1. Bedeutung von Vitamin D für den Menschen

Vitamin D spielt eine bedeutende Rolle für den Calcium- und Phosphatstoffwechsel und reguliert dadurch den Auf- und Abbau der Knochen. Es ist außerdem an weiteren Stoffwechselvorgängen wie zum Beispiel der Infektabwehr oder dem Muskelmetabolismus beteiligt. Mithilfe der Sonne kann der Körper selbst 80 Prozent seines Vitamin-D-Bedarfs herstellen. Die restlichen 20 Prozent werden über die Nahrung aufgenommen. Mangelt es dem Organismus jedoch an Vitamin D können schwerwiegende Knochenschädigungen oder psychische Leiden auftreten.

Auf Grund dessen, dass die Behandlung eines Vitamin-D-Defizites mithilfe künstlicher Vitaminpräparate oftmals keine Erfolge erzielt, da der Körper synthetisch hergestellte Pillen und Pulver nur schwer aufnehmen kann, suchen viele Betroffene nach alternativen Möglichkeiten, einen Vitamin-D-Mangel sowohl vorzubeugen als auch zu behandeln.

2. Funktionen von Vitamin D

Die Wirkungs- und Funktionsweise von Vitamin D im Körper ist vielfältig und kann für die Therapie diverser Krankheiten eingesetzt werden. Vitamin D unterstützt zum einen die Aktivierung und Reaktion der weißen Blutkörperchen bei Infektionen und fördert zugleich die Entwicklung der Abwehrzellen. Zum anderen ist es unerlässlich für den Knochenaufbau in der Kindheit und für die Erhaltung der Knochendichte bei Erwachsenen. Auch für die Bildung und Mineralstoffeinlagerung in den Zähnen ist Vitamin D verantwortlich. Bei der Entwicklung der Zellen nimmt Vitamin D eine Kontrollfunktion ein. Es verhindert das unkontrollierte Wachstum abnormaler Zellen und ermöglicht gleichzeitig die gesunde Entwicklung funktionstüchtiger und reifer Zellen in den verschiedensten Geweben, wie zum Beispiel in der Haut.

Vitamin D wird unter anderem auch bei der Krebsprävention, dem Vorbeugen einer Herzinsuffizienz oder Multiple Sklerose eingesetzt. In Verbindung mit anderen wichtigen Mikronährstoffen kann der Verlauf einer Krankheit verlangsamt oder bereits aufgetretene Symptome abgeschwächt werden. Generell sinkt bei ausreichender Vitamin-D-Versorgung das Risiko zu erkranken erheblich.

3. Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursachen für einen Vitamin D Mangel sind sehr vielfältig. Mögliche Auslöser sind beispielsweise Unterernährung, Fehlernährung oder Aufnahmestörungen. Doch auch Reduktionsdiäten oder Leistungssport können zu immensen Mangelerscheinungen führen. Alkohol, Nikotin, Stress oder Medikamente reduzieren den Vitamin-D-Spiegel im Körper zusätzlich.

Des Weiteren gibt es bestimmte Risikogruppen, die besonders anfällig für Vitamindefizite sind. Junge Menschen in der Wachstumsphase, Veganer oder Vegetarier, schwangere oder stillende Frauen oder Menschen mit Magen-Darm-Erkrankungen sind verstärkt davon betroffen. Aber auch älteren Menschen, die sich oft nur einseitig oder unzureichend ernähren (können), fehlt es oftmals an Vitamin D.

Vor allem jedoch in den Wintermonaten leiden die Menschen an einem Vitamin-D-Defizit. Die Haut stellt aufgrund der der mangelnden Sonneneinstrahlung zu wenig des wichtigen Vitamins her. Betroffen sind hauptsächlich Personen, die sich in geschlossenen und dunklen Räumen aufhalten, bettlägerig sind oder in sonnenarmen Gebieten wohnen.

4. Symptome eines Vitamin-D-Mangels

In Bezug auf die Symptome eines Vitamin-D-Defizits unterscheidet man zwischen Kinder bzw. Jugendlichen und Erwachsenen.

Bei Kindern kann eine Störung des Vitamin-D-Haushalts zu einem verzögertem Wachstum und einer gestörten Entwicklung führen. Das bedeutet, dass das Kind später anfängt zu krabbeln und zu laufen. Außerdem werden das Knochenwachstum und die Entwicklung der Muskulatur negativ beeinträchtigt. Das Kind leidet zudem unter häufigen Infektionen und Autoimmunrektionen, da das Immunsystem aufgrund des Vitamin-D-Mangels gestört wird.

Ein verspäteter Ausfall des Milchgebisses, eine schlechte Zahnschmelzentwicklung und die Neigung zu gravierenden Zahnschäden sind außerdem Kennzeichen für einen Defizit an Vitamin D. Die ungenügende Versorgung mit dem Vitamin in der Kindheit trägt zur Entwicklung einer Osteoporose im Alter bei.

Die schwerwiegendste Folge eines Mangels ist jedoch die Rachitis. Durch die fehlenden Vitamin-D-Konzentrationen im Organismus werden die Knochen des Kindes weich, es kann zu Deformationen der Wirbelsäule kommen und die Extremitäten können anschwellen. Ständige Gelenkschmerzen machen dem Kind zusätzlich zu schaffen.

Bei Erwachsenen führt ein Vitamin-D-Mangel zu einem Verlust von Mineralien im Knochen z.B. in der Wirbelsäule oder im Becken. Dies führt zu starken Knochenschmerzen, Deformierungen und Brüchen. Das Skelett ist allgemein instabiler, die tragenden Knochen verbiegen sich, was zu Schmerzen im gesamten Halteapparat führt. Nicht selten ist auch der Verlust des Gehörs oder Ohrensausen eine Folge des Mangels. Neben der generellen Muskelschwäche, die besonders beim Treppensteigen und beim Aufstehen Probleme macht, besteht eine erhöhte Gefahr für Dickdarm- und Brustkrebs sowie Bluthochdruck.

5. Ernährungstipps gegen den Vitamin-D-Mangel

Den größten Anteil an Vitamin D kann die Haut durch UV-Strahlen selbst herstellen. Durch den heute vorherrschenden Lebensstil und der dadurch zu geringen Sonnenlichtexposition ist es allerdings den meisten Menschen nicht möglich, diese Mengen zu produzieren. Auch die Vitamin-D-Zufuhr durch die herkömmlichen Nahrungsmittel ist nicht ausreichend. Nur wenige Lebensmittel verfügen über einen nennenswerten Vitamin D Anteil:

  • Lebertran
  • Hering
  • Aal
  • Lachs
  • Sardine
  • Thunfisch
  • Rinderleber
  • Eigelb
  • Emmentaler
  • Butter
  • Margarine
  • Steinpilze
  • Pfifferlinge
  • Champignons

Werden diese Lebensmittel allerdings gekocht, vermindert sich die Vitamin-D-Konzentration um rund 10 Prozent.

Neuesten Studien zufolge, benötigt man täglich 100 µg Vitamin D über einen Zeitraum von sechs Monaten, um das Wohlbefinden eines Erwachsenen maßgeblich verbessern zu können. Auch bei Knochensubstanzverlust werden ab dem 30. Lebensjahr mindestens 20 µg pro Tag empfohlen. Um diese Werte annährend erreichen zu können, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) die Einnahme eines natürlichen Vitamin-D-Präparates.

Damit der Körper jedoch optimal funktionieren kann, ist es wichtig nicht nur ein einzelnes Vitamin aufzunehmen. Es sollte generell darauf geachtet werden sich auch hier nicht nur einseitig zu versorgen. Die Gesamtheit ist ausschlaggebend. Das bedeutet, dass man den Körper mit Vitaminen jeglicher Art speisen sollte. Auf diese Art beugt man nicht nur einen Vitamin-D-Mangel vor bzw. wirkt diesem entgegen, sondern sorgt zugleich dafür, auch alle anderen wichtigen Vitamine zu sich zu nehmen.

Nicht empfehlenswert und sogar potenziell schädlich sind künstliche Vitamine, wie sie in Pillenform oder als Brausetabletten angeboten werden. Vorsichtig sollten Sie auch bei ausländischen Produkten sein. Diese enthalten laut Verbraucherzentrale häufig Verunreinigungen oder unerlaubte Substanzen, die nicht auf der Packung deklariert werden.

6. Empfehlungen im Überblick

Bewegung
  • Bewegen Sie sich so oft wie möglich an der frischen Luft.
  • Mit unbedeckter Haut in Gesicht und Armen können Sie in 10 bis 15 Minuten in der Sonne einen Anteil der benötigten Vitamin D Menge produzieren.
  • Regelmäßige Bewegung stärkt außerdem das Immunsystem und hält fit.
Mikronährstoffpräparat
  • Nehmen Sie täglich einen biologischen Mikronährstoffkomplex mit Vitaminen, Spurenelementen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen, um die optimale Versorgung mit allen Vitaminen sicher zu stellen.
  • Am besten nehmen Sie ein Produkt in flüssiger Form und hergestellt aus natürlichen Lebensmitteln, da nur dadurch die Versorgung mit den wichtigen Mikronährstoffen gewährleistet und eine optimale Aufnahme im Organismus gesichert ist.
Ernährung
  • Ernähren Sie sich gesund und ausgewogen.
  • Bei Vitamin-D-Mangel bieten sich folgende Lebensmittel an: Fisch, Pilze, Rinderleber, Emmentaler, Butter, Margarine, Eigelb.
  • Essen Sie vor allem regionale und saisonale Produkte und achten Sie bei der Zubereitung darauf, die Vitamine nicht zu „verkochen“.





Literaturverzeichnis

– Dawson-Hughes, B., et al.: Effect of vitamin D supplementation on wintertime and overall bone loss in healthy postmenopausal women. Ann. Int. Med. 115 (1991) 505.
– Fraser, D.R.: Vitamin D. Lancer 345 (1995) 104
– Gröber, Uwe: Orthomolekulare Medizin; Ein Leitfaden für Apotheker und Ärzte 2008 (3)
– Höck, A.-D.: Vitamin D und das Nervensystem. J. Orthomol. Med. 8 (2000) 351-361.
– Vieth, R.: Vitamin D and its health effects. J. Nutr. Environm. Med. 11 (2002) 275-291.

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