Zahnpasta mit Fluorid

Jeder kennt sie und benutzt sie mehrmals täglich – die Rede ist von Zahnpasta. Wir benutzen die Creme, um unsere Zähne sauber zu halten und um Karies zu verhindern. Allerdings wird immer wieder behauptet, dass das Fluorid, welches in den Zahnpflegeprodukten enthalten ist, schädlich sei.

Welche potentielle Gefahr von Fluorid ausgeht, zeigt ein aktueller Fall aus Großbritannien. Knapp 20 Jahre trank eine Britin mehrere Kannen Schwarztee pro Tag. 100 bis 150 Teebeutel täglich waren dabei eher die Regel nicht die Ausnahme. Diese extreme Leidenschaft führte nun allerdings ins Krankenhaus.

Fluorid schützt Zähne vor Karies

Die Britin klagt über Rücken- und Gliederschmerzen sowie zerbröckelte Zähne. Zunächst waren die Ärzte ratlos, bis die Patientin von ihrer Leidenschaft für Schwarztee berichtete. Schuld an den Beschwerden ist das im Tee enthaltene Fluorid, welches auf den Zahnpasten beigesetzt wird, um unsere Zähne vor Karies zu schützen. Die Frage ist daher nicht, ob Fluorid schädlich ist, sondern ab welcher Menge man mit gesundheitlichen Schäden zu rechnen hat.

Da in letzter Zeit immer wieder Gerüchte und Warnungen über die Folgen von Fluorid ausgesprochen werden, sind viele Menschen unsicher. Vor allem in sozialen Netzwerken verbreiten sich die vermeintlich richtigen Meldungen wie ein Lauffeuer. Kein Wunder, dass viele Verbraucher skeptisch gegenüber Zahnpasten geworden sind. Dabei gibt es gute Gründe für eine Beimischung von Spurenelementen wie Fluorid.

Entdeckung durch Zufall

Der Erfolg des Spurenelements begann in den frühen Siebziger Jahren, als Fluorid noch nicht in Zahnpflegeprodukte beigemischt wurde. Durch Zufall hat man herausgefunden, dass Menschen die in Gebieten mit fluoridhaltigem Leitungswasser Leben öfter weiße Flecke auf den Zähnen haben – gleichzeitig kommt bei diesen Personen wesentlich seltener Karies vor.

Von den Resultaten begeistert begannen einige Länder wie Australien, die USA und Großbritannien, ihr Trinkwasser mit dem Spurenelement anzureichern. Auch in Deutschland spielte man mit dem Gedanken der Zwangssupplementierung, was rechtlich aber nicht durchsetzbar war. Um die Versorgung mit Fluorid trotzdem zu gewährleisten, wurden spezielle Zahnpflegeprodukte mit dem Wirkstoff entwickelt.

Wirkung eindeutig bestätigt

Heutzutage ist die Wirkung des Spurenelements einwandfrei bewiesen, was zahlreiche Studien belegen. Moderne Zahnpasten verhindern etwa 40 Prozent der gesamten Kariesfälle. Auch Stefan Zimmer, der an der Universität Witten/Herdecke den Lehrstuhl für Zahnerhaltung und Präventive Zahntechnik leitet, ist von der Wirkung der Zahnpflegeprodukte überzeugt. Auch die Stiftung Warentest ist großer Befürworter von Fluorid – sämtliche getestete Zahnpasten ohne den schützenden Wirkstoff fallen in den Tests automatisch durch.

Experten sehen das grundsätzliche Misstrauen gegen Fluorid bei dem Namenskollegen Fluor, welches kaum in Zusammenhang mit dem Spurenelement steht aber hochreaktiv und für den Körper gefährlich ist. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Fluorid erst in großen Mengen und über einen langen Zeitraum zur Gefahr für die Gesundheit wird. In geringen Mengen, wie sie in Zahnpflegeprodukten enthalten sind, gibt es keinen Grund zur Besorgnis – ganz im Gegenteil.

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