Die Migräne ist eine vielgestaltige Kopfschmerzerkrankung, die typischerweise durch einen periodisch wiederkehrender, anfallartiger, pulsierender und halbseitiger Kopfschmerz gekennzeichnet ist. Zusätzlich kann ein Migräneattacken auch von Symptomen wie Übelkeit (80%), Erbrechen (50%), Lichtempfindlichkeit (60%) oder Geräuschempfindlichkeit (50%) begleitet werden. Bei etwa jedem Dritten Betroffenen kündigen sich Migräneattacken bereits Stunden bis Tage vorher in Form von Vorbotensymptomen an. Die häufigsten Vorboten von einem Migräneanfall sind Müdigkeit, Geräuschempfindlichkeit und häufiges Gähnen.

Bei etwa einem Fünftel der Fälle geht die Migräne zusätzlich mit einer Aura einher. Am häufigsten sind dabei Sehstörungen mit teilweisem Gesichtsfeldausfall, Zickzack-Formen im Gesichtsfeld oder Verlust des räumlichen Sehens. Dazu können auch Sensibilitätsstörungen kommen, wie der Verlust der Berührungsempfindung oder Kribbelempfindungen in den Armen, Beinen und im Gesicht. Die Aura wird individuell sehr unterschiedlich wahrgenommen, einige berühmte Migränepatienten (darunter wohl Julius Cäsar und Hippokrates) ließen sich von visuellen Erscheinungen während der Auraphase für ihr künstlerisches Werk inspirieren. Am berühmtesten ist dabei wohl Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“, wo beispielsweise das „Katzengrinsen ohne Katze“ als Gesichtsfeldausfall während einer Migräne interpretiert wird. (1)

In Einzelfällen gibt es übrigens auch eine Migräne nur mit Aurasymptomen und ohne Kopfschmerz. Charakteristisch für eine Aura und eine wichtige Abgrenzung beispielsweise zum Schlaganfall ist der wandernde Charakter der Symptome. So kann die Sehstörung über verschiedene Stellen im Auge wandern oder die Gefühlsstörungen wandern von Finger zu Finger. In Deutschland leiden etwa 10% der Bevölkerung an Migräne, dabei etwa dreimal so viele Frauen wie Männer. Die Migräne kann schon bei Kindern auftreten und wird hier sehr oft unterschätzt. Im letzten Grundschuljahr klagen bis zu 80 % aller Kinder über Kopfschmerzen. Insgesamt haben nach neuesten Untersuchungen mehr als ein Viertel der Schüler immer wieder Kopfschmerzen die einer Migräne sehr nahe kommen, was häufig auch zu verschlechterten Schulleistungen beiträgt. (2)

Auf Grund ihrer Häufigkeit besitzt die Migräne eine nicht zu unterschätzende volkswirtschaftliche Bedeutung. Jährlich werden in Deutschland etwa 500 Mio. Euro als direkte Kosten von Patienten und Krankenversicherungen für die ärztliche und medikamentöse Behandlung der Migräne und starken Kopfschmerzen ausgegeben. Die durch Arbeitsausfall und Produktivitätseinschränkungen zusätzlich entstehenden indirekten Kosten werden auf über das 10-fache dieser Summe geschätzt. (3)

Die Diagnose einer Migräne wird in der Regel aufgrund der Krankheitsgeschichte (Anamnese) der Patienten getroffen. Zusätzliche Untersuchungen dienen nur dem Ausschluss andere Erkrankungen. Bei der Behandlung der Migräne werden die Akuttherapie der Migräneattacken und die Anfallsvorbeugung unterschieden. Zur Behandlung des akuten Anfalls kommen vor allem Schmerzmittel und spezielle Migränemedikamente (z.B. Triptane) zum Einsatz.

Besonders wichtig ist aber bei der Migräne die Vorbeugung von Anfällen. Hier kann auf verschiedene Weise die Anfallhäufigkeit und die Schwere von Anfällen reduziert werden. Schulmedizinisch wird hier vor allem auf verschiedene Medikamentengruppen gesetzt (Beta-Blocker, Antidepressiva, Antiepileptika, Triptane), die aber von den Patienten wegen der teils häufigen Nebenwirkung oft abgelehnt werden. Laut der Meinung zahlreicher Experten ist Eigeninitiative ein wichtiger Schlüssel zum Therapieerfolg gegen Migräne und Kopfschmerzen. (4) Hier zeigt sich auch die Stärke einer nicht-medikamentösen naturheilkundlich basierten Erfahrungsmedizin, die uns einige interessante und mindestens ebenso erfolgreiche Therapieansätze liefert. (5)

1. Ursachen für Migräne

Die Ursachen der Migräne sind noch nicht genau geklärt. Dabei muss man zunächst zwischen den zugrundeliegenden körperlichen Krankheitsursachen und äußeren Auslösern für Migräne unterscheiden. Bei den Krankheitsursachen hat man lange die „vasculäre Hypothese“ favorisiert, wo eine Erweiterung der Blutgefäße im Gehirn als Hauptursache für Migräneattacken angesehen wurde. Diese Hypothese konnte beispielsweise den pulsierenden Charakter der Kopfschmerzen gut erklären, ebenso wie die Wirkungsweise einiger Migränemedikamente. Diese Hypothese wurde inzwischen aber weitgehend von der „Hypothese der neurogenen Entzündung“ abgelöst. Sie begründet sich auf der Beobachtung, dass während Migräneattacken zahlreiche entzündungsvermittelnde Botenstoffe freigesetzt werden. Diese führend dann unter anderem ebenfalls zu einer Erweiterung der Blutgefäße und zusätzlich zu einer leichten Schwellung des Gehirngewebes, was zusätzliche Symptome der Migräne erklärbar macht.(6)

Dazu wird dann noch eine Übererregbarkeit des Gehirns diskutiert, bei der vermehrt Kalium aus den Zellen freigesetzt wird. Ebenso verändern sich die Konzentrationen von Nervenbotenstoffen und Stickstoffmonoxid, einem wichtigen Regulator der Nervenfunktion und der Energieherstellung in den Nervenzellen. Dies führte dazu dass die Migräne heute auch zu den Energiemangelkrankheiten gezählt wird. (7)

In diesen Zusammenhang gehört dann wohl auch die Beobachtung einer familiären Häufung von Patienten die unter Migfräne leiden. Wo man bisher nach genetischen Zusammenhängen gesucht hat wird man heute zusehends bei epigenetischen Ursachen fündig. Das heißt, dass nicht die Gene selbst betroffen sind, sondern „nur“ deren Steuerung defekt ist. (8) Das hat weitreichende Konsequenzen für die Therapie der Migräne. (mehr dazu im Kapitel über Mikronährstoffe)

Zu diesen körperlichen Grundursachen der Migräne kommen dann oft noch Umweltfaktoren und Lebensstil als äußere Auslöser dazu. Die häufigsten Auslöser sind: (9)

  • Lebensmittel und Ernährung (65 %): Fasten, Alkohol, Kaffee, Schokolade
  • Hormonschwankungen (54 %)
  • Schlafstörungen (75 %)
  • Stress (65 %)
  • Körperliche Aktivität (16 %)
  • Umweltbedingungen (75 %): Gerüche, Klimaanlage, Wetter, Zigarettenrauch

Die Verwendung eines Tagebuchs in dem der Kopfschmerz festgehalten werden, ist in der Praxis ein sehr probates Mittel, um mögliche Auslöser von Migräneattacken herauszufinden.

Hier möchten wir nur darauf hinweisen, dass die heutige Ernährung meist sehr stark zur Übersäuerung des Gewebes im Körper beiträgt. Und so eine latente Azidose (Übersäuerung) ist wohl einer der Gründe für die Unterschiede in der Schmerzempfindlichkeit bei unterschiedlichen Personen. Ein Säureüberschuss im Gewebe führt nämlich rasch zu einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit. (10)

Spannend ist, dass diese Grundursachen oft sehr eng zusammenhängen und einige sehr vielversprechende Therapieansätze bieten. Viele davon können wir selbst sehr einfach beeinflussen. Gute Ansätze für eine grundlegende Verbesserung bieten die Ernährungs- und Mikronährstofftherapie, aber auch andere einfache Dinge können sehr erfolgreich angewendet werden.

2. Ernährungstipps bei Migräne

Wie Sie gerade gelesen haben, ist die Ernährung ein wichtiger Teil in der Therapie der Migräne. Die Ernährung kann auf der einen Seite ein wichtiger Auslöser von einem Migräneanfall sein, auf der anderen Seite kann die Ernährung auch Entzündungen und Übersäuerung in die eine oder die andere Richtung beeinflussen.

Ganz wichtig ist die Umstellung auf eine überwiegend basische Kost (viel Obst und Gemüse). Ein Säureüberschuss in der Ernährung (zu viel Fleisch und Milch, besser sind Bio-Milchprodukte) führt nämlich neben einer Unterversorgung an wichtigen Mikronährstoffen sehr rasch auch zu einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit. Essen Sie außerdem mindestens 2-mal in der Woche Fisch und verwenden Sie möglichst oft pflanzliche Öle in der „kalten“ Küche. Der hohe Gehalt dieser beiden Lebensmittel an ungesättigten Fettsäuren hilft, das Gleichgewicht der Fette zu erhalten und Entzündungen zu verringern.(11) Außerdem zeigen neue Studien, dass ungesättigte Fettsäuren gegen die Symptome einer schweren Migräne und Kopfschmerzen hilfreich sind.(12)

Bei den pflanzlichen Ölen gilt es die Unterschiede der einzelnen Öle bezüglich der Fettsäurezusammensetzung zu beachten. Dabei sollte der Omega-3-Anteil möglichst hoch, da sie im Gegensatz zu den Omega-6-Fettsäuren entzündungs- und schmerzhemmend sind. Die folgende Tabelle zeigt Ihnen, welche Öle (kaltgepresst) besonders geeignet sind:

in g pro 100g Öl Omega 9 Omega 6 Omega 3 Omega 6 : Omega 3
Leinöl 16,2 15,1 61,5 1 : 4
Rapsöl 60,2 20,4 9,3 2 : 1
Hanföl 13,1 60,3 20,2 3 : 1
Walnußöl 15,2 57,3 10,1 6 : 1
Sojaöl 23,4 49,5 7,0 7 : 1
Weizenkeimöl 16,6 54,2 7,1 8 : 1

Zum Vergleich hier eine Tabelle mit Ölen, die ein schlechtes Omega-6 zu Omega-3-Verhältnis haben:

Alle Angaben in g pro 100g Lebensmittel Omega 9 Omega 6 Omega 3 Omega 6 : Omega 3
Diestelöl 11,4 73,9 0,5 148 : 1
Traubenkernöl 15,7 69,2 0,5 138 : 1
Sonnenblumenöl 21,9 61,0 0,5 122 : 1
Margarine (Linolsäure >50%) 14,3 41,1 0,5 82 : 1
Sesamöl 39,5 41,4 0,7 59 : 1
Maiskeimöl 24,8 54,3 1,0 54 : 1
Erdnussöl 46,8 25,8 0,8 32 : 1
Margarine pflanzlich (Linolsäure 30-50%) 17,6 32,1 2,3 14 : 1

Um das Gleichgewicht der Nervenbotenstoffe zuerhalten, sollten Sie insgesamt weniger Kohlenhydrate zu sich nehmen und stattdessen mehr Obst und Gemüse in ihren Speiseplan einbauen

3. Mikronährstoffbasierte Therapie

Bei der Therapie der Migräne spielt der Einsatz von Mikronährstoffen heute eine immer größere Rolle. In neuen Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass während Migräneattacken der nitrosative und der oxidative Stress deutlich ansteigen. (13) Interessant ist dabei, dass bei Migräne im Gegensatz zu anderen Arten von Kopfschmerzen der hohe oxidative Stress mit vermehrtem Verbrauch von Mikronährstoffen auch nach dem Kopfschmer noch weiter besteht. (14)

Die Einnahme zusätzlicher Mikronährstoffe als Radikalfänger ist also schon aufgrund des erhöhten oxidativen Stresses bei Migräne dringend anzuraten. Wenn Sie vorhaben ein Mikronährstoffkomplex zu sich zu nehmen, sollten Sie darauf achten, dass natürliche Inhaltsstoffe enthalten sind. Im Gegensatz zu einzelenen Vitaminen sind natürliche Mikronährstoffkomplexe um bis 200 mal wirksamer gegen freie Radikale.(15)

In die aktuellsten Richtlinien zur Behandlung der Migräne wurden auch einige Mikronährstoffe mit aufgenommen.(16) Hoch geschätzt ist dabei inzwischen Coenzym Q10, von dem nachgewiesen wurde, dass es die Anfallhäufigkeit und die den Schweregrad von Migräneattacken reduziert. (17) das erklärt sich aus den drei Hauptwirkungen von Coenzym Q10: es ist die Schlüsselsubstanz für die Energieherstellung in den Zellkraftwerken und wirkt damit dem Energiemangel in den Nervenzellen entgegen. Gleichzeitig wirkt Coenzym Q10 auch dem erhöhten nitrosativen und oxidativen Stress entgegen.

Weitere wichtige Mikronährstoffe für die Energieherstellung in den Zellen sind Magnesium und L-Carnitin. Und dementsprechend wurden auch von beiden Mikronährstoffen zusätzliche positive Wirkungen gegen Migräne nachgewiesen. (18) Eine weitere Studie zeigte, dass Magnesium in Verbindung mit Vitamin E auch bei menstruationsbedingter Migräne hilfreich ist.(19) Außerdem reduzieren Mikronährstoffpräparate mit Magnesium auch die Anzahl der Tage mit Kopfschmerzen bei Kindern. (20)

Weitere wichtige Mikronährstoffe, die in den Studien häufig empfohlen werden sind die Gruppe der B-Vitamine. Eine Studie aus Spanien mit 430 Migränepatienten zeigte, dass diese Patienten oft höhere Homocysteinwerte haben als gesunde Menschen. Durch die zusätzliche Gabe von B-Vitaminen sanken nicht nur die Homocystein-Werte, auch wichtige Gene funktionierten anschließend besser. (21)

Wie im Kapitel über die Ernährung schon erwähnt, spielen die Omega-3-Fettsäuren in der Vorbeugung von Migräneattacken eine ganz wichtige Rolle. In zahlreichen Studien wurde gezeigt, dass eine zusätzliche Einnahme von Omega-3-Fettsäuren das gesamte Entzündungsgeschehen positiv beeinflussen (22). So berichteten 4 von 5 Studienteilnehmer über eine Verringerung der Migränehäufigkeit und auch eine reduzierte Schwere der Anfälle. (23)

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Omega-3-Fettsäuren vom Verdauungssystem besser aufgenommen werden, wenn sie in einer flüssigen Emulsion (z.B. in einem Saft) und nicht in Kapseln eingenommen werden. (24)

Das zeigt auch, wie wichtig für den gesunden Effekt einer Mikronährstoffergänzung die Gesamtkomposition ist. Je ähnlicher Sie der gesunden Ernährung mit Obst, Gemüse und Kräutern ist, umso besser ist auch die Wirkung im Körper. Deshalb ist es bei der Therapie der Migräne auch wichtig, dass neben den bisher erwähnten Mikronährstoffen (ähnlich wie auch in Lebensmitteln) weitere wichtige Mikronährstoffe enthalten sind.

In der Wissenschaft zum Beispiel wird immer klarer, wie wichtig die sekundären Pflanzenstoffe bei der Vorbeugung und Behandlung gegen Migräne sind. So konnte beispielsweise von Inhaltsstoffen des grünen Tees in Kombination mit anderen Kräutern eine Dreifachwirkung gegen Migräne nachgewiesen werden: (25) Sie wirken schmerzdämpfend, verändern die Durchblutung positiv und verbessern die Bereitstellung von Nervenbotenstoffen.

Um die bestmögliche Wirkung zu erreichen, sollten Sie auf eine natürliche Mikronährstoffmischung zurückgreifen. Nur so kann eine optimale Versorgung der Zellen gewährleistet werden.

4. Veränderungen im Lebensstil

Neben der Ernährung und der Versorgung mit Mikronährstoffen kommt auch dem allgemeinen Lebensstil eine große Bedeutung im Kampf gegen die Migräne zu. Hier rückt zunehmend wieder der Sport in den Vordergrund. In zwei aktuellen Studien wurde nachgewiesen, dass wenn Migränepatienten dreimal pro Woche leichten Sport treiben, die Häufigkeit des Kopfschmerz um etwa die Hälfte sinkt. (26) Wenn dann zur Bewegung auch noch eine Gewichtsabnahme dazukommt, wird auch noch die Schmerzempfindlichkeit reduziert. (27)

Es eignen sich Ausdauersportarten wie Walken, Schwimmen, Radfahren und Aquajogging. Dabei kommt es nicht so sehr auf die Intensität des Sports an als vielmehr auf die Regelmäßigkeit um Migräne und Kopfschmerzen vorzubeugen. (28) Setzen Sie sich mindestens 20 bis 30 Minuten körperliches Training dreimal wöchentlich zum Ziel. Aber Achtung: diese guten Effekte erreichen Sie nur bei ausreichender Vitalstoffzufuhr, da mehr Bewegung auch einen höheren Vitalstoffbedarf nach sich zieht.

Daneben hat der Sport auch noch wichtige Wirkungen beim Stressabbau und bei der Verbesserung der vegetativen Steuerung. Da ja Stress und Schlafstörungen zu den wichtigsten Triggern der Migräne gehören, bieten diese Punkte auch wichtige Ansätze zur Vorbeugung der Migräne. (29) So wurde in einer gerade veröffentlichten Studie herausgefunden, dass schon zwei Stresstage in Folge oder zwei Nächte mit schlechtem Schlaf das Risiko für eine Migräneattacke stark erhöhten und zwei gute Tage in Folge hatten einen deutlich schützenden Effekt.(30)

Es erscheint heute sehr wichtig, dass das Thema Stressmanagement schon bei den Kindern mit Migräne beachtet wird. (31) Hier sind Biofeedback-Programme (auch Computer-gestützt) und Entspannungstechniken wie die progressive Muskelentspannung sehr erfolgreich. Besonders erfolgreich erwiesen sich diese Behandlungsoptionen im Zusammenspiel mit einer komplexen Mikronährstoffergänzung. (32)

5. Sonstige Naturheilverfahren

Basenbäder

Wie eingangs schon erwähnt, ist die Übersäuerung des Gewebes wohl einer der Hauptgründe für Entzündungen und eine erhöhte Schmerzwahrnehmung. (33) Eine gute Möglichkeit, neben basischen Nahrungsergänzungen und basischer Ernährung (34) sind wöchentliche Basenbäder. Dabei nützt man die gute Entsäuerung über die Haut, in dem man ein basisches Badesalz ins Badewasser gibt. Das Basenbad soll mindestens 30 Minuten dauern, besser sind 45 bis 60 Minuten.

Akupunktur

Zahlreiche Studien haben die Wirksamkeit der Akupunktur bei Migräne belegt. (35) Sie ist eine nebenwirkungsfrei und kosteneffektive Methode um die Schmerzen bei Migräne zu behandeln, da unter anderem Schmerzmedikamente die Triptane enthalten, eingespart werden.(36) Nach neuesten Untersuchungen verbessert die Akupunktur Muskelverspannungen, das vegetative Nervensystem und die Schmerzwahrnehmung bei chronischen Kopfschmerzen. (37)

Pflanzliche Medikamente

Kräuterextrakte und pflanzliche Medikamente sind inzwischen so gut etabliert in der Vorbeugung von Migräneanattacken, dass sie sogar in die offiziellen Therapieempfehlungen mit aufgenommen wurden. Medikamente die Triptane enthalten, können deshalb auch umgangen werden. (38) Am besten untersucht ist die Pestwurz. Pestwurz-Extrakte (Petasites hybridus radix) reduzieren die Anfallhäufigkeit bei Migräne um 50 -60 %. (39) Ein weiteres effektives und nebenwirkungsarmes Pflanzenextrakt bei Migräne ist das Mutterkraut (falsche Kamille, Tanacetum parthenium) (40).

6. Was Sie selbst tun können – Meine Empfehlungen

Essen und Trinken

  • Trinken Sie genügend Wasser. Mindestens 2 Liter am Tag sollten es sein Essen Sie auch in Stressperioden regelmäßig. Ernähren Sie sich gesund (regelmäßig Gemüse, Obst, oft Fisch etc.) und abwechslungsreich.
  • Reduzieren Sie den Anteil von Fleisch und Kohlenhydraten in der täglichen Ernährung.
  • Trinken (Alkohol, Kaffee) und rauchen Sie nur wenig oder gar nicht, besonders aber sollten Sie darauf achten, dass der Konsum in Stresssituationen stark eingeschränkt wird.

Mikronährstoffe

  • Nehmen Sie täglich zur Prävantion einen biologischen Mikronährstoffkomplex mit Zink und Vitamin C, um die optimale Zellversorgung mit allen Mikronährstoffen sicher zu stellen.
  • Am besten nehmen Sie ein Produkt in flüssiger Form, hergestellt aus natürlichen Lebensmitteln, da nur dadurch die Versorgung mit den so wichtigen sekundären Pflanzenstoffen gewährleistet ist und eine optimale Aufnahme im Organismus möglich ist.

Bewegung und Entspannung

  • Sorgen Sie für regelmäßigen körperlichen Ausgleich: Spaziergänge, Sport, Gymnastik. Wenn Sie sich angespannt fühlen, versuchen Sie sich bewusst zu entspannen. Lebenseinstellung Gestalten Sie Ihre Arbeitszeit und Ihre Freizeit aktiv.
  • Wenn Sie an Ihre Grenzen gelangen, setzen Sie sich Prioritäten, machen Sie sich einen schriftlichen Plan um Ihre Zeit optimal zu nutzen und für sich auch Erholungszeit einzuplanen. Führen Sie ein Kopfschmerztagebuch, um Ihre individuellen Auslöser herauszufinden.

Interessante Bücher zum Thema

Für alle, die Ihre Aufzeichnungen gerne elektronisch machen gibt es im App-Store ein praktisches, kostenloses Programm mit einem Tagebuch für Patienten mit Migräne, um ihren Kopfschmerz zu protokollieren. Damit ist es sehr leicht nachzuvollziehen wann, unter welchen Umständen und mit welchen Symptomen sie einen Migräneanfall bekommen haben.

Stress-Intelligenz. Stress besser meistern, Lebensenergie gewinnenProf. Christoph Bamberger Knaur 2009 Preis: 8,95 ISBN: 978-3-426-78478-5

Gesund leben – Migräne: Schmerzattacken vermeiden und behandelnChristian Neumeir Compact-Verlag (2010) Preis: 5,99 Euro ISBN-10: 3817479379

(1) Richard Grossinger: The Nature and Experience of Migraina Auras. In: Migraine Auras: When the Visual World Fails, S. 1-96, North Atlantic Books 2006
(2) Arruda M.A., Bigal M.E.: Migraine and migraine subtypes in preadolescent children: Association with school performance. Neurology 2012 (79): S. 1881-1888
(3) Quelle: Wikipedia, abgerufen am 2.1.2013
(4) Ärztezeitung vom 23.8.11: Fünf Tage Schulung: Erfolgsrezept bei Migräne
(5) Nestoriuc Y., Martin A.: Efficacy of biofeedback for migraine: a meta-analysis. Pain. 2007(1-2): S. 111-127
(6) Geppetti P. et al.: CGRP and migraine: neurogenic inflammation revisited. J Headache Pain. 2005(2): S. 61–70
(7) D’Andrea G. et al.: Pathogenesis of migraine: role of neuromodulators. Headache. 2012(7): S. 1155-1163
(8) Guidetti V. et al.: Gender, migraine and affective disorders in the course of the life cycle. Funct Neurol. 2009(1): S. 29-40
(9) Fukui P.T. et al.: Trigger factors in migraine patients. Arq Neuropsiquiatr. 2008(3A): S. 494-499
(10) Sluka K.A., Kalra A., Moore S.A.: Unilateral intramuscular injections of acidic saline produce a bilateral, long-lasting hyperalgesia. Muscle Nerve. 2001(1): S. 37-46
(11) Simopoulos A.P.: Omega-3 fatty acids in inflammation and autoimmune diseases. J Am Coll Nutr. 2002(6): S. 495-505
(12) Glueck C.J. et al.: Amelioration of severe migraine with omega-3 fatty acids: a double-blind, placebo controlled clinical trial. Am J Clin Nutr 1986 (43): S. 710
(13) Yilmaz G. et al.: Increased nitrosative and oxidative stress in platelets of migraine patients. Tohoku J Exp Med. 2007(1): S. 23-30
(14) Gupta R. et al.: Comparison of oxidative stress among migraineurs, tension-type headache subjects, and a control group. Ann Indian Acad Neurol. 2009(3): S. 167-172
(15) Eberhardt M.V., Lee C.Y., Liu R.H.: Antioxidant activity of fresh apples. Nature. 2000 (405): S. 903-904
(16) Holland S. et al.:Evidence-based guideline update: NSAIDs and other complementary treatments for episodic migraine prevention in adults. Report of the Quality Standards Subcommittee of the American Academy of Neurology and the American Headache Society. Neurology 2012 (78): S. 1346-1353
(17) Sandor P.S. et al.: Efficacy of coenzyme Q10 in migraine prophylaxis: a randomized controlled trial. Neurology 2005(64): S. 713– 715
(18) Tarighat Esfanjani A. et al.: The effects of magnesium, L-carnitine, and concurrent magnesium-L-carnitine supplementation in migraine prophylaxis. Biol Trace Elem Res. 2012(1-3): S. 42-48
(19) Ziaei S. et al.: The effect of vitamin E on the treatment of menstrual migraine. Med Sci Monit. 2009(1): S. CR16-19
(20) Wang F. et al.: Oral magnesium oxide prophylaxis of frequent migrainous headache in children: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial. Headache. 2003(6): S. 601-610
(21) Oterino A. et al.: The relationship between homocysteine and genes of folate-related enzymes in migraine patients. Headache. 2010(1): S. 99-168
(22) Calder P.C.: n-3 polyunsaturated fatty acids, inflammation, and inflammatory diseases. Am J Clin Nutr. 2006 (6 Suppl): S. 1505S-1519S
(23) Harel Z. et al.: Supplementation with omega-3 polyunsaturated fatty acids in the management of recurrent migraines in adolescents. J Adolesc Health. 2002(2): S. 154-161
(24) Raatz S.K. et al.: Enhanced absorption of n-3 fatty acids from emulsified compared with encapsulated fish oil. J Am Diet Assoc. 2009(6): S. 1076-1081
(25) Li J.C. et al.: Analgesic effect and mechanism of the three TCM-herbal drug-combination Tou Feng Yu pill on treatment of migraine. Phytomedicine. 2011(8-9): S. 788-794
(26) Darabaneanu S. et al.: Aerobic exercise as a therapy option for migraine: a pilot study. Int J Sports Med. 2011(6): S. 455-460
(27) Iannitti T. et al.: Increased central and peripheral inflammation and inflammatory hyperalgesia in Zucker rat model of leptin receptor deficiency and genetic obesity. Exp Physiol. 2012(11): S. 1236-1245
(28) Ärztezeitung vom 11.10.2012: Joggen oder Walken reduziert Schmerzattacken
(29) Mollaoglu M.: „Trigger Factors in Migraine Patients“ J Health Psychol. 2012 Oct 26. [Epub ahead of print]
(30) Houle T.T. et al.: Stress and sleep duration predict headache severity in chronic headache sufferers. Pain. 2012(12): S. 2432-2440
(31) Cuvellier J.C.: Management of chronic daily headache in children and adolescents. Rev Neurol (Paris). 2009(6-7): S. 521-531
(32) Mauskop A.: Nonmedication, alternative, and complementary treatments for migraine. Continuum (Minneap Minn). 2012(4): S. 796-806
(33) Sluka K.A. et al.: Unilateral intramuscular injections of acidic saline produce a bilateral, long-lasting hyperalgesia. Muscle Nerve. 2001(1): S. 37-46
(34) Schwalfenberg G.K.: The Alkaline Diet: Is There Evidence That an Alkaline pH Diet Benefits Health? Journal of Environmental and Public Health 2012, Article ID 727630, 7 pages, doi:10.1155/2012/727630
(35) Airola G. et al.: Non-pharmacological management of migraine during pregnancy. Neurol Sci. 2010 (31 Suppl 1): S. S63-S65
(36) Ambrósio E.M. et al.: Costs and consequences of acupuncture as a treatment for chronic pain: a systematic review of economic evaluations conducted alongside randomised controlled trials. Complement Ther Med. 2012(5): S. 364-374
(37) Yamaguchi S., Araki N.: The practical use of acupuncture and moxibustion treatment cooperated with neurological practice. Rinsho Shinkeigaku. 2012(11): S. 1287-1289
(38) Holland S. et al.:Evidence-based guideline update: NSAIDs and other complementary treatments for episodic migraine prevention in adults. Report of the Quality Standards Subcommittee of the American Academy of Neurology and the American Headache Society. Neurology 2012 (78): S. 1346-1353
(39) Lipton R.B. et al.: Petasites hybridus root (butterbur) is an effective preventive treatment for migraine. Neurology 2004(63): S. 2240– 2244
(40) Levin M.: Herbal treatment of headache. Headache. 2012 (52 Suppl 2): S. 76-80

Teilen: