Sekundäre Pflanzenstoffe

Sie sind die Hoffnungsträger der Medizin von morgen: Sekundäre Pflanzenstoffe sollen in der Zukunft Krebs besiegen, Diabetes heilen und Autoimmunkrankheiten verschwinden lassen. Jahrzehnte lang haben Mediziner und Wissenschaftler das Potenzial der Pflanzen verkannt, sie als unseriöse Naturheilmittel beschimpft. Jetzt müssen sie sich eingestehen, dass sie die vielversprechendsten Heilmittel gegen die größten Volkskrankheiten der Menschheit womöglich schon immer vor der Nase hatten.

Sie lassen Tomaten und Paprika in leuchtenden, lassen Äpfel und Erdbeeren duften und Zwiebeln in den Augen brennen: Sekundäre Pflanzenstoffe erfüllen für die Pflanzen die unterschiedlichsten Aufgaben. Sie sollen Insekten fernhalten und Vögel anlocken, Pilze und Bakterien abwehren. Dabei scheint sich die positive Wirkung nicht auf die Pflanze zu beschränken. Immer deutlicher wird, wie wertvoll die Sekundären Pflanzenstoffe für unsere Gesundheit sind.

Das Potenzial ist enorm – die Erwartungen der Forscher auch

Heute stehen wir dabei immer noch am Beginn der Forschung. Wirksame Therapien gegen Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus, Gicht, Rheuma, Adipositas und Osteoporose stellen uns die Wissenschaftler in Aussicht. Denn eines scheint sicher: Das Potenzial der Sekundären Pflanzenstoffe kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Dabei könnte sich die Entwicklung von Medikamenten aus den vielversprechenden Stoffen noch etwas hinziehen. Zwar werden einzelnen Sekundären Pflanzenstoffen bestimmte heilende Wirkungen zugeordnet, sie scheinen aber nur in ihrem natürlichen Verbund ihre ganze Kraft zu entfalten. Bei Studien, in denen isolierte Stoffe verabreicht wurden, konnten bisher keine positiven Effekte nachgewiesen werden – im Gegenteil: hochdosiert und isoliert wandeln sich manche sogar zu einer Art Gift. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass schon Paracelsus sagte: „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis macht‘s.“

Über 10.000 verschiedene Wirkstoffe – Die Mischung macht’s!

Rund 100.000 verschiedene Sekundäre Pflanzenstoffe gibt es Schätzungen zufolge. Bisher bekannt sind davon nur ungefähr 10.000. Dabei trägt jede Pflanze oft hunderte von verschiedenen Stoffen in sich. Zwischen allen Bestandteilen der Pflanze (inkl. Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralstoffe usw.) gibt es zahlreiche Wechselwirkungen. Was wir aber aus der Medikamenteneinnahme als negativ kennen, entfaltet in der Natur erst die volle Heilkraft: Sogenannte Synergieeffekte bewirken reihenweise, dass die verschiedenen Stoffe einerseits besonders gut aufgenommen werden und andererseits besonders stark wirken. Kein Labor der Welt könnte all diese Effekte auf künstliche Art und Weise erzeugen.

Es geht sogar noch weiter: Bisher konnten zwar bei vielen Sekundären Pflanzenstoffen eindeutige Wirkungen auf Krankheiten festgestellt werden, kein Mediziner oder Wissenschaftler kann aber schon heute genaue Verzehrsempfehlungen geben. So wirken beispielsweise Brokkoli, Paprika, Sojabohnen und Kohlrabi alle antikanzerogen, das heißt, sie schützen unsere Zellen vor Krebs. So gesehen gibt es die eine richtige Krebsdiät nicht – man könnte hier einfach sagen: Viel hilft viel! Genauso verhält es sich mit den anderen Krankheiten. Die Menge und die Mischung macht es hier. Verschiedene Studien haben das bestätigt, denn sie belegen, dass es vor allem auf die Gesamtmenge an Obst und Gemüse ankommt und nicht auf die genaue Zusammenstellung. Die Wirkung von Sekundären Pflanzenstoffen in Obst und Gemüse.</p>

Die Wirkung von Sekundären Pflanzenstoffen in Obst und Gemüse

Sekundärer Pflanzenstoff

Positive Wirkung

Obst- und Gemüsesorten

Carotinoide

Krebshemmend, antioxidativ, immunregulierend (Stärkung/Stabilisierung
des Immunsystems, Autoimmunkrankheiten), cholesterinsenkend

Karotten, Paprika, Brokkoli, Spinat, Grünkohl, Feldsalat, Pfirsiche uvm.

Phytosterine

Krebshemmend, cholesterinsenkend

Brokkoli, Rosenkohl, Blumenkohl, Zwiebeln

Glucosinolate

Krebshemmend, cholesterinsenkend, antimikrobiell

Kohlarten, Kohlrabi; Radieschen, Rettich, Rüben

Saponine

Krebshemmend, immunregulierend, cholesterinsenkend, antimikrobiell

Erbsen, Bohnen, Sojabohnen, Spinat, Spargel, Hafer

Polyphenole

Krebshemmend, antioxidativ, blutdrucksenkend, blutzuckersenkend, immunregulierend, cholesterinsenkend, antimikrobiell, entzündungshemmend

Rote Trauben (Rotwein), Vollkorn, Kohlarten, Auberginen, Zwiebeln

Phytoöstrogene

Krebshemmend,
antioxidativ

Sojabohnen, Linsen

Sulfide

Krebshemmend, antioxidativ, blutdrucksenkend, immunregulierend, cholesterinsenkend, antimikrobiell, entzündungshemmend

Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Spargel

Protease-Inhibitoren

Krebshemmend, antioxidativ, blutzuckersenkend

Erbsen, Bohnen, Kartoffeln, Vollkorn

Phytinsäure

Krebshemmend, antioxidativ, immunregulierend, blutzuckersenkend

Vollkorn, Erbsen, Bohnen, Leinsamen




Eine ausgewogene Ernährung ist das A und O – und besteht zur Hälfte aus Obst und Gemüse

Leider zeichnet aber die Realität ein anderes Bild: Obst und Gemüse spielen immer öfter eine Nebenrolle auf unserem Teller. Sie liegen vereinzelt dekorativ zwischen Pasta und Steak, um das schlechte Gewissen zu beruhigen. Wir haben sie zu Beilagen degradiert – sie machen uns beim Zubereiten zu viel Arbeit und beim Essen eh nicht satt.

Klar, Obst und Gemüse sollen gesund sein und Vitamine liefern. Aber geht es nicht auch ohne? Die Medien verkünden doch immer, dass wir ausreichend versorgt sind? Sie beziehen sich dabei auf Ernährungswissenschaftler und Ärzte, die beruhigend behaupten, dass eine ausgewogene Ernährung uns mit allem versorgt, was wir brauchen. Was viele aber nicht wissen: Hauptbestandteil einer ausgewogenen Ernährung sind Obst und Gemüse! Mindestens fünf, am besten sogar sieben Portionen sollen wir jeden Tag schaffen. Schaffen Sie das? Umfragen zufolge tun das nur 5 % der deutschen Bevölkerung. Den restlichen 95 % fehlt einfach die Zeit oder die Lust, sich so sehr mit der Ernährung auseinander zu setzten, dass man sie als ausgewogen bezeichnen könnte.

Sie sind längst unter uns: Die Mittel gegen unsere Volkskrankheiten

Wenn man bedenkt, welche positiven Wirkungen die pflanzliche Ernährung auf unseren Körper hätte, zeigt der Umkehrschluss ganz deutlich: Die meisten der sogenannten Volkskrankheiten können direkt oder indirekt auf eine schlechte Ernährung und ganz explizit auf zu wenig Obst und Gemüse zurückgeführt werden, dafür essen wir zu viel Zucker und leere Kalorien. Und die Liste der Krankheiten, die seit Jahren zunehmen, ist lang: Diabetes, Arthrose, Krebserkrankungen, Bluthochdruck, Depressionen, Allergien und diverse Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto oder Neurodermitis. Für all diese Krankheiten haben Studien bereits bewiesen, dass sich eine obst- und gemüsereiche Ernährung positiv auswirkt.

Wir müssen einfach nur akzeptieren, dass es die Wunderpillen gegen Krebs und andere Volkskrankheiten nicht gibt und vielleicht nie geben wird. Gleichzeitig aber bietet sich uns durch die neuesten Erkenntnisse eine wunderbare Chance: Jeder hat die Möglichkeit, die wertvollsten aller Gesundheitshelfer täglich zu sich zu nehmen – ganz ohne Arzt, Apotheker und Pharmafirmen. Wir müssen nur zugreifen!

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