Struma, oder im Volksmund auch Kropf genannt, ist eine sichtbare Vergrößerung der Schilddrüse. Sie zählt zu den weltweit häufigsten Erkrankungen der Hormondrüsen. Ein Mangel an Jod kann diese Vergrößerung verursachen. Viele Betroffene wollen eine Hormon- oder Radiojodtherapie vermeiden, da diese oftmals Nebenwirkungen nach sich ziehen. Auch eine OP kommt meist nicht in Frage. Aus diesem Grund suchen die Patienten nach natürlichen Heil- und Therapieverfahren. Dieser wissenschaftlich fundierte Artikel erläutert Ihnen alternative Konzepte und geht explizit auf die Erkenntnisse der revolutionären Mikronährstofftherapie ein.

Jeder dritte Deutsche hat eine vergrößerte Schilddrüse

In den meisten Fällen ist die Hormonproduktion der Schilddrüse trotz einer Vergrößerung unverändert. Mediziner bezeichnen den Kropf dann als euthyreote Struma. Produziert die vergrößerte Schilddrüse mehr Hormone, liegt eine hyperthyreote Struma (= Schilddrüsenüberfunktion) vor. Bildet die Schilddrüse hingegen zu wenig Hormone, spricht man von einer hypothyreoten Struma (= Schilddrüsenunterfunktion). Bei etwa 90% aller Schilddrüsenerkrankungen handelt es sich um euthyreote Strumen. (1) Weltweit leben etwa eine Milliarde Menschen in Jodmangelgebieten, wovon 200 Millionen Menschen an Struma leiden. Allein in Deutschland weisen mehr als 30 Prozent der Erwachsenen eine Vergrößerung der Schilddrüse oder einen Schilddrüsenknoten auf.

Mikronährstofftherapie

Der Schilddrüsenstoffwechsel ist in hohem Maß von einer guten Versorgung mit Mikronährstoffen (Vitamine, Mineralien, Spurenelemente & sekundäre Pflanzenstoffe) abhängig. Sie steuern die Produktion und Ausschüttung von Hormonen und Botenstoffen und sind damit auch wichtig für den Schilddrüsen-Stoffwechsel und die Schilddrüsen-Steuerung. Die zusätzliche Einnahme von Mikronährstoffen ist wohl einer der vielversprechendsten Ansätze in der Therapie bei Struma.

Vor allem Jod ist als wichtiges Spurenelement für die Produktion von Schilddrüsenhormonen bekannt. Weist der Körper nicht genügend Jod auf, versucht er dies zu kompensieren, indem sich die Schilddrüsenzellen vergrößern und vermehren. Weit weniger bekannt aber mindestens genauso wichtig ist Selen. Es ist an der Aktivierung der Hormone T3 und T4 beteiligt und wirkt sich damit positiv bei Struma aus. (2) Niedrige Selenspiegel sind in Deutschland übrigens weit verbreitet. (3) Für die Bildung von aktiven Schilddrüsenhormonen sind außerdem ausreichend Vitamin A und Zink notwendig. Ein Mangel an diesen beiden Mikronährstoffen begünstigt eine Vergrößerung der Schilddrüse. (4) (5)

Zum besseren Schutz der Schilddrüse wird deshalb eine zusätzliche Zufuhr von natürlichen Mikronährstoffen empfohlen. (6) Im Kampf gegen freie Radikale und andere Oxidationsprozesse haben sich bekanntermaßen natürliche Antioxidantien-Mischungen, die aus Obst und Gemüse gewonnen werden deutlich besser bewährt als synthetische. Die natürlichen Mikrostoffe wirken mehr als 200-mal stärker antioxidativ. (7)

Omega-3-Fettsäuren senken zudem die Entzündungsneigung des Gewebes und unterstützen das Immunsystem. (8) Übrigens: Omega-3-Fettsäuren werden vom Verdauungssystem besser aufgenommen, wenn sie in einer flüssigen Emulsion (z.B. einem Saft) und nicht in Kapseln eingenommen werden.(9)

Nicht empfehlenswert und sogar potenziell schädlich sind künstliche Mikronährstoffe, wie sie in Pillenform oder als Brausetabletten angeboten werden. Vorsichtig sollten Sie auch bei ausländischen Produkten sein. Diese enthalten laut Verbraucherzentrale häufig Verunreinigungen oder unerlaubte Substanzen, die nicht auf der Packung deklariert werden.

Veränderungen im Lebensstil

Eine grundlegende Versorgung mit Jod ist essentiell. Die Schilddrüse kann Jod jedoch nicht umsetzen, wenn zu wenig Selen vorhanden ist. Achten Sie also neben der regelmäßigen Einnahme von Jod vor allem auf eine zusätzliche Zufuhr von Selen, da unsere Nahrungsmittel meist kaum Selen enthalten. Essen Sie überwiegend basisch (viel Obst und Gemüse) und verwenden Sie pflanzliche Öle in der Küche. Auch frische Kräuter (oder tiefgekühlt) sind wegen der entsäuernden Wirkung und des hohen Gehaltes an Spurenelementen wichtig. So verbessern Sie die Versorgung der Schilddrüsenzellen und stabilisieren den Stoffwechsel.

Was Sie selbst tun können – Unsere Empfehlungen

Essen und Trinken

  • Verwenden Sie Salze, die reichlich Jod enthalten und achten Sie auf eine gleichzeitige Einnahme von Selen.
  • Verwenden Sie oft pflanzliche Öle in der Küche (z.B. Lein-, Walnuss- und Rapsöl)

Mikronährstoffe

  • Nehmen Sie täglich einen biologischen Mikronährstoffkomplex mit Omega-3-Fettsäuren und Kräuterextrakten, um die optimale Zellversorgung mit allen Mikronährstoffen sicher zu stellen.
  • Am besten nehmen Sie ein Produkt in flüssiger Form und hergestellt aus natürlichen Lebensmitteln, da nur dadurch die Versorgung mit den so wichtigen sekundären Pflanzenstoffen gewährleistet und eine optimale Aufnahme im Organismus gesichert ist.

(1) Herold G.: Innere Medizin 1991; Eigenverlag: S. 539
(2) Köhrle J.: Selenium and the control of thyroid hormone metabolism. Thyroid 2005 (8): S. 841-853
(3) Oster O.: Zum Selenstatus in der Bundesrepublik Deutschland. Universitätsverlag Jena GmbH 1992.
(4) Coustaut M. et al.: the influence of dietary Vitamin A on triiodothyronine, retinoic acid and glucocorticoid receptors in the liver of hypothyreotic rats. Br J Nutr 1996 (76): S. 295
(5) Olivieri O. et al.: Selenium, zinc, and thyroid hormones in healthy subjects: low T3/T4 ratio in the elderly is related to impaired selenium status. Biol Trace Elem Res. 1996 (1): S. 31-41
(6) Fernandes G. et al.: Effects of n-3 fatty acids on autoimmunity and osteoporosis. Front Biosci. 2008 (13): S. 4015-4020
(7) Raatz S.K. et al.: Enhanced absorption of n-3 fatty acids from emulsified compared with encapsulated fish oil. J Am Diet Assoc. 2009(6): S. 1076-1081
(8) Burgerstein U.P.: Vorbeugen und heilen durch ausgewogene Ernährung: Alles über Spurenelemente. Handbuch Nährstoffe. 2012 (12): S. 292-297
(9) Negro R. et al.: The influence of selenium supplementation on postpartum thyroid status in pregnant women with thyroid peroxidase autoantibodies. J Clin Endocrinol Metab. 2007(4): S. 1263-1268

Weiter Informationen finden Sie online unter:ENDOKRINOLOGIKUM

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