Laut neusten Auswertungen gibt es alleine in Deutschland zwischen 100.000 bis 150.000 Menschen, die an dieser Krankheit leiden – die Rede ist von Morbus Bechterew (Spondylits Ankylosans), einer chronisch entzündlichen Autoimmunerkrankung der Gelenke, vor allem der Wirbelsäule. Vorwiegend betroffen sind die Lenden- und Brustwirbelsäule sowie die Kreuz-Darmbeingelenke. In selteneren Fällen kann es auch zu einer Entzündung der Regenbogenhaut oder anderen Organen wie dem Darm oder der Lunge kommen.

1. Ursachen von Morbus Bechterew

Auch heutzutage sind die Ursachen von Morbus Bechterew noch nicht ganz geklärt. Viele Experten sind sich jedoch sicher, dass eine Fehlfunktion des Immunsystems zur Ausprägung der Erkrankung beiträgt. Ebenso geht man von einer genetischen Veranlagung aus, welche in Zusammenspiel mit unzähligen Umwelteinflüssen steht.

Typisch für Morbus Bechterew-Patienten ist das gehäufte Vorkommen eines bestimmten HLA-Proteins (Human Leucocyte Antigen). Ähnlich wie bei den Blutgruppen, gibt es auch bei den HLAs viele verschiedene Ausprägungen, welche je nach Art des Krankheitserregers besser oder schlechter wirken. Dem neusten Kenntnisstand zufolge, ist ein Protein namens HLA-B27 für die Entstehung von Morbus Bechterew verantwortlich. Es konnte nachgewiesen werden, dass etwa 95 Prozent der Menschen mit Morbus Bechterew dieses Erbmerkmal verstärkt aufweisen.

HLA-B27 spielt vor allem bei der Abwehr von Infektionskrankheiten so wie bei der Unterscheidung des Immunsystems zwischen „Fremdem“ und „Eigenem“ eine wichtige Rolle. Durch seine spezielle Form kann das Protein bestimmte Bakterien und Erreger wie Salmonellen, Yersinien oder Chlamydien, welche beispielsweise für Durchfall oder Harnwegsentzündungen verantwortlich sind, einschließen und so für die Abwehrzellen erkennbar machen. Werden diese eingeschlossenen Erreger nicht ausreichend beseitigt, kommt es zu chronischen Entzündungen, was ein Auslöser von Morbus Bechterew sein kann.

2. Mikronährstofftherapie

Bei der klassischen Therapie von Morbus Bechterew kommen vor allem nicht-steroidale Antirheumatika zum Einsatz. Da viele Betroffene auf der Suche nach einer schonenderen Behandlung sind, werden wir Ihnen einige interessante Ansätze der Mikronährstofftherapie aufzeigen. Morbus Bechterew, gehört wie viele andere Leiden zu den Autoimmunerkrankungen. Es hat sich gezeigt, dass Mikronährstoffe, zu denen Vitamine Spurenelemente, Mineralstoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe zählen, auf diesem Erkrankungsgebiet Hilfe bieten können.

Zum einen ist eine ausreichende Vitamin E Versorgung entscheidend, denn der Nährstoff wirkt entzündungshemmend und senkt gleichzeitig den Zytokinspiegel. Ebenso empfehlen viele Experten eine ausreichende Versorgung mit Vitamin C, da es eine ausleitende Wirkung auf Schwermetalle hat. Außerdem wirken Vitamin C und E im Zusammenspiel immunregulierend sowie schmerzlindernd. Als weiterer wichtiger Baustein der Mikronährstofftherapie im Kampf gegen Morbus Bechterew gilt Vitamin D. Untersuchungen konnten nachweisen, dass ein gesunder Vitamin- D3-Spiegel das Risiko von Autoimmunerkrankungen deutlich senken kann. Auch die regelmäßige Einnahme von Omega-3-Fettsäuren wirkt sich durch die entzündungshemmende und immunregulierende Wirkung positiv auf den Krankheitsverlauf aus.

Eine Mikronährstoffbehandlung eignet sich nicht nur zur Prävention sondern auch zur Therapie, wenn die Krankheit bereits ausgebrochen ist. In zahlreichen Studien wurde eindeutig nachgewiesen, dass Mikronährstoffe wie Vitamine (Vitamin E, C & D) sowie Selen und Omega-3-Fettsäuren zu einer Linderung der Beschwerden beitragen.

In der modernen Mikronährstofftherapie bevorzugt man deshalb heute als Basistherapie bei Morbus Bechterew eine moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischung. Mit Hilfe der enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe kann man sich sowohl vorbeugend schützen, als auch die Krankheit behandeln, wenn eine Erkrankung bereits vorliegt.

3. Veränderungen im Lebensstil

Wie bei allen anderen Autoimmunerkrankungen ist es auch bei Morbus Bechterew sinnvoll einige Ernährungsgrundregeln zu beachten, um der Krankheit vorzubeugen oder ihre Symptome zu lindern. Zunächst sollten Sie Ihre Ernährung auf frische und nicht industriell verarbeitete Lebensmittel umstellen. So steigern Sie die antioxidative Kapazität Ihres Körpers. Dies ist wichtig, da Sie so die Schutzwirkung vor freien Radikalen aufrechterhalten. Auch die Beschränkung des Fleischkonsums ist sinnvoll, um so die Aufnahme von entzündungsvermittelnder Arachidonsäure zu verringern. Ebenso sollte die Zufuhr von Kohlenhydraten verringert werden (besonders Weißmehl und Zucker).

Ein weiterer wichtiger ernährungsmedizinischer Ansatz ist die Reduktion des oxidativen Stresses. Durch die ausreichende Versorgung mit Antioxidantien lassen sich die durch freie Radikale bedingten Schäden deutlich reduzieren. Ebenso sollten Sie auf eine Senkung des Zytokinspiegels achten, um Entzündungen frühzeitig zu verhindern. Um dies zu erreichen eignet sich Vitamin E (enthalten in Weizenkeimöl, Sonnenblumenöl & Palmöl) und Omega-3-Fettsäuren (enthalten in Fisch, Nüssen & Samen).

4. Was Sie selbst tun können

Mikronährstoffe

  • Seien Sie sich bewusst, wie wichtig ein ausgeglichener Mikronährstoffhaushalt ist. Verwenden Sie deshalb zur Basisversorgung ein natürliches Mikronährstoffkonzentrat, das Vitamine (E, C & D), Selen und Omega-3-Fettsäuren enthält.
  • Mikronährstoffpräparate in flüssiger Form kann der Körper deutlich besser und physiologischer verwerten als Pillen oder Pulver.
Ernährung
  • Verzichten Sie auf Fertiggericht – verwenden Sie stattdessen frische Grundnahrungsmittel wie Gemüse und Obst.
  • Reduzieren Sie Ihren Fleisch- und Kohlenhydratkonsum.
Bewegung und Entspannung
  • Gezielte gymnastische Übungen können den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
  • Bewegungsbäder bieten eine gelenkschonende Bewegungsmöglichkeit.



Literaturverzeichnis:

– Burgenstein: Handbuch Nährstoffe. TRIAS 2007: S. 462-465
– DGE, Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Die Nährstoffe. DGE 3. Auflage, 2011
– Kang JX et al. Modulation of inflammatory cytokines by omega-3 fatty acids. Aus: Quinn PJ et al. (eds). Lipids in health and disease. Springer science + Buisness Media, 2008:133-143
– Kriegel MA et al. Does vitamin D affect risk of developing autoimmune disease? A systematic review. Semin Arthritis Rheum 2001;40:512-531
– Pelajo CF et al. Vitamin D and autoimmune rheumatologic disorders. Autoimmune Rev 2010;9:507-510

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