In vielerlei Hinsicht stellt die Leber eines der wichtigsten Organe im Körper dar. Sie ist neben dem zentralen Ort des Stoffwechsels auch die größte Drüse, die wir Menschen besitzen. Als die drei wichtigsten Funktionen sind zu nennen: Herstellung essentieller Proteine, Nahrungsverwertung und damit verbundene Speicherung von Glucose und Vitaminen, Abbau und die Ausscheidung von Stoffwechselabfällen (auch Rückstände von Medikamenten und Giftstoffen), Regulierung des Cholesterinspiegels, sowie die Bildung der Gallenflüssigkeit.

Allein diese kleine Auflistung zeigt, wie wichtig eine gesunde Leber ist. Neuste Studien haben belegt, dass Mikronährstoffe dabei helfen können die Gesundheit des Organs positiv zu beeinflussen. Dies gilt sowohl für präventive als auch therapeutische Maßnahmen. Der folgende Artikel zeigt Ihnen welche Mikronährstoffe dazu beitragen die Funktionalität der Leber aufrechtzuerhalten oder wiederherzustellen.

1. Ursachen von Lebererkrankungen

Um die Ursachen einer Lebererkrankung (Hepatopathie) zu erläutern, muss man zunächst auf die verschiedenen Krankheiten eingehen, von denen das Organ befallen sein kann. Eine der häufigsten Beschwerden ist die sogenannte Leberentzündung (auch Hepatitis genannt), welche entweder durch einen akuten oder einen chronischen Verlauf gekennzeichnet ist. Als Ursache sind Faktoren wie Viren (Hepatitis A, B, C, D), Arzneimittel, Alkohol als auch Stoffwechselerkrankungen (beispielsweise Diabetes) zu nennen. Die Gefahr geht dabei vor allem von dem „stillen“ Verlauf der Erkrankung aus, denn die Symptome machen sich häufig erst nach langer Zeit bemerkbar. Allein in Deutschland sind über eine Millionen Menschen von einer chronischen Leberentzündung betroffen.

Eine andere weitverbreitete Form der Erkrankung ist die Leberzirrhose. Sie führt zu einer Verhärtung und Vernarbung des gesunden Bindegewebes. Infolgedessen verliert das Organ immer mehr an Gewicht und Umfang, weshalb man oft auch von der sogenannten Schrumpfleber spricht. In über 60 Prozent der Fälle ist die Ursache auf zu hohen Alkoholkonsum zurückzuführen. Das Genussmittel fördert die Bildung von Acetaldehyd und freien Sauerstoffradikalen. Beide Stoffe verursachen schädliche Wechselwirkungen innerhalb des Organs.

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, gehört es zu den Aufgaben der Leber, Stoffwechselabfälle und Rückstände von Medikamenten abzubauen, sowie Fette zu speichern. Wird das Organ jedoch mit zu vielen Giften und Fetten überfordert, wird seine Funktion beeinträchtigt. Es kommt zu einer übermäßigen Ablagerung von Fetten im Lebergewebe – die sogenannte Fettleber entsteht. Als häufigste Ursachen gelten Übergewicht, übermäßiger Alkoholkonsum, Medikamentenmissbrauch und Stoffwechselkrankheiten (z.B. Diabetes mellitus). Unbehandelt kann sich die Fettleber zu einer Leberzirrhose oder gar Leberkrebs entwickeln. Die gute Nachricht – Sie können sich selbst helfen. Eine Umstellung der Lebensgewohnheiten kann in vielen Fällen hilfreich sein.

2. Mikronährstofftherapie

Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Mikronährstoffe deutlich positive Auswirkungen auf die Lebergesundheit haben. Als wichtigstes Entgiftungsorgan ist die Leber einer großen oxidativen Belastung ausgesetzt. Daher ist eine ausreichende Versorgung mit Antioxidantien Grundvoraussetzung für die Gesunderhaltung des Organs. Da die Leber ebenfalls als „Enzymzentrale“ des Körpers fungiert, benötigt sie sämtliche Mikronährstoffe, die für die Funktion und Wirkungsweise der Enzyme verantwortlich sind.

