Sodbrennen

Viele Menschen kennen das unangenehme Gefühl nach dem Essen – die Rede ist von Sodbrennen. Natürlich lassen sich die Symptome leicht mit Säurehemmern bekämpfen, dabei sollten die Langzeitfolgen aber nicht unterschätzt werden. In diesem Artikel wird erklärt, wie Sodbrennen eigentlich entsteht und welche ganzheitlichen Behandlungsansätze es gibt.

Wie kommt es zum Sodbrennen?

Bei einem gesunden Mensch wird der Übergang von Magen und Speiseröhre normalerweise durch einen Muskelverschluss abgetrennt, um den Rückfluss sauren Mageninhalts zu verhindern. Ist dieser Schutzmechanismus gestört, spricht man von Sodbrennen.

Für das Auftreten des unangenehmen Brennens gibt es zahlreiche Gründe wie zum Beispiel Stress, Kaffee- oder Nikotinkonsum. Auch Gerbstoffe im Bier und allgemein Alkohol (vor allem kohlensäurehaltige, alkoholische Getränke wie Sekt) zählen zu den häufigsten Auslösern. Vitamin-C-haltige Fruchtsäfte oder scharf-gewürzte Speisen erhöhen ebenfalls das Risiko.

Des Weiteren gibt es auch rein physikalische Gründe für das Entstehen von Sodbrennen, wie zum Beispiel Übergewicht. Dies verursacht beim Sitzen zusätzlichen Druck auf den Bauchraum. Den gleichen Effekt haben große Mahlzeiten, sowie eine gestörte Entleerung des Magens.

Auch der übermäßige Verzehr von fetthaltigen Speisen senkt die Muskelspannung des Speiseröhrenschließmuskels. Gleiche Effekte sind von bestimmten Medikamenten gegen Bluthochdruck und von diversen koffeinhaltigen Schmerzmitteln bekannt.

Was ist die Zwerchfelllücke?

Vielen ist das Zwerchfell ein Begriff, doch welche Aufgaben es hat und was eine Zwerchfelllücke ist , ist den Meisten wohl unbekannt. Allgemein gesagt ist das Zwerchfell eine Muskelsehnenplatte, welche den Speiseröhrenschließmuskel unterstützt. Ist die Stelle, an der die Speiseröhre vom Brustkorb in die Bauchhöhle übertritt, zu groß, spricht man von einer sogenannten Hiatushernie.

Wer jetzt glaub, dass es sich hierbei um irgendeine exotische Erkrankung handelt der irrt gewaltig – in Deutschland ist die Zwerchfelllücke bei etwa 70 – 80 Prozent der Menschen zu groß. Zwar bedeutet dies nicht automatisch Sodbrennen, doch ein gewisses Grundrisiko bleibt bestehen. Eine Zwerchfellhernie kann bereits in jungen Jahren, bedingt durch Bindegewebsschwächen sowie Bewegungsmangel aber auch durch starke sportliche Belastung auftreten.

Was sind die typischen Symptome?

In den meisten Fällen lässt sich Sodbrennen relativ eindeutig identifizieren. Betroffene klagen häufig über ein Brennen im oberen Bauchraum sowie der Brust, der entweder nach dem Essen oder während des Schlafens auftritt. Flache Liegepositionen erleichtern der Magensäure den Rückfluss in die Speiseröhre.

Überblick über häufige Symptome:

  • Brennen auf Höhe des Brustbeins
  • Saurer Rückfluss aus dem Magen
  • Magenschmerzen durch überschüssige Säure
Seltene Symptome: (wenn die Magensäure weit aufsteigt)
  • Heiserkeit und Husten/li>
  • Asthma/li>
  • Zahnschädigungen durch die Säure/li>

Wie wird Sodbrennen behandelt?

Wenden wir uns nun der wohl interessantesten Frage zu – wie kann man Sodbrennen effektiv behandeln? In der Regel werden Medikamente wie Säurehemmer, Antazida & Co verschrieben um den sauren Rückfluss zu verhindern. Frei von Nebenwirkungen sind diese Mittel allerdings nicht. In höherer Dosierung bzw. bei häufiger Einnahme, können aluminiumhaltige und kalziumkarbonhaltige Antazida starke Verstopfungen verursachen. Ebenso sollten diese Mittel nicht mit säurehaltigen Säften aufgenommen werden, da sie ihre Wirkung sonst gänzlich verlieren und sogar zu einer vermehrten Aluminiumaufnahme im Blutkreislauf führen.

Eine weitere Wirkstoffgruppe, die häufig gegen Sodbrennen eingesetzt wird, ist die Gruppe der sogenannten Protonenpumpeninhibitoren (PPI), welche die Magensäure je nach Dosierung relativ gut binden. Allerdings kritisieren viele Experten den oftmals sorglosen Einsatz der PPIs, da sie aufgrund ihrer Nebenwirkungen nur eingesetzt werden sollten, wenn es wirklich nötig ist.

Werden die Wirkstoffe zu häufig eingenommen, kann es zu Fehlbesiedlungen im Darm kommen. Auch ein Vitamin B12-Mangel ist in einigen Fällen zu beobachten, sowie ein steigendes Osteoporose-Risiko.

Hilfreiche Tipps und Tricks gegen Sodbrennen

Sodbrennen ist eine der sogenannten „Wohlstandskrankheiten“ verursacht durch unsere moderne Lebens- und Ernährungsweise, die besonders in den Industrieländern aus zu viel Fast-Food und Fertiggerichten besteht. Um solch gravierende Probleme zu bekämpfen gibt es keine Lösungen der Schulmedizin, die keine Nebenwirkungen verursachen. Da Sodbrennen unangenehmen Folgeerkrankungen wie Speiseröhrengeschwüre oder sogar Krebs verursachen kann, sollten unbedingt Maßnahmen ergriffen werden, um eine Besserung herbeizuführen.

Im Folgenden zeigen wir Ihnen hilfreiche Tipps, welche dabei helfen, das Sodbrennen auf natürliche Weise zu bekämpfen. Nebenwirkungen gibt es dabei nur positive, denn wer sich an die Empfehlungen hält, wird nicht nur das Sodbrennen los sondern kann auch viele andere Probleme lindern.

1.Nehmen Sie sich Zeit für das Essen:

Wie die Überschrift bereits sagt, sollten Sie hastiges Essen vermeiden um die Verdauung nicht zusätzlich zu belasten.

2.Kauen Sie gründlich:

Vollkornreis oder auch Nüsse benötigen beispielsweise mehr als 50 Kaubewegungen bis die richtige Konsistenz erreicht ist. Blattsalate und Kräuter müssen sogar noch länger gekaut werden, bevor sie geschluckt werden können. Dies hat den Hintergrund, dass gut eingespeichelte Nahrung dem Magen weniger Arbeit bei der Verdauung bereitet. Auch Mikronährstoffe können so leichter aufgenommen werden.

3.Essen Sie nicht zu heiß oder zu kalt:

Hat die Nahrung annähernd Körpertemperatur lässt sie sich am besten verdauen.

4.Trinken Sie erst nach dem Essen:

Flüssigkeitsaufnahme während des Essens verdünnt die Magensäure unnötig.

5.Führen Sie regelmäßig eine Darmsanierung durch:

Drei geeignete Komponenten für eine Darmsanierung sind:

  • Bentonit (bindet überschüssige Magensäure)
  • Flohsamen (erhöht die Darmperistaltik und beugt somit Verstopfungen vor)
  • Probiotikum (Reguliert die Darmtätigkeit)

Hausmittel gegen Sodbrennen

Der folgende Abschnitt zeigt Ihnen welche Mittel effektiv im Kampf gegen Sodbrennen sind. Auch wenn einige Hausmittel gut wirken, so sollten auf lange Sicht doch eher die Ursachen bekämpft werden, um Sodbrennen gar nicht erst entstehen zu lassen.

