Tuberkulose

Eine der tödlichsten Infektionskrankheiten schien bereits eingedämmt und aus den Köpfen der westlichen Bevölkerung verschwunden zu sein – die Rede ist von Tuberkulose. Auch wenn die Zahl der Erkrankungsfälle in Europa und Deutschland sehr gering sind, sterben doch jedes Jahr mehr als eine Million Menschen weltweit an Tuberkulose. Grundsätzlich ist die Infektion mit Antibiotika heilbar, jedoch erschwert die mangelhafte Versorgung, hauptsächlich in Dritte Welt Ländern, eine Eindämmung. Auch die Verbreitung resistenter Stämme erschwert den Kampf gegen Tuberkulose.

Neben Malaria und AIDS ist die Tuberkulose eine der größten Geiseln der Menschheit. An keiner anderen behandelbaren Krankheit sterben mehr Menschen. Laut Statistiken der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkrankten im vergangenen Jahr mehr als neun Millionen Menschen, wovon 1,3 Millionen starben. Auch wenn die Erkrankungszahlen in Deutschland mit etwa 4500 Fällen jährlich sehr niedrig sind, so ist in den letzten Jahren dennoch kein Rückgang festzustellen.

Dritte Welt stark betroffen

Studien zeigen zwar, dass die Zahl der Tuberkuloseerkrankungen in den letzten Jahrzehnten europaweit stark zurückgegangen ist – von einer Ausrottung der Krankheit kann aber noch lange nicht gesprochen werden. Besonders schwer betroffen sind die südlichen Regionen Afrikas, in denen die Erkrankungsraten sogar noch steigen. Die meisten Betroffenen stammen jedoch aus Fernost. Obwohl die Erkrankungszahlen in China und Indien zurückgehen, lässt sich immer noch jeder dritte Tuberkulose-Fall auf diese Länder zurückverfolgen.

Wissenschaftler der WHO sehen in diesen Zahlen aber nur die Spitze des Eisbergs. Ihren Schätzungen zufolge könnte gar jeder dritte Mensch mit dem Mycobacterium tuberculosis infiziert sein ohne es zu wissen. Einem gesunden und funktionstüchtigen Immunsystem fällt es nicht schwer den Erreger in Schach zu halten – kommt es allerdings zu einer Schwächung durch beispielsweise mangelnde Hygiene oder falsche Ernährung, so kann die Krankheit ausbrechen.

Behandlung im Regelfall einfach

Grundsätzlich lässt sich die Tuberkulose einfach behandeln. Bereits gewöhnliches Antibiotikum reicht aus, um die Bakterien abzutöten und den Betroffenen zu heilen. Das größte Problem im Kampf gegen die Erkrankung stellt dabei die Versorgung bestimmter Regionen dar. Oftmals gelangen die Medikamente einfach nicht rechtzeitig zu den Menschen, die sie brauchen. Experten gehen davon aus, dass nur etwa zwei Drittel der Betroffenen eine ausreichende Behandlung erhält. Dadurch bleiben mindestens drei Millionen Menschen ohne die benötigte Therapie.

Das Motto des diesjährigen Welttuberkulosetags lautet deshalb auch: „Reach the 3 Millionen“ – erreicht die drei Millionen unbehandelten Personen. Laut der WHO-Generalsekretärin Margaret Chan ist vor allem eine frühzeitigere und schnellere Diagnose entscheidend. Nur so können Betroffene eine möglichst effektive Behandlung erhalten. Gekoppelt sind diese Forderungen jedoch mit einem großen finanziellen Aufwand. Schätzungen zu Folge werden etwa 1,6 Milliarden Dollar benötigt um die globale Tuberkulose-Situation in den Griff zu bekommen.

Resistente Erreger

Auch wenn die Behandlung relativ einfach ist, so erfordert sie doch Regelmäßigkeit. Ein Patient mit normaler Tuberkulose muss mindestens sechs Monate lang therapiert werden. Handelt es sich um einen resistenten Fall steigt die Behandlungszeit auf ganze zwei Jahre. Wird dies nicht eingehalten, kann die Krankheit jederzeit wieder ausbrechen. Dabei besteht die Gefahr, dass der Erreger eine Resistenz gegen Antibiotika gebildet hat.

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