Menschen, die unter Arthritis leiden, sind oft lange auf der Suche nach einer Therapie, die ihnen helfen kann. Arthritis ist eine rheumatoide Erkrankung, Rheuma ist allerdings ein Sammelbegriff für viele verschiedene Krankheiten. Fast 400 unterschiedliche rheumatische Erkrankungen sind beschrieben und gerade zu Beginn der Beschwerden können die richtige Einordnung der Symptome und damit die gezielte Behandlung schwierig sein. Bei den verschiedenen Therapeuten werden häufig die Therapien und die Medikamente immer wieder umgestellt, so dass sich bei den Patienten oft eine große Unsicherheit breit macht. Dieser Artikel zeigt Ihnen, was Sie selbst dafür tun können, dass Ihre Arthritis-Therapie möglichst einfach und erfolgreich ist.

Übersetzt heißt „Rheuma“ etwa so viel wie »fließender Schmerz«. Im Mittelalter glaubte man nämlich, nach der damaligen Lehre der Körpersäfte, dass kalter Schleim vom Gehirn herab zu den Extremitäten fließe und die entsprechenden Beschwerden auslöse.

Von den klassischen Symptomen wie ein steifes Gelenk, schmerzende Knochen, Muskeln oder Sehnen sind in Deutschland etwa 9 Millionen Menschen betroffen. Die Erkrankung kann schon im Kindesalter beginnen oder auch erst im Alter auftreten. Frauen sind genauso betroffen wie Männer.

Unter dem Begriff „Rheuma“ werden heute vier große Hauptgruppen unterschieden:

  • entzündlich – rheumatoide Erkrankungen – z. B. Rheuma
  • degenerative Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen – z. B. Arthrose
  • Weichteilrheumatismus – z. B. Fibromyalgie
  • Stoffwechselkrankheiten mit rheumatischen Beschwerden – z. B. Osteoporose

Heute können zwar Symptome der Erkrankung behandelt werden, doch die Ursachen sind noch immer nicht vollständig erforscht. Die Mehrzahl der rheumatischen Erkrankungen ist noch immer nicht heilbar – mit einer rechtzeitig einsetzenden Behandlung können jedoch schlimme Entwicklungen gebremst werden. Laut der Meinung zahlreicher Experten ist Eigeninitiative ein wichtiger Schlüssel zum Therapieerfolg. (1) Hier zeigt sich die Stärke der naturheilkundlich basierten Erfahrungsmedizin, die uns einige interessante und sehr erfolgreiche Therapieansätze liefert.

1. Ursachen für Arthritis

Arthritis zählt wie auch einige andere Krankheiten des rheumatischen Formenkreises zu den Autoimmunerkrankungen. Warum allerdings das körpereigene Immunsystem eigene Strukturen wie die Innenhaut in einem betroffenen Gelenk angreift, ist bis heute noch weitgehend unklar. Da es jedoch in einigen Fällen zu familiären und auch geschlechtsspezifischen Häufungen kommt, ist ein gewisser Einfluss genetischer und vor allem epigenetischer (Umprogrammierung der Steuerung der Gene) Faktoren wahrscheinlich.

Nach neusten Studien scheint auch die Ernährung ein wichtiger Teil bei der Ursache von Arthritis zu sein. So veröffentlichten Forscher 2006, dass durch spezielle Immunreaktionen auf Nahrungsmittel der Darm so weit geschädigt werden kann, dass eine Autoimmunerkrankung wie Arthritis die Folge sein kann. (2) Auf weitere wichtige Zusammenhänge mit der Ernährung werden wir im nächsten Kapitel eingehen.

Auch eine latente Azidose (Übersäuerung) des Gewebes (3) kann zum Arthritis oder zumindest zu einer Verstärkung der Schmerzen ebenso beitragen wie vermehrter Stress.(4) Im Umfeld dieser beiden Faktoren könnte auch der negative Effekt von Kaffee angesiedelt sein,(5) denn vermehrter Kaffeekonsum kann ein Indiz für mehr Stress sein. Er verursacht eine Übersäuerung des Gewebes. Spannend ist, dass diese Grundursachen sehr eng zusammenhängen und einige sehr vielversprechende Therapieansätze bieten. Den besten Ansatz für eine grundlegende Verbesserung bietet die Ernährungs- und Vitalstofftherapie, da sie bei allen genannten Ursachen wirkungsvoll eingesetzt werden kann.

