliche Portionen rohen Sauerkrauts mit dessen hohem Gehalt an Vitamin C, das die Funktion des Immunsystems stärkt. Auch ein täglicher Viertelliter eines Rote-Bete-Safts trägt dazu bei. Weiterhin gelten Kiwis und Orangen als beliebte Hausmittel. Gegen starke Halsschmerzen wirken kühlende Speiseeissorten, jedoch nicht Milcheis. Rotbusch-Tee mit dem Flavonoid Asphalatin stärkt ein schwaches Immunsystem. Auch Lindenblütentee aus einem Teelöffel voller Lindenblüten und einem kochendem Viertelliter Wasser lindert Symptome nach fünfminütigem Ziehen und abschließendem Abseihen. Solche Getränke lassen sich gut mit passenden Honigsorten süßen. Etliche Tassen täglich beschleunigen dann das Abklingen einer Grippe.

Inhalieren von Dämpfen aus Eukalyptus und Thymian sowie Teebaum- und Pfefferminzeöl als auch Japanischem Minzöl hilft ebenfalls gegen Grippesymptome, speziell Atemprobleme. Verstopfte Nasen klären sich übrigens auch bei regelmäßigen Spülungen mit lauer Salzlösung. Tücher mit lauwarmem Wasser als Wadenwickel kühlen etwa eine Viertelstunde. Nach mehrmaliger Wiederholung des Wickels sinkt oft das Fieber. Auch ein warmes Fußbad mit etwas Fichtennadelöl gilt als probates Hausmittel, wonach sich Schlaf leichter einstellt. Weiterhin vermehrt sexuelle Aktivität körpereigene Abwehrzellen, die insbesondere den Beginn von Infektionen erschweren. Außerdem lässt sich ein tägliches Stück trockener Kalmus-Wurzel in Zitronensaft als Kaugummi nutzen, um Abwehrkräfte zu stärken.

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