Deutschland leidet an BewegungsmangelDer aktuelle DKV-Bericht mit dem Titel „Wie gesund lebt Deutschland“ zeigt deutlich welche Auswirkungen unser „sitzender“ Alltag hat. Dabei sind nicht nur Erwachsene, sondern auch ein Großteil der Kinder und Jugendlichen betroffen. Daher: Lasst uns unseren Kindern ein Vorbild sein und ihnen einen aktiven Alltag vorleben.

Bequem wie nie zuvor

Eins macht die Studie schnell klar – unser Leben war noch nie so bequem wie heutzutage. Lassen Sie uns einfach einmal einen Durchschnittstag von heute und von vor 50 Jahren vergleichen. Damals war es nicht üblich selbst kürzeste Strecken mit dem Auto zu fahren. Man kam entweder mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die häufig körperlich anstrengende Arbeit. Heutzutage setzt man sich ins Auto und fährt zu einem Schreibtischjob, wo man 8 Stunden sitzend verbringt. Natürlich trifft das nicht auf jeden zu, wohl aber auf einen Großteil der arbeitenden Bevölkerung.

In dem aktuellen Bericht der DKV „Wie gesund lebt Deutschland“ wird der Ernst der Lage deutlich sichtbar. Zu langes Sitzen sollte nicht als Lappalie abgetan werden, denn der gesundheitliche Schaden wurde bereits in einigen Studien nachgewiesen. Selbst ansonsten sportliche Personen sind von den negativen Folgen nicht ausgeschlossen. Auch eine repräsentative Umfrage der GfK führt zu diesem Ergebnis. Im Schnitt sitzen wir pro Tag etwa 7,5 Stunden – Kinder sogar rund 9 Stunden. Die folgende Auflistung zeigt wie Kinder ihre Freizeit nach der Schule durchschnittlich verbringen.

Werktags insgesamt vier Stunden, davon:

  • Fernsehen: 0:59 h
  • Hausaufgaben: 0:58 h
  • Freizeit: 0:55 h
  • Auto: 0:25 h
  • Computerspiele: 0:27 h
  • Internet: 0:13 h

Wochenendtags insgesamt viereinhalb Stunden, davon:

  • Fernsehen: 1:38 h
  • Hausaufgaben: 0:32 h
  • Freizeit: 1:09 h
  • Auto: 0:27 h
  • Computerspiele: 0:36 h
  • Internet: 0:15 h

Risiko Fernseher

Wie sich zeigt, ist vor allem der Fernseher für langes Sitzen verantwortlich – egal ob bei Kindern oder Erwachsenen. Laut Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln steigt die Sterblichkeit um ganze 11 Prozent pro Stunde Fernsehen. Wer sich also etwas Gutes tun will, sollte ab und zu auf seine Lieblingssendung verzichten und eine Runde spazieren gehen oder sich anderweitig betätigen.

Laut dem Experten sollten auch Arbeitgeber, die überwiegend Schreibtischjobs anbieten, etwas für die Gesundheit ihrer Angestellten tun. Dabei bieten sich verschiedene Möglichkeiten an, wie zum Beispiel verstellbare Schreibtische mit denen man auch stehend arbeiten kann oder aktive Büropausen.

Ebenso sollten Eltern ein Auge auf die Aktivität ihrer Kinder haben. Besonders im Grundschulalter sollten sich die Heranwachsenden mindestens eine Stunde pro Tag bewegen. Das fördert nicht nur die körperliche sondern auch die geistige Gesundheit. Versuchen sie deshalb ihren und den Alltag ihrer Kinder aktiver zu gestalten, damit sie lange gesund und munter bleiben. Sitzenbleiben ist nicht nur zu Schulzeiten eine schlechte Idee.

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