Es pfeift, rattert, rauscht oder brummt unaufhörlich. Undefinierbare Geräusche, welche nur der Betroffene wahrnimmt und die diesen oftmals stark belasten und ihm Schlaf und Konzentration rauben. Diese störenden, akustischen Ohrgeräusche nennt man Tinnitus. Die Ursachen sind mannigfaltig, jedoch meist psychischer Natur. Obwohl er oftmals nur phasenweise oder akut auftritt, kann sich das Ohrensausen- und Piepsen zu einer sehr anstrengenden, quälenden chronischen Erkrankung entwickeln, welche Behandlung und Therapie erfordert.

Mediziner greifen oftmals zu schulmedizinischen Therapien mit blutflussfördernden Mitteln, Überdrucksauerstofftherapien und anderen Medikamenten. Um die Geräusche jedoch ein für alle Mal los zu werden, ist häufig eine Suche nach tieferen Ursachen der Erkrankung notwendig. Mit gezielten psychisch-orientierten Therapien und/oder der neuen revolutionären Mikronährstofftherapie lässt sich der Tinnitus meist langfristiger und effektiver behandeln als mit klassischen Methoden.

1. Volkskrankheit und Stressfaktor

Beinahe ein jeder weiß, wie sich ein Tinnitus anfühlt bzw. anhört, da er auch nach zu lauten Geräuscheinwirkungen, wie beispielsweise nach Konzerten oder Disco-Besuchen für einige Tage auftreten kann, dann aber normalerweise wieder vergeht. Wird der Tinnitus jedoch chronisch, gilt es seinen Lebensstil zu ändern und über Therapien nachzudenken, um nicht ein Leben lang mit den Hintergrundgeräuschen leben zu müssen.

Was viele nicht wissen: Neben den experimentellen und klassischen Therapieformen bietet die orthomolekulare Medizin eine Behandlungsmöglichkeit, welche nicht nur gegen den Tinnitus wirkt, sondern Sie auch in Ihrer psychischen wie physischen Verfassung stärkt.

2. Mikronährstofftherapie

Die moderne Mikronährstofftherapie basiert darauf den Körper optimal mit verschiedensten Vitaminen, Mineralien, sekundären Pflanzenstoffen und eben anderen Mikronährstoffen zu versorgen, um bei allen Funktionen des Organismus für einen perfekten Ablauf zu sorgen. Auf diese Art und Weise lassen sich selbstständig durch die Einnahme von Mikronährstoffen gezielt Symptome lindern oder besiegen.

Die bestmögliche Wirkung der Mikronährstoffe wird nur dann erzielt, wenn diese in Kombination eingenommen werden. Dies führt zu einem Synergieeffekt, welcher die Wirksamkeit der einzelnen Vitamine und Stoffe verstärkt. Neue Studien zeigen einen deutlichen Vorteil von komplexen Nahrungsergänzungen im Gegensatz zu Einzelpräparaten.

In der Tinnitus-Behandlung haben Mikronährstoffe daher schon seit einigen Jahren einen festen Platz in den Therapie-Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Hals–, Nasen-, Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO).

Besonders Antioxidantien (z.B. Vitamin E und C), also freie Radikale bindende Mikronährstoffe, eignen sich ausgezeichnet zur Tinnitus-Therapie. Diese Stoffe führen bewiesenermaßen zu einer deutlichen Reduktion der subjektiven Beschwerden und Höreindrücke und erhöht so die Lebensqualität der Betroffenen maßgeblich. (1)

Werden diese natürliche Antioxidantien zusammen mit Vitaminen der B-Gruppe eingenommen, helfen sie die Schäden direkt nach einem Hörsturz zu verringern. Mikronährstoffe wirken also nicht nur einem chronischen Tinnitus entgegen, sondern können auch akute Ohrengeräuschen lindern und zu einer schnelleren Besserung der Symptome führen. (2)

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen außerdem, dass ein Mangel an Spurenelementen wie Zink oder Mangan Auslöser für Hörschäden und einen Tinnitus sein kann, weswegen auf eine ausreichende Versorgung mit diesen Mikronährstoffen immer geachtet werden sollte. (3)

Man sollte auch auf einen ausbalancierten Säure-Base-Haushalt achten, denn Entsäuerung führt zu einer deutlich besseren Versorgung der Zellen mit Sauerstoff und Nährstoffen. Deshalb sollten speziell Nahrungsergänzungsmittel mit entsäuernder Wirkung eingesetzt werden.

3. Veränderungen im Lebensstil

Da eine stressbedingte Überlastung zu den Hauptursachen eines Tinnitus gehört,, ist es hilfreich Entspannungsverfahren zu erlernen, um gelassener mit der Krankheit umzugehen und zur Ruhe finden zu können. Als Entspannungsmethoden bieten sich hierfür Progressive Muskelentspannungen nach Jacobson, Yoga sowie autogenes Training und fernöstliche Methoden wie Tai Chi an. Vor allem im asiatischen Raum existieren Berichte darüber, dass sich eine Akkupunktur positiv auf eine Tinnitus-Erkrankung auswirkt. Die Studienlage ist in dieser Beziehung oftmals noch nicht sehr ausgeprägt, doch gibt es auch einige HNO-Ärzte, die Akkupunkturen gegen die Hörsstörung verschreiben und von lindernden Wirkungen berichten.

4. Handlungsempfehlungen – Was Sie selbst tun können

Mikronährstoffe
  • Nehmen Sie täglich einen biologischen Mikronährstoffkomplex mit Omega-3-Fettsäuren und den Spurenelementen Zink und Eisen, um die optimale Zellversorgung mit allen Mikronährstoffen sicher zu stellen.
  • Am besten nehmen Sie ein Produkt in flüssiger Form und hergestellt aus natürlichen Lebensmitteln, da nur dadurch die Versorgung mit den so wichtigen sekundären Pflanzenstoffen gewährleistet und eine optimale Aufnahme im Organismus gesichert ist.
Essen und Trinken
  • Essen Sie überwiegend basisch (viel Obst und Gemüse) und verwenden Sie pflanzliche Öle in der Küche.
  • Auch frische Kräuter (oder tiefgekühlt) sind wegen der entsäuernden Wirkung und des hohen Gehaltes an Spurenelementen wichtig.
Bewegung und Entspannung
  • Sorgen Sie für regelmäßigen körperlichen Ausgleich, Ausdauersport, Gymnastik. Gehen Sie jeden Tag vor die Tür und bewegen Sie sich möglichst viel an der frischen Luft. Erlernen Sie ein altersentsprechendes Entspannungsverfahren und führen Sie es regelmäßig durch.
  • Schlafen Sie genügend um Erholung und Regeneration zu fördern.


Quellenangaben

(1): Savastano M. et al.: Antioxidant therapy in idiopathic tinnitus: Preliminary outcomes. Arch Med Res 2007 (4): S. 456-459
(2)Hatano M. et al.: Vitamin E and vitamin C in the treatment of idiopathic sudden sensorineural hearing loss. Acta Oto-Laryngologica 2008 (128): S. 116-121
(3) Shambaugh G.E.Jr.: Zinc for tinnitus, imbalance, and hearing loss in the elderly.Am J Otol 1986 (6): S. 476-477

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