Fettige Speisen führen häufig zu SodbrennenSodbrennen ist ein weitverbreitetes Problem – jeder Dritte hat damit zu kämpfen. Doch was tun, wenn uns unser moderner Lebensstil förmlich sauer aufstößt? Denn Sodbrennen hat viel mit unseren Lebensgewohnheiten zu tun. Wir essen zu viel, zu fett, zu süß und zu scharf – und unsere schnell getaktete Welt tut mit Hektik und Stress ein Übriges. Das Netz ist voll von Hausmittelchen, die Sodbrennen bekämpfen sollen. Doch was hilft wirklich?

Wie kommt es eigentlich zu Sodbrennen?

Am Mageneingang sorgt ein Schließmuskel dafür, dass der Mageninhalt nicht in die Speiseröhre zurückfließen kann. Ist dieser Muskel in seiner Funktion eingeschränkt, kann Mageninhalt in die Speiseröhre gelangen und die empfindliche Schleimhaut angreifen. Sie ist, anders als der Magen, nicht gegen die aggressive Säure geschützt und kann sich entzünden.

Mit welchen Symptomen ist Sodbrennen verbunden?

Sodbrennen macht sich durch einen brennenden Druckschmerz hinter dem Brustbein bemerkbar, der mitunter mit einem Völlegefühl und Übelkeit einhergeht. Nicht selten wird beim Aufstoßen saurer Mageninhalt bis in den Mund befördert. Wird Sodbrennen chronisch, können ständiger Hustenreiz, Schluckstörungen und morgendliche Heiserkeit hinzukommen. Sodbrennen tritt bevorzugt einige Zeit nach dem Essen und während der Nacht auf.

Welche Ursachen kann Sodbrennen haben?

Oft ist ungesunde Ernährung für Sodbrennen verantwortlich. Essen wir fettreiche und süße Speisen, produziert der Magen vermehrt Säure, um die schwer verdaulichen Nahrungsmittel zu verwerten. Sauer reagiert der Magen ebenso auf stark Gewürztes, Frittiertes und scharf Gebratenes – auch Zitrusfrüchte und säurehaltige Säfte können den Magen reizen. Alkohol, Kaffee und Nikotin übersäuern nicht nur den Magen, sie lassen auch den Muskel erschlaffen – er kann sich nicht mehr vollständig schließen. Auch stetiger Stress kurbelt die Produktion von Magensäure an. Sodbrennen kann auch durch körperliche Veränderungen wie Übergewicht und Schwangerschaft bedingt sein. Beides ist mit einem erhöhten Druck auf den Magen verbunden, der den Schließmuskel überdehnt.

Mythos Milch und andere Legenden

Hartnäckig hält sich der Mythos, dass Milch ein Hausmittel gegen Sodbrennen sei. Dem ist nicht so – Milch kann aufgrund ihres leicht sauren pH-Wertes sogar kontraproduktiv sein. Auch der berühmte Verdauungsschnaps kann Sodbrennen nicht lindern – er sorgt sogar für eine erhöhte Säureproduktion. Und Natron? Ein Teelöffel Natron in einem Glas Wasser aufgelöst kann definitiv bei Sodbrennen helfen, denn es ist eine Lauge und neutralisiert die Magensäure. Allerdings hat Natron einen unerwünschten Nebeneffekt. Bei der chemischen Reaktion im Magen entsteht Kohlendioxid – sprich Kohlensäure. Kann diese nicht durch Aufstoßen abgeleitet werden, entsteht ein unangenehmes Völlegefühl oder Blähungen.

Sodbrennen durch richtige Ernährung bekämpfen

Bei akutem Sodbrennen verschaffen ungesüßte Kräutertees wie Kamille, Fenchel oder Anis Linderung. Aber auch ein Stück Apfel, Karottensaft und Kartoffelsaft oder ein paar sorgfältig zerkaute Walnüsse und Mandeln können helfen, die Magensäure zu reduzieren. Wer jedoch Sodbrennen dauerhaft bekämpfen möchte, kommt nicht umhin, seine Essgewohnheiten auf den Prüfstand zu stellen. Eine fettarme und ballaststoffreiche Ernährung mit Vollkornprodukten und viel frischem Obst und Gemüse wirkt Säure regulierend. Liebhaber tierischer Produkte sollten sich auf mageres helles Fleisch und fettarmen weißen Fisch beschränken.

Diese Lebensmittel sollten Sie meiden oder nur in geringem Maße genießen:

  • frittierte Speisen
  • Süßigkeiten wie Schokolade und industriell hergestellte Backwaren
  • fettreiche Fleisch- und Wurstwaren
  • saure, essighaltige Speisen
  • Zitrusfrüchte
  • säurehaltige Fruchtsäfte
  • kohlensäurehaltige Getränke
  • Alkohol
  • Kaffee
Wer jetzt noch einige Verhaltensmaßregeln beachtet, sagt Sodbrennen erfolgreich den Kampf an. Statt üppigen Mahlzeiten empfehlen sich kleinere Portionen, die über den Tag verteilt gegessen werden. Darüber hinaus ist es wichtig, sich Zeit zum Essen zu nehmen und die Speisen gründlich zu kauen. Wer mindestens vier Stunden vor der Nachtruhe das Letzte zu sich nimmt und mit leicht erhöhtem Oberkörper schläft, ist auf der richtigen Seite. Dann ist der Magen leer und es kann keine Magensäure in die Speiseröhre zurückfließen. Dann heißt es bald: Sodbrennen ade!
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