Antibiotika wirkungslos

Man hört immer wieder davon – die Rede ist von resistenten Keimen, gegen die Antibiotika wirkungslos sind. Vor allem die Massentierhaltung und die damit verbundene Medikamentengabe werden dabei von Experten als Hauptgründe angeführt.

Immer häufiger berichten Mediziner von Fällen in denen Antibiotika wirkungslos gegen vermeintlich harmlose Entzündungen sind. Hierbei handelt es sich keinesfalls um exotische Einzelfälle, denn die Immunität gegen die lebensrettenden Medikamente gehört mittlerweile zum Alltag in vielen Kliniken. Zurückzuführen ist Gefahr durch resistente Erreger, auf eine zu häufige Verschreibung. Selbst bei leichten Erkrankungen wie einer Erkältung oder der Grippe wird heutzutage oftmals schon Antibiotika verschrieben. Als weiterer Auslöser gilt die inzwischen weitverbreitete Massentierhaltung. Durch unsere Nahrung gelangen so die Medikamente, welche den Tieren verabreicht wurden, in unseren Organismus. Ein globales Problem

Laut Keiji Fukuda von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) handelt es sich hierbei jedoch nicht nur um ein nationales Problem – weltweit steigt die Zahl der resistenten Erreger. Ein aktueller Überwachungsbericht, der vor kurzem in Genf vorgestellt wurde, zeigt die Folgen des falschen Medikamenteneinsatzes. Jährlich sterben immer mehr Menschen an den Folgen vermeintlich harmloser Krankheiten wie Durchfall, da Medikamente keine Wirkung mehr zeigen. Besonders gefährdet sind vor allem Menschen mit einem schwachen Immunsystem, ausgelöst durch eine Krebserkrankung oder einen operativen Eingriff. Selbst eine kleine Schnittwunde die sich infiziert, kann für sie tödlich sein, wenn das verabreiche Antibiotikum keine Wirkung zeigt.

Entwicklungsländer besonders betroffen

Der Bericht der WHO legt außerdem offen, dass hauptsächlich arme Länder, in denen es ohnehin zu wenig medizinisches Personal gibt, von den Folgen der resistenten Erreger betroffen sind. Auch die Industriestaaten spüren allmählich die finanziellen Auswirkungen, welche von den aufwendigen Behandlungen verursacht werden. Steigt die Zahl der Resistenzen weiter an, könnte sich dies über kurz oder lang zu einer enormen Belastung der Gesundheitssysteme entwickeln. Aber nicht nur Antibiotika sind betroffen – auch andere Medikamente verlieren immer häufiger ihre Wirkung. In Zukunft könnte sich daher auch der Kampf gegen Malaria, Aids und Tuberkulose erheblich erschweren.

Antibiotika wirkungslos durch Massentierhaltung

Besonders in den letzten Jahrzehnten wurden Medikamente immer häufiger zur Wachstumsbeschleunigung und flächendeckenden Gesunderhaltung der Masttiere eingesetzt. Heute scheint es als müssten wir die Rechnung für diesen unbedachten Einsatz tragen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken hat die WHO nun eine strengere Kontrolle der Massentierhaltung gefordert. Auch über freiwillige Vereinbarungen mit den Mastbetrieben versucht die Weltagrarorganisation FAO die Situation zu entschärfen – jedoch mit mäßigem Erfolg.

Um das Problem in den Griff zu bekommen, wäre laut vieler Experten ein globaler Aktionsplan nötig. Außerdem ist eine Überwachung der resistenten Keime nötig um einen ständigen Überblick zu besitzen. Wie weit sich dies jedoch in Entwicklungsländern umsetzten lässt, ist fraglich. Eines ist jedoch sicher – wenn Antibiotika wirkungslos ist, stehen uns harte Zeiten bevor.

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