Mythos Mikrowelle

Heute wollen wir erneut einem hartnäckigen Mythos auf den Grund gehen – zerstört die Mikrowelle wirklich wichtige Mikronährstoffe wie Vitamine beim Erwärmen von Speisen? Sollte man doch lieber auf den altbewährten Topf oder die Pfanne zurückgreifen?

Mikrowellen haben ohnehin keinen guten Ruf, da man ihrer Strahlung eine schädliche Wirkung nachsagt. Wer will dann schon sein Essen darin zubereiten. In diesem Artikel wollen wir Ihnen diesen Sachverhalt näher erklären und mit häufigen Vorurteilen aufräumen, denn die Realität sieht anders aus. Moderne Mikrowellen lassen kaum Strahlung entweichen und stellen somit auch keine Gefahr für die Gesundheit dar.

Ähnlich verhält es sich bei den Nährstoffen – die Hochfrequenzstrahlung der Geräte wirkt sich lediglich auf Wassermoleküle aus und bringt diese zum Schwingen wodurch es zur Erwärmung kommt. Vitamine bleiben dabei weitestgehend unbeeinflusst. Am Mythos Mikrowelle ist demnach weniger dran als viele Leute glauben.

Entscheidender ist die Auswahl der richtigen Zubereitungsmethode, denn jedes Vitamin reagiert anders auf Mikrowelle, Kochtopf, Ofen und Co. Auch Sascha Rohn vom Institut für Lebensmittelchemie an der Universität Hamburg bestätigt diese Aussage.

Mikrowelle hat Vorteile

Besonders bei hitzeempfindlichen Vitaminen (C & B1) spielt die Art der Erwärmung eine Rolle. Die genannten Nährstoffe sollten unbedingt schonend gegart werden, das heißt: möglichst kurze und schwache Hitze. Nur so bleiben die wertvollen Vitamine weitestgehend erhalten. Wenn man diese Gesichtspunkte berücksichtigt, hat die Mikrowelle deutliche Vorteile zum Herd oder dem Backofen, denn die Strahlung sorgt für eine rasche Erwärmung der Speisen von Innen. Der herkömmliche Kochvorgang mit externer Hitze dauert wesentlich länger, wodurch oben genannte Vitamine verloren gehen.

Ganz anderes sieht es bei fettlöslichen Vitaminen, zu deren Gruppe Vitamin A und E zählen, aus. Wer sie erhalten möchte, muss sich um eine schonende Zubereitung keine Sorgen machen. Ein ordentlicher Garvorgang trägt sogar dazu bei, dass unser Organismus die Vitamine optimal aufnehmen kann. Daher ist auch eine lang gegarte Gemüsesuppe noch durchaus reich an Vitaminen.

Auf die Zubereitung kommt es an

Für den Laien mag dies natürlich etwas verwirrend klingen. Daher sollte man sich nur eine Faustregel einprägen – alle Vitamine können bei der Erwärmung nie erhalten werden. Bereiten Sie Ihre Speisen deshalb nicht immer gleich zu. Verwenden Sie alle Möglichkeiten, die Ihnen zur Verfügung stehen – Herd, Backofen, Dampfgarer, Mikrowelle oder Grillen. Je nach Art der Zubereitung werden andere Vitamine optimal geschützt. Ebenso entscheidend ist die frische der Lebensmittel. Obst und Gemüse sollten möglichst zügig nach der Ernte verzehrt werden.

Je länger die Lagerung dauert, desto mehr Nährstoff und vor allem Vitamine gehen verloren. Wer also keine Zeit hat regelmäßig frisches Obst und Gemüse einzukaufen, kann durchaus auf Gefrorenes zurückgreifen, da dieses direkt nach der Ernte schockgefrostet wird, wodurch wichtige Nährstoffe erhalten bleiben. Abschließend bleibt zu sagen, dass die Mikrowelle keinesfalls schädlich ist, sondern sogar Vorteile gegenüber anderen Zubereitungsmethoden aufweist.

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