Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-fortschreitende Entzündung im zentralen Nervensystem (ZNS). Sie ist neben der Epilepsie eine der häufigsten neurologischen Krankheiten bei jungen Erwachsenen. Trotz großer Bemühungen der Forschung ist die Ursache noch immer nicht geklärt.

Lesen Sie im folgenden Artikel Alles zu alternativen Therapien und Behandlungsmethoden bei Multipler Sklerose, Ernährungstipps für Betroffene, und weitere Methoden sowie Naturheilverfahren, welche den Verlauf, die Symptome und das Leben mit MS für Erkrankte maßgeblich verbessern und erleichtern.



Bei Multipler Sklerose werden fälschlicherweise körpereigene Strukturen des zentralen Nervensystems durch Entzündungs- und Abwehrzellen des Körpers angegriffen. Deshalb zählt MS auch zu den Autoimmunerkrankungen. Die Folge ist eine Schädigung der Nervenfaser sowie ein Abbau der umgebenden Hülle der Nervenfaser (Myelinscheide). Dadurch kommt es zu Störungen der Reizübertragungen zwischen den Nervenfasern.

Da diese Schädigungen überall in Gehirn und Rückenmark verstreut (multipel) auftreten können, kann die multiple Sklerose die unterschiedlichsten neurologischen Symptome hervorrufen. Sie gilt als „Chamäleon“ unter den Krankheiten, so dass die Krankheitsgeschichte individuell sehr unterschiedlich ist. Das gilt sowohl für den zeitlichen Verlauf, als auch für die Schwere und Ausprägung der Beschwerden und Symptome für Betroffene.

Die meisten Menschen (Frauen doppelt so häufig wie Männer) erkranken im Erwachsenenalter zwischen 20 und 40 Jahren (Gipfel mit 30 Jahren) an einer Multiplen Sklerose. MS kann aber auch selten schon im Kindesalter oder erst im späten Erwachsenenalter auftreten und seinen Verlauf nehmen. In Deutschland leiden nach Schätzungen etwa 120.000 Menschen an einer Multiplen Sklerose.

Die Krankheit ist nicht heilbar, jedoch kann der Verlauf durch verschiedene Maßnahmen und Therapien oft sehr günstig beeinflusst werden. Entgegen der landläufigen Meinung führt die Multiple Sklerose bei Erkrankten nicht zwangsläufig zu schweren Behinderungen und Beschwerden. Und auch viele Jahre nach Beginn der Erkrankung bleibt die Mehrzahl der Betroffenen noch gehfähig. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Störung keine einzelne Ursache hat, sondern dass mehrere Auslöser zusammenkommen. Als mögliche Auslöser und Ursachen vermutet man neben den Erbanlagen Infektionen, übertriebene Hygiene in der Kindheit, Vitamin-D-Mangel, Umweltgifte oder Rauchen. In diesem Artikel finden Sie die heute aktuellen Theorien, aufgrund welcher Ursachen multiple Sklerose entstehen kann.

1. Symptome bei Multipler Sklerose

Die Multiple Sklerose wird durch viele unterschiedliche Symptome charakterisiert. Sie erklären sich durch die zahlreichen Aufgaben des Nervensystems. Fast jedes Symptom ist als Ausfall oder Beeinträchtigung einer Funktion im zentralen Nervensystem zu verstehen. Darum bezeichnet man die Multiple Skelrose auch als „Krankheit der tausend Gesichter“, da kaum ein Verlauf der Erkrankung dem Anderen gleicht. Eine Früherkennung und genau Einordung in eine Symptomatik ist daher schwierig. Da einige bei Multiple Sklerose Patienten häufig auftretende Krankheitszeichen und Symptome, die aber auch nicht auftreten können und sich in ihrer Ausprägung sehr unterscheiden, sind:

