Asthmaspray

Wenn Mütter während der Schwangerschaft Glukokortikoid-haltige Sprays zur Behandlung von Asthma verwenden, trägt der Nachwuchs ein erhöhtes Risiko für hormonelle und Stoffwechselerkrankungen. Das zeigt eine Studie, die Forschende der Universität Basel mit Kollegen aus der Schweiz, den USA und Dänemark im Fachmagazin «American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine» veröffentlicht haben. Bisher wurden Inhalate mit dem alltagssprachlich unter «Kortison» bekannten Wirkstoff oder ähnlichen Wirkstoffen aus der Gruppe der Glukokortikoide auch während der Schwangerschaft empfohlen. Diese Medikamente galten bislang als sicher, da sie offenbar nicht zu Schwangerschaftskomplikationen, fötalen Fehlbildungen, Frühgeburt und niedrigem Geburtsgewicht führen.

Aber wie sieht es mit möglichen langfristigen Konsequenzen für die Gesundheit des Kindes aus? Eine Forschungsgruppe um Dr. Marion Tegethoff und PD Dr. Gunther Meinlschmidt an der Fakultät für Psychologie der Universität Basel ist nun dieser Frage nachgegangen. Zusammen mit Kollegen des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts sowie der Universitäten in Los Angeles und Aarhus haben die Forschenden die Daten von mehr als 4000 schwangeren Frauen, die während der Schwangerschaft unter Asthma litten, analysiert.

Asthma-Sprays während Schwangerschaft gefährlich

Die Forschenden stellten fest, dass Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft an Asthma litten und Glukokortikoid-haltige Inhalate verwendeten, ein höheres Risiko für hormonelle und Stoffwechselerkrankungen trugen als Kinder asthmatischer Mütter, die keine solchen Sprays verwendeten.

Auf andere Erkrankungen, wie etwa Infektionskrankheiten, Erkrankungen des Verdauungstraktes oder Erkrankungen des Bewegungsapparates, scheint die Verwendung derartiger Inhalate keinen Einfluss zu haben. Die Forschenden interpretieren die Daten aufgrund der zahlreichen Erkrankungen, deren Auftretenswahrscheinlichkeit durch das Medikament offenbar unbeeinträchtigt blieb, als ermutigend. Immerhin sei unbehandeltes Asthma in früheren Studien mit einer Reihe von Schwangerschafts- und Gesundheitskomplikationen in Verbindung gebracht worden, so die Forschenden.

Allerdings sollten die aktuellen Resultate ernst genommen werden: Es sei wichtig, mögliche Risiken Glukokortikoid-haltiger Inhalate für den Hormon- und Stoffwechselhaushalt des Kindes im Auge zu behalten und weiter zu untersuchen. Dr. Tegethoff rät deshalb, dass die Verwendung von Inhalaten die Glukokortikoid und Kortison enthalten nur in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt und nur so viel wie nötig erfolgen sollte.

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