Depressionen überwinden - Mit alternativen Therapien zurück ins Leben

Unter Depression versteht man eine psychische Störung, die sich besonders durch ausgeprägte Antriebslosigkeit als auch Niedergeschlagenheit charakterisieren lässt. In den meisten Fällen liegt eine Erkrankung des Gehirnstoffwechsels vor. Da die medikamentöse Behandlung mit Antidepressiva zahlreiche negative Nebenwirkungen zur Folge hat, suchen immer mehr Patienten nach natürlichen Heilungsmethoden. Dieser Artikel soll Ihnen alternative Konzepte erläutern und geht speziell auf die Erkenntnisse der natürlichen Mikronährstofftherapie ein.

Ursachen und Symptome einer Depression

Die Diagnose wird allein nach Symptomen und Verlauf gestellt. Schwierig wird das Erkennen einer Depression vor allem, weil etwa zwei Drittel der Erkrankten nicht wegen psychischer Symptome zum Arzt gehen, sondern aufgrund körperlicher Beschwerden. Zu den häufigsten körperlichen Symptomen zählen Kopfschmerzen, Nacken- und Rückenschmerzen, Schwindel, Magenprobleme und Schlafstörungen.

Zur Behandlung der Depression werden neben Antidepressiva auch reine Psychotherapien ohne Medikation, wie beispielsweise tiefenpsychologische oder verhaltenstherapeutische Verfahren eingesetzt. Da aber Termine bei Psychotherapeuten rar und die Wartezeiten oft sehr lang sind, wird bei Depressiven oft schon zu Beginn in die Medikamentenkiste gegriffen. Dabei sollte uns bewusst sein, dass bei Patienten mit Depression die Rate der Medikamentenverweigerer bei 50 Prozent liegt1! Hier gibt es in der naturheilkundlich basierten Erfahrungsmedizin einige sehr erfolgreiche Therapieansätze, wodurch chemische Medikamente häufig vermieden werden können.

Die Ursachen einer Depression können vielfältig sein - körperliche, genetische sowie psycho-soziale Aspekte spielen hier eine Rolle. Aber auch die aktuelle Lebenssituation ist von Bedeutung. Folgende Ursachen können u.a. eine Depression auslösen:

Körperliche Ursachen

  • chronische Erkrankungen bzw. Schmerzen
  • Störungen im Hormonhaushalt und/oder des Hirnstoffwechsels
  • Schwere Erkrankungen wie z.B. Krebs oder HIV

Psychische Ursachen

  • Schicksalsschläge wie z.B. Tod eines Familienmitglieds oder eines Bekannten
  • Dauerhaft Stress im Privat- oder Berufsleben
  • Streitigkeiten und Konflikte in der Partnerschaft
  • Einsamkeit

Genetische Ursachen

  • Einfluss von Umweltfaktoren auf die Genetik
  • Erbliches Risiko eine Depression zu erleiden

Auch die Symptome einer Depression lassen sich in drei Kategorien einteilen. Eine einzelne Symptomatik lässt in den meisten Fällen noch nicht auf eine Erkrankung schließen. Sollten Sie jedoch mehrere dieser Anzeichen bei sich oder einem Angehörigen bemerken, kann dies auf eine Depression hindeuten. Professionelle Hilfe ist hier entscheidend.

Anzeichen im sozialen Verhalten

  • Isolierung; Rückzug aus der Familie oder dem Freundeskreis
  • Probleme in der Partnerschaft

Körperliche Anzeichen

  • Schlafstörungen und daraus resultierende Müdigkeit
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Appetitlosigkeit
  • Übermäßiger Genussmittelkonsum (v.a. Alkohol)
  • Verminderte Leistungsfähigkeit

Psychische Anzeichen

  • Geringes Selbstbewusstsein
  • Wenig Begeisterungsfähigkeit
  • Pessimismus
  • Vergesslichkeit
  • Gleichgültigkeitsgefühle

Natürliche Hilfe bei Depressionen

Bei einer Depression (wie auch bei depressiven Verstimmungen) ist die bestmögliche Versorgung mit allen Mikronährstoffen (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe etc.) dringend anzuraten. Ihr kommt eine immer wichtigere Rolle innerhalb der Therapie zu.

Obwohl für viele einzelne Mikronährstoffe positive Effekte auf die Stimmungslage bzw. Verbesserungen der Therapieerfolge nachgewiesen wurden, haben natürliche Mikronährstoffkombinationen deutlich besser bewährt als die Einnahme einzelner Stoffe. Dies erklären Experten mit der sich gegenseitig potenzierenden Wirkung der Stoffe. Beispielsweise hat eine Studie aus Amerika gezeigt, dass Vitamine aus Obst oder Gemüse zusammen mit den sekundären Pflanzenstoffen darin mehr als 200-mal stärker wirken als einzelne (isolierte) Vitamine2. Die eingesetzte Mikronährstoffergänzung sollte deshalb nicht nur alle Vitamine und Spurenelemente, sondern auch sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und L-Carnitin enthalten.

