Die Krankheit Alzheimer gekennzeichnet durch den fortschreitenden Verlust bereits erworbener Denkfähigkeiten. Betroffen sind v.a. das Kurzzeitgedächtnis, das Denkvermögen, die Sprache und die Motorik, aber auch die Persönlichkeit des Menschen kann sich verändern. Bisher ist diese Krankheit nicht heilbar, man kann jedoch deren Verlauf verzögern. Da die Wirkung von Antidementiva weitgehend umstritten ist und zahlreiche negative Aspekte zur Folge hat, suchen immer mehr Patienten und deren Angehörige nach natürlichen Methoden. Dieser wissenschaftlich fundierte Artikel erläutert Ihnen alternative Konzepte und geht explizit auf die Erkenntnisse der revolutionären Mikronährstofftherapie ein.

Zahl Alzheimer Patienten wird sich in naher Zukunft verdoppeln

Gesundheitsexperten erwarten in den nächsten Jahren einen dramatischen Anstieg der Alzheimer-Erkrankungen. Es wird vermutet, dass sich die Zahl von heute etwa 1,3 Millionen Betroffenen in den nächsten 35 Jahren verdoppeln wird. (1) Nach der Berliner Altersstudie (1996) steigt die Zahl der Menschen mit Alzheimer mit zunehmendem Alter deutlich an:

Altersgruppe Anteil Alzheimererkrankter
  • 65- bis 69-Jährige 1,2 %
  • 70- bis 74-Jährige 2,8 %
  • 75- bis 79-Jährige 6,0 %
  • 80- bis 84-Jährige 13,3 %
  • 85- bis 89-Jährige 23,9 %
  • über 90-Jährige 34,6 %

2009 waren nach einer Statistik bei Verstorbenen schon etwa die Hälfte der Frauen und rund ein Drittel der Männer über 60 Jahre an Alzheimer erkrankt.(2) Alzheimer ist die häufigste Form der Demenzerkrankungen mit etwa 60 % der Fälle. Da dem Betroffenen selbst seine Gedächtnisstörungen oft nicht auffallen, sind zur Diagnosestellung die Angaben der Angehörigen besonders wichtig. Wegen der Schwierigkeit einer objektiven Diagnosestellung wird angenommen, dass immer noch mehr als die Hälfte der Erkrankungen übersehen wird.

Mikronährstofftherapie

Mikronährstoffe sind bei der Alzheimer-Vorbeugung mindestens genauso wichtig wie in der Therapie. Sie beeinflussen die Produktion und die Ausschüttung der Nerven-Botenstoffe, regeln die Energieproduktion in den Nervenzellen, schützen empfindliche Zellen und helfen bei der Entgiftung von aggressiven Stoffwechselprodukten.

Die Bildung aggressiver Sauerstoffradikale scheint eine der wichtigsten Komponenten bei der Entstehung der Nervenschädigung bei ALzheimer zu sein. (3) So ist es nicht verwunderlich, dass es heute zahlreiche Studien gibt, die zeigen konnten, dass die zusätzliche Einnahme von Mikronährstoffen vor Alzheimer schützt. (4) Dabei haben sich natürliche Mikronährstoffkombinationen deutlich besser bewährt als einzelne Mikronährstoffe. So hat eine Studie aus Amerika gezeigt, dass Vitamine aus Obst oder Gemüse zusammen mit den sekundären Pflanzenstoffen darin mehr als 200-mal stärker antioxidativ schützend wirken als einzelne Vitamine. (5) Ebenso wirkt der natürliche Farbstoff aus der Tomate (Lycopin) rund 100-mal stärker gegen die Sauerstoffradikale als einzelnes Vitamin E. (6)

Ein weiterer, sehr gut zu beeinflussender Risikofaktor ist das Homocystein. Homocystein ist eine aggressive Aminosäure, die ständig in unserem Stoffwechsel entsteht. Wenn genügend Mikronährstoffe vorhanden sind, wird Homocystein sofort weiterverarbeitet und die Werte im Blut bleiben unter 10 µmol/Liter. Liegt aber ein Mangel an Mikronährstoffen vor (v.a. Folsäure, Vitamin B12 und Vitamin B6), so steigen die Werte im Blut an. Studien zeigen, dass Homocystein-Werte über 14 µmol/Liter das Alzheimer-Risiko schon verdoppeln.(6) Doch auch wenn es um die Senkung des Homocystein-Spiegels im Blut geht wird eine alte Weisheit wieder bestätigt: das Ganze funktioniert besser als seine Einzelteile. Das ist auch bei den Mikronährstoffen so. Es zeigte sich, dass sich das Homocystein durch natürliche Mikronährstoffe aus Obst und Gemüsekonzentraten besser senken lässt als nur durch die Einnahme von Vitamin B12, B6 und Folsäure. (8)

Hinweise darauf, dass vor allem ein Mangel an Vitamin B12 das Alzheimerrisiko erhöhe, haben US-amerikanische Forscher jetzt in einer Studie an 121 älteren Menschen entdeckt. Ein Mangel daran verstärkt den geistigen Abbau und lässt sogar das Gehirn schrumpfen. (7) Dabei ist bemerkenswert, dass ein Vitamin-B12-Mangel mit zunehmendem Alter immer öfter vorkommt.

Omega-3-Fettsäuren schützen das Gehirn gleich doppelt. Sie fördern die Durchblutung durch ihre gefäßschützenden Eigenschaften und schützen gleichzeitig die Nervenzellen.(9) Im Gehirn und in den Nerven finden sich die höchste Konzentration der Omega-3-Fettsäure Docosahexaensäure (DHA). So ist es auch nicht verwunderlich, dass neue Studien zeigen, dass Omega-3-Fettsäuren den geistigen Abbau bei Alzheimer verlangsamen können. (10)

In der modernen Mikronährstofftherapie bevorzugt man heute als Basisunterstützung bei Alzheimer eine moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischung. Die aktuellen, oben erwähnten Studien zeigen, dass vor allem für natürliche Mikronährstoffmischungen ein positiver Effekt bei der Therapie der Alzheimer nachgewiesen wurde.(11) Eine natürliche Mikronährstoffmischung erlaubt es, alle oben genannten Vorteile zu vereinen, alle Zellen werden optimal versorgt und Körper und Geist können wieder besser regulieren.

Veränderungen im Lebensstil

Oben haben wir schon gezeigt, wie wichtig die Ernährung zur Vorbeugung und Behandlung von Alzheimer ist. Auch andere Veränderungen im Lebensstil können bei dieser Krankheit eine große Rolle spielen. Ganz wichtig ist dabei die regelmäßige körperliche Bewegung an der frischen Luft. Körperliche Aktivität ist wichtig, um das Immunsystem zu stabilisieren, das vegetative Nervensystem auszugleichen und den Stoffwechsel zu aktivieren. Regelmäßiges Training bremst u.a. den geistigen Verfall bei Alzheimer-Patienten. (13) Es kann sogar die Schrumpfung des Gehirns, die bei diesen Patienten häufig vorkommt, rückgängig machen. Beim Sport sollten Ausdauersportarten wie Walken, Joggen, Radfahren oder Schwimmen im Vordergrund stehen.. Es werden drei- bis viermal in der Woche ca. 30 Minuten Sport empfohlen.(14) Doch selbst 10 km Spazierengehen pro Woche kann das Risiko einer sinkenden Gedächtnisleistung deutlich zu verringern. (15)

Handlungsempfehlungen – Was Sie selbst tun können

Essen und Trinken
  • Trinken Sie genügend Wasser. Mindestens zwei Liter am Tag sollten es sein. Wasser ist wichtig für die Funktion des Immunsystems und des Stoffwechsels und es fördert die Entgiftung.
  • Ernähren Sie sich gesund (regelmäßig Gemüse, Obst, mindestens einmal die Woche Fisch etc.) und abwechslungsreich.
  • Reduzieren Sie den Anteil von Kohlenhydraten und tierischen Fetten in der täglichen Ernährung.
Mikronährstoffe
  • Nehmen Sie täglich einen biologischen Mikronährstoffkomplex mit Omega-3-Fettsäuren und L-Carnitin, um die optimale Zellversorgung mit allen Mikronährstoffen sicher zu stellen. Am besten nehmen Sie ein Produkt in flüssiger Form und hergestellt aus natürlichen Lebensmitteln, da nur dadurch die Versorgung mit den so wichtigen sekundären Pflanzenstoffen gewährleistet und eine optimale Aufnahme im Organismus gesichert ist.
  • Zusätzlich zu dieser Basisversorgung empfehlen wir noch zwei Mal täglich 30 mg Coenzym Q10 (z.B. Allcura Q10 Kps. ®). Die Studien zur Alzheimer zeigen, dass diese hochwertige Mikronährstoffaufwertung sehr wichtig zur Unterstützung des gesamten Stoffwechsels und der notwendigen Zellversorgung der Nervenzellen ist.
Bewegung und Entspannung
  • Sorgen Sie für regelmäßigen körperlichen Ausgleich, Ausdauersport, Gymnastik. Bewegen Sie sich möglichst viel an der frischen Luft.
  • Sorgen Sie für Ihre tägliche Dosis Sonnenlicht. Ein- bis zweimal 15 Minuten sollten es sein.
  • Schlafen Sie genügend um Erholung und Regeneration zu fördern.
Weitergehende Informationen und Bücher zum Thema

Je älter desto besser. Überraschende Erkenntnisse aus der HirnforschungAutoren: Ernst Pöppel und Beatrice Wagner Verlag: Goldmann Verlag (2011) Preis: 8,99 Euro ISBN-10: 3442173035

Trainiere. Dein. Gedächtnis: Alles im Kopf: Zahlen, Namen, Fakten. Merktechniken und viele praktische ÜbungenAutor: Ulrich Bien Verlag: humboldt / Schluetersche (2011) Preis: 16,95 ISBN-10: 3869104813

Weitere Informationen online unter:Deutsche Alzheimer Gesellschaft

(1) Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Wegweiser Demenz. Abgerufen am 15.2.2012
(2) Rothgang H. et al.: BARMER GEK Pflegereport 2010. Schwerpunktthema: Demenz und Pflege. In: BARMER GEK (Hrsg.): Schriftenreihe zur Gesundheitsanalyse.Band 5, Asgard-Verlag, Schwäbisch Gmünd November 2010
(3) Steiner J. et al.: Oxidative stress and therapeutic approaches in HIV dementia. Antioxidants & Redox Signaling. 2006(11-12): S. 2089–2100
(4) Zandi P.P. et al.: Reduced risk of Alzheimers disease in users of antioxidant vitamin supplement users. Arch Neurol 2004 (61): S. 82-88
(5) Eberhardt M.V., Lee C.Y., Liu R.H.: Antioxidant activity of fresh apples. Nature. 2000 (405): S. 903-904
(6) Rao A.V., Rao L.G.: Carotenoids and human health. Pharmacological Research. 2007(3): S. 207–216
(7) Sudha S. et al.: Plasma homocysteine as a risk factor for dementia and Alzheimer disease. N Engl J Med 2002 (346): S. 476-483
(8) Tangney CC. et al.: Biochemical indicators of vitamin B12 and folate insufficiency and cognitive decline. Neurology. 2009(4): S. 361-367
(9) Samman S. et al.: Supplementation with fruit- and vegetable concentrate decrease plasma homocysteine levels in a dietary controlled trial. Nutrition Research 2003(7): S. 2188-2193
(10) Yurko-Mauro K.: Cognitive and cardiovascular benefits of docosahexaenoic acid in aging and cognitive decline. Curr Alzheimer Res. 2010(3): S. 190-196
(11) Ghayur M.N. et al.: Muscarinic, Ca(++) antagonist and specific butyrylcholinesterase inhibitory activity of dried ginger extract might explain its use in dementia. J Pharm Pharmacol. 2008(10): S. 1375-1383
(12) Macpherson H. et al.: Memory improvements in elderly women following 16 weeks treatment with a combined multivitamin, mineral and herbal supplement : A randomized controlled trial. Psychopharmacology (Berl). 2012(2): S. 351-365
(13) Ahlskog J.E. et al.: Physical exercise as a preventive or disease-modifying treatment of dementia and brain aging. Mayo Clin Proc. 2011(9): S. 876-884
(14) Griffin É.W. et al.: Aerobic exercise improves hippocampal function and increases BDNF in the serum of young adult males. Physiol Behav. 2011(5): S. 934-941
(15) Erickson K.I. et al.: Physical activity predicts gray matter volume in late adulthood: the Cardiovascular Health Study. Neurology. 2010(16): S. 1415-1422

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