Die Osteoporose ist die häufigste Knochenkrankheit im Alter. Die auch als Knochenschwund bezeichnete Krankheit ist gekennzeichnet durch eine Abnahme der Knochendichte durch den übermäßig raschen Abbau der Knochensubstanz und -struktur. Die erhöhte Anfälligkeit für Frakturen der Knochen kann das ganze Skelett betreffen. Bei der Bezeichnung „Knochenkrankheit“ wird aber häufig übersehen, dass es sich dabei eben nicht nur um ein Problem der Knochen handelt, sondern praktisch der gesamte Stoffwechsel betroffen ist. Dieser Artikel zeigt Ihnen, was Sie selbst dafür tun können, um Knochenschwund zu verhindern und die Therapieerfolge zu verbessern.

Betroffen sind von der Osteoporose überwiegen Frauen. 80 Prozent aller Fälle von Osteoporose betreffen Frauen, die sich im postmenopausalen Stadium befinden, da etwa 1/3 aller Frauen nach der Menopause eine Osteoporose mit Krankheitswert entwickeln. Bei Männern tritt der Knochenschwund ab dem 70. Lebensjahr dann fast genauso häufig auf. Ähnlich wie die Osteoporose ist die Arthrose überwiegend ein Problem der zweiten Lebenshälfte. Experten schätzen, dass es weltweit etwa alle 3 Sekunden zu einem Knochenbruch aufgrund von Osteoporose kommt. In eingen Fällen kann es zu einem besonders schwerem und schmerzhaftem Burch der Wirbelkörper kommen. Zu 95 % handelt es sich dabei um ein Stoffwechselproblem (sog. Primäre Osteoporose). Nur ganz selten entsteht die Osteoporose aufgrund einer anderen Erkrankung, dann meisten durch die Medikamente (Kortison) oder durch die Ruhigstellung (Immobilisation).

Mit jährlich etwa 2,5 bis 3 Milliarden Euro an direkten und indirekten Krankheitskosten in Deutschland hat der Knochenschwund auch ein großes volkswirtschaftliches Gewicht. Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde sie auf die Liste der zehn wichtigsten Erkrankungen gesetzt. Die Osteoporose kann, insbesondere bei alten Menschen, eine hohe Krankheitsbelastung (Schmerzen, Bettlägerigkeit, manchmal dauerhafte Immobilisierung) bedeutet. Die Heilung von Frakturen bei Osteoporose ist nicht gestört, der Zeitrahmen ist der gleiche wie bei nicht erkrankten Menschen. Die Folgen der Frakturen können jedoch vor allem bei Älteren nachhaltig sein und durch Folgeerkrankungen wie zum Beispiel Arthrose sogar zum Tode führen. Zur häufigsten Komplikation bei einer Osteoporose zählen Einbrücke der Wirbelkörper.

Die Osteoporose wird oft erst nach dem ersten Knochenbruch entdeckt, da sie lange ohne Symptome bleibt. Ein guter Hinweis für eine Osteoporose ist die Abnahme der Körpergröße (sieh Grafik) und das damit verbundene typische „Tannenbaum-Muster“ der Hautfalten am Rücken.

Häufig werden zur Früherkennung der Osteoporose Messungen der Knochendichte empfohlen. Da allerdings die Aussagen der Messung der Knochendichte in der Früherkennung schwer zu deuten sind, wird sie von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt. Für einen aussagekräftigen Wert der Knochendichte ist eine Röntgenaufnahme erforderlich. Die entsprechenden (nicht belastenden) Ultraschalluntersuchungen haben leider kaum eine verwertbare Aussagekraft. Und auch die Aussagekraft der Röntgenuntersuchungen sind sehr eingeschränkt: da es sich erstens nur um einen rein statistischen Wert handelt, ist damit noch gar nichts über das Knochenbruch-Risiko des Einzelnen ausgesagt. Dazu kommt, dass durch die Röntgenaufnahme nur das Knochengerüst bewertet wird, das nur zum Teil für die Stabilität des Knochens zuständig ist. Den wesentlich größeren Anteil daran hat die (im Röntgen nicht sichtbare) Compacta-Schicht des Knochens. (1)

Behandlungen die durch herkömmliche Medikamente geprägt sind, versprechen bisher deutlich weniger Erfolge als eine gezielte Veränderungen im Lebensstil. Laut der Meinung zahlreicher Experten ist Eigeninitiative ein wichtiger Schlüssel zum Therapieerfolg. (2) Hier zeigt sich die Stärke der naturheilkundlich basierten Erfahrungsmedizin, die uns einige interessante und sehr erfolgreiche Therapieansätze liefert.

