Eine Demenz ist gekennzeichnet durch den fortschreitenden Verlust bereits erworbener Denkfähigkeiten und kognitiven Leistungen. Betroffen sind v.a. das Kurzzeitgedächtnis, das Denkvermögen, die Sprache und die Motorik, aber auch die Persönlichkeit des Demenzkranken kann sich verändern. Gesundheitsexperten erwarten in den nächsten Jahren einen dramatischen Anstieg der Demenzen und Alzheimer Erkrankungen. Es wird vermutet, dass sich die Zahl von heute etwa 1,3 Millionen Betroffenen in den nächsten 35 Jahren verdoppeln wird.(1) Ergreifen Sie also die Initiative! Lesen und informieren Sie sich im folgenden Artikel über alternative Therapien, Präventionsmöglichkeiten und andere hilfreichreiche Tipps zum Thema Demenz. Mit unserem Ratgeber geben wir Angehörigen und Demenzkranken gleichermaßen die Möglichkeit, sich mit den Krankheitsbildern Demenz und Alzheimer auseinanderzusetzen und zeigen auf, wie diese gelindert bzw. vermieden werden können!Nach der Berliner Altersstudie (1996) steigt die Zahl der Menschen mit Demenz mit zunehmendem Alter deutlich an:
  • Altersgruppe Anteil Demenzerkrankter
  • 65- bis 69-Jährige 1,2 %
  • 70- bis 74-Jährige 2,8 %
  • 75- bis 79-Jährige 6,0 %
  • 80- bis 84-Jährige 13,3 %
  • 85- bis 89-Jährige 23,9 %
  • über 90-Jährige 34,6 %

2009 waren nach einer Statistik bei Verstorbenen schon etwa die Hälfte der Frauen und rund ein Drittel der Männer über 60 Jahre von einer Demenz betroffen.(2) Die häufigste Form der Demenz ist mit etwa 60 % der Fälle Alzheimer. Dabei lagern sich schädigende Eiweiße in die Nervenzellen des Gehirns ein. Andere Ursachen sind Arterienverkalkung mit einer vaskulären Durchblutungsstörung des Gehirns (ca. 20 % der Fälle) oder vermehrtes Absterben von Gehirnzellen durch Giftstoffe und andere Einflüsse. Da dem Demenzkranken selbst seine Gedächtnisstörungen oft nicht auffällt, sind zur Stellung einer Diagnose die Angaben der Angehörigen besonders wichtig. Zur Diagnostik spielen vor allem einfache psychometrische Tests eine wichtige Rolle. Bildgebende Verfahren sind dagegend nur zum Ausschluß einer anderen Krankheit sinnvoll. Wegen der Schwierigkeit einer objektiven Diagnose wird angenommen, das immer noch mehr als die Hälfte der Demenzerkrankungen übersehen wird.

eutsche Wissenschaftler haben einen klinischen Score entwickelt, mit dem in der Arztpraxis ohne technische Hilfsmittel bei älteren Menschen ohne Demenz das Auftreten eines Morbus Alzheimer mit rund 80-prozentiger Vorhersagegenauigkeit eingeschätzt werden kann.(3) Darüber hinaus gibt es zunehmend Belege dafür, dass die subjektive Angabe eines Demenzkranken, vergesslicher zu werden, ein zuverlässiger Hinweis dafür ist, die Entwicklung einer Demenz frühzeitig voraussagen zu können.(4) Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, schon sehr früh einer Demenz entgegen wirken zu können, etwa mit einer Veränderung der Lebensgewohnheiten in punkto Ernährung und Bewegung.(5) Demenzen derzeit nicht heilbar. Bei den häufig verordneten Medikamenten (Antidementiva) kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen zu dem Schluss, dass es keinen Beleg für einen Nutzen dieser Therapie bei Alzheimer bzw. Demenz gebe.(6) Deshalb kommt der Früherkennung und der Vorbeugung von Demenzen ein so großer Stellenwert bei.

Viele Betroffene suchen nach Alternativen oder Ergänzungen zu der meist trotzdem verordneten medikamentösen Therapie. Es gibt zahlreiche Hinweise aus Studien, dass viele alltagstaugliche Maßnahmen einer Demenz wirksam vorbeugen und deren Verlauf auch positiv beeinflussen können. Eine gesunde Ernährung mit vielen Mikronährstoffen gilt heute als Schlüssel in der Vorbeugung von Demenz. Zusätzlich können Mikronährstoffe auch in der Therapie hilfreich sein. Näheres dazu finden Sie weiter unten.

1. Ursachen für Demenz

Die verschiedenen Demenzformen haben natürlich unterschiedliche Ursachen. Bei genauer Betrachtung hängen diese jedoch sehr eng zusammen. Hauptrisikofaktor für eine Demenz ist das Alter. Man nimmt an, dass Frauen aufgrund der höheren Lebenserwartung auch öfter von Demenzen betroffen sind. Auch eine genetische Vorbelastung erhöht das Risiko. Weitere, von jedem selbst beeinflussbare Risikofaktoren sind:

  • Rauchen
  • Zu hohe Homocystein-Werte
  • Hoher Blutdruck
  • Übergewicht
  • Depressionen
  • Bewegungsmangel
  • Zuckerkrankheit
  • Freie Radikale
  • Vitamin B12-Mangel
  • Kontakt mit Umweltgiften

So konnte eine Langzeitstudie des französischen Instituts für Volksgesundheit, Epidemieforschung und Entwicklung zeigen, dass der Kontakt mit Umweltgiften zu einem schnelleren Nachlassen der Gehirnleistung führt. Für die Studie wurden 614 Arbeiter im Abstand von vier oder fünf Jahren zwei Mal neurologischen Tests unterzogen. Die zwischen 50 und 60 Jahre alten Arbeiter wurden in vier Gruppen unterteilt – je nachdem, wie stark sie in den vorangegangenen 20 Jahren Schädlingsbekämpfungsmitteln ausgesetzt waren. In der zweiten Testreihe schnitten Landarbeiter, die Kontakt mit besonders hohen Konzentrationen von Pestiziden hatten, deutlich schlechter ab als in der ersten Untersuchung. Das Risiko eines starken Rückgangs der Gedächtnis- und Konzentrationsfähigkeit hatte sich für diese Gruppe verdoppelt.(7)

Viele dieser Risikofaktoren sind eng miteinander verbunden. So führen hohe Homocystein-Werte ähnlich wie hoher Blutdruck zu einer vaskulären Schädigung der Blutgefäße und zu mehr vaskulären Demenzen. Gleichzeitig führen hohe Homocystein-Spiegel aber auch zu einem erhöhten Risiko für Alzheimer. Ebenso steigt das Risiko für Depression durch zu viel Homocystein im Blut. Dazu kann es aber erst kommen, wenn der Körper regelmäßig zu wenig B-Vitamine und Folsäure zur Verfügung hat. Ebenso fördern auch Übergewicht, Rauchen und Bewegungsmangel die Entstehung von Depressionen und Demenzen. Diese Faktoren fördern gleichzeitig auch die Entstehung einer Zuckerkrankheit. Sie sehen also, dass Sie schon mit kleinen Änderungen in der Lebensweise sehr viele positive Veränderungen auslösen können und sich effektiv vor verschiedenen Demenzformen und deren Symptome schützen können.

2. Ernährungstipps – Richtig Essen gegen den geistlichen Verfall

Wie man aus den oben erwähnten Ursachen erkennen kann, hat die tägliche Ernährung einen sehr großen Einfluss auf die Entstehung und das Fortschreiten einer Demenz. Zunächst sei gesagt, dass das biochemische System Mensch alles braucht um möglichst reibungsfrei zu arbeiten: Alle Vitamine, Mineralien, Ballaststoffe, Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate. Fehlen nur kleine Bausteine, so bedeutet dies, bestimmte Funktionen können nicht abgerufen werden. Es zeigt sich immer deutlicher, dass einer der wichtigsten Faktoren für die Gesundheit des Gehirns die Zusammensetzung der Fette in der Nahrung ist. So wurde eben erst ein Zusammenhang zwischen einem hohen Verzehr von tierischen, gesättigten Fetten und Fettsäuren und der Häufigkeit einer Demenz nachgewiesen.(8) Demgegenüber steht der in zahlreichen Studien bestätigte, schützende Effekt der Omega-3-Fettsäuren. Dabei haben sowohl Omega-3-Fettsäuren aus Fisch als auch die aus pflanzlichen Ölen (Rapsöl, Leinsamenöl und Walnussöl) einen schützenden Effekt. Dies geht aus einer Untersuchung von Wissenschaftlern des Französischen Instituts für Gesundheitswesen und medizinische Forschung (INSERM = Institut National de la Santé Et de la Recherche Médicale) hervor.(9)

Im Rahmen der Studie analysierten die Wissenschaftler die Ernährung von 8.085 Frauen und Männern. Alle Teilnehmer waren älter als 65 Jahre und hatten bei Studienbeginn keine Demenz. Vier Jahre später erkrankten 183 von ihnen an Alzheimer und 98 weitere an anderen Demenzformen. Die Analyse der Nahrungsdaten ergab, dass Teilnehmer ihr Demenzrisiko gegenüber anderen um 60 Prozent senken konnten, wenn sie regelmäßig pflanzliche Öle konsumierten, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind. Zudem konnten die Forscher feststellen, dass der wöchentliche Konsum von einer Portion Fisch das Risiko für Alzheimer um 35 Prozent und das für Demenz generell um 40 Prozent senkte. In einer anderen Studie hat sich gezeigt, dass die Fettzusammensetzung auch direkten Einfluss auf die Funktion wichtiger Gene hat.(10)

Allgemein empfehlen viele Ernährungswissenschaftler den Kohlenhydratkonsum zu senken und stattdessen mehr Obst und Gemüse in den Speiseplan aufzunehmen. Übermäßiger Verzehr von Kohlenhydraten kann zu Übergewicht und Entzündungen führen, was wiederum Auslöser von Demenz sein können

Die Erhöhung des Obst- und Gemüseanteils wird heute auch durch Studien nahegelegt. In der oben erwähnten französischen Studie bewirkte der tägliche Konsum von Obst und Gemüse bei den Teilnehmern der Studie eine Senkung der Gefahr an Demenzen zu erkranken um etwa 30 Prozent. Obst und Gemüse versorgen Sie nicht nur mit den wichtigen Vitaminen, sondern auch mit reichlich sekundären Pflanzenstoffen. Diese scheinen eine Schlüsselfunktion bei der Vorbeugung von Demenz und Alzheimer zu haben. In einer groß angelegten klinischen Studie untersuchten amerikanische Forscher eine Gruppe von 1836 nicht an einer Demenz oder Alzheimer erkrankten Menschen. Über einen 10-jährigen Beobachtungszeitraum folgten in regelmäßigen Abständen psychometrische Tests. 76 Prozent aller Studienteilnehmer, die mindestens drei Mal pro Woche Obst- oder Gemüsesäfte konsumiert hatten, waren alzheimerfrei – obwohl 1047 von ihnen das Risikogen ApoE-ε4 besaßen. Das ε4-Gen wird bei rund 2/3 aller bestätigten Alzheimer Betroffenen nachgewiesen und gilt daher als wichtiger Risikofaktor. Vor allem der gelbe Naturstoff Quercetin vermag die Blut-Hirn Schranke des Menschen zu überwinden. Dort greift die zur Untergruppe der Flavonoide gehörende Substanz direkt in den Entstehungsprozess von Alzheimer ein – und blockiert die Bildung der gefürchteten Plaques.(11)

Wegen des hohen Gehalts an Spurenelementen, sollten Sie hauptsächlich frische Kräuter zum würzen Ihrer Speisen verwenden. Verwenden Sie möglichst oft die Gewürzmischung „milder Curry“, die viele gut erforschte Bestandteile enthält, die Entzündungen verringern und die Energiegewinnung des Gehirns und der Nerven unterstützen sowie die vaskuläre Beförderung ankurbeln. Bestandteile einer „nervenschonenden“ Ernährung bieten neben der asiatischen vor allem auch die mediterrane Küche. Fisch, Tomaten, Knoblauch, Zwiebeln, Melonen, Zitrusfrüchte, Olivenöl und auch Rotwein (max. 0,2 Liter am Tag) enthalten zahlreiche Bioaktivstoffe, die sich schützend auf das Gehirn auswirken. Sie wirken unter anderem Entzündungen entgegen, stärken das Immunsystem und schützen die Nerven des Gehirns. (12)

3. Mikronährstofftherapie – Natürliche Therapie gegen Demenz

Mikronährstoffe sind bei der Prävention vor Demenzen mindestens genauso wichtig wie in der Therapie. Mikronährstoffe beeinflussen die Produktion und die Ausschüttung der Nerven-Botenstoffe, sie regeln die Energieproduktion in den Nervenzellen, sie schützen die empfindlichen Zellen und helfen bei der Entgiftung von aggressiven Stoffwechselprodukten. Die Bildung aggressiver Sauerstoffradikale scheint eine der wichtigsten Komponenten bei der Entstehung der Nervenschädigung bei Demenz zu sein.(13) So ist es nicht verwunderlich, dass es heute zahlreiche Studien gibt, die zeigen konnten, dass die zusätzliche Einnahme von Mikronährstoffen vor Demenzen schützt. (14) Nach aktuellen Studien spielen vor allem natürliche Antioxidantien eine große Rolle bei der Demenzprävention.(15) Statt einzelen Mikronährstoffe zu sich zu nehmen, empfiehlt sich eine Mischung aus komplexen Mikronährstoffen. Studien haben gezeigt, dass natürliche, kombinierte Mikronährstoffmittel in Verbindung mit sekundären Pflanzenstoffen um bis zu 200 mal wirksamer sind als einzelne Vitamine.(17)

Ein weiterer, sehr gut zu beeinflussender Risikofaktor ist das Homocystein. Homocystein ist ein aggressive Aminosäure, die ständig in unserem Stoffwechsel entsteht. Wenn genügend Mikronährstoffe vorhanden sind, wird Homocystein sofort weiterverarbeitet und die Werte im Blut bleiben unter 10 µmol/Liter. Liegt aber ein Mangel an Mikronährstoffen vor (v.a. Folsäure, Vitamin B12 und Vitamin B6), so steigen die Werte im Blut an. Studien zeigen, dass Homocystein-Werte über 14 µmol/Liter das Demenz-Risiko schon verdoppeln.(18) Hinweise darauf, dass vor allem ein Mangel an Vitamin B12 das Risko einer Demenz erhöhe, haben US-amerikanische Forscher jetzt in einer Studie an 121 älteren Menschen entdeckt. Ein Mangel daran verstärkt den geistigen Abbau und lässt sogar das Gehirn schrumpfen.(19) Dabei ist bemerkenswert, dass ein Vitamin-B12-Mangel mit zunehmendem Alter immer öfter vorkommt. Doch auch wenn es um die Senkung des Homocystein-Spiegels im Blut geht wird eine alte Weisheit wieder bestätigt: das Ganze funktioniert besser als seine Einzelteile. Das ist auch bei den Mikronährstoffen so. Es zeigte sich, dass sich das Homocystein durch natürliche Mikronährstoffe aus Obst und Gemüsekonzentraten besser senken lässt als nur durch die Einnahme von Vitamin B12, B6 und Folsäure.(20)

Omega-3-Fettsäuren schützen das Gehirn von Menschen gleich doppelt. Sie erhalten die vaskuläre Durchblutung durch ihre gefäßschützenden Eigenschaften und schützen gleichzeitig die Nervenzellen.(21) Im Gehirn und in den Nerven findet sich die höchste Konzentration der Omega-3-Fettsäure Docosahexaensäure (DHA). So ist es auch nicht verwunderlich, dass neue Studien zeigen, dass Omega-3-Fettsäuren den geistigen Abbau bei Demenz verlangsamen können.(22) In der Therapie der Demenz spielt die Wiederherstellung der Energieproduktion in den Nervenzellen eine ganz wichtige Rolle. Hier konnten sowohl für Coenzym Q10 (23) als auch für L-Carnitin(24) positive Effekte bei der Behandlung der Demenz gezeigt werden.

Ebenso konnte durch die vermehrte Aufnahme sekundärer Pflanzenstoffe die Demenz gebremst werden. Dies konnte für Flavonoide gezeigt werden, die unter anderem in grünem Tee und Trauben vorkommen(25). Nach diesen Untersuchungen wirken Flavonoide gegen den oxidativen Stress im Gehirn und gegen Entzündungen. Damit helfen sie, die Anzahl und die Qualität der Nervenverbindungen im Gehirn zu erhalten. Ganz ähnliche Effekte zeigten sich z.B. auch bei der Einnahme von Ingwerextrakten.(26) Inzwischen sind Mediziner davon überzeugt, dass vor allem natürliche Mikronährstoffmischungen einen positiven Effekt auf die Therapie gegen Demenz haben

4. Veränderungen im Lebensstil – So bleiben Sie Sie selbst

Oben haben wir schon gezeigt, wie wichtig die Ernährung bei Vorbeugung und Behandlung von Demenz und ALzheimer ist. Auch andere Veränderungen im Lebensstil können bei dieser Krankheit eine große Rolle spielen und sollten daher in Therapie und auch Pflege nicht vernachlässigt werden. Personen mit Demenz sollten sich regelmäßig sportlich Betätigen, um das Immunsystem stabil zu halten und das vegetative Nervensystem auszugleichen. Demenzkranke können durch regelmäßiges Training u.a. ihren geistigen Verfall bremsen.(28) Es kann sogar die Schrumpfung des Gehirns, die häufig mit Alzheimer einher geht, rückgängig machen.(29) In dieser Studie zeigte sich bei den älteren Patienten, die ein moderates Ausdauertraining absolvierten, eine Vergrößerung in bestimmten Hirnarealen, während in der Kontrollgruppe, die nur ein Dehnungsprogramm absolvierte, das Gehirn weiter schrumpfte. Motivieren Sie als Angehörige Demenzkranke Sport zu treiben, oder sich zumindest regelmäßig zu bewegen.

Regelmäßiges Training baut beispielsweise auch die Spiegel des Hormones Leptin ab. Leptin ist ein Hormon, das vor allem vom Bauchfett produziert und auch die Entstehung von Übergewicht und Diabetes fördert. Gerade vor dem Hintergrund, dass Übergewicht ein wichtiger Risikofaktor für die Demenz ist, kann der Sport zusätzlichen Nutzen bringen.(30) Beim Sport sollten Ausdauersportarten wie Walken, Joggen, Radfahren oder Schwimmen im Vordergrund stehen. Auch Tanzen scheint von Vorteil zu sein. Es werden drei- bis viermal mal in der Woche ca. 30 Minuten Sport empfohlen.(31) Doch selbst 10 km Spazierengehen pro Woche kann das Risiko einer sinkenden Gedächtnisleistung und damit einer drohenden Demenz Krankheit deutlich zu verringern. (32)

Ganz wichtig für den Erhalt der Fähigkeiten des Gehirns ist das regelmäßige Lernen oder Gehirnjogging. Das kann sein, eine neue Sprache zu lernen, ein Musikinstrument oder verschiedene gezielte Rätselaufgaben zu lösen. Die interessanteste Studie zum Thema wurde im renommierten Journal of the American Medical Association veröffentlicht: Senioren, zwischen 65 und 94 Jahren alt, wurden in zwei Gruppen untersucht. Die eine Gruppe erhielt zehn Stunden Gehirntraining, die Kontrollgruppe hatte keinen Unterricht. Nach einem und drei Jahren bekamen einige der Trainierten acht Wiederholungsstunden. Der Effekt war enorm. Die geschulten, älteren Menschen profitierten im Alltag, bei Bankgeschäften und Behördengängen. Und dies noch fünf Jahre nach der letzten Schulung.(33)

5. Weitere Naturheilfahren gegen Demenz

Grüner Tee

Im Moment laufen gerade noch Studien, über die spezifischen Wirkungen von grünem Tee bei Demenzen. Die bisherigen Ergebnisse sind aber sehr vielversprechend: Die Inhaltsstoffe des grünen Tees (Flavonoide) wirken gegen die chronische Entzündung und schützen das Nervengewebe.(34) Zudem verbessern sie die intrazelluläre Energiegewinnung und die Signalübertragung der Nervenzellen.(35) Wichtig für die gute Wirkung von grünem Tee sind die richtige Auswahl der Teesorte und vor allem die richtige Zubereitung. Nach Lebensmittelanalysen enthalten japanische Grüntees im Schnitt mehr Flavonoide als die Tees aus anderen Ländern. Die Sorten Sencha und Gyokuro sind am gehaltvollsten. Dazu sollten Sie beim grünen Tee auf Bio-Qualität achten und Tee aus erster Ernte kaufen.

Auch bei der Zubereitung gibt es einiges zu beachten:
  • Das Wasser, mit dem Sie den Tee aufbrühen sollte zwischen 70 und 80 Grad Celsius heiß sein.
  • Übergießen Sie den Tee, schwenken Sie die Kanne einmal durch und kippen Sie den ersten Aufguss weg. (In Japan sagt ein Sprichwort: „Die erste Tasse für den Feind, die zweite Tasse für den Freund.“)
  • Übergießen Sie den Tee erneut und lassen Sie ihn jetzt 10 Minuten ziehen. Zieht der Tee weniger als 5 Minuten, so zeigen Untersuchungen, dass sich nur etwa 20 % der Flavonoide herauslösen.

Die Unterschiede sind enorm: Eine Tasse grüner Tee mit hoher Qualität, der lange genug ziehen durfte, enthält 60 mal so viele Flavonoide wie eine Tasse Tee mit mittelmäßiger Qualität, der zu kurz gezogen ist.

Ingwer-Zimt-Tee

Wie oben schon erwähnt, hat Ingwer gut erforschte Eigenschaften, die bei Demenz hilfreich sind. Daneben hat auch Zimt nach neuesten Untersuchungen die Potenz, bei Demenz hilfreich zu sein. So scheint Zimt die Ablagerungen, die zu Alzheimer und Demenz führen zu reduzieren und so gegen die spezifischen Demenz Symptome zu wirken. (36)

Versuchen Sie doch einfach folgendes Rezept: Trinken Sie jeden Tag 1-2 Tassen Tee, in dem Sie 500 ml Wasser etwa 30 Minuten mit einer halben Zimtstange und einen etwa daumennagelgroßen Stück Ingwer kochen. Bitte trinken sie den Tee ungesüßt.

6. Zusammenfassung: Maßnahmen gegen Demenz

Essen und Trinken

  • Trinken Sie genügend Wasser. Mindestens 2 Liter am Tag sollten es sein. Wasser ist wichtig für die Funktion des Immunsystems und des Stoffwechsels und es fördert die Entgiftung.
  • Ernähren Sie sich gesund (regelmäßig Gemüse, Obst, mindestens einmal die Woche Fisch etc.) und abwechslungsreich.
  • Reduzieren Sie den Anteil von Kohlenhydraten und tierischen Fetten in der täglichen Ernährung.
  • Verwenden Sie mehrmals in der Woche hochwertige, kaltgepresste Pflanzenöle und frische Kräuter.
  • Trinken Sie jeden zweiten Tag einen frischen Obst- oder Gemüsesaft oder einen Smoothie.

Mikronährstoffe

  • Nehmen Sie täglich einen biologischen Mikronährstoffkomplex mit Omega-3-Fettsäuren und L-Carnitin, um die optimale Zellversorgung mit allen Mikronährstoffen sicher zu stellen.
  • Am besten nehmen Sie ein Produkt in flüssiger Form und hergestellt aus natürlichen Lebensmitteln, da nur dadurch die Versorgung mit den so wichtigen sekundären Pflanzenstoffen gewährleistet und eine optimale Aufnahme im Organismus gesichert ist.
  • Eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen ist die Voraussetzung für einen funktionierenden Organismus.

Bewegung und Entspannung

  • Sorgen Sie für regelmäßigen körperlichen Ausgleich, Ausdauersport, Gymnastik. Gehen Sie jeden Tag vor die Tür und bewegen Sie sich möglichst viel an der frischen Luft.
  • Sorgen Sie für Ihre tägliche Dosis Sonnenlicht. Ein- bis zweimal 15 Minuten sollten es sein.
  • Schlafen Sie genügend um Erholung und Regeneration zu fördern.

Lebenseinstellung

  • Versuchen sie Ihren Tagesablauf zu strukturieren und übersichtlich zu organisieren, um Stressspitzen zu vermeiden.
  • Fordern Sie Ihr Gehirn täglich, indem Sie spezielle Übungen machen oder neue Dinge lernen.
  • Machen Sie sich jede Woche einen Plan, in dem Sie sich notieren, was Sie tun müssen und tun wollen, um für sich das Beste aus Ihrer Zeit zu machen.
  • Einfache Naturheilverfahren

    • Entsäuern Sie regelmäßig (mit Basenpulver, Basentabletten oder Basenbädern), um die Zellen der Nerven und des Gehirns besser mit Nährstoffen versorgen zu können.

    Weitergehende Informationen und Bücher zum Thema

    Sind Sie als Angehörige noch an weiteren Informationen rund um Pflege und Hilfe bei Demenz, sowie Früherkennung und Symptome interessiert, gibt es eine Reihe informativer Fachliteratur dazu.

    Eine interessante interaktive Grafik zur Funktion des Gehirns finden Sie auf Focus online. Daneben finden Sie dort auch viele verschiedene Übungen zum Gehirnjogging und der Pflege der Gedächtnisleistung.

    Je älter desto besser. Überraschende Erkenntnisse aus der HirnforschungAutoren: Ernst Pöppel und Beatrice Wagner Verlag: Goldmann Verlag (2011) Preis: 8,99 Euro ISBN-10: 3442173035

    Trainiere. Dein. Gedächtnis: Alles im Kopf: Zahlen, Namen, Fakten. Merktechniken und viele praktische ÜbungenAutor: Ulrich Bien Verlag: humboldt / Schluetersche (2011) Preis: 16,95 ISBN-10: 3869104813

    (1) Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Wegweiser Demenz. Abgerufen am 15.2.2012
    (2) Rothgang H. et al.: BARMER GEK Pflege Report 2010. Schwerpunktthema: Demenz und Pflege. In: BARMER GEK (Hrsg.): Schriftenreihe zur Gesundheitsanalyse.Band 5, Asgard-Verlag, Schwäbisch Gmünd November 2010
    (3) Jessen F. et al.: Prediction of dementia in Primary Care Patients. PLoS One 2011(2):e16852
    (4) Jessen F. et al.: Prediction of Dementia by Subjective Memory Impairment. Arch Gen Psychiatry 2010(4): S. 414 – 422
    (5) Erickson K.I. et al.: Exercise training increases size of hippocampus and improves memory. PNAS 2011(7): S. 3017-3022
    (6) Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: Abschlussbericht zu Memantin bei Alzheimer Demenz. Arzt, IQWiG-Berichte 2009 Nr. 59
    (7) Baldi I. et al.: Neurobehavioral effects of long-term exposure to pesticides: results from the 4-year follow-up of the PHYTONER Study. Occup Environ Med 2010 doi:10.1136/oem.2009.047811Published Online
    (8) Bowman G.L. et al.: Nutrient biomarker patterns, cognitive function, and MRI measures of brain aging. Neurology 2012(4): S. 241-249
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