Die Schuppenflechte oder Psoriasis ist eine als Hauterkrankung erscheinende Systemerkrankung. Typisch ist ein Hautbild mit stark schuppenden, punktförmigen bis handtellergroßen entzündeten Hautstellen. Die Schuppenflechte kann aber auch die Gelenke, Sehnen, Augen und Blutgefäße befallen. Die Ursache ist noch unklar, Vererbung und Autoimmunprozesse scheinen eine Rolle zu spielen. In den betroffenen Geweben entsteht ein Milieu, das Entzündungen fördert. Sehr gefürchtet ist die Psoriasis mit Arthritis, die schnell zu einer starken Zerstörung von Gelenken führen kann. Die Psoriasis Erkrankung erhöht auch das Risiko, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden.

Etwa 2–3 % der Bevölkerung in Mitteleuropa sind von der Krankheit betroffen, während der Anteil in den USA bei ca. 4–5 % liegt. Die Diagnose erfolgt anhand typischer Befunde des Hautbildes. Eine ursächliche Behandlung der Schuppenflechte gibt es nicht. Es kommen vor allem verschiedene Salben mit und ohne Kortison zum Einsatz. Hier gibt es in der naturheilkundlich basierten Erfahrungsmedizin einige interessante und sehr erfolgreiche Therapien.

Lesen Sie im folgenden alles rund um die natürliche Behandlung und naturheilkundige Therapie von Psoriasis. Ausserdem werden Fragen zu Themen wie Ernährung bei Psoriasis beantwortet und viele hilfreiche Tipps und Ratschläge gegeben, wie Sie ihr Leben mit Psoriasis gesünder und beschwerdefreier leben können.



1. Ursachen für Psoriasis

Schuppenflechte ist zu einem erheblichen Anteil erblich bedingt, daher wird familiäre Häufung beobachtet, wobei gelegentlich mehrere Generationen übersprungen werden. Nicht bei allen Erbmalsträgern kommt die Schuppenflechte bzw. Psoriasis zum Ausbruch; zu der Erbanlage müssen vermutlich noch weitere Faktoren dazukommen, vor allem wohl eine ungünstige Lebensführung. (1) Es wird vermutet, dass Lebensmittel und Umweltgifte die Funktion bestimmter Gene beeinflussen und so eine Psoriasis begünstigen können. Dazu kommt vermutlich noch eine Fehlfunktion des Immunsystems, bei der das Immunsystem körpereigenes Gewebe als körperfremd erkennt und angreift. Für die Menschen mit der Krankheit gibt es zahlreiche vielversprechende Möglichkeiten, selbst etwas für ihre Gesundheit zu tun.

2. Ernährungstipps für Menschen mit Psoriasis

Die Ernährung schein einen großen Einfluss auf die Aktivität der Schuppenflechte zu haben. So verbessert sich bei vielen betroffenen Patienten das Hautbild, wenn sie auf den Getreidekleber Gluten verzichten. Zuviel davon kann die Entzündungsneigung im ganzen Körper erhöhen. Überhaupt sollten Sie insgesamt etwas weniger Kohlenhydrate essen, also weniger weißes Brot, weniger Nudeln und Reis, dafür etwas mehr Gemüse und Obst. Zu viele dieser getreidehaltigen Sattmacher fördern Entzündungen genauso wie Übergewicht und Gelenkerkrankungen. Zu viele tierische Lebensmittel – vor allem die Fette von Tieren aus konventioneller Masttierhaltung – fördern Entzündungen im ganzen Körper. Man konnte nachweisen, dass Produkte von Tieren aus artgerechter Haltung hier sogar gesunde Effekte aufweisen. Essen Sie mindestens 2-mal in der Woche Fisch und verwenden Sie möglichst oft pflanzliche Öle in der „kalten“ Küche. Der hohe Gehalt an ungesättigten Fettsäuren wirkt stark entzündungshemmend und schützt auch die Gelenke.