Omega-3-Fettsäuren gelten heute als wichtiger Bestandteil einer Therapie gegen Depression3. Es wird angenommen, dass ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren die Verbindung zwischen den psychischen Symptomen und den häufig begleitend auftretenden körperlichen Symptomen herstellt4.

Daneben haben natürliche Mikronährstoffe noch zahlreiche andere positive Effekte bei Depressionen. Man weiß heute , dass durch die vermehrte Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Cortisol der Stoffwechsel verändert und der Bedarf an Mikronährstoffen deutlich erhöht wird5. Die Einnahme von natürlichen Mikronährstoffen kann nachweislich die Stress-Toleranz verbessern und gleichzeitig körperliche Schäden verringern6.

Einen wichtigen Teil zur Therapie der Depression steuert L-Carnitin bei. Es reguliert die Ausschüttung der Neurotransmitter an den Nervenenden7 und macht so auch eine schulmedizinische medikamentöse Therapie von Depressionen erfolgreicher.

Auch B-Vitamine und Folsäure unterstützen erfolgreich eine medikamentöse Therapie der Depression. So zeigte eine Studie aus Boston bei 110 Patienten mit schweren Depressionen, dass die angewendeten Medikamente bei niedrigen Folsäurespiegeln im Blut deutlich schlechter wirken8.

Natürliche Mikronährstoffe sind zudem wichtig für den Schutz von Herz und Blutgefäßen depressiver Patienten. Mehrere Studien haben in den letzten Jahren herausgefunden, dass sich Depressionen und Herzerkrankungen gegenseitig bedingen. Amerikanische Wissenschaftler konnten in einer Langzeitstudie an fast 20.000 Männern und Frauen belegen, dass bei Herzkranken, die unter schweren Depressionen leiden, das Herzinfarkt-Risiko 17-mal höher liegt. Das Risiko von herzgesunden Menschen mit Depression, an einer Herzerkrankung zu sterben, ist 3-mal höher als bei Nichtdepressiven9.

Eine wichtige Rolle hierbei scheint der Spiegel der aggressiven Aminosäure Homocystein zu spielen. Ist der Spiegel zu hoch, steigt die Rate an Herz-Kreislauferkrankungen ebenso wie die Rate an Depressionen deutlich an. Auch hier hilft die zusätzliche Einnahme von natürlichen Mikronährstoffen, sowohl im Kampf gegen den Herzinfarkt als auch gegen die Depression10.

In der modernen Mikronährstofftherapie bevorzugt man heute als Basistherapie bei Depressionen eine physiologisch dosierte, natürliche Mikronährstoffmischung. Diese ist einzelnen Stoffen prinzipiell überlegen, ebenso wie den im Labor hergestellten künstlichen Vitaminmischungen. Der Grund sind neben der besseren Bioverfügbarkeit, die starken Synergieeffekte natürlicher Kombinationen, insbesondere durch die Anwesenheit sekundärer Pflanzenstoffe. Auch der Erfolg medikamentöser Therapien wird damit nachhaltig unterstützt.

Ein von vielen Fachleuten empfohlenes Produkt ist LaVita, ein natürliches und flüssiges Mikronährstoffkonzentrat aus 70 verschiedenen Lebensmitteln (Obst, Gemüse, Kräuter, Öle etc.). Es liefert alle wichtigen Mikronährstoffe, die der Körper täglich benötigt (hier erhalten Sie weitere Infos dazu). Mittlerweile weiß man auch, dass flüssige Mikronährstoffmischungen besser vom Körper aufgenommen werden als Pillen und Tabletten, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Dieses Produkt ist das einzige, für das stimmungsverbessernde Effekte in einer hochwertigen, international veröffentlichten Studie nachgewiesen wurden11, sowohl zur Unterstützung von Therapien, als auch in der Gesundheitsvorsorge.

Veränderungen im Lebensstil

Essen hat einen großen Einfluss auf unser seelisches Befinden, denn man kann die Produktion von Glückshormonen durch die Ernährung beeinflussen. Hier spielt der Eiweißbestandteil Tryptophan eine große Rolle. Der Körper kann Tryptophan nicht selbst herstellen, d. h. wir müssen es mit unserer Nahrung aufnehmen. Besonders tryptophanhaltig sind Nüsse, Samen und Keime (Cashewnüsse, Sonnenblumenkerne, Weizenkeime…) aber auch hochwertiges Kalbs- und Rindfleisch oder gelbe Käsesorten wie Emmentaler Käse. Damit Tryptophan in das Glückshormon Serotonin umgewandelt werden kann, werden zudem eine Reihe von Vitaminen (z. B. Vitamin B3 und andere B-Vitamine) und andere Mikronährstoffe benötigt.

Neben der Ernährung und der Versorgung mit Mikronährstoffen kommt auch dem allgemeinen Lebensstil eine Bedeutung im Kampf gegen die Depression zu. Ganz wichtig ist dabei regelmäßige, körperliche Bewegung. Depressive Menschen sind häufig körperlich inaktiv. Körperliche Aktivität kann von den depressiven Gedanken ablenken. Fitness und das Erlernen neuer Sportarten kann das Selbstbewusstsein steigern. Sport kann neue soziale Kontakte schaffen. Die Endorphinausschüttung kann auch die Konzentration antidepressiv wirksamer Botenstoffe anheben und das Stresshormon Kortison absenken.

Die Wirkung körperlicher Aktivität bei Depression ist inzwischen in Studien eindeutig belegt. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2009 kommt nach Analyse von 25 Studien zu dem Ergebnis, dass Sport die Symptome der Depression deutlich verbessert – sowohl bei Patienten mit etablierten Behandlungen als auch bei Unbehandelten. Aber Achtung: Diese guten Effekte erreichen Sie nur bei ausreichender Mikronährstoffzufuhr, da mehr Bewegung auch einen höheren Mikronährstoffbedarf nach sich zieht.

Auch Strategien zur Stressbewältigung sind wichtig. Dazu gehören die Entspannungsverfahren des autogenen Trainings oder die progressive Muskelentspannung nach Jacobson.

Hier noch ein besonderer Tipp: Lichthygiene ist für Depressive eine große Hilfe. So hilft es beispielsweise gegen Depressionen, abends keine Lichtquellen mit hohen Blauanteilen zu nutzen. Dazu gehören (leider) auch Bildschirme und Fernseher. Wenn Sie diese unbedingt nutzen wollen, dann könnte eine „Blue-Blocker-Brille“ mit orange getönten Gläsern hilfreich sein, die Blauanteile aus dem Licht filtert. Ebenso hilfreich ist eine allmorgendliche „Lichtdusche“ mit hellem weißem Licht für 15 Minuten. Ein entsprechendes Lichttherapiegerät erhält man im gut sortierten Elektrofachhandel.

Was Sie selbst tun können – Unsere Empfehlungen

Mikronährstoffe

  • Seien Sie sich bewusst, wie wichtig ein ausgeglichener Mikronährstoffhaushalt ist und verwenden Sie deshalb ein natürliches Mikronährstoffkonzentrat u.a. mit L-Carnitin, Coenzym Q10, sekundären Pflanzenstoffen und Kräuterextrakten. Das entspricht in der Zusammensetzung einer hochwertigen natürlichen Ernährung und führt neuesten Studien zufolge zu enormen Synergieeffekten und zu einer wirkungsvollen Erhöhung der Serotoninproduktion.
  • Mikronährstoffpräparate in Saftform kann der Körper deutlich besser und physiologischer verwerten als Pillen oder Pulver.
  • Studien zur Depression zeigen, dass zusätzlich zu einem hochwertigen Mikronährstoffkomplex die tägliche Einnahme von 150 mg Magnesiumcitrat zu guten Erfolgen führt.

Lebenseinstellung

  • Kein Mensch ist perfekt und auch Sie dürfen Fehler machen. Versuchen Sie Fehler zu nutzen, um etwas daraus zu lernen und es nächstes Mal besser zu machen.
  • Versuchen Sie immer die positive Seite einer schwierigen Situation zu sehen (soweit dies realistisch ist).
  • Bringen Sie Rhythmus und feste Strukturen in Ihr Leben. Essen Sie immer zu einer bestimmten Zeit, gehen Sie immer zu einer festgelegten Zeit zum Sport, zu Bett etc.
  • Akzeptieren Sie Ihre eigenen Grenzen und die der Anderen.
  • Pflegen Sie Ihre Partnerschaft und Ihre Freundschaften. Der „Arbeitsaufwand“ hierfür eine gute Investition.
  • Verschwenden Sie Ihre Energie nicht mit Dingen oder Vorhaben, auf die Sie der Erfahrung nach keinen Einfluss haben.
  • Wenn Sie an Ihre Grenzen gelangen, setzen Sie sich Prioritäten, machen Sie sich einen schriftlichen Plan, um Ihre Zeit optimal zu nutzen und für sich auch Erholungszeit einzuplanen.

Essen und Trinken

  • Essen Sie auch in längeren Stressperioden regelmäßig. Ernähren Sie sich gesund (regelmäßig Gemüse, Obst, oft Fisch, nur hochwertige Pflanzenöl etc.) und abwechslungsreich.
  • Nehmen Sie zudem täglich ein hochwertiges komplexes Mikronährstoffkonzentrat, das auch Omega-3-Fettsäuren enthält.
  • Trinken (Alkohol) und rauchen Sie nur wenig oder gar nicht, besonders aber sollten Sie darauf achten, dass es in Stresssituationen nicht mehr wird.

Bewegung und Entspannung

  • Sorgen Sie für regelmäßigen körperlichen Ausgleich - Spaziergänge, Sport, Gymnastik. Gehen Sie jeden Tag vor die Tür und bewegen Sie sich möglichst viel an der frischen Luft.
  • Schlafen Sie genügend um erfrischt aufzustehen.
  • Wenn Sie sich angespannt fühlen, versuchen Sie sich bewusst zu entspannen (z. B. auch mit einem gelernten Entspannungsverfahren). Bitte nehmen Sie sich die Zeit dafür.
  • Unternehmen Sie jede Woche mehrfach etwas, was Ihnen Freude macht. Wenn Ihnen wenig dazu einfällt, machen Sie eine Liste mit Aktivitäten, die Ihnen bisher Freude gemacht haben und versuchen Sie, diese zu Hilfe zu nehmen.

Weitergehende Informationen und Bücher zum Thema

Im Internet finden Sie weitere umfangreiche und hochinteressante Informationen unter:
Deutsche Depressionshilfe - Bundesweites Netzwerk zur Optimierung von Versorgung und Erforschung depressiver Erkrankungen – der Internetservice bietet sehr viele gute Infos, u.a. Adressenlisten von Kliniken und Selbsthilfegruppen für Betroffene und Angehörige sowie einen Selbsttest.

Buchempfehlungen:

Stress-Intelligenz Stress besser meistern, Lebensenergie gewinnen Prof. Christoph Bamberger, Knaur 2009, ISBN: 978-3-426-78478-5

Die Neue Medizin der Emotionen - Stress, Angst, Depression - Gesund werden ohne Medikamente David Servan-Schreiber, Goldmann-Verlag 2006, ISBN: 978-3-442-15353-4

Quellen anzeigen

1 Psychiatrische Praxis, Bd. 36, S. 258, 2009, zitiert nach SZ, 26. Januar 2010, S. 16
2 Eberhardt M.V., Lee C.Y., Liu R.H.: Antioxidant activity of fresh apples. Nature. 2000 (405): S. 903-904
3 Su K.P.: Biological mechanism of antidepressant effect of omega-3 fatty acids: how does fish oil act as a ‚mind-body interface‘? Neurosignals. 2009; 17(2): S. 144-152.
4 Su K.P.: Mind-body interface: the role of n-3 fatty acids in psychoneuroimmunology, somatic presentation, and medical illness comorbidity of depression. Asia Pac J Clin Nutr. 2008 (17) Suppl 1: S. 151-157
5 Ghosh A.K., Joshi S.R.: Disorders of calcium, phosphorus and magnesium metabolism. J Assoc Physicians India. 2008 (56): S. 613-621
6 Schlebusch L. et al.: The effects of an oral multivitamin mineral combination on stress. S Afr Med J. 2000 (12): S. 1216-1223
7 Tempesta E. et al.: Stereospecific effects of acetylcarnitine on the spontaneous activity of brainstem neurones and their responses to acetylcholine and serotonin. Neu-ropharmacology. 1985 (1): S. 43-50
8 Papakostas G.I. et al.: The relationship between serum folate, vitamin B12, and homocysteine levels in major depressive disorders and the timing of improvement. Int J Neuropsychopharmacol 2005 (4): S. 523-528
9 Surtees P.G. et al.: Depression and Ischemic Heart Disease Mortality: Evidence from the EPIC-Norfolk United Kingdom Prospective Cohort Study. Am J Psychiatry 2008;(165): S. 515-523
10 Wolters M. et al.: B vitamin status and concentrations of homocysteine and methylmalonic acid in elderly German women. Am J Clin Nutr 2003 (78): S. 765-772
11 Muss C., Mosgoeller W., Endler T.: Mood improving Potential of a Vitamin Trace Element Composition--A randomized, double blind, placebo controlled clinical study with healthy volunteers. Neuro Endocrinol Lett. 2016;(1): S. 18-28