2. Ernährungstipps bei Arthritis

In einer großangelegten Umfrage unter Patienten aus dem Jahre 1985 stellten Lützner und Mitarbeiter fest, dass 54 % der von ihnen befragten chronischen Polyarthritiker ihr Arthritis als ernährungsabhängig einstuften. Auch wurden eindeutige Aussagen gemacht, welches Ernährungsverhalten zu einer Verschlimmerung (vor allem der Verzehr von Fleisch- und Wurstwaren, sowie Zucker und Alkoholika), bzw. einer Verbesserung (vor allem ein hoher Rohkostanteil, maßvolle Ernährung bis hin zum Fasten) der rheumatischen Beschwerden führt. (6)

Ganz wichtig ist die Umstellung auf eine überwiegend basische Kost (viel Obst und Gemüse). Ein Säureüberschuss in der Ernährung (zu viel Fleisch und Milchprodukte) führt nämlich sehr rasch zu einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit (7) und gleichzeitig auch zu einer Unterversorgung an wichtigen Mikronährstoffen.

Essen Sie mindestens 2-mal in der Woche Fisch und verwenden Sie möglichst oft pflanzliche Öle in der „kalten“ Küche. Der hohe Gehalt dieser beiden Lebensmittel an ungesättigten Fettsäuren hilft, das Gleichgewicht der Fette zu erhalten und Entzündungen zu verringern. Außerdem sind sie für ein ausbalanciertes Immunsystem und für den Schutz der Blutgefäße wichtig. Verzichten sollten sie allerdings auf gehärtete Pflanzenöle, wie sie in Margarine vorkommen. Sie wirken nicht cholesterinsenkend und kosten wertvolle Vitalstoffe. (8)

Bei den pflanzlichen Ölen gilt es die Unterschiede der einzelnen Öle bezüglich der Fettsäurezusammensetzung zu beachten.

Die folgende Tabelle zeigt Ihnen, welche Öle (kaltgepresst) besonders geeignet sind:

In g pro 100g Öl Omega 9 Omega 6 Omega 3 Omega 6 : Omega 3
Leinöl 15,2 16,1 61,5 1:4
Rapsöl 60,2 20,4 9,3 1:2
Hanföl 13,1 60,3 20,2 3:1
Walnußöl 15,2 57,3 10,1 6:1
Sojaöl 23,4 49,5 7,0 7:1
Weizenkeimöl 16,6 54,2 7,1 8:1

Zum Vergleich hier eine Tabelle mit Ölen, die ein schlechtes Omega-6 zu Omega-3-Verhältnis haben:

Alle Angaben in g pro 100g Lebensmittel Omega 9 Omega 6 Omega 3 Omega 6 : Omega 3
Distelöl 11,4 73,9 0,5 148:1
Traubenkernöl 15,7 69,2 0,5 138:1
Sonnenblumenöl 21,9 61,0 0,5 122:1
Margarine (Linolsäure> 50%) 14,3 41,1 0,5 82:1
Sesamöl 39,5 41,4 0,7 59:1
Maiskeimöl 23,8 54,3 1,0 54:1
Erdnussöl 46,8 25,8 0,8 32:1
Margarine, pflanzlich (Linolsäure 30-50%) 17,6 32,1 2,3 14:1

Leigt die Diagnose Arthritis vor sollten Sie möglichst oft frische Kräuter bei der Zubereitung von Speisen verwenden. Ihr hoher Gehalt an Spurenelementen wirkt entzündungshemmend und sie helfen auch bei der Ausscheidung überschüssiger Säuren. Von Curcuma, einem antientzündlichen Wirkstoff aus der Gelbwurz (Curcuma longa), wurden erst vor kurzem zahlreiche positive Wirkungen bei Arthritis festgestellt. So hat Curcuma zahlreiche anti-entzündliche Effekte (9) und kann auch die Neubildung von Knorpelzellen anregen. (10)

Falls ihr Speiseplan von Kohlenhydraten geprägt ist, sollten Sie diese durch mehr Obst und Gemüse ersetzen, was auf lange Sicht Entzündungen vorbeugt und ihren Säure-Haushalt im Gleichgewicht hält. Getreideprodukte sind deshalb zwar nicht generell abzulehnen, aber in Punkto Fettsäuren-Zusammensetzung überwiegen die (entzündungsfördernden) Omega-6 Fettsäuren im Verhältnis zu den (entzündungshemmenden) Omega-3-Fettsäuren (Weizen 14:1, Roggen 12:1, Soja 11:1 und Mais 29:1). Eine weitere Einflussgröße für die Entzündungsregulation ist die Menge an (vor allem industriellen) Trans-Fettsäuren (11) durch frittierte und gebratene Lebensmittel in der täglichen Ernährung.

