Magen-Darm-Grippe Viren

Brechdurchfall bei Kindern ist keine Seltenheit. Fast jedes Kind leidet irgendwann einmal an dieser Erkrankung, die drei bis zehn Tage andauern kann. Trotz der unangenehmen Begleiterscheinungen ist die Krankheit in den meisten Fällen harmlos und verschwindet von selbst wieder. Wie Sie die Heilung unterstützen können und wann Sie mit Ihrem Kind besser einen Arzt aufsuchen sollten, erklären wir Ihnen hier.

Ursachen einer Magen-Darm-Grippe

Auslöser für den Brechdurchfall sind vor allem Viren, beispielsweise der Noro- oder der Rota-Virus. Eher selten ist eine Bakterieninfektion der Grund für die Erkrankung. Die Krankheitserreger gelangen über den Mund in den Körper, meistens über das Essen. Stillkinder sind daher kaum betroffen.

Welche Symptome treten auf?

Unabhängig von der eigentlichen Ursache kann der Brechdurchfall einen leichten oder einen schweren Verlauf nehmen. Die Symptome sind unschwer zu erkennen. Die Krankheit tritt akut auf, wobei die Kinder sich zunächst meist mehrfach erbrechen. Nach sechs bis acht Stunden kommt Durchfall hinzu. Der Stuhl ist schleimig bis flüssig und unterscheidet sich auch farblich und geruchlich deutlich von den normalen Ausscheidungen. Die kleinen Patienten fühlen sich unwohl und leiden häufig unter Übelkeit und Bauchschmerzen.

Hilfsmittel und Tipps zur Linderung

Um Magen und Darm zu entlasten, sollte Ihr Nachwuchs in den ersten sechs Stunden nichts essen. Geben Sie ihm stattdessen kleine Mengen einer Zuckerlösung, die Sie aus circa fünf Teelöffeln Zucker und 500 Milliliter Wasser selbst herstellen können. Führen Sie dem kleinen Körper außerdem Salz zu, beispielsweise durch eine Salzstange oder einen Löffel salzhaltiger Brühe pro Stunde. Bitte nicht mehr, da dies den Durchfall verstärken kann. Alternativ bietet es sich an, fünf Prisen Salz in die Zuckerlösung zu geben. Ideal sind fertige Elektrolytlösungen aus der Apotheke.

Wenn die ersten Symptome des Brechdurchfalls abklingen, sollten Sie dem Kind erstmals kleine Portionen Nahrung anbieten, allerdings keine fetthaltigen Speisen oder Milchprodukte. Besser sind leicht stopfende Nahrungsmittel wie Reis, Weißbrot oder Möhren. Ein gutes Hausmittel gegen Durchfall ist geriebener Apfel. Dieser enthält viel Pektin, das im Darm aufquillt, Flüssigkeit bindet und dadurch den Stuhl verdickt. Stillen Sie Ihr Kind noch, sollten Sie es öfter anlegen als sonst.

Achtung: Entgegen der früheren Auffassung raten die Experten mittlerweile davon ab, bei Durchfall Cola zu trinken. Das Getränk beinhaltet zu viel Zucker, der zu einer Verschlimmerung der Symptome führen kann. Auch ist bislang nicht bekannt, ob das darin enthaltene Koffein dem kindlichen Organismus schadet.

Wann sollten Sie einen Arzt hinzuziehen?

Der Schweregrad des Brechdurchfalls hängt sowohl vom Kind als auch vom Erreger ab. Jüngere Patienten verfügen über geringere Abwehrkräfte. Daher ist ihr Organismus anfälliger. Bei Babies, die unter anhaltendem Erbrechen und Durchfall leiden, sollten Sie sich sofort an einen Arzt wenden, um einen gefährlichen Flüssigkeitsverlust zu verhindern.

Gegen die Viren gibt es kein wirksames Medikament. Bei Kleinkindern raten viele Mediziner deshalb dazu, erst einmal abzuwarten. Dauert das Erbrechen jedoch länger als acht Stunden, ist der Weg zum Kinderarzt unumgänglich, da nur so andere mögliche Krankheitsursachen wie Scharlach, Blinddarm- oder Lungenentzündung sicher ausgeschlossen werden können. Auch bei Hinzukommen von Fieber wird ein Arztbesuch empfohlen.

Kinder mit Brechdurchfall müssen wegen der hohen Ansteckungsgefahr zu Hause bleiben. In die Kita oder den Kindergarten darf Ihr Kind erst wieder, wenn es 24 Stunden frei von Erbrechen, Durchfall und Fieber ist.

Was hilft vorbeugend gegen den Brechdurchfall?

Die durch Tröpfcheninfektion übertragbaren Viren können unter Kindern leider ziemlich leicht weitergegeben werden. Achten Sie in Zeiten, in denen die Magen Darm Erkrankung häufiger auftritt, ganz besonders auf Hygiene. Insbesondere im ersten Lebensjahr Ihres Kindes sollten Sie Schnuller und Trinkgefäße möglichst keimarm halten. Verwenden Sie Fläschchenmilch maximal vier bis sechs Stunden und reinigen Sie die Fläschchen in einem Vaporisator. Säubern Sie nach der Zubereitung von Tiefkühlkost die Arbeitsfläche gründlich.

Seit 2013 steht für Säuglinge unter sechs Monaten eine Schluckimpfung gegen Rotaviren zur Verfügung, die Ihr Kind in den ersten Lebensjahren vor diesen Auslösern des Brechdurchfalls schützt.

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