Die beiden Vitamine B9 und B12 gehören zur Gruppe der B-Vitamine. Unter B-Vitamine versteht man einen Komplex aus mehreren Vitaminen, die allesamt Vorstufen von Coenzymen darstellen. Sie sind wasserlöslich und dienen hauptsächlich dem Stoffwechsel im menschlichen Organismus, beispielsweise als wichtige Regulatoren im Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsel. Die B-Vitamine wirken sich vor allem auf Haut, Nervensystem und die Blutbildung bzw. Zellbildung aus.

Zu den B-Vitaminen zählen Thiamin (B1), Riboflavin (B2), Niacin (B3), Panthothensäure (B5), Pyridoxin (B6), Biotin (B7), Folsäure (B9) und Cobalamin (B12). Da in Deutschland hauptsächlich ein Mangel der Vitamine B9 und B12 vorkommt, werden im Folgenden ausschließlich diese beiden Vitamine vorgestellt, um Sie über Vorkommen und Funktion der Vitamine zu informieren. Außerdem wird auf die Thematik eines Mangels eingegangen, welcher oftmals schwerwiegende Folgen mit sich bringt. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie einen Mangel vorbeugen bzw. beheben können.

1. Funktionen der Vitamine im Organismus

Die Vitamine B9 und B12 haben ein breites Wirkungsspektrum vor allem in Bezug auf diverse Stoffwechselreaktionen und das Nervensystem. Sie regulieren den Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsel, helfen den Zellen sich zu teilen und sind zuständig für die Blutbildung. Zudem ergänzen sich die beiden Vitamine in ihrer Wirkung und verstärken diese. So ist Cobalamin für die Umwandlung von Folsäure in ihre aktive Form zuständig. In dieser aktiven Form, genannt Folat, spielt das Vitamin eine wichtige Rolle bei der Zellteilung, dem Zellwachstum und der Zelldifferenzierung.

Enzyme, welche Folsäure enthalten, sind besonders wichtig für die Bildung der DNA. Aus diesem Grund sind Zellen, die sich rasch erneuern, wie Darmwand-, Lungen-, und Blutzellen auf eine optimale Versorgung mit Folsäure angewiesen. Folsäure ist auch ein bedeutender Faktor bei der normalen Entwicklung des Fötus, besonders bei der Ausbildung des zentralen Nervensystems.

Viel Vitamin B9 ist zum Beispiel in Blattgemüse, Zitrusfrüchten, Getreide, Hülsenfrüchten oder Innereien enthalten. In Deutschland nimmt ein Großteil der Bevölkerung allerdings zu wenig Folsäure mit der Nahrung auf.

Vitamin B12 hingegen ist vor allem in tierischen Produkten wie Eier, Milch, Fisch und Fleisch enthalten. Pflanzliche Lebensmittel liefern gar kein Cobalamin, weshalb Vegetarier bzw. Veganer häufig an einem Vitamin B12 Mangel leiden.

Cobalamin ist an diversen Vorgängen im Fettstoffwechsel der Zellen beteiligt. Ebenfalls wichtig ist Cobalamin bei der Synthese von Myelin. Myelin ist die schützende Schicht vieler Nervenstränge des Gehirns und Rückenmarks.

Die beiden Vitamine erfüllen jedoch nicht nur Funktionen im Körper. Sie eignen sich hervorragend zur Prävention von Arteriosklerose und Krebs. Vor allem bei Rauchern kann Folsäure in Kombination mit Vitamin B12 die Anzahl von krebsverdächtigen Zellen in der Lunge reduzieren. Des Weiteren spielt Folsäure eine entscheidende Rolle in den Wochen vor der Befruchtung und in der ersten Schwangerschaftsphase. Die zusätzliche Aufnahme von Folsäure kann die Gefahr von Geburtsfehlern herabsetzen und Fehlentwicklungen am Rückenmark des Fötus mindern.

Auf Grund dessen, dass die Behandlung eines Vitamin B9 und B12 Defizites mithilfe künstlicher Vitaminpräparate oftmals keine Erfolge erzielt, da der Körper synthetisch hergestellte Pillen und Pulver nur schwer aufnehmen kann, suchen viele Betroffene nach alternativen Möglichkeiten, einen Vitamin B9 oder Vitamin B12 Mangel sowohl vorzubeugen als auch zu behandeln. Die Erkenntnisse oder revolutionären Mikronährstofftherapie bieten dafür eine gute Grundlage.

2. Folsäuremangel – Ursachen und Folgen

Da sowohl Vitamin B9 als auch Vitamin B12 wichtige Funktionen im menschlichen Organismus erfüllen, kann ein Defizit dieser Vitamine gravierende Folgen haben.

Ein Folsäuremangel zeigt sich besonders an Zellen mit einer hohe Teilungsrate wie den weißen als auch den roten Blutzellen. Dadurch kann eine Anämie entstehen. Diese Blutarmut geht einher mit schneller Ermüdung, Kurzatmigkeit und einer verminderten Konzentrationsfähigkeit. Zudem schwächt eine gestörte Bildung weißer Blutkörperchen die Reaktion des Immunsystems auf diverse Infektionen und Krebs. Die verminderte Produktion von Blutplättchen erhöht außerdem das Risiko von ungewöhnlichen Blutungen.

Oftmals kommt es aufgrund eines Folsäuremangels und des dadurch reduzierten Zellwachstums zu Schwächungen und Entzündungen im gesamten Verdauungssystem und im Mundraum. Das hat zur Folge, dass die Aufnahme von wichtigen Nährstoffen nur noch eingeschränkt möglich ist, der Betroffene kaum Appetit verspürt und stark an Gewicht verliert. Besteht ein akutes Defizit an dem wichtigen Vitamin B9, können schlimmstenfalls sogar neurologische und psychiatrische Störungen auftreten.

3. Vitamin B12 Mangel – Ursachen und Folgen

Hauptsächlich von einem Vitamin B12 Mangel betroffen sind Vegetarier bzw. Veganer, die sich fleischlos ernähren und zum Teil ganz auf tierische Produkte verzichten. Die Zufuhr von Cobalamin durch die Nahrung ist somit unmöglich. Eine strikte und langjährige veganische Ernährung muss unbedingt durch ein Zusatzpräparat oder pflanzliche Nährstoffe, denen das Vitamin zugefügt wird, beispielsweise Sojamilch und Tofu, ergänzt werden.

Doch nicht nur Vegetariern oder Veganer mangelt es an Vitamin B12. Einige Menschen leiden an Resorptionsstörungen. Das bedeutet, dass sie nur geringe Mengen eines bestimmten Stoffes aufnehmen können. Die verminderte Resorption kann durch hohen Alkoholkonsum oder Schädigungen der Magenschleimhaut zustande kommen.

Ein Cobalaminmangel wirkt sich, ebenso wie ein Defizit an Folsäure, auf verschiedene Bereiche des Körpers aus. Betroffene fühlen sich geschwächt, schlapp und antriebslos. Es stellt sich Taubheit und Kribbeln an Händen und Füßen ein. Der Tastsinn kann verloren gehen, der Gang wird unsicher und die Koordination der Muskulatur ist eingeschränkt. Auch die Sehkraft lässt nach. Personen die einen Vitamin B12 Mangel haben sind schnell gereizt, aggressiv, verwirrt und leiden an Gedächtnisstörungen.

4. Behandlungsmöglichkeit und Gesundheitstipps

Wenn derartige Mangelerscheinungen auftreten, sind die Vitamin B9 und Vitamin B12 Speicher des Körpers so gut wie leer. Es sollte nun schnellstmöglich gehandelt werden. Besonders geeignet für eine schnelle Regeneration sind natürliche Vitaminpräparate sowohl für einen Cobalamin- als auch einen Folsäure- Mangel.

Unter Mikronährstoffen versteht man alle Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und sekundären Pflanzenstoffe. Mikronährstoffe werden für alle lebensnotwendigen Zell- und Organfunktionen benötigt und spielen daher bei der Prävention und Behandlung eines Vitaminmangels eine essentielle Rolle. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Mikronährstoffe besser und effektiver wirken, wenn sie in Kombination miteinander eingenommen werden. Dabei sollte man stets auf ein natürliches Präparat zurückgreifen, welches optimal dosiert ist und ausschließlich natürliche Substanzen beinhaltet.

5. Empfehlungen im Überblick

Natürliche Ergänzung
  • Nehmen Sie täglich einen biologischen Vitaminkomplex um die optimale Versorgung mit allen Vitaminen sicher zu stellen.
  • Am besten nehmen Sie ein Produkt in flüssiger Form und hergestellt aus natürlichen Lebensmitteln, da nur dadurch die Versorgung mit allen wichtigen Mikronähstoffen gewährleistet und eine optimale Aufnahme im Organismus gesichert ist.
Ernährung
  • Ernähren Sie sich gesund und ausgewogen.
  • Vitamin B9 Lieferanten sind u.a.: Rote Bohnen, Spinat, Brokkoli, Hühnereier, Sojabohnen und rote Beete
  • Vitamin B12 Lieferanten sind u.a.: Kalbsleber, Miesmuscheln, Lachs, Emmentaler Käse und Vollmilch
  • Essen Sie vor allem regionale und saisonale Produkte und achten Sie bei der Zubereitung darauf, die Vitamine nicht zu „verkochen“.


Literaturverzeichnis

– Black MM. Effects of vitamin B12 and folate deficiency on brain development in children. Food Nutr Bull 2008; 29:126-131.
– Carmel, R.: Current Concepts in Cobalamin Deficiency. Ann. Rev. Med. 51 (2000) 357 – 375.
– Gröber, Uwe: Orthomolekulare Medizin; Ein Leitfaden für Apotheker und Ärzte 2008 (3)
– Pietrzik, K., Hages, M.: Folsäure. In: Biesalski, H.K., et al. (eds.): Vitamine. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1997.
– Pietrzik, K., Hages, M.: Vitamin B12. In: Biesalski, H.K., et al. (eds.): Vitamine. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1997.
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