  • Schwere Müdigkeit
  • Muskelschwäche
  • Sensibilitätsstörungen, Missempfindungen
  • Plötzliche Sehstörungen
  • Lähmungen
  • Schwindel
  • Konzentrationsmängel, Gedächtnisstörungen
  • Schluckstörungen , Sprachstörungen, unwillkürliche Augenbewegungen
  • Koordinationsstörung
  • Störungen der Blasen- und Darmfunktion
  • /krankheit/depression/Depressionen
  • Störungen der Sexualität,Erektionsstörungen, verminderte Empfindungsfähigkeit

2. Behandlung

Ziel einer Therapie ist, die Selbstständigkeit und Lebensqualität der betroffenen Menschen zu erhalten. Die Behandlung der Multiplen Sklerose setzt sich aus verschiedenen Elementen zusammen. Wichtige Bausteine der Therapie sind normalerweise Aufklärung und Beratung, Krankengymnastik und Medikamente. Wie die Therapie im Einzelfall zusammengesetzt ist, richtet sich danach, wie ausgeprägt die Symptome sind und wo sie auftreten und ob man eventuell die Ursachen der Erkrankung ergründen kann.

Es gibt zudem zahlreiche Hinweise aus Studien, dass Ernährung, Mikronährstoffe und einige andere alltagstaugliche Maßnahmen Verlauf und Symptomatik deutlich verbessern können. Viele Betroffene und auch deren Angehörige suchen deshalb nach Alternativen oder Ergänzungen zu der meist üblichen medikamentösen Therapie um ein möglichst beschwerdefreies Leben für die Erkrankten am effektivsten zu erwirken.

3. Ernährung bei MS

Einflüsse der Ernährung auf die Gesundheit und den Verlauf der Multiplen Sklerose gibt es viele. Sie reichen von einer Verschlechterung des Immunsystems, Vermehrung der Entzündungsneigung bis hin zu einer Beeinträchtigung des Gehirns sowie speziellen Mikronährstoffdefiziten.(1)

Fett

Grundsätzlich wird heute Patienten mit Multipler Sklerose empfohlen, weniger tierische Fette (aus Fleisch, Wurst, Vollmilch, Käse) zu sich zu nehmen. Die darin enthaltenen überwiegend gesättigten Fette führten in einer Studie zu einer vermehrten Entzündungsneigung. Es konnte gezeigt werden, dass Menschen mit MS von einer Einschränkung tierischer Fette deutlich profitieren und dass die Aktivität der Erkrankung deutlich zurückgeht.(2) Vieles spricht außerdem dafür, dass hochwertige Fettsäuren aus kaltgepressten Pflanzenölen den Verlauf von MS verbessern können. So hat sich gezeigt, dass die Fettzusammensetzung auch direkten Einfluss auf die Funktion wichtiger Gene hat.(3) Vor diesem Hintergrund wird heute weitgehend mit einer fettmodifizierten Kost therapiert.

Grundlage für eine erfolgreiche Ernährungstherapie ist allerdings die Beseitigung der bei multipler Sklerose häufig auftretenden Fehlernährung, die sich besonders durch eine zu hohe Energieaufnahme, zu viele gesättigte Fettsäuren, einen Vitamin B-Mangel und einen Ballaststoffmangel auszeichnet.(4)

Milch und Milchprodukte

Auch Milch und Milchprodukte sollten bei Erkrankten mit Multipler Sklerose möglichts auf die Vermeidungsliste. Neben dem hohen Gehalt an gesättigten Fettsäuren steht Milch im Verdacht, zur Entstehung des Autoimmunprozesses beizutragen. Dieser „molekulare Mimikry“ genannte Vorgang bezieht sich auf ein spezielles Eiweiß in der Kuhmilch, das einem Eiweiß aus den Myelinscheiden sehr ähnlich ist.(5) Diese Ähnlichkeit kann bei häufigem Genuss von Kuhmilch zu einer „Verwechslung“ im Immunsystem führen – und dann dafür sorgen, dass das Immunsystem körpereigene Strukturen der Menschen angreift.(6)

Kohlenhydrate

Heutzutage empfehlen Ernährungsexperten allgemein eine Low-Carb-Ernährung (weniger Kohlenhydrate) einzuhalten. Wer die Menge dieser „leeren“ Sattmacher reduziert, kann Entzündungen und auch Übergewicht vorbeugen. Ebenso wird die Ausschüttung des Hormons Insulin reduziert, welches hauptsächlich durch den Verzehr von Kohlenhydraten ausgeschüttet wird.

Obst und Gemüse

Entsprechend den allgemeinen Ernährungsempfehlungen wird besonders MS-Patienten empfohlen, reichlich Gemüse und Obst zu essen. Diese enthalten eine unverzichtbare Vielfalt an Mikronähstoffen wie Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und auch sekundäre Pflanzenstoffe, All diese Stoffe sind in der Lage, Entzündungsprozesse zu bremsen und auch sonst an allen wichtigen Stoffwechselprozessen beteiligt.

Kräuter

Gleiches gilt für frische Kräuter. Deren Inhaltsstoffe sind für die Funktion des Nervensystems und die Aktivität des Immunsystems sehr wichtig. Verwenden Sie außerdem möglichst oft die Gewürzmischung „milder Curry“, die viele gut erforschte Bestandteile enthält, welche Entzündungen verringern und die Energiegewinnung des Gehirns und der Nerven unterstützen.

Potente Bestandteile einer „nervenschonenden“ Ernährung liefert neben der asiatischen auch die mediterrane Küche. Fisch, Tomaten, Knoblauch, Zwiebeln, Melonen, Zitrusfrüchte, Olivenöl und wer mag auch Rotwein (max. 0,2 Liter am Tag) enthalten zahlreiche Mikronährstoffe, die sich schützend auf das Gehirn auswirken. Sie wirken auch Entzündungen entgegen, stärken das Immunsystem, lindern Beschwerden und helfen beim Kampf gegen Viruserkrankungen.(7)

4. Mikronährstofftherapie – Effektive Therapie und Unterstützung

Mikronährstoffe besitzen viele Funktionen, die auch im Zusammenhang mit der Therapie von Multipler Sklerose stehen: Sie steuern die Produktion und Ausschüttung der Nerven-Botenstoffe, regeln die Energieproduktion in den Zellen, sind wichtig für das Immunsystem, wirken Entzündungen entgegen, bekämpfen freie Radikale und helfen zusätzlich bei der Entgiftung.

So ist es nicht verwunderlich, dass es heute zahlreiche Studien gibt, die eine Verbesserung der Beschwerden nach der Gabe von Mikronährstoffen gezeigt haben. Nach aktuellen Studien wird natürlichen Antioxidantien in Zukunft eine große Rolle in der Therapie der multiplen Sklerose zukommen.(15) Die Bildung aggressiver Sauerstoffradikale (freie Radikale) scheint eine der wichtigsten Komponenten bei der Entstehung der Entzündung und der Nervenschädigung zu sein.(16)

Es hat sich gezeigt, dass eine Kombination aus natürlichen Mikronährstoffen deutlich effektiver, im Kampf gegen freie Radikale sind, als einzelne Mikronährstoffe. Vitamine aus Obst und Gemüse in Verbindung mit den enthaltenen Pflanzenstoffe, sind laut einer Studie, um bis zu 200 mal effektiver als einzelne Vitamine. (18)

Ein weiterer, äußerst vielversprechender Mikronährstoff für die Therapie der MS ist Vitamin D. Neben den Einflüssen auf das Immunsystem bei MS(19) kann Vitamin D direkt die Gene beeinflussen, die für die Entwicklung einer MS wichtig sein können.(20) Kanadische Forscher haben nun in einer ersten kleinen Studie das getan, was nahe liegt: Sie versorgten Multiple Sklerose Patienten mit hohen Vitamin-D-Mengen und beobachteten die Auswirkungen auf die Erkrankung. Dabei war die Schubrate nach einem Jahr um 41 Prozent reduziert und der Behinderungsgrad, gemessen mit der Skala EDSS, war leicht zurückgegangen(21). Ziel dieser Studie mit 49 betroffenen Menschen war in erster Linie nicht die klinische Wirksamkeit, sondern zunächst die Prüfung der Sicherheit. Befürchtet wurden bei hohen Vitamin-D-Dosen Verschiebungen der Kalzium-Serumspiegel sowie Nierensteine. Dies war jedoch nicht der Fall.

