Die Zuckerkrankheit (lat. Diabetes mellitus) ist ein gefährliches Krankheitsbild, bei dem der Zuckergehalt im Blut chronisch erhöht ist. Es gibt zwei Arten von Zuckerkrankheit, den angeborenen, „jugendlichen“ Diabetes (Typ I) und den durch die Lebensweise erworbenen „Altersdiabetes“ (Typ II). In diesem Artikel soll es vor allem um den deutlich häufigeren und durch die eigene Lebensweise sehr gut beeinflussbaren Typ 2 Diabetes gehen.

Die Diagnose Diabetes mellitus wird aufgrund der Zuckerwerte im Blut gestellt. Nach einer Definition der WHO liegt Diabetes mellitus dann vor, wenn eines der folgenden Kriterien erfüllt ist(1):

  • Blutzucker (nüchtern) höher als 126 mg/dl (7 mmol/l)
  • Blutzucker höher als 200 mg/dl (11,2 mmol/l) zwei Stunden nach der Gabe von 75 g Glukose im oralen Glukose-Toleranztest (oGTT)
  • Blutzucker höher als 200 mg/dl (11,2 mmol/l) in einer zufälligen Blutentnahme.

Zur Diagnosestellung müssen die Werte bei zwei verschiedenen Blutentnahmen auffällig sein.

Vor allem durch das zunehmende Übergewicht und den weitverbreiteten Bewegungsmangel wird der „Altersdiabetes“ auch bei immer mehr jungen Menschen diagnostiziert. Selbst bei Kindern und Jugendlichen findet sich dies Form immer häufiger. Aufgrund des Auftretens in jüngeren Jahren und der Gefahr der Entwicklung von massiven Gesundheitsschäden im Laufe des Lebens ist der Begriff „Altersdiabetes“ nicht mehr angebracht.

Im Jahr 2006 gab es nach Angaben der WHO in Deutschland acht Millionen Diabetes-Kranke, wobei nur etwa jeder 20. Diabetiker an einem angeborenen Diabetes (Typ 1) erkrankt ist. Der Anteil der Diabetiker in der deutschen Bevölkerung steigt rasant an: Waren es 1960 noch 0,6 %, so wurden Ende der 1980er-Jahre bereits 4,1 % gezählt. Eine Hochrechnung für 2001 ergab 6,9 %, für 2004 schon 7,6 %. (2) Schätzungen gehen heute von 10-12 % aus. Bei der immer größeren Gruppe der über 60-jährigen leiden fast 1/3 aller Menschen an der Zuckerkrankheit.

Diabetes ist einer der häufigsten Gründe für Besuche in allgemeinmedizinischen Arztpraxen. (3) Jeden Tag werden in Deutschland:

  • 850 Menschen mit Diabetes mellitus neu diagnostiziert
  • 375 Todesfälle durch Diabetes mellitus beklagt
  • 110 Amputationen wegen Diabetes mellitus durchgeführt
  • 38 Patienten wegen Diabetes mellitus neu an die Dialyse angeschlossen
  • 23 Erblindungen durch Diabetes mellitus registriert(4)

Die Ausgaben für die Behandlung von Diabetes mellitus und ihrer Folgen beliefen sich 2005 auf rund 25 Milliarden Euro. Sie werden für das Jahr 2010 auf circa 40 Milliarden geschätzt. Heute werden schon etwa 20 % der Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen für die Behandlung des Diabetes und seiner Begleit- und Folgeerkrankungen aufgewendet(4). Die Zuckerkrankheit ist damit eine echte „Volksepidemie“. Es wird darüber hinaus angenommen, dass sich die Zahl der Zuckerkranken in den nächsten 25 Jahren noch einmal verdoppeln wird. (5)

Und das, obwohl es einige einfache, sehr effektive Maßnahmen gibt, die sich sehr positiv auf Diabetes mellitus auswirken. Hier hält die naturheilkundlich basierte Erfahrungsmedizin einige interessante und sehr erfolgreiche Therapieansätze bereit.

1. Diabetes Ursachen

Die vordergründige Hauptursache für Diabetes mellitus ist ein absoluter oder relativer (durch verminderte Wirksamkeit) Insulinmangel. Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse produziert und hat die Aufgabe, den Zucker aus dem Blut zur Verarbeitung in die Zellen zu schaffen. Insulin und sein Gegenspieler Glucagon halten normalerweise den Blutzuckerspiegel in engen Grenzen (ca. 80–120 mg/dl oder 4,5–6,7 mmol/l).

Beim hier behandelten Typ 2 Diabetes handelt es sich um eine Störung, bei der zwar Insulin vorhanden ist, an seinem Zielort, den Zellmembranen, aber nicht richtig wirken kann (sogenannte Insulinresistenz). In den ersten Krankheitsjahren kann die Bauchspeicheldrüse einen Insulinmanel durch Überproduktion des Hormons kompensieren. Irgendwann kann sie die überhöhte Insulinproduktion aber nicht mehr aufrechterhalten. Die produzierte Insulinmenge reicht dann nicht mehr aus, um den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren und Diabetes wird manifest.

Ein Typ 2 Diabetiker produziert viel mehr körpereigenes Insulin als der Stoffwechselgesunde (= Hyperinsulinismus), aufgrund einer hohen Insulinresistenz steigt der Blutzucker dennoch an. Einer der einfachsten und wichtigsten Hinweise auf das Vorliegen einer Insulinresistenz ist die Messung des Bauchumfanges. Bei einem Bauchumfang von mehr als 102 cm bei Männern und mehr als 88 cm bei Frauen ist bei 95 % der Menschen eine Insulinresistenz nachzuweisen.(6)

Die wohl wichtigste Ursache für die Entwicklung einer Diabetes mellitus ist das Übergewicht. Spezielle Hormone und Botenstoffe, die vom Bauchfett produziert werden, bringen die Zuckerregulation aus dem Gleichgewicht. Diese bei Übergewichtigen im Übermaß produzierten Botenstoffe bewirken, dass Muskel- und Leberzellen kaum noch auf das Hormon Insulin, welches den Blutzucker reguliert, reagieren können (7)

Schon 5 kg Übergewicht verdoppeln das Risiko, eine Zuckerkrankheit zu bekommen, 10 kg Übergewicht verdreifachen das Risiko sogar.

Folgen der Insulinresistenz sind gravierende Veränderungen im Stoffwechsel. Sie führen unter anderem zu (8):

  • Fettbildung und Gewichtszunahme
  • Arterienverkalkung
  • Funktionsverlust der Blutgefäße
  • Veränderungen der Blutgerinnung
  • Fettstoffwechselstörungen (Triglyceride steigen, HDL sinkt)
  • Bluthochdruck
  • Vermehrte Bildung von freien Radikalen (oxidativer Stress)
  • Verzuckerung von Eiweißen
  • Erhöhter Blutzucker

2. Diabetes Symptome

Die Symptome der Typ 1 und Typ 2 Diabetes hängen stark vom Stadium der Erkrankung ab. Zu Beginn der Krankheit sind die Auswirkungen kaum spürbar, weshalb eine Diagnose oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium stattfindet.

Typische Symptome einer Diabetes sind: • starker Durst • vermehrtes Wasserlassen • Mattigkeit, Abgeschlagenheit • Juckreiz • Heißhungerattacken • Sehstörungen • Infektanfälligkeit

Die häufig als „Altersdiabetes“ bezeichnete Typ 2 Diabetes läuft meist lange Zeit ohne Beschwerden oder andere Symptome ab, was dazu führt, dass die Erkrankung oft erst durch Zufall bei einer Routineuntersuchung entdeckt wird. Viele Betroffene nehmen ihre Symptome solange hin, bis der Gang zum Arzt unausweichlich ist, wodurch teils irreparabele Folgeschäden entstehen (Erkrankungen der Nieren und Netzhäute; Erektionsstörungen bzw. Menstruationsstörungen).

Auch bei Typ 1 Diabetes sind die Symptome oft monatelang nicht erkennbar, den erst wenn mehr als 80 Prozent der insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört sind, kann der Insulinmangel vom Körper nicht mehr ausgeglichen werden. Im Gegensatz zur Typ 2 Diabetes sind häufiger junge Menschen von der Krankheit betroffen.

Aufgrund der oft langfristig viel zu hohen Blutzuckerwerte und der „Unordnung“ im Hormonhaushalt begünstigt Diabetes mellitus zahlreiche weitere Erkrankungen. Im Gesundheitsbericht Diabetes des Jahres 2007 werden folgende Häufigkeiten für Begleiterkrankungen genannt (2):

  • 75,2 % Bluthochdruck
  • 11,9 % Diabetische Retinopathie (Augenschädigung)
  • 10,6 % Neuropathie (Nervenschädigung)
  • 9,1 % Herzinfarkt
  • 7,4 % periphere Arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
  • 4,7 % Schlaganfall
  • 3,3 % Nephropathie (Niereninsuffizienz)
  • 1,7 % diabetisches Fußsyndrom
  • 0,8 % Amputation
  • 0,3 % Erblindung

Grund dafür sind oft dauerhafte Veränderungen an wichtigen Eiweißen (Verzuckerung = Glykosilierung), ein geschwächtes Immunsystem, schlechtere Reparaturmechanismen und die vermehrte Bildung neuer Blutgefäße (z.B. bei der Retinopathie).

Die Chance auf ein langes Leben frei von Folgekrankheiten ist umso größer, je niedriger die Verzuckerung der Eiweiße ist. Schwankt der Blutzucker starkverringert dies die Chance, da schon nach zwei Stunden erhöhter Blutzuckerwerte irreversible Schäden durch Verzuckerung entstehen.

Ein wichtiges Thema bei Diabetikern ist die Arterienverkalkung mit Ihren Folgen: Herzinfarkt, Schlaganfall und Arterienverschluß in den Beinen (pAVK). Aufgrund der meist gleichzeitig bestehenden Nervenschädigung bei Zuckerkranken werden die Symptome oft nicht bemerkt. Dies ist bei der Verkalkung der Herzkranzgefäße besonders gefährlich, da bei der sogenannten „stummen KHK“ wichtige Warnsignale, dass ein Herzinfarkt bevorstehen könnte fehlen. Untersuchungen zeigen, dass jeder fünfte Patient mit Herzinfarkt an einer bisher nicht erkannten Zuckerkrankheit leidet.

Es ist deshalb wichtig, die Patienten mit einer stillen KHK möglichst sicher und frühzeitig herauszufinden. Leider gibt es keinen Blutwert und außer einer relativ aufwendigen Kontrastmitteluntersuchung auch sonst keine einfach Untersuchung, mit der man diese Patienten finden kann. In Studien hat man nun entdeckt, dass es ein sicheres Symptom als Marker für eine stumme KHK gibt: die erektile Dysfunktion. Zuckerkranke mit Potenzstörungen, die sonst keine weiteren Symptome haben sind hochgradig gefährdet an dieser gefährlichen Vorstufe des Herzinfarktes zu leiden und sollten sich weitergehend untersuchen lassen.(9)

Gerade deshalb ist bei Zuckerkranken eine Umstellung der Lebensgewohnheiten besonders wichtig. Experten schätzen, dass 4 von 5 Diabetiker allein durch die richtige Ernährung und etwas mehr Bewegung ohne Medikamente zu behandeln wären.(10) Für die Patienten gibt es zahlreiche einfache und vielversprechende Möglichkeiten, selbst etwas für ihre Gesundheit zu tun.

3. Ernährungstipps bei Diabetes

Die Ernährungstherapie spielt bei Typ 2 Diabetes die entscheidende Rolle. Studien zeigen, dass man schon mit kleinen Änderungen der täglichen Essgewohnheiten viel erreichen kann. Hier hat sich in den letzten Jahren das Wissen vervielfacht und einige althergebrachte Empfehlungen wurden auf den Kopf gestellt.

Eine der häufigsten Empfehlungen, die Zuckerkranke auch heute noch hören ist, dass Sie ihre Mahlzeiten auf möglichst viele Portionen über den Tag verteilen sollen. Heuten wissen wir: das ist falsch! Genau dieses ständige Vor-sich-hin-essen fördert nämlich Übergewicht und Diabetes mellitus(11).

Aus heutiger Sicht gibt es für Zuckerkranke zwei wichtige und recht einfache Regeln, die Ihnen helfen, Ihre Bauchspeicheldrüse zu entlasten und den Stoffwechsel deutlich zu verbessern:

  • Essen Sie nur drei Mahlzeiten am Tag, so dass zwischen den Mahlzeiten mindestens vier Stunden liegen. In dieser Zeit wird das Insulin im Blut wieder abgebaut und die Zellen werden wieder empfindlicher für dieses Hormon.(12) Zwischen den Mahlzeiten sollten sie keine Kalorien zu sich nehmen, also keine Naschereien, kein Obst und Vorsicht bei Getränken, die oft reichlich Kalorien oder Kohlenhydrate enthalten. So wurde in der Nurses Health Study II gezeigt, dass Menschen, die täglich mindestens ein gesüßtes Getränk (auch gesüßte Fruchtsäfte) zu sich nahmen ein doppelt so hohes Diabetesrisiko hatten wie Menschen, die weniger als ein Mal am Tag solche Getränke tranken.(13)
  • Verringern Sie den Anteil an Kohlenhydraten im täglichen Essen. Und lassen sie abends einfach die „Sättigungsbeilage“ (Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln) ganz weg. Dadurch geben Sie dem Stoffwechsel die Chance, sich über Nacht zu erholen, der Insulinspiegel sinkt, die Empfindlichkeit der Zellen für Insulin nimmt wieder zu und ganz nebenbei nehmen Sie auch noch Gewicht ab.(14)
  • Weitere effektive Mittel zur Blutdrucksenkung sind vermehrter Obst- und Gemüsekonsum, sowie die Reduzierung der gesättigten Fettsäuren.(15) Wer diese Vorgaben auf Dauer einhält, hat durchaus gute Erfolgschancen.

2-mal wöchentlich sollte (fetter) Fisch auf dem Speiseplan stehen. Ebenso sollten sie größtenteils kaltgepresstes Öl zum Kochen verwenden. Der hohe Gehalt an ungesättigten Fettsäuren senkt das schlechte Cholesterin (LDL) und den Triglycerid-Spiegel im Blut (16) und verbessert dadurch die Insulinempfindlichkeit der Zellen.(17) Diese natürlichen Mikronährstoffe wirken zudem schützend auf das stark gefährdete Herz-Kreislauf-System.

Eine Ernährung mit mehr Obst und Gemüse und zusätzlich mehr Vollkornprodukten versorgt Sie außerdem mit mehr Ballaststoffen. Diese helfen, den Blutzuckerspiegel konstant zu halten und sorgen dafür, dass nicht so viel Insulin produziert werden muss. Das kann das Diabetesrisiko um etwa die Hälfte verringern.(18) Besonders effektiv und damit besonders wichtig scheinen die Ballaststoffe beim Frühstück zu sein.(19)

Ob der Zeitpunkt des Essens eine Rolle beim Übergewicht und damit bei der Entstehung der Zuckerkrankheit spielt wurde lange kontrovers diskutiert. Heute wissen wir, dass es tatsächlich so ist. Wenn wir nachts Kalorien zu uns nehmen, werden diese deutlich mehr in Fett umgewandelt als tagsüber. Dies zeigen neue Studien Schichtarbeitern(20). Zu den gleichen Ergebnissen kommen auch Tierexperimente. So haben Mäuse, die in Ihrer Ruhephase gefüttert werden 2,5 Mal mehr zugenommen als Mäuse, die in Ihrer Wachphase gefüttert wurden.(21)

Essen Sie insgesamt etwas weniger Kohlenhydrate, also weniger weißes Brot, weniger Nudeln und Reis, dafür etwas mehr Gemüse und Obst. Zu viele dieser Sattmacher fördern Entzündungen genauso wie Übergewicht und Diabetes.(22)

Zum Schluss dieses Kapitels noch etwas zum Alkohol. Öfter hört man, dass Zuckerkranke Wein oder Bier trinken sollten, weil sich das positiv auf den Blutzuckerspiegel auswirken würde. Das stimmt natürlich nicht, denn Alkohol wird im Körper direkt in Zucker umgewandelt und erhöht so den Blutzuckerspiegel. In Studien zeigte sich zudem eine schnellere Gewichtszunahme durch Alkohol und vermehrte Schäden durch oxidativen Stress an Geweben und Organen.(23) Zusätzlich verbraucht Alkohol große Mengen an Magnesium, und eine gute Magnesiumversorgung senkt das Diabetesrisiko um 75%.(24)

Im Gegensatz dazu scheint übrigens Kaffeekonsum vor Diabetes zu schützen. In einer Studie aus dem Jahr 2006 wurde herausgefunden, dass Menschen die mehr als 7 Tassen Kaffee am Tag trinken nur ein halb so großes Diabetes-Risiko haben wie diejenigen, die 0 bis 2 Tassen am Tag tranken.(25)

4. Klassische Therapieformen bei Diabetes mellitus

Generell lassen sich drei Arten der Therapie bei Diabetes unterscheiden: 1. Insulintherapie 2. Therapie mit oralem Antidiabetika 3. Basistherapie

Insulintherapie:

Hierbei lassen sich wiederum zwei verschiedene Arten der Therapie unterscheiden. Zum einen gibt es die intensivierte konventionelle Insulintherapie (ICT), welche durch die Verabreichung eines kurzwirksamen Insulins während der Mahlzeiten gekennzeichnet ist, was den Betroffenen ein hohes Maß an Flexibilität erlaubt. Das zu verabreichende Insulin wird dabei für jede Mahlzeit einzeln angepasst, wodurch Patienten die Möglichkeit haben auf unterschiedliche Kohlenhydrataufnahme oder wechselnde Essenszeiten zu reagieren. Sollte der Insulinmangel zu groß werden kann dies zu einer Hyperglykämie führen.

Zum anderen gibt es die konventionelle Insulintherapie (CT), bei der eine Behandlung mit Mischinsulin erfolgt, welches jeweils vor dem Frühstück und Abendessen gespritzt werden muss, um einem Insulinmangel vorzubeugen. Vor einem üppigen Mittagessen empfiehlt sich die Einnahme ebenfalls. Die konventionelle Therapie ist vor allem für Typ 2 Diabetiker mit regelmäßigem Tagesablauf und festen Mahlzeiten geeignet.

Therapie mit oralen Antidiabetika:

Diese Form der Therapie ist nur für Typ 2 Diabetiker geeignet, die durch die Basistherapie keine Normalisierung der Blutzuckerwerte erreichen können. Hierbei werden Tabletten verabreicht, die beispielsweise Wirkstoffe und Glucosidasehemmer wie Acarbose enthalten, die den Anstieg des Blutzuckerspiegels nach einer Mahlzeit verzögern. Allerdings ersetzt die Behandlung mit Tabletten keinesfalls Insulin. Vielmehr wird versucht den Blutzucker mit anderen Wirkstoffen zu senken oder die Wirkung des noch vorhandenen Insulins zu stärken, um so einem Insulinmangel vorzubeugen.

Basistherapie:

Wie der Name schon sagt, handelt es sich um eine Therapie, die bei jeder Diabetesbehandlung, egal ob Typ 1 oder 2 angewendet werden sollte. Zugrunde liegt dabei eine Schulung und Ernährungsberatung, welche betroffenen Menschen, helfen soll ihren Speiseplan optimal umzustellen. Besonders bei Typ 2 Diabetikern, verspricht diese Therapie viel Erfolg, da circa 80 Prozent der Patienten an Übergewicht leiden. Oftmals kann der Blutzuckerspiegel allein durch Gewichtsabnahme deutlich gesenkt werden. Ein weiterer Gesichtspunkt der Basistherapie ist ausreichend Bewegung und Sport, um so den Stoffwechsel anzuregen und das Abnehmen zu unterstützen.

Aufgrund des rapiden Anstiegs der Fälle von Diabetes mellitus in den vergangenen Jahren und den deutlichen Unterschieden der Behandlungs- und Versörgungsqualität in Deutschland, hat es sich die DDG (Deutsche Diabetes Gesellschaft) zur Aufgabe gemacht Leitlinien für die Behandlung von Diabetes mellitus zu etablieren. Zielsetzungen dieser Leitlinien sind: Vereinheitlichung der Kernaussagen für Diagnostik, Prophylaxe, Klassifikation, Therapie, Therapiekontrollen und Langzeitbetreuung des Diabetes und seiner Begleit- und Folgeerkrankungen.

5. Mikronährstofftherapie

Damit sind wir schon bei der optimalen Versorgung mit Mikronährstoffen. Zusätzliche Mikronährstoffe einzunehmen ist für Zuckerkranke besonders wichtig. Wie oben schon angedeutet, leiden Zuckerkranke unter erhöhtem oxidativem Stress durch aggressive freie Radikale. Dieses gestörte Gleichgewicht zwischen freien Radikalen und Antioxidantien wird auch für die vermehrten Komplikationen bei Diabetikern verantwortlich gemacht. (26)

Um das Gleichgewicht wiederherzustellen, müssen Zuckerkranke zusätzliche Mikronährstoffe einnehmen. Dabei haben sich natürliche Mikronährstoffkonzentrate deutlich besser bewährt als die Einnahme einzelner Mikronährstoffe. So hat eine Studie aus Amerika gezeigt, dass Vitamine aus Obst oder Gemüse zusammen mit den sekundären Pflanzenstoffen darin mehr als 200-mal stärker antioxidativ wirken als isolierte Vitamine. (27)

Und gerade der antioxidative Status ist bei Patienten mit Diabetes mellitus regelmäßig sehr schlecht.(28) Je besser die Versorgung mit natürlichen Mikronährstoffen ist, desto besser kann der Körper gegen freie Radikale vorgehen. Auch der antioxidative Status wird dabei verbessert.

Es ist bereits seit längerem bekannt, dass Antioxidantien Stickoxide bereitstellen, was dazu führt, dass sich die Blutgefässe entspannen und der Blutdruck dadurch sinkt.(29) Grund für diesen Vorgang ist die Hemmung bestimmter Botenstoffe im Gewebe, welche vor allem bei Übergewichtigen und Diabetiker vermehrt vorkommen. Dies führt unweigerlich zu einem Teufelskreis der den Blutdruck steigen lässt und dazu führt, dass die Arterien schneller verkalken.(30)

Auch bei der Entstehung von Diabetes mellitus scheinen freie Radikale beteiligt zu sein. So kann man mit zusätzlichen Mikronährstoffen nicht nur zahlreiche Stoffwechselparameter verbessern und den grundlegenden Teufelskreis von Übergewicht, Insulinresistenz und oxidativem Stress durchbrechen(31), man kann gleichzeitig auch die empfindlichen insulinproduzierenden Beta-zellen der Bauchspeicheldrüse schützen und wieder regenerieren (32).

Antioxidantien helfen auch, die gefürchteten Diabetes-Komplikationen zu verhindern. Auch hier zeigen die Studien, dass ein guter Schutzeffekt nur durch ein Zusammenspiel aller Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe) zu erreichen ist(33).

So werden durch zusätzliche Antioxidantien sowohl die Mikroangiopathie (Fehlfunktion der kleinsten Blutgefäße mit Wundheilungsstörungen etc.) (34) als auch die Makroangiopathie (Verkalkung und Verschluss der größeren Blutgefäße) (35) positiv beeinflusst. Nervenschädigungen werden ebenso reduziert(36) wie die Schäden an den Augen (37). Auch in der letztgenannten Studie zeigt sich einmal der starke Einfluss der natürlichen Mikronährstoffe auf die Zuckerkrankheit. Denn die untersuchten sekundären Pflanzenstoffe aus Beeren schützen nicht nur die Augen, sie verbessern gleichzeitig die Insulinempfindlichkeit der Zellen (38).

Eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Diabetes mellitus spielt auch ein Vitamin-D-Mangel (39). So wird Vitamin D (ebenso wie die Vitamine A,C und E) für eine adäquate Insulinproduktion- und –ausschüttung benötigt (40). Vitamin-D-mangel ist wohl der am weitesten verbreitete. In einer ganz aktuellen amerikanischen Studie aus dem Oktober 2011 hatten 97 % (!) der untersuchten Kinder nachweislich Vitamin-D-Mangel. Gleichzeitig waren bei diesen Kindern auch schon Anzeichen für eine Insulinresistenz nachweisbar, also eine Vorstufe der Diabetes mellitus (41).

Zusätzlich schützt Vitamin D auch noch die Nieren von zuckerkranken Personen und verhindert die Dialysepflichtigkeit (42). Exzessive Vitaminverluste über die geschädigten Nieren können die Folge sein, wenn die Nieren bei Zuckerkranken nicht genügend geschützt werden. So können beispielsweise 200 mg bis 300 mg Vitamin C zusätzlich nötig sein, um diese Verluste auszugleichen.(43)

Heute verstehen wir mehr und mehr die komplexen Zusammenhänge zwischen Übergewicht, Bauchfett, vermehrter Entzündungsneigung und Insulinresistenz. So steigt beispielsweise mit der Höhe der Entzündungswerte auch die Anzahl der Stoffwechselerkrankungen deutlich an(44). Deshalb ist eine entzündungshemmende Ernährungsweise und die Einnhame von Mikronährstoffen mit entzündungshemmendem Effekt auch für Zuckerkranke so wichtig.

Ein gutes Mikronährstoffkonzentrat enthält folgerichtig nicht nur alle Vitamine und Spurenelemente, sondern auch Omega-3-Fettsäuren und Coenzym Q 10. Die beiden letztgenannten haben gerade bei Patienten mit Diabetes einen wichtigen Einfluss auf das Entzündungsgeschehen und die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems.

Omega-3-Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen gelten heutzutage als wichtiger Bestandteil in der Vorbeugung und der Therapie bei Diabetes mellitus. So scheinen speziell pflanzliche Omega-3-Fettsäuren die Neigung zu Diabetes zu verringern(45). Dazu kommen die bekannten entzündungshemmenden Eigenschaften von Omega-3-Fettsäuren, was hilft, Komplikationen bei Diabetes zu verhindern. Es konnte nachgewiesen werden, dass zusätzlich eingenommene Omega-3-Fettsäuren außerdem die oxidativen Schäden am Gewebe reduzieren, den Blutdruck senken und auch das Cholesterin-Profil im Blut verbesseren.(46) Und ganz nebenbei helfen Sie auch noch beim Abnehmen(47).

Mindestens ebenso wichtig ist für Zuckerkranke die zusätzliche Einnahme von Coenzym Q10. Coenzym Q10 verbessert die Funktion der Blutgefäße von Diabetikern(48), verbessert den Zuckerstoffwechsel(49) und schützt die Nieren von Zuckerkranken(50). Coenzym Q10 sollte heute in einem Mikronährstoffpräparat für Zuckerkranke neben Omega-3-Fettsäuren auf jeden Fall enthalten sein.

Zahlreiche weitere Mikronährstoffe haben bei der Therapie des Bluthochdruckes wichtige Aufgaben. Hier sollen noch die Spurenelemente erwähnt werden, die teilweise recht deutlich blutzuckersenkend wirken. Ein besonders wichtiges Beispiel ist das Chrom, das auf viele unterschiedliche Arten in den Zuckerstoffwechsel eingreift. Diabetiker sollten Chrom auf jeden Fall zusätzlich einnehmen, da bei Zuckerkranken die Blutspiegel um etwa ein Drittel niedriger liegen als bei Gesunden und die Verluste über den Urin sind fast doppelt so hoch(51). Ein therapeutischer Erfolg konnte auch hier erst bei einer Kombination mit anderen Mikronährstoffen nachgewiesen werden.(52)

Hier möchten wir auch noch auf die wichtige Wirkung von Zink für Diabetiker hinweisen. Zink verbessert nicht nur die Heilung der Haut bei Zuckerkranken, es stärkt auch das Immunsystem und reduziert Entzündungen(53). Zudem hat es zahlreiche Effekte auf mehr als 300 Enzyme im Körper (54), was bei einer optimalen Einnahme auch zu deutlichen Verbesserungen bei relevanten Parametern des Zuckerstoffwechsels führt(55).

Deshalb bevorzugt man heute in der modernen Mikronährstofftherapie als Basistherapie bei der Zuckerkrankheit ein moderat dosiertes, natürliches Mikronährstoffkonzentrat, in dem alle Mikronährstoffe zusammen enthalten sind. Diese erlaubt es, alle oben genannten Vorteile zu vereinen, alle Zellen werden optimal versorgt und sie können bis auf die Ebene der Gene besser arbeiten.

Um eine Verstärkung der Wirkung zu erfahren, sollten sie ausschließlich auf natürliches Mikronährstoffkonzentrat zurückgreifen. Nur wenn alle nötigen Stoffe in Kombination eingenommen werden, kommt es den erwünschten Synergieeffekten.

6. Veränderungen im Lebensstil

Wer langfristig Erfolge im Kampf gegen die Zuckerkrankheit verzeichnen will der sollte nicht nur auf siene Ernährung, sondern auch auf seinen allgemeinen Lebensstil achten. Mehrere Studien haben gerade gezeigt, dass beispielsweise spezielle Schulungsprogramme entgegen allgemeiner Annahmen sogar langfristige Erfolge im Kampf gegen Diabetes mellitus zeigten.

Drei Studien mit sogenannten Lifestyle-Interventionen haben sich Forscher aus Finnland vorgenommen und die Daten hinsichtlich des langfristigen Nutzens der Programme analysiert. Die Dauer der Programme lag bei knapp drei bis hin zu sechs Jahren. Zum Programmende war die Diabetesrate in allen drei Interventionsgruppen um etwa die Hälfte geringer als in den Kontrollgruppen.(56) Wie effektiv die Veränderungen des Lebensstils sind, zeigt eine weitere Studie. Hier wurden 5 einfache Ziele für die Veränderungen des Lebensstils festgelegt:

  1. Eine Gewichtsabnahme von mindestens 5%
  2. Eine relativ fettarme Ernährung mit weniger als 30 % der Tageskalorien aus Fett
  3. Weniger als 10 % der Tageskalorien aus gesättigten (tierischen) Fetten
  4. Eine vermehrte Aufnahme von Ballaststoffen von mehr als 15g/1000 kcal.
  5. Eine Zunahme der körperlichen Bewegung auf mindestens 4 Stunden pro Woche

Von den 522 Teilnehmern mit einer krankhaften Glukosetoleranz – einer Diabetes-Vorstufe – die mindestens 4 der 5 Ziele erreichten entwickelte kein einziger in den nächsten 3 Jahren eine Zuckerkrankheit.(57)

In allen Untersuchungen war es die Kombination der Risikofaktoren, die besonders schlimme Auswirkungen hatte. Andererseits zeigt die gerade erwähnte Studie auch, dass man mit recht geringem Aufwand durch die Reduktion mehrerer Risikofaktoren für seine Gesundheit einiges gewinnen kann.

So konnte gezeigt werden, dass Menschen mit mehr Bewegung und einer einigermaßen gesunden Ernährung ein um die Hälfte reduziertes Risiko für die Zuckerkrankheit haben. Wenn die Menschen zusätzlich nicht rauchen und wenig Alkohol trinken, könnten 80 % der Zuckerkrankheiten verhindert werden und wenn die Menschen dann auch noch einen normalen Bauchumfang hätten, könnte man 9 von 10 neue Diabetesfälle verhindern.(58)

Ganz wichtig ist deshalb neben der Ernährungstherapie auch die Erhöhung der körperlichen Aktivität mittels Kraft- und Ausdauertraining zur Basistherapie. In der Basistherapie der Zuckerkrankheit ist die regelmäßige körperliche Betätigung entscheidend, um die zuckersenkenden Effekte aufrecht zu erhalten. Die Patienten sollten im Vergleich zur Alltagsaktivität mindestens 1000 Kilokalorien pro Woche durch eine individuell angemessene Trainingsintensität mehr verbrauchen. Körperliches Training reduziert die Fettmasse, erhöht die Insulinempfindlichkeit und verbessert die Glukoseaufnahme in die Muskulatur. Langfristig kommt es so zu einer Verbesserung des Zucker- und Fettstoffwechsels und insgesamt zu einer höheren Lebenserwartung.(59)

Die beste Wirkung wird erreicht, wenn etwa 3 Mal die Woche über mindestens 30 Minuten Sport getrieben wird, da nach etwa 72 Stunden der blutzuckersenkende Effekt des Trainings nachlässt.(60) Geeignet sind Schwimmen, Laufen und Wandern, aber auch Sportarten, die mehr auf die muskuläre Kraft abzielen.

Die nachstehende Tabelle zeigt Ihnen den ungefähren Energieverbrauch verschiedener Sportarten bei 15 Minuten Sport, je nach Körpergewicht (Quelle: Netdoktor.de):

Diabetes Zuckerkrankheit

Die körperliche Betätigung und die allgemeine Fitness sind empfindliche Indikatoren, die das Risiko an einer Herz-Kreislauf-krankheit zu sterben, anzeigen (61) Die folgenede Grafik zeigt den Zusammenhang sehr deutlich: Zwischen dem besten Fitnesszustand (Quartil 4) und dem schlechtesten (Quartil 1) zeigt sich schon nach fünf Jahren der Beobachtung ein deutlicher Unterschied bei der Sterblichkeit, der sich mit den Jahren enorm vergrößert.

Allerdings muss man sich bewusst darüber sein, dass diese positiven Effekte nur erreicht werden können, wenn der Körper ausreichend mit Mikronährstoffen versorgt wird, denn in Phasen körperlicher Anstrengung wird auch der Verbrauch höher.

Ebenso hilft ausreichend Bewegung beim Abnehmen, was sich wiederum deutlich senkend auf den Blutdruck auswirkt (Pro Kilo kann Ihr Blutdruck um 1,5 bis 2,5 mmHg absinken) und beeinflusst Diabetes mellitus, Insulinresistenz, Herzschwäche und erhöhte Blutfettwerte positiv. Eine Kombination mit anderen Lebensstil-Änderungen erhöht dabei die Effekte.(62)

Immer noch unterschätz wird die Wichtigkeit des Rauchstopps bei Zuckerkranken. Rauchen erhöhtes Risiko zuckerkrank zu werde deutlich und auch das Risiko für Komplikationen erhöht sich deutlich, abhängig von der täglichen Zigarettenmenge. So haben moderate Raucher (bis zu 20 Zigaretten pro Tag) ein um ein Drittel höheres Risiko, starke Raucher (über 20 Zigaretten täglich) ein um 2/3 höheres Risiko – und das unabhängig vom Körpergewicht und den Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten.(63)

Als letzten Punkt bei den Veränderungen des spielt der Schlaf eine wichtige Rolle. Während des Schlafes wird zwar der Energieumsatz um 15% reduziert, die Veränderungen der Hormonausschüttung während des Schlafes bewirken aber den Einfluss auf den Zuckerstoffwechsel. In der Nacht wird beispielsweise Wachstumshormon (Somatotropes Hormon, STH) freigesetzt, die größten Mengen davon werden vor Mitternacht ausgeschüttet. Deswegen sollte man vor der Mitternacht schlafen gehen.(64) Denn das Wachstumshormon ist einer der Gegenspieler zum Insulin und trägt zu dessen Regulation bei.

So ist eine Verkürzung des Schlafes eindeutig mit einer vermehrten Kalorienaufnahme am Tag und einer stärken Gewichtszunahme verbunden.(65) Selbst bei Kindern ist der Zusammenhang zwischen kürzerem Schlaf und größerer Gewichtszunahme in dutzenden von Studien nachgewiesen.(66)

Schlafmangel beeinflusst aber nicht nur die Appetitregulation, sondern auch direkt die Regulation von Blutzucker und die Insulinempfindlichkeit der Zellen.(67) der gesundheitsschädliche Effekt von Schlafmangel auf den Zuckerstoffwechsel erklärt sich durch zahlreiche Veränderungen im hormonellen Gleichgewicht, was zu einer deutlichen Zunahme an Zuckerkranken führt.(68)

7. Sonstige Naturheilverfahren

Ingwer-Zimt-Tee

Bereits 1/2 Telöffel vom Gewürz Zimt reduziert die Blutzuckerwerte bei Diabetiker merklich. Das hat eine Studie aus den USA ergeben. Probanden mit Diabetes Typ 2 erhielten täglich 1, 3 und 6 Gramm Zimt-Pulver nach dem Essen. Innerhalb einer Woche waren die Blutwerte dieser Gruppe im Durchschnitt um 18 bis 29 Prozent niedriger als die Werte einer Kontrollgruppe, die kein Zimt bekam. Einige Testpersonen erreichten sogar normale Blutzuckerwerte. Man vermutet, daß die blutzuckersende Wirkung auf die wasserlösliche Substanz Methylhydroxy-Chalcon-Polymer zurückzuführen ist.(69) Nebenbei wurden auch noch die Trigycerid- und Cholesterin-Werte gesenkt.

Daneben hat auch Ingwer seit alters her bekannte Anti-Diabetes-Eigenschaften. Aktuelle Studien bestätigen dies nun. So aktiviert Ingwer unter anderem zahlreiche Enzyme, die an der Kontrolle des Blutzuckers beteiligt sind.(70)

Versuchen Sie doch einfach folgendes Rezept:

Trinken Sie jeden Tag 1-2 Tassen Tee, in dem Sie 500 ml Wasser etwa 30 Minuten mit einer halben Zimtstange und einen etwa daumennagelgroßem Stück Ingwer kochen. Bitte trinken sie den Tee ungesüßt.

Feigenkaktus-Extrakt

Sehr interessant sind auch Extrakte aus dem mexikanischen Feigenkaktus (Hando Nopal-Feigenkaktus). Der Nopal ist reich an Eisen, Calcium, Kalium, Magnesium, Mangan, Silicium, Aluminium, weiter an Aminosäuren, den Vitaminen A, B 1, B 2, B 3, und C, aber auch an sekundären Pflanzenstoffen wie Harzen, Tanninen und Karotinen. Ganz entscheidend aber ist ein Enzym in den Schösslingen des Nopals mit dem Namen Glycose-6-Phosphat-Isomerase. Dieses Enzym kann zu hohe Blutzuckerwerte senken. Der Extrakt aus dem Nopal-Kaktus senkte in aktuellen Studien zu hohe Blutzuckerwerte bei Patienten mit Diabetes Typ I und Typ II.(71)

Den pulverisierten Extrakt des Nopal-Kaktus gibt es als Kapseln zur Nahrungsergänzung.

8. Was Sie selbst tun können – Empfehlungen zusammengefasst

Essen und Trinken

  • Ernähren Sie sich gesund (regelmäßig Gemüse, Obst, oft Fisch etc.) und abwechslungsreich, mit vielen Ballaststoffen.
  • Reduzieren Sie den Anteil von Kohlenhydraten in der täglichen Ernährung.
  • Verwenden Sie mehrmals in der Woche hochwertige, kaltgepresste Pflanzenöle und frische Kräuter.
  • Trinken Sie nur wenig Alkohol oder gar keinen.

Mikronährstoffe

  • Sein Sie sich bewusst, wie wichtig ein ausgeglichener Mikronährstoffhaushalt ist und verwenden Sie deshalb ein biologisches Mikronährstoffkonzentrat mit Omega-3-Fettsäuren und Coenzym Q10.

Bewegung und Entspannung

  • Sorgen Sie für regelmäßigen körperlichen Ausgleich, Spaziergänge, Ausdauersport, Gymnastik.
  • Gehen Sie vor Mitternacht ins Bett und schlafen Sie genügend um erfrischt aufzustehen. Sehen Sie weniger Fern! Studien haben gezeigt, dass Menschen, die weniger als 10 Stunden in der Woche fernsehen, ein 46% geringeres Diabetes-Risiko haben. (13)

Weitergehende Informationen und Bücher zum Thema

Deutsche Diabetes-StiftungAuf den Seiten der Deutschen Diabetes-Stiftung finden Sie zahlreiche Informationen rund um Diabetes mellitus. Unter anderem finden Sie dort einen Test, mit dem Sie Ihr persönliches Diabetes-Risiko herausfinden können.

Schlank im SchlafDr. Detlef Pape Gräfe und Unzer Verlag 2007 Preis: 19,99 € ISBN-10: 3774287791

LOGI-Methode: Glücklich und schlankNicolai Worm Systemed Verlag 2009 Preis: 19,90 € ISBN-10: 3927372269

(1) World Health Organisation Department of Noncommunicable Disease Surveillance (1999): Definition, Diagnosis and Classification of Diabetes Mellitus and its Complications. WHO/NCD/NCS/99.2.
(2) Deutsche Diabetes-Union: Gesundheitsbericht Diabetes 2007, Archiv Version
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