Nierenleiden

Da Leiden wie eingeschränkte Nierenfunktion oder Bluthochdruck zu Beginn keine Schmerzen oder andere Beschwerden mit sich bringen, werden diese oft übersehen, was zukünftige Prognosen jedoch erheblich verschlechtert.

Hohe Kosten nur durch Früherkennung verringerbar

Heutzutage leidet jeder Zehnte an eingeschränkter Nierenfunktion und jeder Siebte an Bluthochdruck (Hypertonie). Infolge der gemeinsamen Jahrestagung der österreichischen Gesellschaften für Nephrologie und Hypertensiologie in Wien, forderten die Experten verstärkte Maßnahmen zur Früherkennung der beiden Erkrankungen, sowie die Verbesserung der Nierenversorgung.

Nierenleiden und Bluthochdruck: Enorme Kosten

Momentan leben in Österreich etwa 8000 Patienten mit Dialysepflicht oder einer transplantierten Niere. Beide dieser Maßnahmen sind bei der Vorbeugung gegen Folgeschäden für Herz und Kreislauf effektiv, aber sehr teuer. Der Grazer Nephrologe Alexander Rosenkranz betont, dass in England für Patienten mit einer Funktion der Niere unter 60% des Normalwertes, eine Gruppe welche weniger als einen Prozent ausmacht, jährlich 1,05 Milliarden Euro ausgegeben werden.

Ähnlich verhält es sich bei Bluthochdruck (Hypertonie), welcher ohne Behandlung die Gefahr von Herzinfarkten, Schlaganfällen, Herzschwächen oder Erkrankungen der Niere enorm steigert. Um einen frühen Tod aufgrund der genannten Folgeerscheinungen von hohem Blutdruck zu vermeiden, muss dieser, laut Bruno Watschinger, Präsident der Gesellschaft für Hypertensiologie unter 140/90 gesenkt werden. Nur jeder 30. Hypertoniker wird ausreichend behandelt. Selbst Krankenhäuser übersehen Zwei Drittel der chronischen Niereninsuffizienzen im Stadium 3, dessen Behandlung das Dialyse- und Sterberisiko erheblich reduziert.

Nicht zu unterschätzendes Risiko

Durch frühes Erkennen und konsequente Behandlung der beiden Krankheiten, können ihre Folgen und Kosten wirksamer verhindert oder zumindest eingedämmt werden. Wie hoch das Risiko ist, hängt davon ab wie schnell ein betroffener Patient von einem Arzt kontrolliert und behandelt wird, weshalb jeder seinen Blutdruck kennen und auch jährlich untersuchen lassen sollte. Watschinger weist darauf hin, dass Bluthochdruck (Hypertonie) kein Kavaliersdelikt ist und der Fokus nicht nur auf das Bewusstsein sondern auch auf die Ausbildung der Krankheit gelegt werden muss, da sie potentiell jeden irgendwann betreffen kann.

Da zunehmendes Lebensalter die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung erhöht, trägt die Überalterung der Bevölkerung wesentlich zur Verschärfung der Problematik bei. Bei Menschen ab 25 liegt der Anteil von Hypertoniepatienten derzeit bei etwa 33 Prozent, bei Menschen ab 60 steigt der Anteil bereits drastisch auf 66 Prozent. Desweiteren sind etwa 40 Prozent der über 70-jähringen von einer chronischen Nierenunterfunktion betroffen.

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