3. Mikronährstofftherapie – Effektive, natürliche Behandlung

Zusätzliche Mikronährstoffe sind bei der Therapie und Behandlung gegen Psoriasis schon lange im Einsatz. Dabei haben sich natürliche Mikronährstoffkombinationen deutlich besser bewährt als einzelne Mikronährstoffe. So hat eine Studie aus Amerika gezeigt, dass Vitamine aus Obst oder Gemüse zusammen mit den sekundären Pflanzenstoffen darin mehr als 200-mal stärker vor freien Radikalen (bei chronischen Entzündungen entstehen diese vermehrt) schützen als einzelne Vitamine. (2)

Vitamin A wird schon lange erfolgreich eingesetzt. Wie oben schon erwähnt, wirken Kombinationen besser. So verbessert die gleichzeitige Gabe von natürlichen Carotinoiden und Vitamin D die Wirkung von Vitamin A und senkt die benötige Dosis.(3) Tatsächlich könnte Vitamin D der Schlüssel bei der Behandlung und Therapie der Psoriasis sein. Es hat großen Einfluss auf das Immunsystem, kann Autoimmunkrankheiten positiv beeinflussen und spielt eine Rolle bei der Entstehung von Entzündungen. Übrigens: die meisten Deutschen haben deutlich zu niedrige Vitamin–D-Werte im Blut! Daneben gibt es Untersuchungen die zeigen, dass sehr viele Deutsche auch zu niedrige Selen-Spiegel haben. Studien zur Psoriasis zeigen, je niedriger der Selen Spiegel bei den Patienten ist, umso stärker ist die Ausprägung der Krankheit. (4) Das gleiche konnte auch für Vitamin C nachgewiesen werden. (5) Eine gute Mikronährergänzung enthält aber nicht nur alle Vitamine und Spurenelemente, sondern auch sekundäre Pflanzenstoffe und Omega-3-Fettsäuren. Die letztgenannten haben in dutzenden von Studien bei Psoriasis und Schuppenflechte zu überzeugen gewusst. Omega-3-Fettsäuren verbessern die Cholesterinspiegel im Blut und schützen so die durch Psoriasis gefährdeten Blutgefäße.(6)

Außerdem verringern sie die von tierischen Fetten erhöhte Entzündungsneigung. Wie sich das konkret auswirkt, zeigt beispielhaft eine placebokontrollierte Doppelblindstudie an 50 Patienten mit rheumatoider Arthritis. Alle Probanden wurden zu einer Ernährung angehalten, die arm an tierischen Fetten war. Die Verumgruppe allerdings erhielt zusätzlich 15 Wochen lang täglich Omega-3-Fettsäuren. Mit dem Ergebnis, dass sich bei Studienende die Anzahl der geschwollenen Gelenke in der Verumgruppe (-36,7%) signifikant stärker reduziert hatte als in der Placebogruppe (-16,6%). Auch in punkto Morgensteifigkeit und Gelenkschmerzen standen die Psoriasis Patienten mit Omega-3-Gabe deutlich besser da als die Kontrollpatienten.(7) So wird von Omega-3-Fettsäuren auch die gefürchtete Psoriasis Arthritis positiv beeinflusst und sollte daher Pflicht in jeder Therapie und Behandlung sein.(8)

Daneben haben natürliche Mikronährstoffe noch zahlreiche andere positive Effekte bei Psoriasis. Eine immer wichtigere Rolle spielen dabei die sekundären Pflanzenstoffe. So schützen natürliche Carotinoide wie Lycopin (aus Tomaten) und Lutein (aus Karotten) nicht nur die Augen und die Blutgefäße. In einer neuen Studie konnte auch gezeigt werden, dass sie eine wichtige Funktion beim Schutz des Gelenkknorpels haben. 293 gesunde Erwachsene (Durchschnittsalter 58 Jahre) ohne Knieschmerzen oder Verletzungen nahmen an einer Befragung über ihre Ernährung teil. Aus den Angaben wurde ihre Aufnahme von Mikro-Nährstoffen, speziell von natürlichen Antioxidantien, bestimmt. Zehn Jahre später untersuchten die Mediziner bei den Teilnehmern das Volumen des Knorpels und den Knochenzustand.

Die hohe Aufnahme von Vitamin C hatte dabei einen sehr positiven Effekt auf die Knochenstruktur und Carotinoide, speziell Lutein und Zeaxanthin verringerten das Risiko für Knorpelschäden immerhin um 29 Prozent. Die Mediziner schließen aus diesen Ergebnissen, dass die Einflüsse von Mikro-Nährstoffen auf die Gesundheit von Knochen, Knorpel und das allgemeine Entzündungsgeschehen weitaus komplexer sind als bisher oft vermutet.(9)

4. Veränderungen im Lebensstil – So leben Sie gesünder mit den Symptomen

Neben der Ernährung und der Versorgung mit Mikronährstoffen kommt auch dem allgemeinen Lebensstil eine Bedeutung im Kampf gegen die Schuppenflechte zu. Regelmäßiger Sport ist eine Wohltat für Körper und Seele – das gilt auch für Patienten mit Psoriasis! Besonders wertvoll hinsichtlich der Krankheit ist der Einfluss von körperlicher Aktivität auf die Psyche und Lebensqualität. Stress wirkt sich negativ auf die Psoriasis aus und kann sogar einen neuen Schub auslösen. Sport hingegen kann zum Stressabbau beitragen und stärkt so auch im Umgang mit der Erkrankung Psoriasis.

Doch das ist noch nicht alles! Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordinationsvermögen werden verbessert. Darüber hinaus tut Bewegung dem Herzkreislaufsystem, Stoffwechsel, Blutdruck und der Atmung gut und kann helfen, ein gesundes Körpergewicht zu halten. Auch das ist für Psoriasis Patienten ein ganz besonderes Plus, denn die Krankheit Psoriasis birgt bekanntlich ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, denen Sport entgegenwirken kann. Dabei sollten Ausdauersportarten wie Walken, Joggen, Radfahren oder Schwimmen im Vordergrund stehen. Und auch Tanzen, Yoga und Inline-Skaten haben positive Effekte. Aber Achtung: diese guten Effekte erreichen Sie nur bei ausreichender Mikronährzufuhr, da mehr Bewegung auch einen höheren Mikronährbedarf nach sich zieht.

Auch Strategien zur Stressbewältigung sind wichtig, da Stress eine Psoriasis deutlich verschlechtern kann. (10) Dazu gehören die Entspannungsverfahren des Autogenen Trainings und vor allem die progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Je nach Geschmack können auch Feldenkrais, Yoga, Tai Chi oder Chi Gong Alternativen darstellen. Es geht hier darum, seelischer und körperlicher Anspannung, und damit der Psoriasis, entgegen zu wirken.

5. Sonstige Naturheilverfahren – Natürlich gegen Psoriasis vorgehen

Balneo-Photo Therapie

Das Baden in Salzwasser hat einen positiven Effekt auf die psoriatisch veränderte Haut. Sole enthält etwa 20-30% Salz, das Tote Meer ca. 40% und die Nordsee 2-3%. Am Toten Meer oder an der Nordsee wird das Bad direkt mit dem natürlichen Sonnenlicht kombiniert – man spricht auch von Balneo-Photo Therapie. Mit einer künstlichen Lichtquelle über einem Sole- oder Salzbad wird diese Kombination in speziellen Einrichtungen oder bei Hautärzten nachempfunden.

Krankengymnastik

Bei Gelenkbeschwerden ist die konsequente und regelmäßige Bewegungstherapie eine wichtige Säule in der Behandlung speziell der Psoriasis Arthritis. Je nach Krankheitsaktivität und körperlicher Funktionsfähigkeit werden spezielle Bewegungsübungen unter Anleitung eines Krankengymnasten erlernt, die von Menschen mit Schuppenflechte regelmäßig ausgeführt werden sollen. Ziele der krankengymnastischen Übungen sind das Vermeiden oder die Korrektur von ungünstigen Gelenkstellungen, der Erhalt der Gelenkfunktion und dadurch der Beweglichkeit und die Stabilisierung der Gelenke z. B. durch Kräftigung der Muskulatur. Um Veränderungen an Gelenken zu verhindern, kann die Krankengymnastik zusammen mit einer natürlichen Mikronährstofftherapie auch als vorbeugende Maßnahme, um Psoriasis zu verhindern,angesehen werden.

6. Handlungsempfehlungen zusammengefasst

Essen und Trinken:

  • Verzichten Sie auf den Getreidekleber Gluten um Ihr Hautbild zu verbessern.
  • Allgemein sollten Sie den Verzehr von Kohlenhydraten verringern.
  • Obst und Gemüse sollte ein Hauptbestandteil Ihrer Nahrung sein.
  • Zwei Mal in der Woche sollte Fisch, wegen den wichtigen Omega-3-Fettsäuren auf dem Speiseplan stehen.

Mikronährstoffe:

  • Nehmen Sie täglich einen biologischen Mikronährstoffkomplex mit Omega-3-Fettsäuren und Coenzym Q10, um die optimale Zellversorgung mit allen Mikronährstoffen sicher zu stellen. Am besten nehmen Sie ein Produkt in flüssiger Form und hergestellt aus natürlichen Lebensmitteln, da nur dadurch die Versorgung mit den so wichtigen sekundären Pflanzenstoffen und den löslichen Ballaststoffen gewährleistet und eine optimale Aufnahme im Organismus gesichert ist.

Weitergehende Informationen und Bücher zum Thema

Basische Körperpflege – Schönheit und Wohlbefinden durch Entsäuerung über die HautA. Weber Steiner-Verlag, 48301 Nottuln, 2004 info@verlag-steiner.de Preis: 20,- Euro ISBN: 3-00-0140730-6

Stress-Intelligenz. Stress besser meistern, Lebensenergie gewinnenProf. Christoph Bamberger Knaur 2009 Preis: 8,95 Euro ISBN: 978-3-426-78478-5

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Quellenangaben

(1) Wuepper K.D. et al.: „Psoriasis vulgaris: a genetic approach. “ J Invest Dermatol. 1990(5): S. 2S-4S.
(2) Eberhardt M.V., Lee C.Y., Liu R.H.: Antioxidant activity of fresh apples. Nature. 2000 (405): S. 903-904
(3) Lowe K.E.: Vitamin D and psoriasis. Nutr Rev 1992 (50): S. 138
(4) Serwin A.B. et al.: Selenium status in psoriasis and its relations to the duration and severity of the disease. Nu-trition. 2003 (4): S. 301-304.
(5) Leveque N. et al.: In vivo assessment of iron and ascorbic acid in psoriatic dermis. Acta Derm Klinik Venerol 2004 (1): S. 2-5
(6) Connor W.E. et al.: N-3 fatty acids from fish oil. Effects on plasma lipoproteins and hypertriglyceridemic patients. Ann N Y Acad Sci. 1993 (683): S. 16-34
(7) Volker D, et al. J Rheumatol. 2000(10): S. 2305-2307
(8) Madland T.M. et al Klinik.: Subjective improvement in patients with psoriatic arthritis after short-term oral treatment with seal oil. A pilot study with double blind comparison to soy oil. J Rheumatol. 2006 (2): S. 307-310
(9) Yuanyuan Wang et al.: Effect of antioxidants on knee cartilage and bone in healthy, middle-aged subjects: a cross-sectional study. Arthritis Research & Therapy, Klinik Nr. 9, 2007 (Free Article)
(10) Malhotra S.K. et al.: Role of stressful life events in induction or exacerbation of psoriasis and chronic urticaria. Indian J Dermatol Venereol Leprol. 2008 (6): S. 594-599 (Free Article)

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