Solarium

Alleine in Europa kommt es jährlich zu etwa 3.500 Fällen von Hautkrebs durch die Benutzung von Sonnenbänken. Auch wenn Betreiber und Gerätehersteller dies abstreiten, für Mediziner steht bereits seit geraumer Zeit fest: Solarien steigern das Hautkrebsrisiko deutlich. Dies wird auch klar, wenn man die Zahl der Todesfälle betrachtet.

Mehr als 11.000 Hautkrebsfälle untersucht

Jedes Jahr sterben knapp 800 Personen an den Folgen von Hautkrebs, welcher durch den Besuch von Solarien verursacht wurde. Diese Ergebnisse konnten aus einer kürzlich fertiggestellten Studie gewonnen werden. Ein internationales Forscherteam untersuchte dabei mehr als 11.000 Fälle von Hautkrebs, wodurch eindeutige Aussagen getroffen werden konnten. Demnach steigt das Risiko an Hautkrebs zu erkranken durch die regelmäßige Benutzung einer Sonnenbank um rund 20 Prozent. Vor allem junge Menschen gehören zu der Risikogruppe. Beginnt man vor dem 35. Lebensjahr regelmäßig Solarien zu besuchen, so verdoppelt sich die Wahrscheinlichkeit an Hautkrebs zu erkranken sogar nochmal. Weitere Ergebnisse der Studie wurden im Fachmagazin „British Medical Journal“ veröffentlicht.

Laut Mathieu Boniol vom „International Prevention Research Institute“ im französischen Lyon, erzeugen leistungsstarke Sonnenbänke etwa 10-15 mal mehr ultraviolette Strahlung als die Mittagssonne im Mittelmeerraum. Besonders neue Ergebnisse in der Strahlenforschung geben Anlass zur Sorge. Heute wissen die Mediziner, dass nicht nur die UV-B Strahlung Krebs auslösen kann; das gesamte Spektrum der ultravioletten Strahlung ist potentiell gefährdend. Ebenfalls problematisch ist das verzögerte Auftreten der Krankheit.

Es könnten selbst in 20 Jahren noch Hautkrebsfälle auftreten, die von heutigen Solarien ausgelöst werden. Deswegen raten Experten so früh wie möglich auf die künstliche Bräune zu verzichten, um das Riskio an Hautkrebs zu erkranken, nicht noch weiter zu erhöhen. Sollten Sie dennoch eine auffällige dunkele Hautveränderung feststellen, kann es sich um ein Melanom handeln. In diesem Fall sollte unverzüglich ein Hautarzt aufgesucht werden, der die entsprechenden Schritte zur Behandlung einleitet.

Solarienbetreiber klären nicht genügend über Risiken auf

Boniol und seine Forscherkollegen betonen, dass Hautkrebs oder ein Melanom, welches durch den die Benutzung einer Sonnenbank entsteht, absolut unnötig und vermeidbar ist. Deswegen stehen die Betreiber der Solarien unter herber Kritik, da in den letzten Jahren keine Verbesserung der Beratungsqualität festgestellt werden konnte. Noch immer werden Kunden nicht adäquat über das Risiko von Hautkrebs und Melanomen aufgeklärt. Stattdessen wird von den Betreibern immer noch darauf hingewiesen, dass kontrollierte Bräune keinerlei Gefahr darstellt. Deshalb fordern viele Mediziner eine einheitliche und offizielle Regelung zur Benutzung von Sonnenbänken.

Dabei steht besonders der Schutz von Kindern und Jugendlichen im Vordergrund. In Deutschland dürfen Solarien erst ab dem 18. Lebensjahr benutzt werden. Dies ist aber noch lange nicht in allen Ländern Standard. Doch Medizinern ist selbst eine Altersbegrenzung der Solarien nicht genug. Wegen dem hohen Risiko an Hautkrebs zu erkranken, fordern sie weitaus schärfere Bestimmungen im Umgang mit Sonnenbänken.

Solarien steigern das Hautkrebsrisiko – 1,8 Prozent pro Besuch

Für eine detaillierte Analyse werteten die Forscher insgesamt 27 Studien aus den Jahren 1981 bis 2011 aus, wodurch es ihnen möglich war, mehr als 11.000 Fälle von Hautkrebs, ausgelöst durch die Nutzung von Solarien, zu untersuchen. Die verwendeten Studien wurden hauptsächlich in Europa, den USA und Kanada durchgeführt, wodurch die ermittelten Risikowerte auch nur für die Bewohner der entsprechenden Regionen gültig sind. Dennoch tragen die Ergebnisse maßgeblich zur Verbesserung der Prävention gegen Hautkrebs bei.

Beispielsweise konnten die Forscher herausfinden, dass ein einziger Solariumbesuch pro Jahr, das Risiko an Hautkrebs zu erkranken um 1,8 Prozent steigert. Personen die sich häufig auf die Sonnenbank legen, erkranken laut den Forschern rund 40 Prozent häufiger als Nicht-Nutzer. Diese Ergebnisse zeigen deutlich wie schädlich aber auch vermeidbar diese Ursache von Hautkrebs und Melanomen ist. Deswegen raten die Mediziner auch, die Bräune aus den Solarien zu vermeiden und stattdessen die Sonne im Freien zu genießen – natürlich mit Sonnenschutz.

Vereine wie die Deutsche Krebshilfe geben jährlich mehrere Millionen Euro für die Aufklärung, Früherkennung und Prävention von Hautkrebs und andern Krebsarten aus. Weitere Information finden Sie auf der Internetseite der Deutschen Krebshilfe.

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