Depression Männer

Entgegen der gängigen Meinung haben neueste Studien nun gezeigt, dass Männer genau so häufig eine Depression erleiden wie Frauen, jedoch unterscheiden sich die Symptome teils deutlich.

Symptomatik bei einer Depression

Um gezielter auf die geschlechter-spezifischen Unterschiede eingehen zu können, muss man zuerst die allgemeinen Auswirkungen eindeutig darlegen. Generell wird eine Depression als Stimmungseinengung charakterisiert, was bei den Betroffenen die Fähigkeit blockiert Gefühle wie Freude oder Trauer wahrzunehmen. Ebenso spricht man vom Verlust der sogenannten affektiven Resonanz, wodurch die Gemütslage der Patienten auch durch positiven Zuspruch nicht mehr aufgehellt werden kann.

Bei Erkrankten mit einer schweren Depression entsteht zusätzlich noch ein „Gefühl der Gefühllosigkeit“ gepaart mit der Empfindung eines völlig sinnlosen Lebens. Spätestens in dieser Phase ist schnelle Hilfe unumgänglich, da sich in diesem Zustand häufig Suizidgedanken bilden. Statistiken gehen davon aus, dass etwa jedem zweiten Freitod eine depressive Erkrankung zu Grunde liegt.

Weitere Symptome sind beispielsweise Hoffnungslosigkeit, Minderwertigkeit sowie übertriebene Schuldgefühle. Eine Depression wirkt sich jedoch nicht nur auf den Geist sondern auch auf den Körper aus. Insbesondere Gewichtsabnahme durch Appetitlosigkeit, als auch Gewichtszunahme sind häufige Symptome einer depressiven Verstimmung.

Die allgemeine Klassifikation laut ICD sieht dabei folgendermaßen aus:

  • F32.0 Leichte depressive Episode (Der Patient fühlt sich krank und sucht ärztliche Hilfe, kann aber trotz Leistungseinbußen seinen beruflichen und privaten Pflichten noch gerecht werden, sofern es sich um Routine handelt.)

  • F32.1 Mittelgradige depressive Episode (Berufliche oder häusliche Anforderungen können nicht mehr oder – bei Tagesschwankungen – nur noch zeitweilig bewältigt werden).

  • F32.2 Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (Der Patient bedarf ständiger Betreuung. Eine Klinik-Behandlung wird notwendig, wenn das nicht gewährleistet ist).

  • F32.3 Schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (Wie F.32.2, verbunden mit Wahngedanken, z. B. absurden Schuldgefühlen, Krankheitsbefürchtungen, Verarmungswahn u. a.)

  • F32.8 Sonstige depressive Episoden

  • F32.9 Depressive Episode, nicht näher bezeichnet

Geschlechterspezifische Unterschiede

Da nun auf den Großteil der gemeinsamen Symptome eingegangen wurde, ist es nun Zeit einen Blick auf die unterschiedlichen Auswirkungen zwischen den beiden Geschlechtern zu werfen.

Da Depressionen auch heute noch nach den oben genannten, klassischen Kriterien diagnostiziert werden, ist es nicht verwunderlich, dass sich im Schnitt doppelt so viele Frauen wie Männer in Behandlung befinden. Aufgrund der gegebenen Rollenverteilung fällt es vielen Männern schwer auf die eigenen Gefühle einzugehen und auch darüber zu reden, da dies ein Zeichen von Schwäche darstellen könnte.

Auch Symptome wie Trauer und Weinen sind wesentlich seltener als bei Frauen zu beobachten, da es gesellschaftlich als unmännlich wahrgenommen wird. Typische Symptome bei männlichen Patienten sind erhöhte Reizbarkeit, Wutanfälle, schnelles Aufbrausen, erhöhte Risikobereitschaft sowie gesteigerter Alkohol- und Nikotinkonsum. Seit einigen Jahren spricht man deshalb von der sogenannten „Male Depression“.

Checkliste für Depression bei Männern:

Falls Sie die Vermutung haben, dass Sie selbst oder eine andere Person an einer depressiven Verstimmung leidet, können Sie mit Hilfe dieser Kriterien eine mögliche Erkrankung feststellen. Wenn Auffälligkeiten festgestellt werden, sollte der Besuch bei einem Facharzt unbedingt folgen, denn Depressionen dürfen keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden.

  • Ich kann nicht mehr richtig schlafen.

  • Bereits Kleinigkeiten machen mich wütend.

  • Mein Alkohol- bzw. Nikotinkonsum ist in letzter Zeit gestiegen.

  • Ich treibe exzessiv Sport.

  • Ich spüre eine innere Unruhe.

  • Ich bin anderen Personen gegenüber gewalttätig geworden.

  • Mich plagen Selbstmordgedanken.

  • Ich verliere schnell die Beherrschung.
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