Die Impfung gegen Masern

In Deutschland breiten sich derzeit wieder die Masern aus. Vor allem Berlin ist von der umhergehenden Krankheit stark betroffen. Doch nur den wenigsten ist bewusst, dass Spätfolgen entstehen können, wenn keine wirksame Impfung gegen Masern vorliegt.

Gravierende Spätfolgen

Viele Deutsche sind der Meinung, es handele sich bei den Masern nur um eine Kinderkrankheit. Dass die Erkrankung jedoch nicht nur Kinder befällt, sondern auch Erwachsene, wissen die meisten gar nicht. Eine Schutzimpfung wird deshalb oftmals versäumt oder bewusst nicht wahrgenommen, da Komplikationen bei der Impfung gegen Masern erwartet werden. Fakt ist jedoch: Auf 16 Millionen Impfstopfdosen kommen nur sieben schwere Komplikationen. Viel gefährlicher ist es sich nicht gegen Masern impfen zu lassen, denn von 1000 infizierten Personen sterben etwa 2-3.

Welche Folgen eine derartige Verweigerung einer Impfung haben kann, zeigt sich derzeit in ganz Deutschland. Seit Beginn des Jahres 2013 sind 851 Menschen an Masern erkrankt, mehr als fünf Mal so viele wie im Vorjahr. Auffällig ist auch, dass sich „besonders viele Erwachsene mit dem Virus infiziert haben“, so Regina Kneiding von der Pressestelle der Senatsgesundheitsverwaltung in Berlin.

Hauptsächlich ältere und geschwächte Menschen sowie Kinder sind der Gefahr ausgesetzt den schwerwiegenden Komplikationen zu erliegen. Lungen- oder Gehirnhautentzündungen, die teilweise tödlich verlaufen, sind nicht selten. Erst letztes Jahr ist ein 14-Jähriger Junge aus Nordrhein-Westfalen an der sogenannten subakuten sklerosierenden Panenzephalitis (SSPE) verstorben. Er hatte sich als Baby im Alter von nur fünf Monaten im Wartezimmer eines Kinderarztes mit dem Virus infiziert.

Die SSPE gilt als eine der gefürchtetsten Folgeerscheinung der Masern. Die Krankheit zeichnet sich durch epileptische Anfälle, intellektuelle Veränderungen und Ausfälle essentieller Nervenfunktionen aus – ein tödliches Ende ist nicht auszuschließen.

Verstärkte Impfempfehlung gegen Masern

„Die Masern gehören zu den gefährlichsten Virusinfektionen, die wir überhaupt in Deutschland kennen. Deshalb sollte sich jeder impfen lassen, der keinen nachgewiesenen Impfschutz oder eine dokumentierte Maserninfektion in der Vergangenheit hat“, erklärt Ulrich Fegeler, Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Köln.

Unabhängig vom Alter sollte jeder seinen Impfstatus überprüfen und sich ggf. schnellst möglich impfen lassen. Die Impfung gegen Masern wurde 1970 zum ersten Mal durchgeführt. Aufgrund dessen ist die Impfung bei Personen über 43 Jahren nicht unbedingt nötig, da man davon ausgeht, dass diese Menschen bereits an Masern erkrankt sind und deswegen immun gegen das Virus sind. Eine Garantie gibt es jedoch nicht.

Viele Deutsche weigern sich noch immer, sich impfen zu lassen, da sie etwaige Komplikationen der Impfung befürchten. Wer jedoch sich und andere vor den schwerwiegenden Auswirkungen der Masern schützen möchte, sollte sich impfen lassen. Denn Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit, sondern eine drohende Gefahr für die Gesundheit.

Teilen: