Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, ist verantwortlich für die Produktion der Samenflüssigkeit, dem Transport- und Nährmedium der Spermien. Unter der benignen Prostatahyperplasie (abgekürzt BPH) versteht man eine gutartige Vergrößerung der Prostata, welche meist bei Männern ab dem 50. Lebensjahr eintritt. Im Volksmund bezeichnet man BPH als Prostatavergrößerung. Hierbei handelt es sich keinesfalls um eine seltene Erkrankung – rund 75 Prozent der über 70 Jahre alten Männer sind von den Beschwerden betroffen.

Da die schulmedizinische Therapie mit Medikamenten Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Blutdruckstörungen und Schwindel hervorruft, sind immer mehr Männer auf der Suche nach einer natürlichen Methode, um die Benigne Prostatahyperplasie zu bekämpfen. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie sie BPH mit Hilfe von Mikronährstoffen vorbeugen oder behandeln können.

1. Ursachen und Symptome der BPH

Selbst heutzutage kennen Wissenschaftler und Mediziner noch nicht alle Ursachen der gutartigen Prostatavergrößerung. Als relativ sicher gilt jedoch, dass die verminderte Bildung des männlichen Geschlechtshormons Testosteron und die damit einhergehende Verschiebung des Testosteron-Östrogen-Verhältnis eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von BPH spielt. Dieses entstehende Östrogenübergewicht hemmt wiederrum den natürlichen Zelltod, was gutartige Wucherungen fördert.

Als weitere Ursache sehen viele Forscher das Stoffwechselzwischenprodukt Dihydrotestosteron (DHT), welches mit Hilfe eines bestimmten Enzyms, das im Testosteron enthalten ist, gebildet wird. Man weiß bereits, dass ein hoher DHT-Spiegel zu einer unkontrollierten Bindegewebsvermehrung führt – ein Prozess der auch bei der benignen Prostatahyperplasie zu beobachten ist.

Wie viele andere Erkrankungen ist auch BPH durch einen „leisen“ Verlauf gekennzeichnet, denn im Anfangsstadium sind kaum Symptome wahrzunehmen. Erst wenn die Prostatavergrößerung soweit fortgeschritten ist, dass sie die Harnröhre einengt und es zu Problemen beim Wasserlassen kommt, bemerken viele Betroffene ihr Leiden. Typische Symptome sind:

  • Komplete Entleerung der Blase fällt immer schwieriger.
  • Die Zeit zwischen den Toilettengängen wird kürzer.
  • Wasserlassen ist oft nur mit starkem Pressen möglich.
  • Das Wasserlassen verursacht Schmerzen.

Da die Blase in vielen Fällen nicht mehr ganz entleert werden kann, verspüren Betroffene häufig ein anhaltendes Völlegefühl. Des Weiteren kann es durch den zurückbleibenden Harn zur Vermehrung von Krankheitskeimen kommen, welche auf Dauer Infektionen auslösen.

2. Mikronährstofftherapie

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, suchen viele Männer nach einer natürlichen und schonenden Methode, der Prostatavergrößerung vorzubeugen oder ihre Symptome zu bekämpfen. Wissenschaftliche Studien haben belegt, dass eine gezielte Mikronährstofftherapie sowohl präventiv als auch therapeutisch effektiv ist.

Eine zentrale Rolle nimmt dabei der Mikronährstoff Zink ein. Es hat sich gezeigt, dass das Mineral sowohl zur Vorbeugung als auch zur Therapie der benignen Prostatahyperplasie geeignet ist, da ein Großteil der BPH-Patienten einen verminderten Zink-Spiegel aufweist.

Ebenso haben sich sekundäre Pflanzenstoffe als besonders effektiv erwiesen. Speziell Carotinoide wie Lycopin und Lutein hemmen das Fortschreiten der Prostatavergrößerung. Des Weiteren reduzieren sie das Prostata-spezifische-Antigen (PSA).

Auch antioxidative Mischungen haben bei regelmäßiger Einnahme einen positiven Effekt, da neuste Studien zeigen, dass oxidativer Stress die Entwicklung einer Prostatavergrößerung bis hin zu einem Karzinom auslöst und verstärkt.

In der modernen Mikronährstofftherapie bevorzugt man deshalb heute als Basistherapie bei einer benignen Prostatahyperplasie eine moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischung. Mit Hilfe der enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe kann die Prostata sowohl vorbeugend geschützt, als auch behandelt werden, wenn eine Erkrankung bereits vorliegt.

3. Veränderungen im Lebensstil

Neben der zusätzlichen Einnahme von Mikronährstoffen haben auch die Ernährung sowie bestimmte Lebensgewohnheiten Einfluss auf das Erkrankungsrisiko. Wie bei vielen anderen Krankheiten gilt Übergewicht auch bei der Prostatavergrößerung als auslösender Faktor. Daher sollten Sie, am besten mit Hilfe von Sport, ein Normalgewicht erreichen, um die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung zu senken. Ebenso wird eine gesunde, ausgewogene Ernährung empfohlen, welche aus viel Gemüse, Früchten und möglichst wenig Alkohol bestehen sollte. Auch die Aufnahme von pflanzlichen Sterolen wird empfohlen. Diese Stoffe, welche in Kürbiskernen oder Sägepalmfrüchten enthalten sind, können die Vergrößerung der Prostata verlangsamen oder sogar zurückbilden. Ein weiterer Risikofaktor ist das Rauchen. Falls Sie sich in fortgeschrittenem Alter befinden oder bereits betroffen sind, sollte die Rauchentwöhnung an oberster Stelle stehen.

4. Was Sie selbst tun können

Mikronährstoffe
  • Seien Sie sich bewusst, wie wichtig ein ausgeglichener Mikronährstoffhaushalt ist. Verwenden Sie deshalb zur Basisversorgung ein natürliches Mikronährstoffkonzentrat, das Vitamine, Mineralstoffe (Zink) und sekundäre Pflanzenstoffe (Lycopin, Luetin) enthält.
  • Mikronährstoffpräparate in flüssiger Form kann der Körper deutlich besser und physiologischer verwerten als Pillen oder Pulver.
Lebensstil
  • Achten Sie auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung, welche viel Obst und Gemüse enthält.
  • Reduzieren Sie den Alkoholkonsum so weit wie möglich.
  • Treiben Sie regelmäßig Sport um Übergewicht vorzubeugen oder um es abzubauen.


Literaturverzeichnis

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