In der heutigen Ernährung stellen Omega-3-Fettsäuren einen wichtigen Gegenpol zu den tierischen Fetten dar. Sie vermindern Entzündungen und regulieren Gene, die Entzündungsbotenstoffe bilden. Sie wirken bei der Multiplen Sklerose ähnlich wie das oft eingesetzte Interferon Beta.(23) Eine Besonderheit bei MS-Patienten ist ein drastisch erniedrigter Spiegel der Omega-3-Fettsäure Docosahexaensäure (DHA) im Gehirn.(22) Es wird angenommen, dass DHA entscheidend am Aufbau der nervalen Myelinschicht beteiligt ist und so eine wichtige Rolle für die Reizweiterleitung spielt. Der Gehalt an DHA in der Nervenmembran schwankt dabei in Abhängigkeit vom Gehalt in der Nahrung.

Um den größtmöglichen Nutzen im Kampf gegen Multiple Sklerose zu erreichen, sollten natürliche und komplex-zusammengesetzte Mikronährstoffeprodukte verwendet werden(24) Derartige Breitbandpräparate sollten auch Omega-3-Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, um alle oben genannten Vorteile vereinen zu können. Auch der Erfolg medikamentöser Therapien wird damit nachhaltig unterstützt.

Nicht empfehlenswert und sogar potenziell schädlich für Menschen sind künstliche Mikronährstoffe, wie sie in Pillenform oder als Brausetabletten angeboten werden. Vorsichtig sollten Sie auch bei ausländischen Produkten sein. Diese enthalten laut Verbraucherzentrale häufig Verunreinigungen oder unerlaubte Substanzen, die nicht auf der Packung deklariert werden. Ein Blick auf das Impressum des Herstellers lohnt sich hier.

5. Veränderungen im Lebensstil um das Leben mit MS zu erleichtern

Ganz entscheidend für den Verlauf der Krankheit ist – neben der Ernährung und Mikronährstoffen – regelmäßiger Sport, vorzugsweise im Freien. Bewegung hilft dabei, dass Immunsystem zu stabilisieren und den Stoffwechsel am laufen zu halten. Regelmäßiges Training baut beispielsweise den Spiegel des Hormones Leptin ab, dem man beim Ausbruch eines MS Schubs wohl eine Rolle zukommt.(26)

Leptin ist ein Hormon, das vor allem vom Bauchfett produziert wird und die Entstehung von Übergewicht und Diabetes fördert. Gerade vor dem Hintergrund, dass Patienten mit Multipler Sklerose überdurchschnittlich häufig übergewichtig sind, kann Sport hier einen doppelten Nutzen bringen.(27)

Ein Cochrane-Review aus dem Jahr 2005 etwa belegt, dass körperliches Training bei MS die Mobilität fördert und sogar ein chronisches Müdigkeitssyndrom reduzieren kann.(28) Zudem stellte man fest, dass sich bei einem Training von dreimal wöchentlich jeweils maximal 30 Minuten auf dem Laufband bereits nach einem Monat Ganggeschwindigkeit und -ausdauer verbessert hatten. Auch Ausdauer-Krafttraining wirkt sich sehr positiv bei MS Patienten aus, insbesondere auf die Muskelmasse und die Stabilität des Ganges. Dazu führten Patienten über 15 Wochen dreimal wöchentlich 40 Minuten lang kombinierte Arm- und Beinübungen aus.

