Ballaststoffe gegen Asthma

Dass Obst und Gemüse sehr gesund sind, weiß man nicht erst seit gestern – doch neue Studien haben nun auch ihre positive Wirkung gegen Asthma gezeigt. Wissenschaftler konnten erstmals eine Hemmung der allergischen Reaktionen in der Lunge nachweisen. Demnach bilden sich bei der Verdauung bestimmte Stoffe, die positiv im Kampf gegen Asthma wirken. Laut den Forschern erklärt sich damit im Umkehrschluss auch die steigende Zahl der Erkrankungsfälle: Fast Food verdrängt ballaststoffreiche Nahrung immer mehr.

In Deutschland nehmen die Asthma-Fälle deutlich zu. Dieser Trend lässt sich seit Mitte des letzten Jahrhunderts in nahezu allen reichen Industrieländern beobachten. Bisher waren sich Experten unklar über den Auslöser dieser Entwicklung. Neue Studien erhärten nun jedoch einen Verdacht, den viele Wissenschaftler und Ernährungsexperten bereits seit langer Zeit hegen.

Demnach scheint eine gesunde Ernährung das effektivste Mittel gegen Asthma zu sein, denn parallel zum Anstieg der Erkrankungszahlen, lässt sich auch eine deutliche Veränderung der Essgewohnheiten feststellen. Im Gegensatz zu früher gehören Obst und Gemüse immer seltener zum Speiseplan. Stattdessen wird ihr Platz von Fast Food und Fleisch eingenommen, wodurch es unter anderem zu einem Mangel an Ballaststoffen kommt.

Darmbakterien im Kampf gegen Asthma

Benjamin Marsland und seine Kollegen vom Universitätsspital Lausanne konnten nun erstmals nachweisen, dass diese Entwicklungen nicht nur zeitlich sondern auch ursächlich zusammenhängen. Über die Relevanz des Zusammenspiels von Ernährung und Darmflora ist man sich in der Medizinwelt bereits seit längerem bewusst. Jedoch konnte erst vor kurzem zum ersten Mal gezeigt werden, wie wichtig und vielseitig die Darmbakterien tatsächlich sind – auch im Kampf gegen Asthma scheinen sie eine bedeutende Rolle zu spielen.

Um weitere Erkenntnisse auf diesem Gebiet zu gewinnen, setzte man auf Tests an Mäusen. Dabei wurde eine Gruppe der Nager mit ballaststoffreicher Nahrung gefüttert, die andere Gruppe erhielt eine ballaststoffarme Diät, welche etwa mit den momentanen Ernährungsgewohnheiten der westlichen Welt zu vergleichen ist. Anschließend haben die Wissenschaftler versucht, mit Hilfe von Hausstaubmilben eine allergische Reaktion auszulösen.

Schwächere Symptome

Wie von den Wissenschaftlern erhofft, zeigten die Mäuse, die mit einer ballaststoffreichen Ernährung gefüttert wurden, deutlich mildere Symptome, als die Referenzgruppe. Als besonders effektiv hat sich die zusätzliche Gabe von Pektin herausgestellt. Der Ballaststoff, welcher vor allem in Obst und Gemüse vorhanden ist, bewirkte eine geringere Verschleimung der Lunge. Auch andere Entzündungsanzeichen waren deutlich seltener vorhanden.

Weitere Untersuchungen haben gezeigt, dass der schützende Effekt des Pektins und anderer Ballaststoffe mit einer Reihe von mehrstufigen Reaktionen zusammenhängt. Zunächst werden Pektin und Co mit Hilfe der Darmbakterien zu kurzkettigen Fettsäuren fermentiert, welche anschließend in den Blutkreislauf gelangen. Dadurch werden bestimmte Immunzellen im Rückenmark zum Wachstum angeregt. Kommt es nun zu einer Reizung durch Hausstaubmilben, treten die Immunzellen in Kraft und wirken einer übersteigerten Abwehrreaktion entgegen.

Laut den Forschern lässt sich diese Wirkungsweise auf den Menschen übertragen, da die betroffenen Aspekte des Immunsystems sich mit denen der Mäuse gleichen. Natürlich sind weitere klinische Studien mit Menschen unabdingbar, dennoch könnte dies einen Durchbruch im Kampf gegen Asthma bedeuten.

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