Wasser

Wasser ist Leben. Keine Überraschung also, dass 60 Prozent des menschlichen Körpers aus Wasser bestehen. Dreiviertel unseres Wasserhaushalts sind in den Zellen gespeichert. Das restliche Viertel entspricht der Blut- und Lymphflüssigkeit. Weder unsere Stoffwechselvorgänge noch unsere Nervenprozesse kommen ohne Wasser aus. Im menschlichen Gehirn beträgt das Verhältnis von Flüssigkeit zu Nervengewebe sogar 80 zu 20 Prozent. Weil wir täglich an Flüssigkeit verlieren, müssen wir permanent für Nachschub sorgen. Aber wie viel Wasser braucht der Körper täglich?

Wasser hat im menschlichen Körper viele Funktionen

Flüssigkeit übernimmt im menschlichen Körper die Rolle eines Transport-, Ausscheidungs- und Lösungsmittels. Flüssigkeitsmangel nimmt leicht lebensgefährliche Ausmaße an: Verdauung, Nervensystem, Gehirn und Herzkreislauf sind nämlich auf die Versorgung mit Wasser angewiesen.

  • Im Dünndarm löst Wasser Salze und Mineralstoffe. Die Nährstoffaufnahme durch die Darmwand wäre anders nicht möglich.
  • Wasser dient der Wärmeregulation. Bei drohender Überhitzung scheiden wir es über die Schweißdrüsen aus, um unsere Haut zu kühlen.
  • Wasser stellt ein Transportmittel für Nährstoffe und Sauerstoff dar.
  • Über Wasser regelt unser Körper die Herzkreislauffunktion.
  • Mittels Wasser transportieren wir ausscheidungspflichtige Stoffe aus unserem Körper.

Menschen verlieren täglich über zwei Liter Wasser

Unser Körper steht im permanenten Stoff- und Wärmeaustausch mit seiner Umwelt. Tag für Tag dünsten wir im Rahmen der Thermoregulation Wasser über die Haut aus. Nicht nur die Transpiration lässt uns an Flüssigkeit verlieren. Auch über Stoffwechselvorgänge und Atmung stellen sich Wasserverluste ein. Rund 2,5 Liter Wasser scheiden wir Tag für Tag durchschnittlich aus. Wer nicht genügend Ausgleich leistet, leidet an Flüssigkeitsmangel. Charakteristischerweise stellen sich schon bei Wasserverlusten von drei Prozent unterschiedliche Symptome ein.

  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Schluckbeschwerden
  • Blutdruckbeschwerden
  • Muskelkrämpfe
  • Appetitlosigkeit
  • Verdauungsbeschwerden
  • Mundtrockenheit
  • verminderte Gewebeelastizität
  • schlechte Haut
  • verminderte Harnproduktion
  • Dunkelfärbung des Urins

Ab Flüssigkeitsverlusten von 20 Prozent besteht akute Lebensgefahr. Giftstoffe können dann nicht mehr aus dem Körper abtransportiert werden: Der Betroffene verliert das Bewusstsein und verdurstet.

Harvard Universität: 1,5 Liter Flüssigkeitsaufnahme reichen pro Tag

Die ideale Flüssigkeitsaufnahme hängt von Faktoren wie dem Wetter, der Belastung, dem Alter, der Ernährung und dem Körpergewicht ab. Anhänger der altbekannten Zwei-Liter-Regel wollen die täglichen Wasserverluste von 2,5 Litern in den Vollen ausgleichen und raten bekanntermaßen dazu, täglich mindestens zwei Liter Wasser zu trinken. Forscher der Harvard Universität stellen die Zwei-Liter-Regel mittlerweile in Frage. Zwischen einem und 1,5 Litern sollen einem durchschnittlichen Erwachsene laut den Forschern täglich reichen. Die restlichen Wasserverluste des Körpers werden mit der Nahrung ausgeglichen, so zum Beispiel durch Obst und Suppen.

Der Darm kann stündlich nur 800 Milliliter Wasser verwerten

Ernährungswissenschaftler empfehlen, die Gesamtmenge an Flüssigkeit gleichmäßig über den Tag zu verteilen. Der Körper scheidet auf einmal getrunkene Wassermengen ab einer bestimmten Höhe nämlich wieder aus. Der menschliche Darm verwertet stündlich höchsten 800 Milliliter an Flüssigkeit. Die ideale Flüssigkeitsaufnahme pro Stunde entspricht deshalb einem einzigen Glas Wasser. Größere Flüssigkeitsverluste lassen sich kurzfristig also nicht ausgleichen. Um den Flüssigkeitshaushalt des Körpers nach einer längeren Durstperiode wieder ins Gleichgewicht zu bringen, vergehen oft bis zu 24 Stunden.

Statt strengen Trinkregeln dem Durstgefühl folgen

Wasser ist Leben. Unser Überleben hängt daher wesentlich von unserer Flüssigkeitsaufnahme ab. Weil das Trinken ein derart essenzieller Mechanismus ist, raten Experten allerdings von strengen Trinkregeln ab. Einen Trinkwecker halten viele Wissenschaftler zum Beispiel für verzichtbar. Um Flüssigkeitsmangel zu vermeiden, einfach auf das Durstgefühl hören. Der eigene Körper weiß noch immer am besten, was er braucht.

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