Beim Sport sollten Ausdauersportarten wie Walken, Joggen, Radfahren oder Schwimmen im Vordergrund stehen. Es werden allgemein drei- bis viermal mal in der Woche ca. 30 Minuten Sport empfohlen.(29) Dabei gilt es zu beachten, dass Sie diese guten Effekte des Sports mit einer guten Mikronährstoffversorgung deutlich zu erhöhen sind, da diese Stoffe direkt am Energiestoffwechsel sowie am Muskelaufbau beteiligt sind.

Auch Stress scheint bei der Entstehung und Verschlechterung von Multipler Sklerose eine Rolle zu spielen. Nach einer australischen Studie scheint vor allem die Häufigkeit von Stressfaktoren einen Einfluss auf den Verlauf der Krankheit zu haben und nicht so sehr die Intensität des Stresses.(30) Demnach wird MS-Patienten empfohlen, Stressoren in Ihrem Leben ausfindig zu machen und Techniken zum Stress-Management zu erlernen.

6. Sonstige Naturheilverfahren – Prävention und Linderung

Entlastungstage

Einer der auffälligsten Punkte bei der Entstehung zahlreicher chronischer Krankheiten ist die exzessive Kalorienaufnahme. Und tatsächlich wurde auch bei Multipler Sklerose beobachtet, dass sich durch geringere Kalorienzufuhr oder intermittierendes Fasten wie bei regelmäßigen Entlastungstagen ein Schutz gegen die Zerstörungen an den Nerven und eine Verlangsamung der Erkrankung erreichen lässt.(31)

Deshalb sollten Sie regelmäßig Entlastungstage einplanen, beispielsweise jeden Freitag oder jeden Montag oder am besten sogar mehrmals pro Woche. Besonders nach Feier- und Festtagen sollte eine Entlastung folgen, um Herz, Gewicht, Blutdruck sowie Cholesterin- und Harnsäurewerte zu pflegen.

Die folgenden Tipps sollen Ihnen als Anhaltspunkte dienen um den Entlastungstag erfogreich durchzuführen:

Der Reistag:

Am Morgen eine Grapefruit oder Apfel, Mittags und Abends werden jeweils in 100 Gramm Reis empfohlen, welcher in 200ml Salzwasser gedünstet werden sollte. Würzen Sie am Mittag dann die Hälfte mit zwei gedünsteten Tomaten und Kräutern, Für den Abend empfiehlt sich ein Reis-Obst-Salat (Ohne Zucker!).

Der Obsttag:

Verteilen Sie drei Pfund Obst über den gesamten Tag! (gut kauen ist hier wichtig!) Ebenso: Melonentag,Erdbeertag oder Traubentag.

Der Frischkosttag:

Morgens Obst, entweder Obstsalat oder Müsli mit hohem Obstanteil Mittags Rohkostplatte (mit einer gekochten Kartoffel): Salate, Wurzelgemüse, Sauerkraut verfeinert mit Öl, Zitrone und Gewürzen. Abends ebenfalls Rohkost mit Nüssen und Rosinen, (wieder gut kauen!)

Der Safttag:

2 Mischen Sie 2 Liter Obst- bzw. Gemüsesaft mit einem Liter Wasser: teilen Sie das Getränk auf 5 Mahlzeiten auf. Dazwischen sollte ebenfalls ausreichend Wasser getrunken werden.

Grüner Tee

Die spezifischen Wirkungen von grünem Tee bei MS werden aktuell in verschiedenen Studien untersucht. Die bisherigen Ergebnisse sind sehr vielversprechend:

Die Inhaltsstoffe des grünen Tees (Flavonoide) wirken gegen die chronische Entzündung und schützen das Nervengewebe,(32) zudem verbessern Sie spezielle Stoffwechselparameter, die mit einer Verschlechterung der MS in Zusammenhang gebracht werden.(33)

WICHTIG:Für die gute Wirkung von grünem Tee sind die richtige Auswahl der Teesorte und vor allem die richtige Zubereitung entscheidend. Nach Lebensmittelanalysen enthalten japanische Grüntees im Schnitt mehr Flavonoide als die Tees aus anderen Ländern. Die Sorten Sencha und Gyokuro sind am gehaltvollsten. Dazu sollten Sie beim grünen Tee auf Bio-Qualität achten und nur Tee aus erster Ernte kaufen und Erkrankten vorzusetzen.