3. Mikronährstoffbasierte Therapie

Die vermehrte Bildung von freien Radikalen (oxidativer Stress) und ein ungenügender Antioxidantienstatus sind wichtige krankheitsrelevante Faktoren bei der Entstehung von rheumatoiden Erkrankungen. (13) Bei der Untersuchung von fast 50.000 Engländern wurde beispielsweise festgestellt, dass die Gruppe, die am wenigsten natürliches Vitamin C aufnahm (unter 55 mg am Tag) ein mehr als dreifach gesteigertes Risiko für ein entzündliches Rheuma hatte gegenüber denjenigen, die über 100 mg Vitamin C am Tag zu sich nahmen.(14)

Die Einnahme zusätzlicher Mikronährstoffe ist schon aufgrund des erhöhten oxidativen Stresses bei chronisch-entzündlichen Krankheiten wie rheumatoide Arthritis dringend anzuraten. Dabei haben sich natürliche Mikronährstoffkombinationen deutlich besser bewährt als die Einnahme einzelner Mikronährstoffe. So hat eine Studie aus Amerika gezeigt, dass Vitamine aus Obst oder Gemüse zusammen mit den sekundären Pflanzenstoffen darin mehr als 200-mal stärker vor freien Radikalen schützen als einzelne Vitamine. (15)

Bei Arthritis können freie Radikale vor allem während der Entzündungsschübe eine wesentliche Rolle bei der fortschreitenden Zerstörung der Knorpel der Gelenke spielen. Ein Mangel an Radikalfängern kann wiederum der Entzündung Vorschub leisten und das Abklingen des Arthritisschubes verzögern.(16)

Wie im Kapitel über die Ernährung schon erwähnt, spielen die Omega-3-Fettsäuren speziell in der Behandlung von rheumatischen Krankheiten eine ganz wichtige Rolle. In zahlreichen Studien wurde gezeigt, dass eine zusätzliche Einnahme von Omega-3-Fettsäuren das gesamte Entzündungsgeschehen positiv beeinflusst.(17)

Folgende Effekte von Omega-3-Fettsäuren wurden in Studien belegt(18):

  • Generell werden die Schmerzen reduziert.
  • Die Anzahl schmerzempfindlicher Gelenke nimmt ab.
  • Die Schwellung der Gelenke nimmt ab.
  • Die Morgensteifigkeit nimmt ab.
  • Der Bedarf an anti-entzündlichen Medikamenten wird reduziert.
  • Die körperliche Leistungsfähigkeit nimmt zu. (19)

Zusätzlich haben die Omega-3-Fettsäuren auch noch Wirkungen auf das Immunsystem, um die zugrundeliegende Autoimmunkrankheit zu verbessern. (20) Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Omega-3-Fettsäuren vom Verdauungssystem besser aufgenommen werden, wenn sie in einer flüssigen Emulsion (z.B. in einem Saft) und nicht in Kapseln eingenommen werden.(21)

Das zeigt auch, wie wichtig für den gesunden Effekt einer Mikronährstoffergänzung die Gesamtkomposition ist. Je ähnlicher Sie der gesunden Ernährung mit Obst, Gemüse und Kräutern ist, umso besser ist auch die Wirkung im Körper. Deshalb ist es bei Arthritis auch wichtig, dass neben den bisher erwähnten Mikronährstoffen (ähnlich wie auch in Lebensmitteln) weitere wichtige Mikronährstoffe enthalten sind.

Seit kurzem ist auch Vitamin D in den Fokus der Forschung gerückt. Patienten mit Arthritis brauchen auf jeden Fall zusätzliches Vitamin D. Für Vitamin D ist übrigens in Mitteleuropa auch in der gesunden Bevölkerung ein weitverbreiteter Mangel nachgewiesen worden (22). Neben seinen Effekten gegen Autoimmunkrankheiten kann Vitamin D speziell bei Arthritis die Aktivität der Erkrankung positiv beeinflussen. (23)

Schon lange ist bekannt, wie wichtig die Spurenelemente beim Kampf gegen Entzündungen sind.(24) Aktuelle Erkenntnisse weisen wieder einmal darauf hin, dass gerade zahlreiche Arthritis Patienten hier einen eklatanten Mangel an diesen wichtigen Mikronährstoffen aufweisen.(25) Zusätzlich haben auch die verschiedenen Medikamente gegen rheumatoide Arthritis eine negativen Einfluss auf den Haushalt der Spurenelemente. (26)

Außerdem wird in der Wissenschaft immer klarer, wie wichtig die sekundären Pflanzenstoffe bei Rheuma sind. So konnte beispielsweise von Inhaltsstoffen des grünen Tees nachgewiesen werden, dass sie Entzündungen der Gelenke reduzieren und Knorpelverlust und Arthrose bremsen. (27) Ähnliche Effekte wurden von deutschen Forschern auch für Inhaltsstoffe der Trauben entdeckt. (28) Daneben haben natürliche Vitalstoffe noch zahlreiche andere positive Effekte bei Arthritis. Die Einnahme einer komplexen Vitalstoffkombination hat bei einer 30-tägigen placebokontrollierten Studie nachweislich die Stress-Toleranz der Teilnehmer verbessert und die Schäden, die der Stress im Körper anrichtet verringert. (29) Auch durch chronische Schmerzen werden vermehrt Stresshormone freigesetzt. Der dadurch veränderte Stoffwechsel braucht deutlich mehr Vitalstoffe. (30)

4. Veränderungen im Lebensstil

Neben der Ernährung und der Versorgung mit Mikronährstoffen kommt auch dem allgemeinen Lebensstil eine Bedeutung im Kampf gegen die rheumatoide Arthritis zu. Studien zeigen, dass bei etwa der Hälfte der Arthritisfälle der jeweilige Lebensstil für die Symptome verantwortlich ist. (31)

Da Stress viele Formen von Rheuma verschlechtert, stehen vor allem Strategien zur Stressbewältigung im Vordergrund. Dazu gehören die Entspannungsverfahren des Autogenen Trainings und vor allem die progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Je nach Geschmack können auch Feldenkrais, Yoga, Tai Chi oder Chi Gong Alternativen darstellen. Es geht hier darum, seelischer und körperlicher Anspannung entgegen zu wirken. Obwohl gute Studien zu diesen Therapieverfahren rar sind, deuten die vorhandenen Studien darauf hin, dass sich positive Effekte für die Schmerzen im Gelenk und die allgemeine Lebensqualität einstellen können. (32)

Ganz wichtig ist auch die regelmäßige körperliche Bewegung. Bewegung kann zunächst den Schmerz verstärken. Aber ein regelmäßiges Training bessert oft die Symptome. Es eignen sich Spazierengehen, Walken, Schwimmen, Radfahren und Aquajogging. Setzen Sie sich mindestens 20 bis 30 Minuten körperliches Training viermal wöchentlich zum Ziel.

In einer kürzlich veröffentlichten portugiesischen Studie (33) wurde ein 3-Monats-Programm mit ca. einstündig durchgeführten moderaten Aerobic- und Kraftübungen dreimal pro Woche getestet. Dieses Programm erwies sich nicht nur als sicher und physisch und psychisch günstig, sondern wurde auch mit einem krankheitsstabilisierenden Effekt in Zusammenhang gebracht.

So verbesserte sich bei einem Drittel der Teilnehmer ein Messwert für Alltagstätigkeiten deutlich, bei etwa der Hälfte der Teilnehmer verbesserte sich die Beweglichkeit, der Cortison-Verbrauch sank bei zwei Drittel der Teilnehmer und ein weiteres Drittel brauchte keine zusätzlichen Entzündungshemmer mehr. Dazu verbesserte sich auch bei vielen Teilnehmern das psychische Befinden. Aber Achtung: diese guten Effekte erreichen Sie nur bei ausreichender Vitalstoffzufuhr, da mehr Bewegung auch einen höheren Vitalstoffbedarf nach sich zieht.

Eine speziell für Rheumatiker entwickelte Bewegungsform ist das Funktionstraining. Spezielle Übungen dienen dazu, die kranken Gelenke in ihren Funktionen beweglich zu halten, sie zu fördern ohne sie zu überfordern. Bewegung ohne Belastung ist das Prinzip. Funktionstraining findet als Warmwassergymnastik oder Trockengymnastik statt. (34)

5. Sonstige Naturheilverfahren

Sauna

Regelmäßige Saunabesuche haben neben den Effekten für das Immunsystem und das vegetative Nervensystem (Stress-Management) auch weitere direkte Effekte bei Arthritis. So zeigte eine Studie über Infrarot-Sauna schon nach 4 Wochen deutliche kurzfristige Effekte auf den Schmerz im Gelenk und die Steifheit und einige Faktoren deuteten auch auf eine langfristige Verbesserung hin. (35)

Basenbäder

Wie eingangs schon erwähnt, ist die Übersäuerung des Gewebes für Entzündungen und eine erhöhte Schmerzwahrnehmung verantwortlich. (36) Eine gute Möglichkeit, neben basischen Nahrungsergänzungen und basischer Ernährung (37) sind wöchentliche Basenbäder. Dabei nützt man die gute Entsäuerung über die Haut, in dem man ein basisches Badesalz ins Badewasser gibt. Das Basenbad soll mindestens 30 Minuten dauern, besser sind 45 bis 60 Minuten.

Heilfasten

Zahlreiche Studien und die Erfahrung von vielen Therapeuten zeigen den positiven Effekt von kurzfristigem (z.B. ein-wöchigem) Heilfasten auf die Krankheitsaktivität bei Arthritis. So ließen sich geringere Entzündungswerte nach dem Fasten nachweisen und auch viele Immunparameter waren danach besser. (38)

Nach neueren Studien kann dieser Effekt noch verstärkt werden, wenn sich an das Fasten eine Phase mit vegetarischer Ernährung anschließt. (39)

6. Was Sie selbst tun können – Empfehlungen zusammengefasst

Essen und Trinken

  • Trinken Sie mindestens 2 Liter Wasser am Tag.
  • Ernähren Sie sich gesund (Gemüse, Obst, oft Fisch etc.) und abwechslungsreich und regelmäßig (auch in Stresssituationen!)
  • Reduzieren Sie den Anteil von Fleisch und Kohlenhydraten in der täglichen Ernährung.
  • Verwenden Sie mehrmals in der Woche hochwertige, kaltgepresste Pflanzenöle und frische Kräuter.
  • Trinken (Alkohol) und rauchen Sie nur wenig oder gar nicht, besonders aber sollten Sie darauf achten, dass es in Stresssituationen nicht mehr wird.

Mikronährstoffe

  • Wurde bei Ihnen die Diagnose Arthritis gestellt sollten Sie täglich einen biologischen Mikronährstoffkomplex mit Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D zu sich nehmen, um die optimale Zellversorgung mit allen Mikronährstoffen sicher zu stellen.
  • Am besten nehmen Sie ein Produkt in flüssiger Form und hergestellt aus natürlichen Lebensmitteln, da nur dadurch die Versorgung mit den so wichtigen sekundären Pflanzenstoffen gewährleistet ist und eine optimale Aufnahme im Organismus gesichert ist.
  • Zusätzlich zu dieser Basisversorgung empfehlen wir noch 3-mal täglich 500 mg Omega-3-Fettsäuren (z.B. Omvitum Kps®).

Bewegung und Entspannung

  • Sorgen Sie für regelmäßigen körperlichen Ausgleich, Spaziergänge, Sport, Gymnastik. Gehen Sie jeden Tag vor die Tür und bewegen Sie sich möglichst viel an der frischen Luft.
  • Schlafen Sie genügend um erfrischt aufzustehen.
  • Wenn Sie sich angespannt fühlen, versuchen Sie sich bewusst zu entspannen. (z.B. mit einem erlernten Entspannungsverfahren)

Lebenseinstellung

  • Verschwenden Sie Ihre Energie nicht mit Dingen oder Vorhaben, auf die Sie erfahrungsgemäß keinen Einfluss haben.
  • Gestalten Sie Ihre Arbeitszeit und Ihre Freizeit aktiv.
  • Setzen Sie Prioritäten, wenn Sie an Ihre Grenzen gelangen

Einfache Naturheilverfahren

  • Nehmen Sie sich einmal in der Woche Zeit für ein ausführliches Entsäuerungsbad. Es sollte mindestens 40 Minuten dauern.
  • Gehen Sie wöchentlich in die Sauna. Sorgen Sie dabei, durch den gezielten Wechsel von kalten und warmen Reizen selbst für weniger Symptome.
  • Ein- bis zweimal im Jahr sollten Sie unter fachmännischer Anleitung eine Woche Heilfasten. Die beste Zeit dafür ist tatsächlich die „Fastenzeit“ vor Ostern. In dieser Zeit sollten Sie aber Ihre Mikronährstoffergänzung weiternehmen.

Interessante Bücher zum Thema

Eine sehr praktische Broschüre zum Umgang mit Rheuma im Alltag gibt es im Internet von der österreichischen Ergotherapeutin Romana Orlik: Tipps für den Alltag mit Rheuma

Rheuma heilt man anders: TEIL I Klaus-Ulrich Hoffmann Vier Flamingos Verlags- und Vertriebsges. 2007 Preis: 19,00 Euro ISBN 10: 3928306014

(1) Deutsche Ärztezeitung: Eigeninitiative ist ein Schlüssel zum Therapieerfolg. 29.7.2005
(2) Hvatum M. et al.: The gut-joint axis: cross reactive food antibodies in rheumatoide arthritis. Gut 2006(9): S. 1240-1247
(3) Czeus et al.: Alkaline mineral supplementation for patienten with rheumatoide arthritis. Rheumatology 2005 (44): S. i79
(4) Sarzi-Puttini P. et al.: Increased neural sympathetic activation in fibromyalgia syndrome. Ann N Y Acad Sci. 2006 (1069): S. 109-117.
(5) Heliövaara M. et al.: Coffee consumption, rheumatoide factor, and the risk of rheumatoide arthritis. Ann Rheum Dis 2000(59): S. 631-635
(6) Lützner H: Ernährungstherapie bei entzündlichen-rheumatischen Erkrankungen. Rheuma 1988 (6):S. 276-281
(7) Sluka K.A., Kalra A., Moore S.A.: Unilateral intramuscular injections of acidic saline produce a bilateral, long-lasting hyperalgesia. Muscle Nerve. 2001(1): S. 37-46
(8) Clifton P.M. et al.: High dietary intake of Phytosterol esters decreases carotenoids and increases plasma plant sterol levels with no additional cholesterol lowering. J Lipid Res 2004 (45): S. 1493-1499
(9) Takayama K. et al.: SIRT1 regulation of apoptosis of human chondrocytes. Rheuma Rheum 2009(60): S. 2731-2740
(10) Buhrmann C. et al.: Curcumin mediated suppression of nuclear factor-kappaB promotes chondrogenic differentiation of mesenchymal stem cells in a high-density co-culture microenvironment. Arthritis Res Ther 2010(12): S. R127
(11) Kuipers R.S. et al.: Saturated fat, carbohydrates and cardiovascular disease. Neth J Med. 2011(9): S. 372-378
(12) Pattison D.J. et al.: Dietary risk factors for the development of inflammatory polyarthritis: evidence for a role of high level of red meat consumption. Arthritis Rheum. 2004(12): S. 3804-3812
(13) Seven A. et al.: Lipid, protein, DNA oxidation and antioxidant status in rheumatoid arthritis. Clin Biochem 2008(7-8): S. 538-543
(14) Pattison D.J. et al.: Vitamin C and the risk of developing inflammatory polyarthritis: prospective nested case-control study. Ann Rheum Dis. 2004 (7): S. 843-847
(15) Eberhardt M.V., Lee C.Y., Liu R.H.: Antioxidant activity of fresh apples. Nature. 2000 (405): S. 903-904
(16) Merry P. et al.: Oxygen free radicals, inflammation, and synovitis: the current status. Ann Rheum Dis 1989(48): S. 864–870
(17) Calder P.C.: n-3 polyunsaturated fatty acids, inflammation, and inflammatory diseases. Am J Clin Nutr. 2006 (6 Suppl): S. 1505S-1519S
(18) Miles E.A., Calder P.C.: Influence of marine n-3 polyunsaturated fatty acids on immune function and a systematic review of their effects on clinical outcomes in rheumatoid arthritis. Br J Nutr. 2012(107 Suppl 2): S. S171-S184
(19) Ruggiero C. et al.: Omega-3 polyunsaturated fatty acids and immune-mediated diseases diagnose: inflammatory bowel disease and rheumatoid arthritis. Curr Pharm Des. 2009(36): S. 4135-4148
(20) Calder P.C.: Session 3: Joint Nutrition Society and Irish Nutrition and Dietetic Institute Symposium on ‚Nutrition and autoimmune disease‘ PUFA, inflammatory processes and rheumatoid arthritis. Proc Nutr Soc. 2008(4): S. 409-418.
(21) Raatz S.K. et al.: Enhanced absorption of n-3 fatty acids from emulsified compared with encapsulated fish oil. J Am Diet Assoc. 2009(6): S. 1076-1081
(22) Brot C. et al.: Vitamin D status and its adequacy in healthy Danish perimenopausal women: relationships to dietary intake, sun exposure and serum parathyroid hormone. Br J Nutr. 2001(86): S. S97–S103
(23) Moghimi J. et al.: Relationship between disease activity and serum levels of vitamin D and parathyroid hormone in rheumatoid arthritis. Endocr Regul. 2012(2): S. 61-66
(24) Shenkin A.: Trace elements and inflammatory response: implications for nutritional support. Nutrition. 1995(1 Suppl): S. 100-105
(25) Afridi H.I. et al.: Evaluation of status of zinc, copper, and iron levels in biological samples of normal and arthritis patienten in age groups 46-60 and 61-75 years. Clin Lab. 2012(7-8): S. 705-717
(26) Akçil E. et al.: Effects of inflammation and antiinflammatory treatment on serum trace elements concentrations. Biol Trace Elem Res. 2003(1-3): S. 95-104
(27) Ahmed S.: Green tea polyphenol epigallocatechin 3-gallate in arthritis: progress and promise. Arthritis Res Ther. 2010(2): S. 208
(28) Csaki C. et al.: Regulation of inflammation signalling by resveratrol in human chondrocytes in vitro. Biochem Pharmacol. 2008(3): S. 677-687
(29) Schlebusch L. et al.: The effects of an oral multivitamin mineral combination on stress. S Afr Med J. 2000(12): S. 1216-1223
(30) Ghosh A.K., Joshi S.R.: Disorders of calcium, phosphorus and magnesium metabolism. J Assoc Physicians India. 2008 (56): S. 613-621
(31) Silman A. et al.: Twin concordance rates for rheumatoid arthritis: results from a nationwide study. Br J Rheumatol 1993(32): S. 903–907
(32) Telles S. et al.: Effect of one week of yoga on function and severity in rheumatoid arthritis. BMC Res Notes. 2011(4): S. 118.
(33) Sousa M. et al.: EFFECTS OF AN EXERCISE PROGRAM ON SYMPTOMS, DISEASE ACTIVITY, FUNCTION, QUALITY OF LIFE, AEROBIC CAPACITY, MUSCLE STRENGTH AND PSYCHOLOGICAL OUTCOMES IN PATIENTEN WITH RHEUMATOID ARTHRITIS. Ann Rheum Dis 2009;68(Suppl3): S. 768
(34) https://www.rheuma-liga.de/funktionstraining/
(35) Oosterveld F.G. et al.: Infrared sauna in patienten with rheumatoid arthritis and ankylosing spondylitis. A pilot study showing good tolerance, short-term improvement of pain and stiffness, and a trend towards long-term beneficial effects. Clin Rheumatol. 2009(1): S. 29-34
(36) Sluka K.A. et al.: Unilateral intramuscular injections of acidic saline produce a bilateral, long-lasting hyperalgesia. Muscle Nerve. 2001(1): S. 37-46
(37) Schwalfenberg G.K.: The Alkaline Diet: Is There Evidence That an Alkaline pH Diet Benefits Health? Journal of Environmental and Public Health 2012, Artikel ID 727630, 7 pages, doi:10.1155/2012/727630
(38) Hafström I. et al.: Effects of fasting on disease activity, neutrophil function, fatty acid composition, and leukotriene biosynthesis in patients with rheumatoid arthritis. Arthritis Rheum. 1988(5): S. 585-592
(39) Müller H. et al.: Fasting followed by vegetarian diet in patients with rheumatoid arthritis: a systematic review. Scand J Rheumatol. 2001(1): S. 1-10

Teilen: