Akupunktur

Bis heute ist die Wirksamkeit der Akupunktur noch umstritten, da die Wirkmechanismen bisher nicht ausreichend erforscht worden sind. Nun scheinen Forscher aber zum ersten Mal unwiderlegbare Beweise für die positive Wirkung der Akupunktur gefunden zu haben. Es konnte festgestellt werden, dass Ratten weniger Stressbotenstoffe ausschütten, wenn sie an bestimmten Punkten eine Reizeinwirkung erfahren. Ähnliche physiologische Veränderungen im Körper konnten bisher noch nie gemessen werden. Für die Wissenschaftler steht damit fest: Akupunktur hilft gegen Stress.

Akupunktur hilf gegen Stress: Wahrheit oder Irrglaube ?

Allerdings wiesen die Forscher darauf hin, dass nur bestimmte Stellen am Körper der Ratten für die Reizeinwirkung geeignet waren. Alle anderen Bereiche zeigten keinerlei Veränderungen in der Freisetzung von Stressbotenstoffen. Diese Erkenntnisse lassen sich laut Meinung der Wissenschaftler auch auf den menschliche Patienten übertragen. Obwohl die Akupunktur weiterhin umstritten ist, schwören einige Kulturen seit mehreren 1000 Jahren auf die positiven Wirkungen der Behandlung. Die chinesische Kultur sieht Akupunktur bereits seit 2000 Jahren als wichtigten Bestandteil der traditionellen Heilkunst an. Bei dieser Lehre werden mit Hilfe von kleinen Nadeln, die sogenannten Meridiane stimuliert, wodurch sich der Energiefluss im Körper verbessern soll.

Genau diese Meridiane sind ein zentraler Kritikpunkt der Akupunktur-Gegner, da es in der Schulmedizin keine genaue Entsprechung dieser Reizbahnen gibt. Bereits in der Vergangenheit gab es einige Studien, welche gezeigt haben, dass durch die Akupunktur bestimmter Punkte am menschlichen Körper, chronische Schmerzen gelindert werden können. Allerdings gibt es auch Studien, die scheinbar genau das Gegenteil bewiesen haben wollen. Auch die Frage, wie genau die Nadeln in die Haut eingeführt werden sollen, ist bislang nicht eindeutig geklärt.

Der Abbau von Stress gilt bei der Akupunktur bislang eher als Nebeneffekt. Durch den rasanten Anstieg der Stressbelastung in den letzten Jahrzehnten, rückt dieser Nebeneffekt aber immer mehr in den Fokus. Laut Ladan Eshkevari von der Georgetown University in Washington DC, verspüren viele der behandelten Patienten einen deutlichen Abbau ihrer Stressbelastung. Um diese Ergebnisse zu überprüfen, wurde eine ähnliche Behandlung an Ratten durchgeführt, da die chinesische Medizin davon ausgeht, dass sie ähnliche Merdidiane wie der Mensch besetizen

Akupunktierte Ratten im Eisbad

Im Zuge der Studie wurde eine Gruppe der Ratten über die Dauer von zwei Wochen täglich 20 Minuten elektroakupunktiert. Dabei wählten die Forscher den sogenannten Zusanlipunkt, eine Stelle unterhalb des Knies, welche die chinesische Lehre als besonders potente Meridiane ansieht. Auch bei Menschen wird dieser Punkt häufig bei der Therapie gegen Stress eingesetzt. Eine zweite Rattengruppe erhielt die gleiche Art der Akupunktur. Allerdings wurde dieses Mal ein Punkt an der Schwanzwurzel der Tiere gewählt, welcher lediglich als Scheinpunkt und nicht als Meridian gilt.

Zwei weitere Gruppen erhielten keinerlei Behandlung. Um nun aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, wurden die beiden Akkupunktur- und eine Nicht-Akkupunktur-Gruppe, nach dem vierten Studientag Stress ausgesetzt. Die Ratten mussten jeden Tag eine Stunde in flachem Eiswasser aushalten. Für eine genaue Bewertung wurde den Tieren vor und nach der 10 tägigen Testphase eine Blutprobe entnommen, welche dann auf den Gehalt von Stresshormonen und anderen Signalstoffen hin untersucht wurde.

Hormone trotz Stress auf Normalwert

Die Ergebnisse fielen, wie die Wissenschaftler vermuteten, sehr positiv aus. Ratten, die gar nicht oder nur an dem Scheinpunkt am Schwanz behandelt wurden, wiesen nach der Testphase deutliche Anzeichen von physiologischem Stress auf. Sowohl die Anzahl der Stresshormone als auch die Menge der anderen Signalstoffe stieg im Verlauf des Experiments deutlich an und blieb darüber hinaus erhöht. Bei den Ratten, welche eine Akupunktur am Zusanlipunkt erhielten, zeigte sich das genaue Gegenteil.

Trotz der Stressbelastung durch das Eisbad konnte keine hormonelle Veränderung festgestellt werden. Die Blutwerte waren vor und nach der Studie nahezu identisch. Laut den Forschern konnte damit zum ersten Mal bewiesen werden, dass die Akupunktur tatsächliche physiologische Auswirkungen bei der Bekämpfung von Stress hat. Ebenfalls hat sich gezeigt, dass eine Behandlung von Scheinpunkten keinerlei Auswirkungen hat.

Die Wissenschaftler sind auf Grund der positiven Ergebnisse davon überzeugt, dass auch beim Mensch ähnliche Vorgänge wirken und somit gilt: Akupunktur hilft gegen Stress. In den kommenden Monaten sollen deshalb weitere klinische Studien durchgeführt werden – diesmal aber an menschlichen Patienten. Dann wird sich zeigen was die Tests an den Ratten wert waren. Dennoch scheint eines sicher: Es wird immer verschiedene Meinungen über die Wirksamkeit der Akupunktur geben.

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