Homöopathie

Naturheilverfahren erfreuen sich wachsender Bekanntheit und Beliebtheit. Die Nachfrage nach Homöopathie steigt stetig, vor allem, weil die Homöopathie bei richtiger Anwendung nebenwirkungsfrei ist. Trotz der Tatsache, dass der Begriff Homöopathie sehr bekannt ist, fällt vielen eine genaue Definition eher schwer.

Homöopathie als Pseudowissenschaft

Spricht man von Homöopathie, meint man ein alternativmedizinisches Therapieverfahren. Der deutsche Arzt Samuel Hahnemann hat diese Methode im Jahre 1796 erstmals in seinen Veröffentlichungen geprägt. „Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden“, so Hahnemann. Ein homöopathisches Mittel muss demnach so ausgewählt werden, dass es an einer gesunden Person ähnliche Symptome hervorrufen kann, wie die, an denen der Kranke leidet.

Einige Ärzte bezeichnen die Homöopathie jedoch als „rituell“, da sie den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen widerspreche. Angeblich konnte in klinischen Studien keine über den Placebo-Effekt hinausgehende Wirksamkeit von homöopathischen Mitteln nachgewiesen werden. Aus diesem Grund wird die Homöopathie in vielen Kreisen zur Pseudowissenschaft gezählt. Man nimmt an, dass Erfolge der Homöopathie auf dem Glauben des Patienten an die Wirksamkeit der Therapie basieren. Also ist die Homöopathie zum Scheitern verurteilt?

Die Zahlen sagen etwas anderes. Im Jahr 2012 wurde allein in Deutschland für homöopathische Mittel eine Summe von rund 453 Millionen Euro umgesetzt. Das ist ein Anteil von acht Prozent an allen rezeptfreien Arzneimitteln. 24 Prozent wurden von einem Arzt oder Heilpraktiker verschrieben. 76 Prozent haben die Anwender selbst in der Apotheke gekauft.

Besserung des Allgemeinbefindens

Bei mehr als 80 Prozent der homöopathisch behandelten Patienten, verbesserte sich das Allgemeinbefinden, die seelische Verfassung und auch die körperlichen Beschwerden konnten reduziert werden. Dieses Ergebnis geht aus einer Studie der Bertelsmann Stiftung hervor. Als Hauptgrund für die positive Bewertung seitens der Patienten werden die Unterschiede im Arzt-Patienten-Gespräch angeführt.

Vertrauen in Homöopathen deutlich größer

Ärzte, die sich auf die homöopathische Behandlung stützen, seien bessere Zuhörer, gehen intensiver auf Fragen ein und berücksichtigen Ängste und Sorgen der Patienten. Ganze 90 Prozent der befragten Patienten haben ein sehr großes Vertrauen in homöopathisch behandelnde Ärzte. Nur 75 bis 80 Prozent vertrauen hingegen einem Schulmediziner. Eine homöopathische Therapie bei schwerer Erkrankung wird hingegen unter Umständen für gefährlich erachtet oder nur selten in Erwägung gezogen. Am häufigsten sind allgemeine Beschwerden wie Kopfschmerzen, Halsweh oder Schnupfen Anlass für Besuche beim Homöopathen.

Studien zur Wirksamkeit der Homöopathie

Es gibt keine Beweise, dass die Homöopathie nicht wirkt. Im Gegenteil. Mehrere Studien konnten bereits eindeutig beweisen, dass homöopathische Mittel mindestens genau so gut wirken wie konventionelle Medikamente. Bei chronischen Leiden schneidet die Homöopathie sogar besser ab.

Homöopathie versus konventionelle Medizin

In einer Studie von Prof. Claudia Witt von der Charité Berlin wurden 493 Patienten ein Jahr lang begleitet. Ein Teil der Studienteilnehmer war in konventionell-medizinischer Behandlung, der andere Teil wurde homöopathisch therapiert. Die Beschwerden waren unter anderem Depressionen, Neurodermitis, Asthma oder Kopfweh. Nach einem Jahr erreichten die mit Homöopathie behandelten Personen eine fast doppelt so starke Verbesserung ihres Befindens als die Vergleichsgruppe.

Genau hier liegt der Unterschied. In der Homöopathie werden die Ursachen bekämpft, wodurch eine langfristige Besserung erreicht werden kann. Die konventionelle Medizin unterdrückt hingegen nur die Symptome, kontrolliert diese oder verlangsamt den Krankheitsprozess.

Studie mit Wasserlinsen

Eine weitere Studie mit Wasserlinsen konnte erneut die Wirksamkeit der Homöopathie darlegen. Ein Forscherteam der Universität Bern vergiftete Wasserlinsen mit Arsen. Anschließend wurden die Pflanzen mit mehreren homöopathischen Substanzen oder mit reinem Wasser (Placebo) behandelt.

Nach drei Tagen hatten alle Wasserlinsen, die auf homöopathische Art und Weise behandelt wurden, einen deutlichen Wachstumsvorsprung vor denjenigen Linsen, die mit Placebos, in diesem Fall Wasser, behandelt wurden. Das Experiment wurde mehrmals wiederholt – das Ergebnis war stets das gleiche.

Intensive Grundlagenforschung

Der Wirkmechanismus homöopathischer Substanzen ist bis heute zwar noch unbekannt, in einigen Jahren wird er jedoch zu erklären sein. Schon seit einigen Jahren wird zu diesem Thema intensiv geforscht. Es wurden bereits bisher unbekannte physikalische Effekte entdeckt, die die Basis für die homöopathische Wirkung sein könnten.

Homöopathische Arzneimittel sind somit ernstzunehmende Medikamente, ebenso wie Kopfschmerztabletten oder Antidepressiva. Sie sind nur viel günstiger. Damit wird niemand reich, was vielleicht auch ein Grund für die anti-homöopathische Haltung sein mag. Im Grunde muss jeder für sich selbst entscheiden, wie er seine Krankheit behandeln möchte. Ein paar Überlegungen bevor man diverse chemische Pillen und Pülverchen schluckt, können dabei jedoch niemand schaden.

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