Sonnenbrand

Besonders in den letzten Wochen ist die Sonnenbrandgefahr in ganz Deutschland sehr hoch. Wer sich in der Sommerzeit zu lange in der Sonne aufhält, der muss sich auf juckende und brennende Haut einstellen. Selbst die altbewährte Sonnencreme ist bei zu intensiver UV-Strahlung kein ausreichender Schutz. US-Amerikanischen Forschern zufolge, könnte der Sonnenbrand bald der Vergangenheit angehören. Den Wissenschaftlern ist es gelungen, den Baustein in den Hautzellen zu identifizieren, der für Symptome des Sonnenbrandes verantwortlich ist; sprich Rötungen, Schmerzen und Schädigung des Gewebes.

Sonnenbrand: Schutzmechanismus des Körpers

An Mäusen wurden bereits ausführliche Tests durchgeführt, welche gezeigt haben, dass es möglich ist, das auslösende Gen, durch Auftragen einer Salbe auszuschalten. Auf diese Weise ist es den Forschern gelungen einen Sonnenbrand zu verhindern – zumindest bei Mäusen. In Zukunft soll der Hemmstoff gegen Sonnenbrand auch für Menschen verfügbar sein. Weitere Studienergebnisse wurden im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“ veröffentlicht. Prinzipiell ist der Sonnenbrand eine Reaktion des Körpers auf seine Umwelt.

Er ist ein Warnsignal, da er darauf hinweist, wenn man sich zu lange in der Sonne aufhält und dadurch seine Haut gefährdet. Ausgelöst wird dieser Mechanismus hauptsächlich von der kurzwelligen, energiereichen UV-B-Strahlung, welche tief in die Haut eindringt. Sie führt zu Schäden in den Zellbestandteilen sowie der DNA selbst. Der Körper reagiert auf die Strahlung mit Entzündungen, welche zu einer stärkeren Durchblutung der Haut führen, was wiederrum die typische Rötung auslöst. Im ungünstigsten Fall kommt es zu einer Schwellung der Haut in Verbindung mit Bläschenbildung. Als letztes macht sich dann noch der anhaltende Schmerz und Juckreiz bemerkbar, der einige Tage lang andauern kann.

Untersuchung des Ionenkanals

All die genannten Symptome sind jedem Menschen weitestgehend bekannt. Die Frage nach der Entstehung der gewebeschädigenden Entzündungen, sowie des sonnenbrandtypischen Schmerzes allerdings nicht. Carlene Moore und ihre Kollegen von der Duke University in North Carolina sind dieser Frage nun nachgegangen und haben Interessantes herausgefunden. Das Forscherteam hatte durch die Erkenntnisse aus älteren Studien einen Verdacht, der ihnen als Ansatzpunkt diente. Es wurde bereits nachgewiesen, dass gewisse Ionenkanäle an den Nervenenden der Haut eine entscheidende Rolle bei der Schmerz- und Hitzewahrnehmung spielen. Vor allem der Kanal TRPV4 ist zu nennen, da dieser mit den Entzündungsreaktionen in Zusammenhang steht.

Aus diesem Grund erforschten die Wissenschaftler zuerst, wie sich eine UV-B-Bestrahlung auf Mäuse auswirkt, deren TRPV4-Kanäle gentechnisch außer Kraft gesetzt wurden. Um möglichst auf den Menschen anwendbare Ergebnisse zu erhalten, wurde die Haut an den Hinterbeinen der Tiere bestrahlt, da sie dort der menschlichen Haut am meisten ähnelt. Fünf Minuten lang wirkte die 600 Millijoule starke UV-B-Strahlung, was etwa dem Fünf bis Zehnfachen der minimalen, Rötungen auslösenden Dosis entspricht. Auch Mäuse, die nicht genverändert wurden, erhielten die gleiche Behandlung.

Unterschiedliche Auswirkungen der Strahlung

Wie erwartet kam es bei den nicht genveränderten Mäusen zu einer Berührungsempfindlichkeit an den Hinterbeinen, sowie zu einer Rötung der Haut. Die Wissenschaftler stellten mit Hilfe von Gewebeproben fest, dass die betroffenen Zellen eine starke Aktivität der TRPV4-Kanäle aufwiesen, was zu einer vermehrten Ausschüttung von Kalzium führte. Infolge dieser Prozesse reicherte sich das Molekül Endothelin an, welches für Juckreiz und Schmerzen verantwortlich ist. Zur Überraschung der Forscher zeigten die genveränderten Mäuse ohne die Kanäle keinerlei Symptome, die auf Gewebeschäden hinweisen würden. Bestätigt wurde dies durch mikroskopische Analysen der Haut, die ebenfalls keine typischen Auswirkungen eines Sonnenbrandes erkennen ließen.

Neue Salbe als Hemmstoff gegen Sonnenbrand

Ein weiteres Experiment zeigte ebenfalls sehr erfreuliche Ergebnisse. Auch normale Mäuse konnten durch das Auftragen einer Salbe vor einem Sonnenbrand geschützt werden. Durch die enthaltenen Stoffe, welche hemmend auf die Aktivität der TRPV4-Kanäle wirken, konnten die typischen Symptome wie Rötungen, Blasen und Gewebeschäden vollständig verhindert werden. Laut den Forschern könnte dies ein Meilenstein im Schutz gegen schädliche UV-B-Strahlung sein. Durch Auftragen der Schutzsalbe, ließen sich somit auch chronische sonnenbedingte Hautschäden wie Lichtalterung vermeiden.

Koautor Martin Steinhoff von der University of California in San Francisco betont jedoch, dass es noch weiterer Forschungsarbeit bedarf, bevor die Salbe auch an Menschen getestet und verwendet werden kann. Momentan sind sich die Forscher noch unsicher ob sich die Hemmung der TRPV4-Kanäle nicht negativ auf andere Stoffwechselprozesse der Haut auswirkt.

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