An oberster Stelle steht daher die Versorgung mit dem Mineralstoff Zink, da dieser in mehr als 300 Enzymen enthalten ist. Durch eine zusätzliche Supplementierung von Zink verbessert sich unter anderem die Bildung des Retinolbindungsproteins, was wiederrum die Aufnahme von Vitamin A vereinfacht. Ebenso ist ein ausreichender Vitamin B6-Haushalt entscheidend, um die Aufrechterhaltung des Harnstoffzyklus zu gewährleisten.

Wer bereits an einer virusbedingen Lebererkrankung leidet, kann vor allem von Antioxidantien und Vitamin C profitieren. Zusätzliche Antioxidantien sind nötig, da die Viren nicht nur die Leber sondern auch die darin ablaufenden oxidativen Prozesse beeinträchtigen. Studien haben gezeigt, dass die Gabe von Vitamin C eine deutliche Verbesserung bestimmter histologischer Parameter und damit auch einer Reduzierung der Viruslast hervorrufen kann.

Als weitere wichtige Mikronährstoffe im Kampf gegen Lebererkrankungen sind außerdem sekundäre Pflanzenstoffe zu nennen. Es konnte beispielsweise gezeigt werden, dass Curcumin zu einer Verbesserung der Zellstruktur und gleichzeitig zum Rückgang der Transminasen führt.

Eine Mikronährstoffbehandlung eignet sich nicht nur zur Prävention sondern auch zur Therapie, wenn die Krankheit bereits eingetreten ist. In zahlreichen Studien wurde eindeutig nachgewiesen, dass Mikronährstoffe wie Mineralien (vor allem Zink), Vitamine (Vitamin A und Vitamin B6) als auch sekundäre Pflanzenstoffe zu einer Linderung der Beschwerden beitragen.

In der modernen Mikronährstofftherapie bevorzugt man deshalb heute als Basistherapie bei Lebererkrankungen eine moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischung. Mit Hilfe der enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe kann die Leber sowohl vorbeugend geschützt, als auch behandelt werden, wenn eine Erkrankung bereits vorliegt.

3. Veränderungen im Lebensstil

Bei fast allen Lebererkrankungen wirken sich bestimmte Veränderungen des Lebensstils deutlich positiv auf das Krankheitsbild aus. Als einer der wichtigsten Punkte gilt dabei die Einschränkung des Alkoholkonsums. Alkoholmissbrauch ist ein Auslöser für nahezu alle Erkrankungen, die mit der Leber in Verbindung stehen. Verzichten Sie daher möglichst auf das Genussmittel oder senken Sie den Verzehr drastisch.

Ebenso sollten Sie darauf achten, was Sie essen. Eine ausgewogene, fettarme Ernährung schützt sogar doppelt: Zum einen wird Ihre Leber nicht durch zu große Mengen Fett belastet, zum anderen vermeiden Sie Übergewicht, was ebenfalls ein Auslöser bestimmter Leberbeschwerden sein kann. Falls Sie übergewichtig sind, sollte daher auch das Erreichen des Normalgewichts angestrebt werden. Eine gesunde und erfolgreiche Diät darf auf keinen Fall auf einen zu geringen Zeitraum ablaufen. Als Credo gilt – langsam aber stetig.

Auch erhöhte Stressbelastung kann zu Lebererkrankungen führen. Wem die Galle sprichwörtlich regelmäßig hochkommt, der sollte versuchen in gewissen Situationen ruhiger zu reagieren. Ebenso können kurze aber gezielte Ruhepausen hilfreich sein.

4. Was Sie selbst tun können

Mikronährstoffe
  • Seien Sie sich bewusst, wie wichtig ein ausgeglichener Mikronährstoffhaushalt ist. Verwenden Sie deshalb zur Basisversorgung ein natürliches Mikronährstoffkonzentrat, das Vitamine (A & B6), Mineralstoffe (Zink) und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Mikronährstoffpräparate in flüssiger Form kann der Körper deutlich besser und physiologischer verwerten als Pillen oder Pulver.
Ernährung
  • Senken Sie Ihren Alkoholkonsum soweit wie möglich.
  • Achten Sie auf eine ausgewogene, fettarme Ernährung.
Entspannung
  • Versuchen Sie in gewissen Situationen ruhiger zu reagieren. Unnötiges Aufregen sollte vermieden werden.
  • Nehmen Sie sich in Phasen großer Belastung gezielte Entspannungspausen.


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