Obwohl die moderne Medizin auf vielen Gebieten bereits erstaunliche Fortschritte gemacht hat, steht man dem Gebiet der Virusinfektionen immer relativ hilflos gegenüber. Allgemein versteht man unter einer Virusinfektion das aktive oder passive Eindringen eines Viruserregers in den menschlichen Organismus. In der Medizin unterscheidet man zwischen gefährlichen Viren und weniger Gefährlichen (Rhinovirus = Schnupfenauslöser, Warzen, Herpes, Durchfall).

Besonders die zweite Auflistung zeigt, wie omnipräsent diese Viren sind und wie wenig man sich dagegen schützen kann. Ein Kuss, ein Handschlag oder das Trinken aus einem fremden Glas sind bereits ausreichend, um eine Übertragung auszulösen. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie sich mit Hilfe einiger neuer mikronährstoffbasierten Ansätze Ihre Immunantwort verbessern.

Behandlung und Prävention einer Viruserkrankung

Da Viren in der Regel einen eigenen Stoffwechsel haben, ist es schwierig sie zu bekämpfen, ohne die körpereigenen Zellen dabei zu beschädigen. Im Gegensatz zu einer bakteriellen Infektion lassen sich Viren nicht mit Antibiotika behandeln. Aus diesem Grund liegt der Fokus meist auf der Linderung der auftretenden Symptome. Man versucht beispielsweise bei der Behandlung von Windpocken primär den Juckreiz in den Griff zu bekommen, um durch Kratzen verursachte Infektionen zu verhindern.

Da die Therapie einer bereits eingesetzte Viruserkrankung äußert schwierig ist, sollte man darauf achten, sich gar nicht erst anzustecken, was natürlich oft leichter gesagt als getan ist. Dennoch existieren einige Grundregeln bei der Prävention, die Sie beachten sollten. Zunächst gibt es bestimmte Viruserkrankungen wie Polio, Masern, Mumps, Röteln, Windpocken oder auch Hepatitis B, gegen die man sich impfen lassen sollte.

Im Gegensatz zu den eben genannten Viren gibt es auch Krankheiten, die durch eine Schmier- oder Kontaktinfektion ausgelöst werden. Auch hier liegt der Fokus auf der Prävention, denn wenn der Virus einmal ausgebrochen ist, lassen sich meist nur noch die Symptome behandeln. Zu diesen Erkrankungen zählen unter anderem: Grippe, Durchfall, Hepatitis (A & E), Kinderlähmung, Herpes, Warzen.

Um die Infizierung mit diesen Viren zu vermeiden, gibt es einige Grundsätze, an die man sich halten sollte. Beispielsweise verbreitet sich die Grippe sowie Diarrhoe (Durchfall) innerhalb von großen Menschenmengen (Konzerte, U-Bahnen etc.) Natürlich lässt dies nicht immer vermeiden. In Zeiten einer akuten Erkrankungswelle ist es aber durchaus sinnvoll öffentliche Verkehrsmittel oder große Veranstaltungen zu meiden.

Mikronährstoffe gegen Viren

Da die Schulmedizin der Virusvorsorge mehr oder weniger hilflos gegenübersteht, rückt die Mikronährstofftherapie immer mehr in den Vordergrund. Mikronährstoffe unterstützen die drei Hauptsäulen (Haut, Schleimhaut, zelluläres und humorales Abwehrsystem) unseres Immunsystems, weshalb die regelmäßige und ausreichende Versorgung von oberster Bedeutung ist.

Oft aktivieren Viren oxidative Prozesse, die das Immunsystem schwächen und so eine Infektion erst ermöglichen. Daher gilt die Behandlung mit Antioxidantien als eine der wichtigsten therapeutischen Option im Umgang mit viralen Erkrankungen und deren Folgeerscheinungen.

Es hat sich gezeigt, dass Antioxidantien im Zusammenspiel mit sekundären Pflanzenstoffen die Bildung von Karzinomen, bedingt durch Virusinfekte, verhindern können. Ebenso wirken sich Antioxidantien positiv auf mögliche Spätfolgen bestimmter Viruserkrankungen aus. So kann beispielsweise Asthma oder ein hyperreagibles Bronchialsystem durch die rechtzeitige Verabreichung von Antioxidantien verhindert werden.

Des Weiteren ist zu erwähnen, dass gewisse Mikronährstoffe selbst eine virostatische (virushemmend) beziehungsweise virocide (abtötend) Wirkung besitzen. Dazu zählt unter anderem Vitamin C sowie einige sekundäre Pflanzenstoffe. Besonders zu Beginn einer Infektion ist die ausreichende Versorgung entscheidend, da die Vitamin-C-Konzentration innerhalb der ersten 24 Stunden um die Hälfte abnimmt. Um dieses Defizit auszugleichen wird täglich eine Menge von 900mg empfohlen, was etwa dem Verzehr von 40 Äpfeln entspricht.

Eine Mikronährstoffbehandlung eignet sich vor allem zur Prävention sowie zu Linderung der Symptome und der Beschleunigung des Heilungsprozesses. In zahlreichen Studien wurde eindeutig nachgewiesen, dass Mikronährstoffe wie Antioxidantien, sekundäre Pflanzenstoffe sowie Vitamin C dazu beitragen können, den Körper optimal auf eine Infektion vorzubereiten. In der modernen Mikronährstofftherapie bevorzugt man deshalb heute als Basistherapie gegen Viruserkrankungen eine moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischung. Mit Hilfe der enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe und sekundären Pflanzenstoffe, können die Symptome einer Viruserkrankung deutlich gemildert werden.

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