Krafttraining gegen Diabetes

Wissenschaftler haben erstmals nachweisen können, dass nicht nur Ausdauer- sondern auch Kraftsport positive Auswirkungen auf das Diabetes-Risiko hat. Bereits eine Stunde Training pro Woche kann das Risiko an Diabetes zu erkranken um ganze 12 Prozent senken, bei zweieinhalb Stunden wöchentlich sinkt das Risiko sogar um 34 Prozent. Zu diesen Ergebnissen kam eine Gruppe aus internationalen Forschern nach der Auswertung einer Studie mit über 32.000 männlichen Teilnehmern. Anhand der Testergebnisse konnte gezeigt werden, dass Krafttraining, unabhängig von anderen Sportarten, einen positiven Einfluss auf die Entstehung von Diabetes Typ 2 hat. Laut den Forschern spielt die erhöhte Muskelmasse dabei eine wichtige Rolle. Besonders für Personen, die keine Ausdauersportarten betreiben wollen oder aus gesundheitlichen Gründen nicht können, ist dies eine erfreuliche Nachricht, denn Krafttraining gegen Diabetes ist ebenso wirkungsvoll.

Erkrankungszahlen steigen weiter

Laut Anders Grøntved von der Universität von Süd-Dänemark wurde bisher in den meisten Studien nachgewiesen, dass vor allem Ausdauersport vor einer Diabetes-Erkrankung schützt. Auch Grøntved und sein Team haben bestätigt, dass beispielsweise zwei Stunden pro Wochen Joggen, das Diabetes-Risiko um die Hälfte senkt. Entscheidender sind jedoch die Ergebnisse zur Wirkung von Krafttraining, da es als echte Alternative eingesetzt werden kann. Um optimale Ergebnisse bei der Diabetes-Vorsorge zu erreichen, raten die Forscher, beide Sportarten zu kombinieren.

Neusten Schätzungen zu Folge leiden weltweit zwischen 300 – 400 Millionen Menschen an der Stoffwechselkrankheit – eine Trendwende bei den Diabetes Typ 2 Erkrankungszahlen ist nicht in Sicht. Laut Hochrechnungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) könnten sich die Todesfälle durch Diabetes bis zum Jahre 2030 verdoppeln. Neben der genetischen Veranlagung sind hauptsächlich Übergewicht und Bewegungsmangel als Hauptauslöser der Krankheit zu nennen.


Sportliche Aktivität und Gesundheit von 32.000 Männern untersucht

Für die oben bereits erwähnte Studie wurden die Gesundheitsdaten von 32.000 männlichen Amerikanern ausgewertet, welche im Laufe von 18 Jahren gesammelt wurden. Um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, wurden die Probanden in regelmäßigen Abständen zu ihrer sportlichen Aktivität sowie zu den Ernährungsgewohnheiten befragt. Ebenso erfolgte bei jedem Termin auch eine medizinische Untersuchung, welche Aufschlüsse über die Zusammenhänge von Ernährung und Bewegung gab. Während der Studie wurden die Testpersonen in drei Gruppen, entsprechend ihrer sportlichen Leistung aufgeteilt: Gruppe 1 – weniger als eine Stunde, Gruppe 2 – zwischen einer und zweieinhalb Stunden, Gruppe 3 – mehr als zweieinhalb Stunden.

Auch Männer, die sowohl Kraft- als auch Ausdauersportarten betreiben, wurden ebenfalls getrennt betrachtet. Am Ende der Studie wurde dann verglichen, in welchen Gruppen sich am häufigsten beziehungsweise am seltensten Diabetes ausbreitete. Im Verlauf der 18 Jahre wurde bei 2.278 Männern Diabetes Typ 2 diagnostiziert. Dabei war die Gruppe mit Personen, welche pro Woche mindestens zweieinhalb Stunden pro Woche betrieben, am seltensten betroffen.

Das Risiko an Diabetes zu erkranken, sank in dieser Gruppe um ganze 52 Prozent. Aber auch Krafttraining hat in der Studie durchaus überzeugt, was bisher noch wenig bekannt war. Bei Testpersonen die zwischen einer und zweieinhalb Stunden Krafttraining betreiben, sank das Erkrankungsrisiko um 25 Prozent – bei Gruppe 3 sogar um 34 Prozent. Wer sich also optimal vor Diabetes Typ 2 schützen will, der sollte eine Kombination aus beiden Sportarten wählen.

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