Hausmittel Nr. 1: Milch Diese Empfehlung kennen wahrscheinlich viele Betroffene, doch der gut gemeinte Tipp hilft Ihnen nicht wirklich – ganz im Gegenteil. Milchprodukte regen die Produktion von Magensäure sogar an. Ein Grund für diesen Mythos ist die Tatsache, dass Milch meist im Kühlschrank gelagert wird und dadurch kälter als andere Getränke konsumiert wird. Trifft gekühlte Milch nun auf eine brennende Speiseröhre wirkt dies im ersten Moment schmerzlindernd. Gleiche Effekte können jedoch auch mit kaltem Wasser erreicht werden.

Hausmittel Nr. 2: KamillenteeIm Gegensatz zu Milch hilft Kamillentee tatsächlich bei Sodbrennen. Zum einen Verdünnt der Kamillentee die Magensäure, zum anderen beruhigt er den Magen und normalisiert die Säureproduktion. Ebenso wird die Speiseröhre gespült und von schmerzhaften Ablagerungen befreit. Wem Kamillentee nicht schmeckt, kann ähnliche Effekte auch mit Fencheltee erzielen.

Hausmittel Nr. 3: KartoffelsaftHierbei handelt es sich um eines der besten Hausmittel gegen Sodbrennen. Besonders wenn die Beschwerden nicht zu stark sind, lindert der Saft, aufgrund seiner säurebindenden Eigenschaften die Schmerzen. Ebenso wirken Kartoffeln entzündungshemmend.

Hausmittel Nr. 4: HeilerdeAuch Heilerde hilft aufgrund seiner säurebindenden Wirkung gut gegen Sodbrennen. Eingenommen werden die Mineralstoffe entweder in Form von Tabletten oder als Pulver. Besonders beliebt ist die Heilerde aufgrund der kaum vorhandenen Nebenwirkungen und dem Verzicht auf chemische Zusatzstoffe.

Richtige Ernährung bei Sodbrennen

Die einfachste und gesündeste Methode um Sodbrennen zu bekämpfen ist eine Umstellung der Ernährung. Dies wird sich nicht nur positiv auf Ihren Magen-Darm-Trakt auswirken – der gesamte Körper profitiert von ausgewogener Ernährung.

Einige Regeln im Überblick:
  • Meiden Sie Fast Food und Fertigprodukte. Bereiten Sie Ihre Speisen aus frischen und hochwertigen Zutaten selbst zu.

  • Verringern Sie die Aufnahme von Kohlenhydraten. Besonders Back- und Teigwaren, sowie Produkte, die viel Haushaltszucker enthalten, sind zu meiden.

  • Bereiten Sie Ihre Mahlzeiten so schonend wie möglich zu. Langes kochen, braten oder frittieren bei hohen Temperaturen sollte vermieden werden.

  • Achten Sie darauf, welche Lebensmittel bei Ihnen zu Sodbrennen führen. Stellen Sie Ihre Ernährung dementsprechend um.

  • Verzichten Sie nach Möglichkeit auf Alkohol und Kaffee um den Magen zu schonen.

  • Ebenso sollten Getränke vermieden werden, die Ihnen sauer aufstoßen (Zitrussäfte, Cola, Limonade etc.)

  • Nehmen Sie sich gezielte Pausen um Stress und andere seelische Belastungen abzubauen. Wer zu seiner inneren Ruhe findet, senkt das Risiko an Sodbrennen leiden zu müssen.

  • Versuchen Sie Ihr Übergewicht langsam aber stetig zu reduzieren.

Auch wenn Sodbrennen auf den ersten Blick keine ernsthafte Erkrankung darstellt, so sollte das saure Aufstoßen dennoch nicht unterschätzt werden, denn bei einem unbehandelten Verlauf sind Spätfolgen nicht auszuschließen. Alleine in Deutschland erkranken jährlich etwa 5.000 Männer und 2.000 Frauen an Speiseröhrenkrebs. Wer die oben genannten Tipps bereits vorbeugend beachtet, hat sehr gute Chancen dauerhaft vor diesem Leiden geschützt zu sein.

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