1. Ursachen von Osteoporose

Zu den Ursachen der Osteoporose zählt vor allem unser Lebensstil. Praktisch alle wichtigen Ursachen können wir selbst beeinflussen. Die Knochenmasse wird vor allem in der Jugend aufgebaut. Bis etwa zum 30. Lebensjahr nimmt die Knochenmasse zu, danach wir normalerweise mehr abgebaut als wieder aufgebaut. Deshalb liegt der Schwerpunkt der Behandlungsstrategien nicht auf dem Wiederaufbau, sondern man versucht den weiteren Abbau so gering wie möglich zu halten.

Die Ursachen für einen zunehmenden Knochenabbau im Alter sind:(3)

  • Ernährungsfehler
  • Übersäuerung
  • Mikronährstoffmangel
  • Bewegungsmangel
  • Östrogenmangel
  • Einnahme bestimmter Medikamente

Ernährung und Bewegung sind sicher die zwei wichtigsten Einflussgrößen, da sie auch mit den Faktoren Übersäuerung und Mikronährstoffmangel sehr eng verbunden sind. Auf wichtige Zusammenhänge mit der Ernährung werden wir im nächsten Kapitel eingehen.

So ist eine latente Azidose (Übersäuerung) des ein ganz wichtiger Faktor beim Konchenabbau.(4) Im Umfeld dieses Faktors könnte auch der negative Effekt von Kaffee angesiedelt sein,(5) da der Kaffee im Verdacht steht, zu einer Übersäuerung beizutragen.

Spannend ist, dass diese Ursachen sehr eng zusammenhängen und einige sehr vielversprechende Therapieansätze bieten. Den besten Ansatz für eine grundlegende Verbesserung bietet die Ernährungs- und Vitalstofftherapie, da sie bei allen genannten Ursachen wirkungsvoll eingesetzt werden kann.

2. Ernährungstipps bei Osteoporose

Die Ernährung ist einer wichtigsten Pfeiler bei der Vorbeugung und der Behandlung der Osteoporose. Die Ernährung sollte auf der einen Seite die für den Knochenaufbau nötigen Nährstoffe liefern, auf der anderen Seite kann man über die Ernährung auch die Stärke das Knochenabbaus steuern.

Ganz wichtig ist die Umstellung auf eine überwiegend basische Kost (viel Obst und Gemüse). Ein Säureüberschuss in der Ernährung (zu viel Fleisch und Milchprodukte) führt nämlich neben einer Unterversorgung an wichtigen Vitalstoffen sehr rasch auch zu einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit (6).

Noch wichtiger ist der Einfluss der Übersäuerung auf den Knochenstoffwechsel. Es konnte in jüngster Zeit diese lange umstrittene Theorie belegt werden. So zeigte sich, dass bei einer Übersäuerung des Stoffwechsels nicht nur die Kalziumausscheidung über den Urin zunimmt (7), sondern auch die Aktivität von knochenabbauenden Zellen (Osteoklasten) wird stimuliert.(8) Der Wert von Milch und Milchprodukten ist dabei noch immer nicht ganz klar, da die Milch speziell beim Erwachsenen auch eine Übersäuerung fördern könnte.(9) Demnach sind Milch und Milchprodukte im Kindesalter uneingeschränkt empfehlenswert zum Aufbau gesunder Knochen. Im Erwachsenenalter sollte man dagegen eher auf Milch verzichten und auf Milchprodukte wie Käse und Joghurt zurückgreifen.

Essen Sie außerdem mindestens 2-mal in der Woche Fisch und verwenden Sie möglichst oft pflanzliche Öle in der „kalten“ Küche. Der hohe Gehalt dieser beiden Lebensmittel an ungesättigten Fettsäuren hilft, das Gleichgewicht der Fette zu erhalten und Entzündungen zu verringern. Außerdem zeigen neue Studien, dass ältere Frauen im postmenopausalen Stadium, die viele Lebensmittel mit ungesättigten Fettsäuren essen, eine deutlich bessere Knochenmasse haben, (10) wodurch auch das Risiko von Knochenbrüchen (vor allem Brücke der Wirbelkörper) deutlich sinkt. (11) Verzichten sollten sie allerdings auf gehärtete Pflanzenöle, wie sie in Margarine vorkommen. Sie wirken nicht cholesterinsenkend und kosten wertvolle Vitalstoffe.(12)

Bei den pflanzlichen Ölen gilt es die Unterschiede der einzelnen Öle bezüglich der Fettsäurezusammensetzung zu beachten. Die folgende Tabelle zeigt Ihnen, welche Öle (kaltgepresst) besonders geeignet sind:

in g pro 100g Öl Omega 9 Omega 6 Omega 3 Omega 6 : Omega 3
Leinöl 16,2 15,1 61,5 1 : 4
Rapsöl 60,2 20,4 9,3 2 : 1
Hanföl 13,1 60,3 20,2 3 : 1
Walnußöl 15,2 57,3 10,1 6 : 1
Sojaöl 23,4 49,5 7,0 7 : 1
Weizenkeimöl 16,6 54,2 7,1 8 : 1

Zum Vergleich hier eine Tabelle mit Ölen, die ein schlechtes Omega-6 zu Omega-3-Verhältnis haben:

Alle Angaben in g pro 100g Lebensmittel Omega 9 Omega 6 Omega 3 Omega 6 : Omega 3
Diestelöl 11,4 73,9 0,5 148 : 1
Traubenkernöl 15,7 69,2 0,5 138 : 1
Sonnenblumenöl 21,9 61,0 0,5 122 : 1
Margarine (Linolsäure >50%) 14,3 41,1 0,5 82 : 1
Sesamöl 39,5 41,4 0,7 59 : 1
Maiskeimöl 24,8 54,3 1,0 54 : 1
Erdnussöl 46,8 25,8 0,8 32 : 1
Margarine pflanzlich (Linolsäure 30-50%) 17,6 32,1 2,3 14 : 1

Verwenden Sie möglichst oft frische Kräuter bei der Zubereitung von Speisen. Ihr hoher Gehalt an Spurenelementen wirkt entzündungshemmend und sie helfen auch bei der Ausscheidung überschüssiger Säuren. Zudem sind die Spurenelemente wichtige Helfer beim Knochenaufbau. (13)

Achten Sie grundsätzlich darauf weniger Kohlenhydrate zu sich zu nehmen (z.B. Nudeln, Reis, Brot), um das Gleichgewicht der Fettsäuren in ihrem Körper zu wahren. Getreideprodukte sind deshalb zwar nicht generell abzulehnen, aber in Punkto Fettsäuren-Zusammensetzung überwiegen die (entzündungsfördernden) Omega-6 Fettsäuren im Verhältnis zu den (entzündungshemmenden) Omega-3-Fettsäuren (Weizen 14:1, Roggen 12:1, Soja 11:1 und Mais 29:1).

In diesem Zusammenhang ist noch zu erwähnen, dass allem Anschein nach auch die tägliche Kaffeemenge das Risiko für Knochenschwund beeinflusst und auch die Symptome verschlechtern kann. In einer marokkanischen Studie konnte gezeigt werden, dass ab zwei Tassen Kaffee am Tag das Risiko für eine Osteoporose erhöht ist. (14) Bis jetzt ist nicht ganz klar, wie dieser Zusammenhang zu erklären ist, möglicherweise liegt es an einer vermehrten Kalzium-Ausscheidung oder an vermehrter Säuren-Produktion.

3. Mikronährstofftbasierte Therapie

Der Knochenschwund zählt zu den chronisch entzündlichen Erkrankungen. Damit sind die vermehrte Bildung von freien Radikalen (oxidativer Stress) und ein ungenügender Antioxidantienstatus wichtige krankheitsrelevante Faktoren bei der Entstehung und der Verschlechterung einer Osteoporose. (15) Demnach führt die vermehrte Bildung von freien Radikalen bei gleichzeitigem Mangel an natürlichen Antioxidantien zu einem Absterben der knochenaufbauenden Zellen (Osteoblasten), zu einer vermehrten Entzündung und zu einer Einschränkung der Energieproduktion im Knochen. Außerdem wird zusätzlich der Knochenabbau gefördert, weil die Zellen, die Knochen resorbieren (Osteoklasten) stimuliert werden.(16)

Die Einnahme zusätzlicher Mikronährstoffe als Radikalfänger ist also schon aufgrund des erhöhten oxidativen Stresses bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie Osteoporose dringend anzuraten. In der Praxis hat sich gezeigt, dass natürliche Mikronährstoffkombinationen wesentlich effektiver sind als die Einnahme von einzelnen Nährstoffen. Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe die aus frischen Früchten aufgenommen werden schützen laut einer amerikanischen Studie um bis u 200 mal mehr vor freien Radikalen als einzelne Vitamine.(17)

Allgemein bekannt ist die wichtige Rolle von Kalzium und Vitamin D für den Knochen. Zahlreiche Studien haben belegt, wie wichtig eine gute Versorgung mit Kalzium und Vitamin D von Kindheit an für die Knochen ist. (18) Für Vitamin D ist übrigens in Mitteleuropa auch in der gesunden Bevölkerung ein weitverbreiteter Mangel nachgewiesen worden (19).

Allerdings zeigt ein kurzer Blick auf den Knochenstoffwechsel, dass diese beiden Stoffe allein nur relativ wenig ausrichten können, denn der gesunde Knochen braucht praktische alle Mikronährstoffe. Das beginnt mit Vitamin C, das beispielsweise für den Knochenaufbau (20) und den Erhalt der Elastizität der Knochen notwendig ist und damit Frakturen vorbeugt. So zeigte sich in der bekannten Framingham-Studie, wo mehr als 5000 Teilnehmern 17 Jahre lang beobachtet wurden, dass diejenigen, die am meisten Vitamin C aßen nur etwa halb so vielen Knochenbrüchen litten. Einen zusätzlichen Effekt hatte die Einnahme von Vitamin C als Nahrungsergänzung, hier sank das Vorkommen von Knochenbrüchen sogar um etwa 2/3 ab. (21)

Weitere wichtige Effekte auf die Knochengesundheit haben Magnesium und die Spurenelemente Zink, Kupfer, Mangan und Jod. (22) So bewirkt schon ein Magnesiummangel von nur 10 % eine deutliche Förderung der Osteoporose. (23) Und so ist es nicht weiter überraschend, dass unsere Knochen von einer kombinierten Gabe von Kalzium, Magnesium und der verschiedenen Spurenelemente besser profitieren als von Kalzium allein. (24) Nach dieser aktuellen Studie ist die Kombination der Mikronährstoffe sogar der derzeit gängigen medikamentösen Therapie der Osteoporose mit Biphosphonaten überlegen um die Knochendichte und Knochenmasse zu erhalten oder sogar wieder zu steigern. Deswegen raten Mediziner immer häufiger dazu alternative Wege einzuschlagen bevor herkömmliche Medikamente eingesetzt werden

Ein besonderes Augenmerk sollte in Zukunft bei der Osteoporose auch auf die B-Vitamine gelegt werden. B-Vitamine und Folsäure sind wichtig, um die aggressive Aminosäure Homocystein abzubauen. Bei einem Mangel an diesen Vitaminen sammelt sich Homocystein im Blut an und fördert den Knochenschwund. So zeigen Studien, dass schon leicht erhöhte Werte über 15 µmol/l das Risiko von Osteoporose verdoppeln (25).

Wie im Kapitel über die Ernährung schon erwähnt, spielen die Omega-3-Fettsäuren auch in der Therapie der Osteoporose eine ganz wichtige Rolle. In zahlreichen Studien wurde gezeigt, dass eine zusätzliche Einnahme von Omega-3-Fettsäuren das gesamte Entzündungsgeschehen positiv beeinflusst(26) und mit einer höheren Knochendichte und Knochenmasse verbunden ist (27).

Zusätzlich haben die Omega-3-Fettsäuren auch noch positive Wirkungen auf die Kalziumaufnahme und reduzieren die Kalziumausscheidung. (28) Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Omega-3-Fettsäuren vom Verdauungssystem besser aufgenommen werden, wenn sie in einer flüssigen Emulsion (z.B. in einem Saft) und nicht in Kapseln eingenommen werden. (29)

Das zeigt auch, wie wichtig für den gesunden Effekt einer Mikronährstoffergänzung die Gesamtkomposition ist. Je ähnlicher Sie der gesunden Ernährung mit Obst, Gemüse und Kräutern ist, umso besser ist auch die Wirkung im Körper. Deshalb ist es bei Knochenschwund auch wichtig, dass neben den bisher erwähnten Mikronährstoffen (ähnlich wie auch in Lebensmitteln) weitere wichtige Mikronährstoffe enthalten sind.

In der Wissenschaft zum Beispiel immer klarer, wie wichtig die sekundären Pflanzenstoffe bei der Vorbeugung und Behandlung der Osteoporose sind. So konnte beispielsweise von Inhaltsstoffen des grünen Tees nachgewiesen werden, dass sie oxidativen Stress reduzieren und knochenaufbauende Enzyme stimulieren. (30) Diese Effekte wurden durch ein Bewegungsprogramm sogar noch verstärkt. (31) Mehr zum Thema Bewegung im Kapitel über Lebensstil. Andere wichtige Pflanzenstoffe sind die Phytoöstrogene, wie sie im Soja vorkommen. Sie schützen nicht nur vor Krebs und Herzkreislauferkrankungen, sondern auch vor Osteoporose. (32)

4. Veränderungen im Lebensstil

Neben der Ernährung und der Versorgung mit Mikronährstoffen kommt auch dem allgemeinen Lebensstil eine große Bedeutung im Kampf gegen Osteoporose zu. Dem Sport bzw. der Bewegungstherapie kommt hier sowohl in der Prävention als auch in der Therapie und Rehabilitation der Osteoporose eine besondere Bedeutung zu. (33) Regelmäßiger Sport kann zwar die notwendige Ergänzung von Mikronährstoffen nicht ersetzen, jedoch sinnvoll ergänzen.

Die Bewegung hat bei der Osteoporose zwei wichtige Effekte: Zum einen verbessert sie die Funktion der knochenaufbauenden Zellen(34) und zum anderen wird durch die bessere Koordination und Beweglichkeit auch das Risiko für Stürze und Frakturen geringer. (35) Es eignen sich Ausdauersportarten wie Walken, Schwimmen, Radfahren und Aquajogging. Noch effektiver ist das Training für die Konchen, wenn das Ausdauertraining durch Kraftübungen für Muskulatur ergänzt wird. (36) In vielen Studien wird Thai Chi als eine besonders effektive Trainingsform gegen Osteoporose erwähnt. (37) Setzen Sie sich mindestens 20 bis 30 Minuten körperliches Training viermal wöchentlich zum Ziel. Aber Achtung: diese guten Effekte erreichen Sie nur bei ausreichender Vitalstoffzufuhr, da mehr Bewegung auch einen höheren Vitalstoffbedarf nach sich zieht.

In diesem Zusammenhang sei auch noch einmal auf die Sturz-Prävention bei älteren Menschen hingewiesen. Sehstörungen sollten fachgerecht behandelt werden und die Sturzgefahr im Wohnbereich verringert werden (Rutschige Böden und Hindernisse beseitigen, Beleuchtung optimieren, Handläufe anbringen). Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass auch eine optimale Versorgung mit Mikronährstoffen das Sturz-Risiko verringert. (38) Möglicherweise wird durch die Mikronährstoffe die Funktion von Muskeln und Nerven verbessert.

Größere Mengen an Kaffee, Alkohol und Cola-Getränken (39) sind ebenso wie Rauchen (40) mit einer schlechteren Knochendichte verbunden. Etwas überraschend zeigen andere zuckerhaltige Getränke kein erhöhtes Risiko für Osteoporose beziehungsweise Knochenschwund. Beim Rauchen stellte sich heraus, dass es sowohl in der Jugend als auch mit zunehmendem Alter besonders negativ auf die Knochen wirkt.

An dieser Stelle möchte ich auch noch neben der bekannten Kortison-Nebenwirkung auf die häufig unterschätzten Auswirkungen verschiedener anderer, häufig verwendeter Medikamente auf die Knochendichte und das Frakturrisiko hinweisen:

  • Sedierende Medikamente erhöhen das Sturz- und Knochenbruchrisiko (41)
  • Magensäure-Blocker (Protonenpumpemhemmer) verringern die Knochendichte (42), vermutlich weil sie eine Übersäuerung fördern oder weil sie einen Magnesiummangel fördern
  • Antidepressiva (vor allem SSRI) verringern die Knochendichte und steigern das Frakturrisiko, (43) vermutlich wegen des Einflusses von Serotonin auf den Knochenstoffwechsel
  • Marcumar (Vitamin-K-Gegenspieler) erhöht das Knochenschwund-Risiko deutlich (44), da Vitamin K wichtige Funktionen im Knochenstoffwechsel hat
  • Schilddrüsenhormone zur Unterdrückung der Schilddrüsenfunktion verringern ebenfalls die Knochendichte (45)

Wenn Sie also diese Medikamente einnehmen müssen, dann sollten Sie rechtzeitig die oben erwähnten Gegenmaßnahmen gegen Knochenschwund beginnen.

5. Sonstige Naturheilverfahren

Basenbäder

Wie eingangs schon erwähnt, ist die Übersäuerung des Gewebes wohl einer der Hauptgründe für die Entstehung und das Fortschreiten der Osteoporose. Außerdem ist sie für Entzündungen und eine erhöhte Schmerzwahrnehmung verantwortlich. (46) Eine gute Möglichkeit, neben basischen Nahrungsergänzungen und basischer Ernährung (47) sind wöchentliche Basenbäder. Dabei nützt man die gute Entsäuerung über die Haut, in dem man ein basisches Badesalz ins Badewasser gibt. Das Basenbad soll mindestens 30 Minuten dauern, besser sind 45 bis 60 Minuten.

Vibrationstraining

Die biomechanische Stimulation (BMS) wurde ursprünglich zur Behandlung von russischen Kosmonauten entwickelt: Die zu behandelnde Person steht auf einer Platte, die in einem Frequenzbereich von 20 bis etwa 50 Hz vibriert und durch den Dehnreflex Muskelkontraktionen hervorruft. Die dabei auftretenden Kräfte stärken die Muskulatur und den Knochen. (48)

6. Was Sie selbst tun können – Meine Empfehlungen

Essen und Trinken

  • Trinken Sie genügend Wasser. Mindestens 2 Liter am Tag sollten es sein, denn auch (kohlensäurefreies) Wasser wirkt entsäuernd.
  • Reduzieren Sie den Anteil von Fleisch und Kohlenhydraten in der täglichen Ernährung.
  • Trinken (Alkohol, Kaffee) und rauchen Sie nur wenig oder gar nicht, besonders aber sollten Sie darauf achten, dass es in Stresssituationen nicht mehr wird.

Mikronährstoffe

  • Seien Sie sich bewusst, wie wichtig ein ausgeglichener Mikronährstoffhaushalt ist. Verwenden Sie zu Ihrer Basisversorgung täglich ein natürliches Mikronährstoffkonzentrat, das auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10, L-Carnitin und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Tipp: Mikronährstoffpräparate in Saftform kann der Körper deutlich besser und physiologischer verwerten als Pillen oder Pulver.

Bewegung und Entspannung

  • Sorgen Sie für regelmäßigen körperlichen Ausgleich, Spaziergänge, Sport, Gymnastik. Gehen Sie jeden Tag vor die Tür und bewegen Sie sich möglichst viel an der frischen Luft.
  • Wenn Sie sich angespannt fühlen, versuchen Sie sich bewusst zu entspannen. (z.B. mit einem erlernten Entspannungsverfahren).
  • Schlafen Sie genügend um erfrischt und entspannt aufzustehen.

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Interessante Bücher zum Thema

Eine Broschüre zu verschiedenen Seiten der Osteoporose gibt es im gratis Internet vom Dachverband der Osteoporose -Selbsthilfegruppen: Manifeste Osteoporose Es geht um Ihre Knochen: Rückenschmerzen, Osteoporose, Gelenkschmerzen Jean C. Alix Spurbuchverlag 2005 Preis: 24,00 Euro ISBN 10: 3887782976

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Quellenangaben

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