Auch bei der Zubereitung gibt es einiges zu beachten:

  1. Brühen Sie den Tee mit 70-80° Celsius warmen Wasser auf.
  2. Übergießen sie den Tee, schwenken Sie die Kanne einmal durch und kippen Sie den „ersten Aufguss“ weg. (In Japan sagt ein Sprichwort: „der erste Aufguss ist für Deine Feinde“)
  3. Übergießen sie den Tee erneut und lassen Sie ihn jetzt 10 Minuten ziehen. Zieht der Tee weniger als 5 Minuten, so zeigen Untersuchungen, dass sich nur etwa 20 % der Flavonoide herauslösen. Die Unterscheide sind enorm: Eine Tasse grüner Tee mit hoher Qualität, der lange genug ziehen durfte, enthält 60 mal (!!!) so viele Flavonoide wie eine Tasse Tee mit mittelmäßiger Qualität, der zu kurz gezogen hat.

7. Handlungsempfehlungen zusammengefasst

Essen und Trinken

  • Trinken Sie genügend Wasser. Mindestens 2 Liter am Tag sollten es sein. Wasser ist wichtig für die Funktion des Immunsystems und des Stoffwechsels und fördert die Entgiftung.
  • Ernähren Sie sich gesund (regelmäßig Gemüse, Obst, oft Fisch etc.) und abwechslungsreich.
  • Reduzieren Sie den Anteil von Kohlenhydraten und tierischen Fetten in der täglichen Ernährung.

Mikronährstoffe

  • Seien Sie sich bewusst, wie wichtig ein ausgeglichener Mikronährstoffhaushalt ist. Verwenden Sie zu Ihrer Basisversorgung täglich ein natürliches Mikronährstoffkonzentrat, das auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10, L-Carnitin und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Tipp: Mikronährstoffpräparate in Saftform kann der Körper deutlich besser und physiologischer verwerten als Pillen oder Pulver.

Bewegung und Entspannung

  • Sorgen Sie für regelmäßigen körperlichen Ausgleich: Ausdauersport, Gymnastik usw. Häufigkeit: mindestens 3 x wöchentlich für 30 Minuten. Gehen Sie jeden Tag vor die Tür und bewegen Sie sich möglichst viel an der frischen Luft.
  • Erlernen Sie ein altersentsprechendes Entspannungsverfahren und führen Sie es regelmäßig durch.
  • Schlafen Sie genügend, um Erholung und Regeneration zu fördern.

Weitergehende Informationen und Bücher zum Thema

Eine große Auswahl günstiger Broschüren, Aritkel und anderer Hilfe und Service Leistungen zu wichtigen Themen bei Multipler Sklerose finden Sie auf den Seiten der Deutschen Multiplen Sklerose Gesellschaft (dmsg) . Diese Gesellschaft setzt sich aktiv für die Verbesserung der Beschwerden von MS Patienten ein und bietet ein Forum für den Austausch der Erkrankten.

BuchErnährungsrichtlinien bei Multipler Sklerose: Ein Leitfaden Prof. Olaf Adam, Verlag: DMV-Waldmann (Juli 2007), ISBN-10: 9783936525397

BuchMultiple Sklerose: Antworten auf die häufigsten FragenHilfreiche Erstinformationen für Betroffene, Angehörige und Interessierte Roland Besser, Günter Krämer; Verlag Trias 2006, ISBN-10: 3830433336

Quellenangaben:

(1) Habek M. et al.: Nutrition in multiple sclerosis. Clin Neurol Neurosurg. 2010(7): S. 616-620
(2) Swank R.L., Goodwin J.: Review of MS patient survival on a Swank low saturated fat diet. Nutrition. 2003(2): S. 161–162
(3) Jump D.B., Clarke S.D.: Regulation of gene expression by dietary fat. Annual Review of Nutrition. 1999(19): S. 63–90
(4) Schwarz S., Leweling H.: Multiple sclerosis and nutrition. Mult Scler. 2005(1): S. 24-32
(5) Wekerle H., Hohlfeld R.: Molecular mimicry in multiple sclerosis. NEJM 2003(2): S. 185–186
(6) Guggenmos J. et al.: Antibody cross-reactivity between myelin oligodendrocyte glycoprotein and the milk protein butyrophilin in multiple sclerosis. Journal of Immunology 2004(1): S. 661–668
(7) Sternberg Z. et al.: Quercetin and interferon-β modulate immune response(s) in peripheral blood mononuclear cells isolated from multiple sclerosis patients. Journal of Neuroimmunology. 2008(1-2): S. 142–147
(15) Gilgun-Sherki Y. et al.: The role of oxidative stress in the pathogenesis of multiple sclerosis: the need for effective antioxidant therapy. Journal of Neurology. 2004(3): S. 261–268
(16) Steiner J. et al.: Oxidative stress and therapeutic approaches in HIV dementia. Diagnose: Antioxidants & Redox Signaling. 2006(11-12): S. 2089–2100
(17) Eberhardt M.V., Lee C.Y., Liu R.H.: Antioxidant activity of fresh apples. Nature. 2000 (405): S. 903-904
(18) Rao A.V., Rao L.G.: Carotenoids and human health. Pharmacological Research. 2007(3): S. 207–216
(19) Smolders J. et al.: Vitamin D as an immune modulator in multiple sclerosis, a review. J Neuroimmunol. 2008(1-2): S. 7-17
(20) Orton S. et al.: Evidence for genetic regulation of vitamin D status in twins with multiple sclerosis. Am J Clin Nutr. 2008(2): S. 441–447
(21) Burton J.M. et al dmsg: A phase I/II dose-escalation trial of vitamin D3 and calcium in multiple sclerosis. Neurology 2010(23): S. 1852-1859
(22) Calder P.C.: n-3 polyunsaturated fatty acids, inflammation, and inflammatory diseases. The American Journal of Clinical Nutrition. 2006;83(supplement 6): S. 1505S–1519S
(23) Liuzzi G.M. et al.: Inhibitory effect of polyunsaturated fatty acids on MMP-9 release from microglial cells—implications for complementary multiple sclerosis treatment. Neurochemical Research. 2007(12): S. 2184–2193
(24) Liuzzi G.M. et al.: Structure-dependent inhibition of gelatinases by dietary antioxidants in rat astrocytes and sera of multiple sclerosis patients. Neurochemical Research. 2011(3): S. 518–527
(25) Nath N. et al.: Loss of AMPK exacerbates experimental autoimmune encephalomyelitis disease severity. Biochemical and Biophysical Research Communications. 2009(1): S. 16–20
(26) Marrie R.A. et al.: High frequency of adverse health behaviors in multiple sclerosis. Multiple Sclerosis. 2009(1): S. 105–113
(27) Rietberg M.B. et al.: Exercise therapy for multiple sclerosis.Dmsg Cochrane Database Syst Rev. 2005(1):CD003980.
(28) Ärztezeitung vom 29.04.2008
(29) Brown R.F. et al.: Relationship between stress and relapse in multiple sclerosis: Part I. Important features. Mult Scler. 2006(4):453-64
(30) Piccio L. et al.: Chronic calorie restriction attenuates experimental autoimmune encephalomyelitis.Diagnose: Journal of Leukocyte Biology. 2008(4): S. 940–948
(31) Friedman M. Overview of antibacterial, antitoxin, antiviral, and antifungal activities of tea flavonoids and teas. Molecular Nutrition and & Research. 2007(1): S. 116–134.
(32) Demeule M, Brossard M, Pagé M, Gingras D, Béliveau R. Matrix metalloproteinase inhibition by green tea catechins. Biochimica et Biophysica Acta. 2000(1): S. 51–60

Teilen: