Hormonelle Migräne

Frauen leiden häufiger an Migräne als Männer. Allein in Deutschland sind 13 % der weiblichen Bevölkerung betroffen. Viele erleben die Attacke erstmals mit dem Beginn ihrer Menstruation und leiden fortan regelmäßig aufs Neue. Damit zählen sie zu den 7 %, die an einer menstruell gebundenen Migräne leiden. Aber was bedeutet das? Wie entsteht der gefürchtete Kopfschmerz? Und vor allem: Ist eine Heilung überhaupt möglich?

Das Frauenleiden Migräne – Die Ursachen

Im Körper der Frau laufen Monat für Monat komplexe hormonelle Prozesse ab: Mit Menstruationsbeginn sinkt der Östrogenspiegel, ehe sich der Östrogenanteil zur Zyklusmitte hin wieder hebt, bevor der Kreislauf wenige Tage vor den Tagen erneut losgeht.

Die Hormone beeinflussen im weiblichen Zyklus zahlreiche Prozesse – nicht nur die Periodenblutung, auch das Nervensystem und die Laune sind betroffen. Kurz gesagt: Hormone beeinflussen sämtliche Prozesse im Körper, die mit dem Wohlbefinden zusammenhängen. Das ist vollkommen normal. Dennoch leiden einige Frauen aufgrund dieses regelmäßigen Auf und Ab an Migräne.

Wie der Schmerz entsteht – Symptome und Auslöser

Der Schmerz beginnt in vielen Fällen mit dem Gefühl eines verspannten Nackens. Danach wandert er zur Schläfe weiter. Ist es so weit gekommen, ist an einen normalen Tagesablauf kaum noch zu denken. Licht- und Geräuschempfindlichkeit, im weiteren Verlauf Übelkeit und in schweren Fällen Erbrechen gehören zur typischen Symptomatik.

Seit Langem zählten erweiterte Blutgefäße ursächlich für den schweren Kopfschmerz. Diese Annahme steht aber inzwischen auf dem Prüfstand: Simon Akerman, ein Neurowissenschaftler der New York University, fand heraus, dass die Ursache im sogenannten Drillingsnerv begründet liegt. Dieser Nerv steuert die Sinnesreize zum Gehirn, das anschließend für den typischen Schmerz sorgt.

Die hormonelle Migräne heilen – ein Traum?

Für betroffene Frauen gab es bislang wenig Hoffnung auf Heilung. Die menstruell gebundene Migräne gilt als die am schwierigsten zu behandelnde Form des Kopfschmerzes. Dennoch gibt es Möglichkeiten, die das Ausmaß des Schmerzes gegebenenfalls lindern.

Wichtig ist in jedem Fall das Führen eines Kopfschmerztagebuchs über drei Zyklen hinweg. Darin werden die Schwere der Attacke, ihre Dauer sowie die Begleitumstände (Laune, Ernährung, Stressfaktoren) täglich festgehalten. Auf diese Weise lässt sich feststellen, ob Hormone eine Rolle für den Kopfschmerz spielen.

Des Weiteren eignen sich Ausdauersportarten wie Schwimmen, Laufen oder Radfahren, um die Attacken zu mildern. Die Überprüfung der Essgewohnheiten und des Lebensstils wirkt gegebenenfalls ebenso prophylaktisch. Für Frauen ohne Kinderwunsch ist es zusätzlich möglich, sich die Pille verschreiben zu lassen. Der Verzicht auf die 7-tägige Einnahmepause hilft, den Hormonspiegel konstant zu halten und das Auftreten der Anfälle zu reduzieren. Wichtig ist, dass die Patientin nicht eigenmächtig handelt, sondern vorher mit ihrem Frauenarzt spricht.

Neue Hoffnungen wecken aktuelle Forschungsergebnisse. Demnach ist es gelungen, ein Protein zu identifizieren, dass eine signifikante Rolle bei Migräne spielt (Stand: Oktober 2015). Das prophylaktisch wirkende Medikament blockiert dessen Rezeptoren und verhindert auf diese Weise den schweren Kopfschmerz. Die Zulassung dieser monoklonalen Antikörper dauert allerdings noch ein Weilchen: Drei Jahre verstreichen wenigstens, ehe Betroffene eine Aussicht auf Linderung haben.

Quellen und weiterführende Links:

  • http://www.wienerzeitung.at/themen_channel/wissen/forschung/781243_Hoffnungsschimmer-bei-Migraenebehandlung.html (Letzter Zugriff: 13.11.2015)
  • http://www.idowa.de/inhalt.kopfschmerzen-gesundheitsserie-teil-2-migraene-und-hormone.76ff1c7a-94f8-404e-8c88-ca894ed027d4.html (Letzter Zugriff: 13.11.2015)
  • http://derstandard.at/2000023490841/Migraene-Ein-Knock-out-im-Nervensystem (Letzter Zugriff: 13.11.2015)
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