Der Kinderwunsch ist für viele Paare eine Herausforderung. In vielen Fällen klappt es einfach nicht, Nachwuchs zu bekommen. „Man kann schon fast von einer Volkskrankheit sprechen“, so der Essener Reproduktionsmediziner Prof. Thomas Katzorke. Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie zufolge, haben rund 1,5 Millionen Paare in Deutschland einen unerfüllten Kinderwunsch. Die Ursachen sind vielfältig. Man vermutet als Hauptursache, dass viele Frauen und Männer zu spät mit der Kinderplanung beginnen. Die Karriere steht im Vordergrund und der „richtige Zeitpunkt“ sei einfach noch nicht da. Meist wird jedoch unterschätzt, dass die Fruchtbarkeit mit steigendem Alter erheblich sinkt.

Neben den zahlreichen hormonellen oder künstlichen Möglichkeiten möchten wir Ihnen eine natürliche Methode vorstellen, um Ihre Fertilität zu steigern. Dieser wissenschaftlich fundierte Artikel wird Ihnen unterstützende Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen. Im Fokus stehen dabei die neuen Erkenntnisse der revolutionären Mikronährstofftherapie.

1. Warum werden wir nicht schwanger?

Weshalb manche Menschen keine Kinder bekommen können, kann ganz verschiedene Ursachen haben. Sowohl hormonelle, organische, seelische als auch äußere Faktoren können Gründe für eine ausbleibende Schwangerschaft sein. Bei Frauen sind es überwiegend hormonelle Probleme, beim Mann anatomische. Nicht zu verachten ist außerdem, dass die Psyche einen großen Einfluss auf die Fertilität nimmt.

Der weibliche Zyklus wird durch viele hormonelle Prozesse beeinflusst. Wird die Balance des Zyklus gestört, kommt es oftmals zum Ausbleiben der Periode oder sogar zu einem fehlenden Eisprung. Sollten Sie Schwierigkeiten haben, schwanger zu werden, kann dies ein möglicher Grund sein. Hormonelle Probleme können außerdem die Eierstöcke oder die Eizellreifung negativ beeinflussen. Auch Defekte des Gebärmutterhalses oder der Gebärmutter tragen ebenfalls dazu bei, Schwangerschaften zu erschweren oder gar zu verhindern. Ein Zyklustagebuch, in dem Sie notieren, wann Ihre Periode einsetzt bzw. wann sie ausbleibt, kann Ihnen helfen, etwaige Unregelmäßigkeiten frühzeitig zu erkennen.

Auch auf organischer Ebene gibt es viele Gründe, warum der Kinderwunsch nicht erfüllt werden kann. Eine Neigung zu immer wieder auftretenden Zysten an den Eierstöcken kann die Fertilität weitgehend einschränken. Ebenso stellen Myome (gutartige Geschwülste an der Gebärmutter), Endometriosen (Vorkommen der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter), Verwachsungen sowie eine Fehlbildung des weiblichen Genitals Risiken für eine Schwangerschaft dar.

Doch es ist nicht immer nur die Frau, welche für eine ausbleibende Schwangerschaft verantwortlich ist. Auch beim Mann tragen Fehlfunktionen dazu bei, dass der Kinderwunsch unerfüllt bleibt. Die Unfruchtbarkeit des Mannes ist auf ein eingeschränktes Spermiogramm zurückzuführen. Es können nicht ausreichend intakte und bewegliche Spermien produziert werden. Die mangelnde Qualität der Spermien kann durch Krankheiten, Giftstoffe oder einer generell ungesunden Lebensweise entstehen. Ferner können auch verschlossene Samenleiter, Entzündungen und seltener auch Impotenz (Erektile Dysfunktion) für Probleme sorgen.

Bei ca. 15 Prozent der kinderlosen Paare ist jedoch kein biologischer Grund festzustellen. Experten weisen darauf hin, dass auch die Psyche ihren Einfluss auf eine ausbleibende Schwangerschaft haben kann. Der unerfüllte Kinderwunsch bereitet vielen Paaren Sorge und wird dadurch zur emotionalen Belastung für sich selbst und die Beziehung. Dies beeinträchtigt die Fruchtbarkeit zusätzlich.

Weitere Ursachen, die die Fertilität sowohl von Frau als auch vom Mann negativ beeinflussen, sind Erschöpfung, Stress, Konzentrations- und Schlafstörungen. Diese Faktoren schwächen nicht nur das sexuelle Lustempfinden, sondern schränken zusätzlich die Fruchtbarkeit ein. Auch Alkohol, Nikotin, Übergewicht und eine ungesunde Ernährung sind Risikofaktoren für eine Schwangerschaft. Bei übergewichtigen Frauen und Männern konnten Zyklusstörungen bzw. Einschränkungen der Samenqualität nachgewiesen werden. Dasselbe gilt allerdings auch für Untergewicht.

2. Fruchtbarkeit steigern für Frau und Mann

Manchmal stehen bestimmte Lebensgewohnheiten- oder Umstände dem Kinderwunsch entgegen. Durch kleine Änderungen im Alltag kann man viel dazu beitragen, die Fruchtbarkeit zu erhöhen und dem ersehnten Kinderwunsch etwas näher zu kommen.

Wie bereits erwähnt, sollte grundsätzlich auf Zigaretten und Alkohol verzichtet werden, da diese sogenannten Genussmittel, die Fertilität von Frauen und Männern maßgeblich beeinträchtigt. Ebenso wie Fastfood und Stress. Im Übrigen nicht nur die Fruchtbarkeit, sondern insgesamt die Gesundheit. Auch sollte Kaffee und Schwarztee nur in Maßen verzehrt werden. Frauenärzte und Ernährungsexperten empfehlen eine ausgewogene Ernährung mit vielen frischen und gesunden Zutaten.

Sie sollten sich außerdem regelmäßig an der frischen Luft bewegen und Ihren Körper trainieren. Ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper. Durch Fitness bringen Sie nicht nur Ihr Äußeres in Form, sondern bilden eine optimale Grundlage für eine gewünschte Schwangerschaft. Zusätzlich stärken Sie das Gleichgewicht Ihres Zyklus. Übertreiben Sie es jedoch nicht mit dem Sport. Intensives Training kann den Zyklus aus dem Takt bringen. Ein gesundes Mittelmaß ist wie immer am besten.

Was viele nicht wissen: Bakterien, die zu Zahnfleischentzündungen führen, können bei einer Schwangerschaft Fehlgeburten auslösen. Gehen Sie deshalb regelmäßig zum Zahnarzt und lassen Sie dort Ihre Zähne bzw. Ihr Zahnfleisch kontrollieren, um Fehlgeburten vorzubeugen. Forscher fanden auch heraus, dass Frauen mit Amalgamplomben seltener Eisprünge haben.

Außerdem ist es sehr hilfreich für Paare mit einem Kinderwunsch, den weiblichen Zyklus zu beobachten und kennen zu lernen. Wenn die Frau genau weiß, wann Ihre fruchtbaren Tage sind, verbessert dies die Chancen einer Schwangerschaft enorm.

Wie Sie sehen, können Sie selbst etwas tun, um Ihre Fruchtbarkeit zu steigern. Auch mit Hilfe von Mikronährstoffen können Sie einiges erreichen. Im Folgenden werden Ihnen Aspekte für die Mikronährstofftherapie vorgestellt – für Frauen ebenso geeignet, wie für Männer.

3. Mikronährstofftherapie – bessere Chancen

Es gibt gute Gründe, Mikronährstoffe bei einem Kinderwunsch einzusetzen. Unter Mikronährstoffe versteht man alle Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundären Pflanzenstoffe. Sie sind essentiell für die optimale Zellfunktion und unterstützen außerdem die Fertilität.

Omega-3-Fettsäuren verbessern die Möglichkeit des weiblichen Körpers Hormone herzustellen, die für die Fertilität wichtig sind. (1) Dies gilt für Frauen und Männer. (2) Amerikanische Forscher der Universität Illinois kamen zu der Erkenntnis, dass eine Ernährung, die reich an Omega-3-Fettsäuren ist, die Beweglichkeit männlicher Spermien erhöht.

Mikronährstoffe wie L-Carnitin, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe verbessern zusätzlich die Reifung weiblicher Eizellen, da dies ein sehr aufwendiger und energiezehrender Prozess ist. (3) (4) Auch Spermien verbrauchen viel Energie. Deshalb empfiehlt es sich auch für den Mann, diese Energielieferanten zu sich zu nehmen, da dadurch auch die Qualität der Spermien verbessert wird. (5) (6)

Für die Gesundheit und Funktion der Spermien sind Spurenelemente wie Zink und Selen besonders wichtig. Diese Mikronährstoffe fördern die Leistungsfähigkeit der Spermien und erhöhen somit die Chancen einer Befruchtung. (7)

Natürliche Mikronährstoffe steigern nicht nur die Chancen einer Schwangerschaft, auch das Kind profitiert später davon, wenn die Mutter vor und während der Schwangerschaft Mikronährstoffmischungen einnimmt. (8) Mikronährstoffkomplexe beeinflussen die Gesundheit der Mutter und die Entwicklung des Kindes positiv.

Nicht empfehlenswert und sogar potenziell schädlich sind künstliche Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe wie sie in Pillenform oder als Brausetabletten angeboten werden. Vorsichtig sollten Sie auch bei ausländischen Produkten sein. Diese enthalten laut Verbraucherzentrale häufig Verunreinigungen oder unerlaubte Substanzen, die nicht auf der Packung deklariert werden.

4. Empfehlungen bei einem Kinderwunsch im Überblick

Fruchtbarkeit steigern
  • Ernähren Sie sich gesund, hören Sie mit dem Rauchen auf und treiben Sie regelmäßig Sport.
  • Lassen Sie sich frühzeitig auf Geschlechtskrankheiten untersuchen.
  • Nehmen Sie sich Zeit füreinander und beobachten Sie Ihren Zyklus.
Mikronährstofftherapie
  • Nehmen Sie täglich einen natürlichen Mikronährstoffkomplex mit Vitaminen, Spurenelementen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen, um die optimale Versorgung mit allen Mikronährstoffen sicher zu stellen.
  • Am besten nehmen Sie ein Produkt in flüssiger Form und hergestellt aus natürlichen Lebensmitteln, da nur dadurch die Versorgung mit den so wichtigen sekundären Pflanzenstoffen gewährleistet und eine optimale Aufnahme im Organismus gesichert ist.
Literaturverzeichnis

1) Castellano C.A. et al.: Fish oil diets alter the phospholipid balance, fatty acid composition and steroid hormone concentrations in testes of adult pigs. Theriogenology. 2011(6): S. 1134-1145
2) Safarinejad M.R. et al.: Relationship of omega-3 and omega-6 fatty acids with semen characteristics and antioxidant status of seminal plasma: a comparison between fertile and infertile men. Clin Nutr. 2010(1): S. 100-105
3) Dunning K.R. et al.: Increased beta-oxidation and improved oocyte developmental competence in response to l-carnitine during ovarian in vitro follicle development in mice. Biol Reprod. 2011(3): S. 548-555
4) Wang Z.G. et al.: Improvement in bovine embryo production in vitro by treatment with green tea polyphenols during in vitro maturation of oocytes. Anim Reprod Sci. 2007(1-2):22-31
5) Safarinejad M.R.: Efficacy of coenzyme Q10 on semen parameters, sperm function and reproductive hormones in infertile men. J Urol. 2009(1): S. 237-248
6) Mínguez-Alarcón L. et al.: Dietary intake of antioxidant nutrients is associated with semen quality in young university students. Hum Reprod. 2012(9): S. 2807-2814
7) Colagar A.H. et al.: Zinc levels in seminal plasma are associated with sperm quality in fertile and infertile men. Nutr Res. 2009(2): S. 82-88.
8) Haider B.A. et al.: Effect of multiple micronutrient supplementation during pregnancy on maternal and birth outcomes.BMC Public Health. 2011(11), Suppl 3: S19

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