Heuschnupfen (Fachbegriff: Rhinitis allergica oder Pollinosis) gehört zu den häufigsten allergischen Erkrankungen überhaupt. Ursache ist eine (saisonale) Allergie auf die Pollen von Pflanzen. Bei Allergie auf Hausstaubmilben oder Schimmelpilze kann es das ganze Jahr über zu Beschwerden kommen, die dem Heuschnupfen ähneln. Spezielle Abwehrmoleküle unseres Körpers (Immunglobulin E, IgE) rufen dabei Entzündungen vor allem an den Schleimhäuten hervor.

Der Heuschnupfen betrifft die oberen Luftwege und geht mit einer hohen Zahl an Begleiterkrankungen (Komorbidität) einher. So kann der Heuschnupfen (Pollinosis) unbehandelt zu anderen Atemwegserkrankungen wie Asthma und Entzündung der Nasennebenhöhlen führen. Diesen sogenannten „Etagenwechsel“ gilt es zu verhindern. In Deutschland leiden rund 18 Millionen Menschen unter Heuschnupfen – und jedes Jahr werden es mehr. Weltweit sind es bereits 500 Millionen Menschen.(1) Kann der aktuelle Trend nicht gestoppt werden, wird im Jahr 2015 bereits jeder zweite Europäer an einer Allergie leiden.(2) Die Erkrankung beginnt meistens im frühen Kindesalter und führt jahrzehntelang zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität. Die gesundheitlichen Auswirkungen betreffen das Sozialleben, die schulische Leistungsfähigkeit und die Arbeitsproduktivität. So belaufen sich die Fehlzeiten am Arbeitsplatz in Deutschland auf geschätzte eine Million Arbeitstage im Jahr. Ähnlich wie bei der gemeine Erkältung verringert der Heuschnupfen (Pollinosis) die Merkfähigkeit und andere Gehirnleistungen um bis zu 30%.(3)

Wie lange die Symptome andauern, hängt ab von der Empfindlichkeit gegen das Allergen (auslösender Stoff) sowie vom Zeitraum, in dem Kontakt zum Allergen besteht. Pollen von Blüten und Gräsern treten nur zu bestimmten Monaten oder in bestimmten Gebieten auf (siehe unten). Inzwischen schniefen manche Allergiker fast das ganze Jahr. Daran ist der Klimawandel nicht ganz unschuldig. Es gibt heute zahlreiche Pollen neuer Pflanzen in Deutschland, zum Beispiel die Pollen der Ambrosia-Pflanze aus Amerika. Dazu kommt das Glaskraut aus Italien und beispielsweise Pollen der Olivenpflanze.

Zudem wirken Pollen zusammen mit anderen Stoffen, die mit in der Luft sind deutlich allergener. Pollen können sich etwa mit Rußpartikeln vom Dieselmotor zusammentun. Wenn diese Kombination eingeatmet wird, hat sie eine wesentlich stärkere Wirkung für die Pollenallergie, als wenn ich die Stoffe getrennt einatme.(4) Kompliziert zu werden verspricht der Heuschnupfen (auch Allergische Rhinitis oder Pollinosis genannt) durch ein weiteres allergischen Phänomen, nämlich der Kreuzallergie: So reagiert manchmal das Immunsystem von Kindern oder Erwachsenen, die zum Beispiel auf die Pollen der Birke allergisch sind, auch auf pflanzliche Nahrungsmittel, etwa eine bestimmte Apfelsorte, Haselnuss, Karotte und anderes allergisch. Die Ursache liegt in der Verwandtschaft beziehungsweise strukturellen Ähnlichkeiten zwischen den Pflanzen.

Behandelt wird der Heuschnupfen in der Regel mit Medikamenten (Kortison, Antihistaminika, Cromoglyzinsäure) oder durch die sogenannte spezifische Immuntherapie (auch Hyposensibilisierung genannt). Allerdings sind die Therapien gegen Heuschnupfen nicht ohne Nebenwirkungen. Der Wirkmechanismus der spezifischen Immuntherapie ist nicht vollständig geklärt. Da aber nur der Auslöser behandelt wird, bleibt die Bereitschaft für eine Allergie des Körpers bestehen. Deshalb beobachten Therapeuten oft Verschiebungen der Allergie – die behandelte Allergie ist möglicherweise verschwunden, es treten aber neue auf. Dazu wurde in aktuellen Studien beobachtet, dass es während und nach einer solchen Immuntherapie zu einem Ungleichgewicht im antioxidativen System kommt.(5) Es ist also bei einer Hyposensibilisierung zumindest auf eine zusätzliche Zufuhr natürlicher Antioxidantien zu achten.

Viele Menschen sind deshalb auf der Suche nach Alternativen um ihre Pollenallergie zu behandeln, da die Medikamente auch bei Kindern oft nicht eingestzt werden können. Neue Forschungen bieten hier einige interessante, nebenwirkungsfreie Ansätze.

1.Ursachen für Heuschnupfen

Unser Immunsystem ist normalerweise so gepolt, dass es Krankheitserreger oder unerwünschte Zellen im Körper erkennt und abwehrt. Mit vielen Schädlingen werden wir so leichter fertig oder erkranken erst gar nicht. Durch einen „Unfall“ im Wechselspiel zwischen Genen und Umwelt können Immunzellen plötzlich gegen einen harmlosen Stoff besonders empfindlich, also sensibilisiert werden. Dieser Stoff wird dann zum Allergen, und das Immunsystem bildet passgenaue Antikörper. Diese IgE-Antikörper, welche speziell gegen das Allergen gerichtet sind, findet man vor allem an Mastzellen gebunden. Besonders häufig sind sie in der Darmwand.

Diese IgE-Antikörper erkennen von nun an bei jedem weiteren Kontakt das Allergen. Mit der Zeit bildet das Immunsystem immer mehr Antikörper. Sie können das Allergen „abfangen“. Irgendwann verläuft dieser Vorgang sehr stürmisch – unter Mitbeteiligung hoch aktiver Botenstoffe, die auch bei Entzündungen im Körper eine Rolle spielen, etwa Histamin –, sodass es erstmals zu allergischen Symptomen kommt.

Die typischen Reaktionen des Körpers Rötung, Jucken, Niesen und die laufende Nase werden durch Histamin und andere Botenstoffe ausgelöst. Der Sinn ist eine verbesserte Durchblutung (dadurch kommt die Rötung zustande), um nachrückenden Abwehrzellen den Weg zu erleichtern, Jucken, um die Aufmerksamkeit auf besagte Stelle zu bringen, Niesen und Schleimbildung, um Fremdstoffe aus dem Körper zu schaffen.

Die Veranlagung zu jeder Allergie wird vererbt. Die steigende Zahl der Erkrankungen wird durch die Zunahme der Hygiene und die Steigerung der Aggressivität von Allergenen durch Schadstoffe sowie durch veränderte Lebensgewohnheiten erklärt. Die ursprüngliche Aufgabe von Immunglobulin E war die Abwehr von Parasiten, deshalb sind sie im Darm besonders häufig. In den Industrienationen sind aber Krankheiten, die durch diese hervorgerufen werden, eine Seltenheit geworden.

Augenscheinlich ist, dass in Ländern der Dritten Welt allergische Erkrankungen fast unbekannt sind. Die Hygiene-These besagt, dass die arbeitslosen Abwehrkörper sich neue Feinde schaffen, zum Beispiel eingeatmete Pollen. In Deutschland leiden Kinder vom Lande, die mit Tieren und Blüten aufwachsen, seltener unter Allergien.(6)

Wichtige Risikofaktoren für die Entwicklung von Heuschnupfen (Allergische Rhinitis) sind:

  • Kein oder zu kurzes Stillen
  • Übergewicht als Kind
  • Passivrauchen als Kind
  • Zu starke Hygiene (Desinfektionsmittel im Haushalt)
  • Darmstörungen (so genanntes leaky-gut-Syndrom, erkennbar an einem hohen α1-Antitrypsin-Wert im Stuhl)

Noch ein Rat für alle Eltern, die befürchten, ihre Neigung zu Allergien an Ihre Kinder weiterzuvererben. Eine allergenarme Ernährung während der Schwangerschaft nimmt keinen Einfluss auf das Erkrankungsrisiko des Nachwuchses. Die Gefahr ist größer, dass es durch striktes Meiden bestimmter Nahrungsmittel zur Unterversorgung von Mutter und Fötus kommt. (7) Um solche Versorgungsengpässe zu vermeiden, wird eine natürliche Mikronährstoffergänzung angeraten. Neue Studien deuten darauf hin, dass eine solche natürliche Ergänzung das Immunsystem des Kindes positiv beeinflussen kann. Wichtige Inhaltsstoffe sind dabei die natürlichen Formen der Vitamine C, D und E sowie Selen und Omega-3-Fettsäuren.(8) Weitere Empfehlungen dazu finden Sie weiter unten im Kapitel über Mikronährstoffe.

Die wirksamste Prävention gegen Heuschnupfen, ist das ausschließliche Stillen des Neugeborenen durch Muttermilch mindestens bis zum vierten oder auch sechsten Lebensmonat. Sollte dies unmöglich sein, stellt die Ernährung mit nachgewiesenermaßen nichtallergischen Ersatzmilchstoffen für wenigstens vier Monate eine ebenfalls wirksame Alternative zur Vorbeugung von Allergien dar. Dabei sollte aber feste Nahrung oder Kuhmilch völlig vermieden werden.(9) Ab dem fünften Lebensmonat kann ein Baby Beikost erhalten. Nach und nach kann ein Kind, wenn sonst nichts dagegen spricht, auf gesunde „Erwachsenenkost“ einschließlich Fischmahlzeiten (schon in der Beikost!), die wohl Allergien vermeiden helfen, eingestellt werden.

2. Ernährungstipps bei Heuschnupfen

Zunächst sei gesagt, damit das biochemische System Mensch möglichst reibungsfrei arbeiten kann, braucht es alles. Alle Vitamine, Mineralien, Ballaststoffe, Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate. Fehlen nur kleine Bausteine, so bedeutet dies, bestimmte Funktionen können nicht mehr einwandfrei abgerufen werden.

Da Histamin der wichtigste Botenstoff bei einer Allergie ist, empfiehlt es sich, histaminreiche Lebensmittel aus dem Speiseplan zu streichen um Heuschnupfen zu vermeiden. Das heißt, dass Speisen und Getränke, die einen langen Reifungsprozess durchlaufen (zum Beispiel Hartkäse oder Salami) oder Lebensmittel, die einem Gärprozess unterworfen sind (zum Beispiel Rotwein, Weizenbier, Sauerkraut) zu meiden sind. Jegliche Zufuhr von Histamin durch Nahrungsmittel kann den Heuschnupfen (Allergische Rhinitis) verstärken.

Histamin in Nahrungsmitteln kann weder durch Tiefkühlung, noch durch Backen, Grillen oder Kochen der Speisen inaktiviert werden. Histaminvorstufen werden vor allem durch Bakterien gebildet, wodurch auch lang gelagerte Speisen im Zuge des vermehrten bakteriellen Verderbs vermehrt Histamin enthalten. In Abhängigkeit von Herstellung, Zubereitung und Lagerung der Lebensmittel schwanken die Histamingehalte enorm.

Meiden Sie beispielsweise:
  • Eingelegte/konservierte Lebensmittel
  • Käse: vor allem Hartkäse – je älter ( je länger gereift) desto mehr Histamin
  • Geräuchertes Fleisch, Schinken, Salami, …
  • die meisten Fischprodukte (alle Meeresfrüchte), v.a. Fischkonserven
  • Schwarzer und grüner Tee
  • Weizenkeime
  • Nüsse
  • Essig
Gut vertragen werden in der Regel:
  • Frischkäse
  • pasteurisierte Milch
  • frisches Fleisch (frisch, gekühlt, gefroren)
  • Fangfrischer Fisch
  • Frisches Obst: Melone, Heidelbeeren, Preiselbeeren, Litchi, Mango, Khaki, Rhababer, Kirschen, Blaubeeren, Johannisbeeren, Aprikosen, Äpfel
  • Frisches Gemüse: Grüner Salat, Kohlsorten, Rote Beete, Kürbis, Zwiebel, Radieschen, Rettich, Rapunzel, Paprika, Karotten, Brokkoli, Kartoffeln, Gurke, Lauch, Zucchini, Mais, Spargel, Knoblauch
  • Getreide, Teigwaren: Dinkel-, Mais-, Reisnudeln, hefefreies Roggenbrot, Mais-Reis-Knäckebrot, Reis, Haferflocken, Reiswaffeln Mais-, Reis-, Hirsemehl
  • Milchersatz: Reis-, Hafer-, Kokosmilch
  • Kräutertee
  • Eigelb

Des Weiteren gelten natürlich die üblichen Regeln der gesunden Ernährung um dem Heuschnupfen entgegenzuwirken. Sie sollten insgesamt etwas weniger Kohlenhydrate essen, also weniger weißes Brot, weniger Nudeln und Reis, dafür etwas mehr Gemüse und Obst. Zu viele dieser getreidehaltigen Sattmacher fördern Entzündungen und stören das Gleichgewicht im Darm. Damit wird Ihr Organismus anfälliger für Allergien. Zu viele tierische Lebensmittel – vor allem die Fette von Tieren aus konventioneller Masttierhaltung – fördern Entzündungen im ganzen Körper und stören ebenfalls die Darmflora. Man konnte nachweisen, dass Produkte von Tieren aus artgerechter Haltung hier sogar gesunde Effekte aufweisen. Essen Sie mindestens 2-mal in der Woche frischen Fisch und verwenden Sie möglichst oft pflanzliche Öle in der „kalten“ Küche. Der hohe Gehalt an ungesättigten Fettsäuren wirkt stark entzündungshemmend, ist wichtig für ein ausbalanciertes Immunsystem und wirkt antiallergisch.

3. Mikronährstofftbasierte Therapie

Mikronährstoffe spielen bei praktisch allen Stoffwechselreaktionen eine große Rolle. Sie steuern die Produktion und Ausschüttung der Hormone und Botenstoffe und sind auch an deren Abbau beteiligt. Am bekanntesten und am besten untersucht ist die Wirkung von Vitamin C als ein natürliches Antihistaminikum, es beschleunigt den Histaminabbau.(10) So konnte beispielsweise in einer placebokontrollierten Studie gezeigt werden, dass zusätzliches Vitamin C beispielsweise die Durchgängigkeit der Bronchien schnell verbessert, die Wirkung von Vitamin C war im gegensatz zum Placebo schon nach einer Stunde messbar. (11) Zahlreiche weitere Mikronährstoffe haben ebenfalls Antihistamin-Wirkungen und beugen so Heuschnupfen (Pollinosis) vor. So verlangsamen Vitamin B3, Kalzium und Zink die Ausschüttung von Histamin im Körper, weil sie die Zellwände der Histamin-produzierenden Zellen stabilisieren.(12) Auch Vitamin D, für das in Mitteleuropa ein weitverbreiteter Mangel nachgewiesen ist (13), scheint für die Behandlung von schwerem Heuschnupfen (Allergische Rhinitis) wichtig zu sein.(14) So wurde in einer Studie mit über 600 Kindern gezeigt, dass (häufig vorkommende) niedrige Vitamin-D-Spiegel signifikant mit erhöhten Markern für eine Pollenallergie und der Schwere von Asthma zusammenhängen.(15)

Ein gutes, natürliches Mikronährstoffprodukt enthält aber nicht nur Vitamine und Mineralien, auch Omega-3-Fettsäuren und unterschiedliche sekundäre Pflanzenstoffe sollten enthalten sein. Für beide gibt es eine Reihe von Studien, die die Wirkung zur Reduktion des Histaminspiegels bestätigen. Omega-3-Fettsäuren sind wichtige Gegenspieler zu den heute in der Ernährung dominierenden tierischen Fetten. Während die in den tierischen Fetten überwiegenden gesättigten Fette die Bildung von Entzündungbotenstoffen stimulieren, hemmen Omega-3-Fettsäuren diesen Stoffwechselprozess und helfen so den Histaminspiegel im Körper zu reduzieren.(16) Übrigens zeigen neue Studien, dass emulgierte Omega-3-Fettsäuren in einem komplexen Mikronährstoffprodukt in Saftform besser aufgenommen werden als die üblichen Omega-3-Kapseln. (17)

Sekundäre Pflanzenstoffe haben ähnliche Effekte. So stabilisiert Quercitin ebenfalls die Mastzellen und senkt so die Konzentrationen von Histamin. (18) Dadurch wird der Heuschnupfen (Pollinosis) zumindest hinausgezögert. Eine wichtige Option im Kampf gegen den Heuschnupfen ist die Förderung der Darmgesundheit. Wie oben erwähnt, scheint sich eine Allergie aus der Untätigkeit der in überwiegend in der Darmwand sitzenden Mastzellen mit IgE-Antikörpern zu entwickeln. Das Konzept der positiven Beeinflussung der Darmflora durch bestimmte Bakterienkulturen wie beispielsweise milchsauer vergorene Lebensmittel wurde bereits Anfang des letzten Jahrhunderts wissenschaftlich untersucht (19). Aktuelle Studien weisen auf einen Effekt zumindest bei Kindern hin. So konnten in einer placebokontrollierten Studie mit mehr als 100 Kindern die allergiespezifischen Symptome und einige Laborparameter, die auf eine Verbesserung der Darmgesundheit schließen lassen (z.B. IgA) verbessert werden. (20)

4. Veränderungen im Lebensstil

Oben haben wir schon gezeigt, wie wichtig Ernährung und Mikronährstoffe bei Heuschnupfen (Allergische Rhinitis) sind. Doch auch das Verhalten vor und während der Heuschnupfenzeit kann erheblichen Einfluss auf die Symptomatik haben. Meiden Sie die Pollen soweit es Ihnen möglich ist. Legen sie Ihren Urlaub in Ihre Hautallergiezeit. Am Meer und in den Bergen über 1200 Metern Höhe ist Luft praktisch frei von Pollen. Klar ist auch, dass jemand, der auf Wiesengräser allergisch reagiert, in der entsprechenden Zeit besser auf Distanz zur Natur geht. Nachts sollten die Fenster geschlossen bleiben. Nur stoßweise lüften, bei Schauern besser danach, da die Luft dann sauberer ist. In der Stadt erreicht die Konzentration der Pollen normalerweise abends ihren Höhepunkt. Für die Fenster gibt es Schutzgitter, fürs Auto Pollenfilter. Es empfiehlt sich, abends vor dem Zubettgehen die Pollen aus Haaren und Kleidern zu waschen, jedenfalls die Kleider nicht im Schlafzimmer herumliegen zu lassen. Auch Schlaf ist ein wichtiger Baustein in der Heuschnupfen – Therapie. Im Schlaf sinkt der Histaminspiegel gegen null. Nach ein bis mehreren Stunden Schlaf erholt sich der Körper wieder von der Pollenallergie. In diesen Kontext gehört auch die Stressverarbeitung. Chronischer Stress ist wohl ebenfalls an der Entstehung von Allergien beteiligt. So zeigte eine ganz neue Studie, dass chronischer Stress die Funktion unserer Zellkraftwerke (Mitochondrien) beeinträchtigt und dadurch die Barrierefunktion der Darmzellen nicht aufrechterhalten werden kann. Dies führt zu einer vermehrten Belastung des Immunsystems und zu einer erhöhten Allergieneigung. (21) Rechtzeitiger Stressabbau ist gerade im der Heuschnupfensaison besonders wichtig. Weitere topaktuelle Studien empfehlen die regelmäßige Anwendung von erlernten Entspannungsverfahren (Autogenes Training, Muskelentspannung nach Jacobson, Yoga), um einer akute Verschlechterung einer Pollenallergie vorzubeugen.(22)

5. Sonstige Naturheilverfahren

Nasendusche

Gänzlich wird sich ein Kontakt während der Saison aber nicht vermeiden lassen. Dann sollten Sie aber versuchen, den Kontakt zwischen Ihren Schleimhäuten und den Pollen möglichst gering zu halten. Ein Geheimtipp ist dabei die Nasendusche. Sie wirkt wahre Wunder gegen die Pollenallergie Besorgen Sie sich in Apotheke oder Sanitätshaus eine Nasendusche. Spülen Sie morgens und abends einmal die Nase durch. Das klingt unangenehmer als es ist. In der Gebrauchsanweisung ist das Vorgehen genau beschrieben. Bei richtiger Anwendung läuft auch keine Kochsalzlösung den Rachen hinunter. Sie können fertige physiologische Kochsalzlösung kaufen. Es ist aber auch möglich, eine solche selbst herzustellen. Wenn Sie einen Esslöffel Kochsalz mit einem Liter Wasser mischen, dann haben Sie eine physiologische Kochsalzlösung, wie sie in unserem Körper vorkommt. Ist die Lösung deutlich zu dünn oder zu konzentriert, dann beißt es in der Nase. Bei richtiger Konzentration merken Sie praktisch nichts. Da Sie die Lösung immer frisch zubereiten sollten und die Nasendusche gewöhnlich ¼ Liter Lösung fasst, kommen Sie mit ½ Teelöffel Kochsalz in der Regel gut aus. Eine solche Spülung mit der Nasendusche befreit die Nasenschleimhaut von den lästigen Pollen und hilft so, die Symptome einer Pollenallergie zu mindern. Nach der Spülung empfiehlt es sich, einen Tropfen Olivenöl in jedes Nasenloch zu massieren. Befeuchten Sie dazu den Zeigefinger mit etwas Öl und reiben Sie das Nasenloch damit gut aus. Schnupfen Sie es dann hoch. Die oftmals entzündlich gereizte Nasenschleimhaut heilt so besser ab. Die Pollen können ihre allergische Wirkung nicht so gut entfalten, wenn die Schleimhaut mit einem leichten Ölfilm benetzt ist. Wem diese Methode zu unangenehm ist, kann auch das Coldastop Nasenöl mit der beigefügten Pipette eintropfen.

Homöopathie

Das Mittel Galphimia glauca (eine südamerikanische Heilpflanze) hat sich sogar in kontrollierten wissenschaftlichen Studien einer Placebo-Therapie (Scheinbehandlung) als überlegen erwiesen. Sie sollten einige Wochen präsaisonal beginnen, dreimal täglich eine Tablette in der D6 einzunehmen. (23) Ebenso haben sich in Studien Präparate bewährt, die Euphorbium als homöopathisches Mittel oder als alkoholischen Extrakt enthalten. Diese Präparate gibt es heute auch als Nasenspray in der Apotheke.(24) Akupunktur In einer kleinen Pilotstudie in Korea konnte auch ein deutlicher Effekt der Akupunktur bei Heuschnupfen (Allergische Rhinitis) gezeigt werden. So konnte bei den 17 Teilnehmern, die im Durchschnitt schon 12 Jahre an Heuschnupfen litten, nach 10 Akupunktursitzungen (2x pro Woche), eine deutliche Verbesserung bei praktisch allen gemessenen Symptomen des Heuschnupfens (Pollinosis) erreicht werden.(25)

6. Was Sie selbst tun können – Meine Empfehlungen

Essen & Trinken

  • Trinken Sie genügend Wasser. Mindestens 2 Lier am Tag sollten es sein. Wasser ist wichtig für den Abbau von Histamin.
  • Ernähren Sie sich gesund, leicht und abwechslungsreich.
  • Meiden Sie histaminreiche Speisen und Getränke wie Geräuchtertes, Fertiggerichte, Hartkäse oder Hefe.

Bewegung & Entspannung

  • Regelmäßiger Sport kann helfen Stress abzubauen und das Immunsystem zu stabilisieren.
  • Erlernen Sie ein altersentsprechendes Entspannungsverfahren und führe Sie es regelmäßig durch.
  • Gehen Sie rechtzeitig ins Bett und schlafen Sie genügend um Erholung und Histamin-Abbau zu fördern.

Mikronährstoffe

  • Ein ausgeglichener Mikronährstoffhaushalt ist unentbehrlich für die Funktionen unseres Körpers
  • Verwenden Sie zu Ihrer Basisversorgung ein natürliches Mikronährstoffkonzentrat, das auch Vitamin C, Vitamin B3, Zink, Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Tipp: Mikronährstoffpräparate in Saftform kann der Körper deutlich besser und physiologischer verwerten als Pillen oder Pulver.

Lebensweise

  • Gehen Sie den Pollen soweit es geht aus dem Weg (Pollenfilter im Auto, Haare waschen vor dem Zu-Bett-Gehen.
  • Planen Sie Ihren Urlaub in der Heuschnupfen-Hauptsaison, um der Pollenallergie aus dem Weg zu gehen.
  • Wenn Sie in die Natur gehen, ziehen Sie einen Laubwald vor. Er filtert die Pollen der Wiese besser.

Naturheilverfahren

  • Setzen Sie 2 x täglich eine Nasendusche ein.
  • Sehr oft führt ein Heuschnupfen zu starken Spannungskopfschmerzen. EIne schnelle Linderung bringt ein einfacher kalter Gesichtsguss. Der Kälteschock regt über die Rezeptoren den Stoffwechsel an, bringt den Kreislauf in Schwung und löst die Spannungen im Kopf.
  • Sehr hilfreich ist es auch, wenn die Sie zwei Tropfen Pfefferminzöl oder asiatischen Tiger Balm auf die Schläfen, über der Nasenwurzel und den Nacken kreisförmig verreiben.
  • Essen Sie Honig von heimischen Imkern. Bei vielen Menschen wirken die im Honig enthaltenen Pollen wie eine natürliche Hyposensibilisierung.

  • Weitergehende Informationen und Bücher zum Thema Allergien müssen nicht sein Max O. Bruker, Ilse Gutjahr Verlag: Emu (2000) Preis: 15,80 € ISBN-10: 3-8918-9033-8

    Stress-Intelligenz. Stress besser meistern, Lebensenergie gewinnenProf. Christoph Bamberger Verlag: Knaur 2009 Preis: 8,95 ISBN: 978-3-426-78478-5

