Diabetes

Erst vor wenigen Tagen fand in Berlin der alljährliche Weltdiabetestag statt, auf dem über neueste Erkenntnisse der Forschung debattiert wurde. Vor allem die frühzeitige Prävention der Stoffwechselkrankheit stand diesmal im Fokus.

Diabetes – schon lange kein Schicksal mehr

Altersdiabetes – so nannte der Volksmund Diabetes Typ-2 Jahre lang. Diesem Ausdruck scheint Verzicht sowie Schicksal anzuhaften, da die Erkrankung früher als zwangsläufige Erscheinung im Alter angesehen wurden. Diese Zeiten sind jedoch längst vorbei – heutzutage weiß man, dass sich Diabetes Typ-2 durch zum Teil einfache Maßnahmen ganz verhindern oder zumindest hinauszögern lässt.

In den vergangenen Jahren hat sich die gesamte Diabetesprävention immer wieder grundlegend geändert. Heutzutage empfehlen Wissenschaftler eine Kombination aus ausreichend Bewegung und Sport kombiniert mit einer gesunden Ernährung, wobei gesund an sich nicht bedeutet, dass jeglicher Genuss aus der Küche verbannt werden muss. Gegen gelegentliche „Sünden“ ist nichts einzuwenden, viel mehr spielt das große Ganze eine entscheidende Rolle.

Auf Gewicht und Bewegung achten

Die neuen Erkenntnisse sind aber scheinbar noch nicht zu allen Personen durchgedrungen beziehungsweise werden nicht umgesetzt, denn Diabetes Typ-2 ist nach wie vor eine der größten Herausforderungen des Gesundheitswesens im 21. Jahrhundert. Etwa die Hälfte aller Männer und ein Drittel der Frauen entwickeln ab dem 50. Lebensjahr eine Prädiabetes, eine sogenannte Vorform der eigentlichen Krankheit.

Auch die Zahl der akut Betroffenen steigt – bereits acht Prozent der Erwachsenen hierzulande leiden an einer schwerwiegenden Diabetes Typ-2 Erkrankung. Als Hauptauslöser dieser Erkrankung werden hauptsächlich Übergewicht und mangelnde Bewegung genannt.

Daher wirkt eine Veränderung des Lebensstils deutlich effektiver als jedes Medikament, denn Sport und gesunde Ernährung bekämpfen das Übel direkt an der Wurzel, wohingegen Arzneimittel meist nur die Symptome lindern und unterdrücken. Studien zeigen, dass vor allem die Bewegung eine wichtigere Rolle bei der Vorsorge spielt, als man früher angenommen hat. Wer regelmäßig Sport treibt kann so seinen Zuckerstoffwechsel deutlich positiv beeinflussen. Durch die Muskelkontraktion wird Zucker aus der Blutbahn in die Zellen selbst transportiert, wo er dann aufgespalten wird – Energie entsteht. Dieser Vorgang führt wiederrum zur Entlastung der Gefäße.

Mehr Insulinrezeptoren durch Sport

Besonders gefährlich ist Zucker im Zusammenspiel mit Cholesterinpartikeln. Die Kombination der beiden Stoffe führt innerhalb der Arterien zu Entzündungen, welche auch die Alterung beschleunigen. Entzündungen wiederrum setzen Giftstoffe frei, die zu einer Blockierung von Rezeptoren auf den Körperzellen führen, wodurch das Insulin nicht andocken kann.

Die resistenten Zellen können so keine Glucose aufnehmen, was die Konzentration im Blut immer weiter erhöht. Als Folge drohen Gefäßschäden, Herzinfarkt sowie Augen- und Nierenschädigung. Auch das Krebsrisiko steigt um das Vierfache – ein weiterer Grund diesen Teufelskreis schnellst möglich zu durchbrechen.

Genau in diesem Punkt kommt die Bewegung ins Spiel, denn auf jeder neuen Muskelzelle kommt es zur Bildung von neuen Insulinrezeptoren. Wer meint dass es sich hierbei um einen langwierigen Prozess handelt der irrt – erste Erfolge sind schon nach einigen Tagen messbar. Oftmals liegt das Problem nicht an zu hohem Körpergewicht sondern an der Tatsache, dass viele Personen bereits durch geringe Anstrengung außer Puste geraten. Wer trotz dieser Vorteile lieber auf Sport verzichtet, der sollte wenigstens versuchen ein bis zwei Mal pro Woche ausgiebig Spazieren zu gehen. Auch solche kleinen Anstrengungen können im Kampf gegen Diabetes Typ-2 helfen.

Ausgewogene Ernährung

Natürlich muss diese Umstellung langsam und sanft erfolgen, da manche Personen seit Jahrzehnten mehr oder weniger inaktiv sind und auch nicht sonderlich auf ihre Ernährung achten. Besonders die körperliche Betätigung sollte den Betroffenen Spaß machen, denn nur so ist es möglich sie über einen langen Zeitraum auszuführen. Wer kein Freund von Ausdauersport ist kann natürlich auch Krafttraining betreiben, was sich als ähnlich wirksam erwiesen hat.

Auch bei der Ernährungsumstellung gelten ähnliche Empfehlungen. Stellen Sie Ihre Ernährung zu Beginn nur moderat um – nur so werden Sie sich daran halten. Mit drei simplen Tipps können Sie Ihr Diabetesrisiko deutlich senken:

  • Nehmen Sie weniger Fett zu sich, vor allem gesättigte Fettsäuren (hauptsächlich in Wurst und Fertiggerichten enthalten).

  • Bauen Sie mehr Ballaststoffe in Ihren Ernährungsplan ein (Vollkornprodukte, Hafer, Bohnen, Erbsen).

  • Eine Abnahme von ca. 5 Prozent des Gewichts kann zu einer deutlichen Verbesserung des Zuckerstoffwechsels führen.

Wie Sie sehen, lässt sich Diabetes mit einigen wenigen Maßnahmen schon frühzeitig bekämpfen. Nutzen Sie deshalb diese Chance und handeln Sie nicht erst, wenn es bereits zu spät ist.

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