    (1) Bousquet J. et al.: Allergic Rhinitis and its Impact on Asthma (ARIA) 2008 update (in collaboration with the World Health Organization, GA(2)LEN and AllerGen). Allergy 2008; 63 (suppl. 86): S. 8-160
    (2) Bousquet J et al.: GA2LEN (Global Allergy and Asthma European Network) addresses the allergy and asthma ‘epidemic‘. Allergy 2009(64): S. 969-977
    (3) Bousquet J. et al.: Severity and impairment of allergic rhinitis in patients consulting in primary care. J Allergy Clin Immunol 2006(117): S. 158–162
    (4) Ärztezeitung vom 1.10.2010: Klimawandel: Pollenallergiker haben fast das ganze Jahr Saison
    (5) Lukan N. et al.: Monitoring antioxidant enzymes in red cells during allergen immunotherapy. J Physiol Biochem. 2008(2): S. 143-148
    (6) Nickolaus B.: Allergieprävention: Je früher, desto besser. Dtsch Arztebl 2010;(11): S. A488
    (7) Kramer M.S., Kakuma R.: Maternal dietary antigen avoidance during pregnancy or lactation, or both, for preventing or treating atopic disease in the child. Cochrane Database Syst Rev 2006 (3): CD000133
    (8) Devereux G.: Session 1: Allergic disease: Nutrition as a potential determinant of asthma. Proc Nutr Soc. 2010(1): S. 1-10
    (9) Holst A. et al.: Dietary prevention of allergic diseases in infants and small children. Amendment to previous published articles in Pediatric Allergy and Immunology 2004. Pediatr Allergy Immunol 2008(19): 1-4
    (10) Johnston C.S.: The antihistamine action of ascorbic acid. Subcell Biochem. 1996 (25): S. 189-213
    (11) Bucca C. et al.: Effect of vitamin C on histamine bronchial responsiveness of patients with allergic rhinitis. Ann Allergy. 1990(4): S: 311-314
    (12) Marone G. et al.: Physiological concentrations of zinc inhibit the release of histamine from human basophiles and lung mast cells. Agents Actions 1986 (18): S. 103
    (13) Brot C. et al.: Vitamin D status and its adequacy in healthy Danish perimenopausal women: relationships to dietary intake, sun exposure and serum parathyroid hormone. Br J Nutr. 2001(86): S. S97–S103
    (14) Litonjua A.A.: Childhood asthma may be a consequence of vitamin D deficiency. Curr Opin Allergy Clin Immunol. 2009(3): S. 202-207
    (15) Brehm J.M. et al.: Serum vitamin D levels and markers of severity of childhood asthma in Costa Rica. Am J Respir Crit Care Med. 2009(9): S. 765-771
    (16) Marone G. et al.: Modulation of the release of histamine and arachidonic acid metabolites from human basophils and mast cells by auranofin. Agents Actions. 1986 Apr;18(1-2):100-2
    (17) Raatz S.K. et al.: Enhanced absorption of n-3 fatty acids from emulsified compared with encapsulated fish oil. J Am Diet Assoc. 2009(6): S. 1076-1081
    (18) Chirumbolo S. et al.: Bimodal action of the flavonoid quercetin on basophil function: an investigation of the putative biochemical targets. Clin Mol Allergy. 2010(8): S. 13
    (19) Metchnikoff E.: Sur la flore du corps humain. Manchester Lit Philos Soc 1901; 45: S. 1–38.
    (20) Kalliomäki M. et al.: Probiotics and prevention of atopic disease: 4-year follow-up of a randomised placebo-controlled trial. Lancet. 2003;361(9372): S. 1869-1871.
    (21) Vicario M. et al.: Chronic psychosocial stress induces reversible mitochondrial damage and corticotropin-releasing factor receptor type-1 upregulation in the rat intestine and IBS-like gut dysfunction. Psychoneuroendocrinology. 2011 Jun 3. [Epub ahead of print]
    (22) Liezmann C. et al.: Stress, atopy and allergy: A re-evaluation from a psychoneuroimmunologic persepective. Dermatoendocrinol. 2011(1): S. 37-40
    (23) Lüdtke R., Wiesenauer M.: Eine Metaanalyse der homöopathischen Behandlung von Pollinosis mit Galphimia glauca. Wien Med Wochenschr. 1997;147(14): S. 323-327
    (24) Singh G.D. et al.: Inhibition of early and late phase allergic reactions by Euphorbia hirta L. Phytother Res. 2006 Mar(4): S. 316-321
    (25) Kim J.I. et al.: Acupuncture for improving chronic rhinosinusitis complicated with persistent allergic rhinitis. A prospective observational study. Forsch Komplementmed. 2010;17(6): S. 333-335

    Teilen: