Chemotherapie – Unterstützung in einer schweren Zeit

Der Begriff Chemotherapie bezeichnet die medikamentöse Behandlung von Erkrankungen mit chemischen Arzneimitteln und wird meist als Synonym für die Krebstherapie verwendet. Die klassische Krebstherapie, bestehend aus Operation, Chemo- und/oder Strahlentherapie, ist für Patienten oft sehr belastend, da auch gesunde Körperzellen angegriffen werden. Deshalb sind viele Betroffene auf der Suche nach unterstützenden Therapien. Dieser Artikel soll natürliche Unterstützungsmethoden erläutern und geht speziell auf die Erkenntnisse der natürlichen Mikronährstofftherapie ein.

Folgen und Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen einer Chemotherapie sind abhängig von der Art der Therapie und der individuellen Verträglichkeit. Die einzelnen Begleiterscheinungen treten unabhängig voneinander auf und können ganz ausbleiben oder in verschiedener Stärke eintreten. Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen, Erschöpfung, Haarausfall, Schleimhautentzündungen und Blutbildveränderungen. Dabei sind akute Veränderungen des Blutbildes kurzfristig gesehen sicher die gefährlichsten Nebenwirkungen:

  • Es werden nicht mehr genug Abwehrzellen (die weißen Blutzellen, also Leukozyten und Lymphozyten) gebildet. Die körpereigene Abwehr von Krebszellen erlahmt oder wird ganz aufgehoben. Das Auftreten von Infektionen wird wegen des geschwächten Immunsystems begünstigt.
  • Der Abfall der Blutplättchen (Thrombozyten) vermindert die Gerinnungsfähigkeit des Blutes. Es kann zu Blutungen in Organen (Magen, Darm, Nieren) oder der Haut kommen. Bei Verletzungen drohen Blutungen oder Blutergüsse. Entzündungen werden begünstigt.
  • Die Zahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) sinkt ebenfalls ab. Da diese den Sauerstoff aus der Lunge in den ganzen Körper transportieren, können Atemnot, Müdigkeit und Erschöpfung die Folge sein.

Während diese Nebenwirkungen meist mit dem Absetzen der Chemotherapie verschwinden, kann es unter Umständen zu einer irreversiblen Herzmuskel- und Nervenschädigung sowie zu Unfruchtbarkeit kommen.

Eine häufige Folge einer Chemotherapie ist auch das sogenannte Fatigue-Syndrom. Unter Fatigue (französischer Begriff für „Erschöpfung“) versteht man einen Zustand mit ausgeprägter Müdigkeit, schwindenden Energiereserven oder erhöhtem Ruhebedürfnis.

Nebenwirkungen auf natürliche Weise lindern

Bei Tumorpatienten ist der Bedarf an Mikronährstoffen (Vitamine, Mineralien, Spurenelemente sekundäre Pflanzenstoffe etc.) krankheits- und therapiebedingt stark erhöht und kann auch durch eine vollwertige Kost nicht mehr gesichert werden. In der Phase der Chemotherapie ist eine ausgewogene Ernährung aufgrund der Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen praktisch unmöglich. Schleimhautschäden durch die Therapie beeinträchtigen zudem die Aufnahme von Mikronährstoffen und verursachen zusätzlich teils erhebliche Mikronährstoffverluste.

Im Gegensatz zu gesunden Menschen sind bei Tumorpatienten schon bei der Diagnosestellung und weit vor dem Auftreten klinisch relevanter Mangelsymptome erniedrigte Konzentrationen zahlreicher Mikronährstoffe (z.B. Selen, Vitamin B12, Vitamin C, Vitamin D, Vitamin E) im Blut nachweisbar1, 2. Zusätzliche Mikronährstoffe sind deshalb vor, während und nach einer Chemotherapie dringend anzuraten.

Das ist vorab wichtig zu wissen: Viele Krebsärzte betrachten die Einnahme von Vitaminen und anderen Mikronährstoffen noch immer skeptisch oder raten sogar davon ab. Dies rührt vor allem von veralteten Vorstellungen über die Wirkmechanismen der Chemotherapie her. Lange Zeit glaubte man, eine Chemotherapie wirke hauptsächlich über die vermehrte Produktion von (aggressiven) freien Radikalen. Da ja bekanntlich Mikronährstoffe auch freie Radikale bekämpfen, wäre die gleichzeitige Einnahme dann tatsächlich wenig sinnvoll. Heute wissen wir aber sehr genau, dass beide Annahmen falsch sind:

  • Die Hauptmechanismen, mit denen Zytostatika die Tumorzellen bekämpfen, haben nichts mit der Bildung von freien Radikalen zu tun3.
  • Es gibt deutliche Hinweise aus zahlreichen Studien, dass zusätzliche Mikronährstoffe während der Chemotherapie für die Patienten erhebliche Vorteile bringen4.

Eines der größten Probleme vieler Patienten während der Chemotherapie ist die Mangelernährung. Bei Tumorerkrankungen werden Therapieerfolg und Heilungsprozess maßgeblich vom Ernährungsstatus beeinflusst. So zählt die Mangelernährung zu den häufigsten Todesursachen bei Krebspatienten5. Die Mangelernährung wird durch verschiedene Faktoren begünstigt: Dazu zählen der hohe Verbrauch des Tumors selbst und die zahlreichen, oben aufgeführten Nebenwirkungen der Chemotherapie.

Der Ausgleich dieser Mängel durch eine breit gefächerte, möglichst natürliche Mikronährstoffkombination führt zu weniger Nebenwirkungen6, zu einer höheren Überlebensrate der Patienten7 und zu einem besseren Ansprechen der Chemotherapie8.

Des Weiteren müssen auch die Einflüsse der Zytostatika auf den Mikronährstoffhaushalt mit einbezogen werden. So führt beispielsweise der Einsatz verschiedener Zytostatika zu einer vermehrten Ausscheidung von Magnesium, Kalium und L-Carnitin mit akuten Mangelzuständen dieser Mikronährstoffe und entsprechenden Folgen wie beispielsweise häufig einem Müdigkeitssyndrom.

Zusätzliche Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E, natürliche Carotinoide und Flavonoide oder Selen agieren nicht nur als Radikalfänger und schützen dadurch die gesunden Körperzellen, sie haben auch sonst zahlreiche wichtige Funktionen: Zum einen wirken sie sich positiv auf das Immunsystem aus, fördern den programmierten Zelltod der Krebszellen (Apoptose) und haben wesentliche Aufgaben bei der Regulation des Zellwachstums9.

Ein guter, zusätzlich eingenommener Mikronährstoffkomplex enthält daher nicht nur alle Vitamine und Spurenelemente, sondern auch Omega-3-Fettsäuren, sekundäre Pflanzenstoffe, Coenzym Q10 und L-Carnitin. Die beiden letztgenannten haben in Studien zur Behandlung des Müdigkeitssyndroms nach einer Chemotherapie besonders zu überzeugen gewusst.

So gelten heute Coenzym Q10 und L-Carnitin als die beiden wichtigsten Mikronährstoffe für die Energieherstellung in unserem Körper. Coenzym Q10 schützt dazu unsere Zellkraftwerke, die Mitochondrien, und hilft bei deren Regeneration, wenn sie durch eine Chemotherapie geschädigt wurden10. L-Carnitin ist neben einer Verbesserung der Energieproduktion auch für die Steuerung der Ausschüttung von Neurotransmittern (Nervenbotenstoffen) zuständig und hilft so, die gefährdeten Nerven zu schützen11.

Zunehmend mehr lernen wir heute über die Bedeutung von sekundären Pflanzenstoffen. Diese, nur in natürlichen Mikronährstoffkomplexen vorkommenden Substanzen, sind zum einen für den Schutz der Mitochondrien zuständig12, zum anderen können sie auch die Neubildung der Zellkraftwerke anregen. In einer amerikanischen Studie wurde beispielweise untersucht, welchen Einfluss die zusätzliche Gabe des in Äpfeln, Zwiebeln oder Tomaten vorkommenden Quercitin auf die Neubildung von Mitochondrien bei jungen untrainierten Männern hat. Im Vergleich zur Placebo-Gruppe konnte schon nach zwei Wochen ein Anstieg der Mitochondrienzahl festgestellt werden13. Dazu kommt noch der sehr wichtig Effekt, dass zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe die Wirksamkeit einer Chemotherapie verstärken, indem sie resistente Krebszellen wieder empfindlicher für die Chemotherapie machen14.

Insgesamt betrachtet haben sich natürliche Mikronährstoffkombinationen deutlich besser bewährt als einzelne Mikronährstoffe. So hat eine Studie aus Amerika gezeigt, dass Vitamine aus Obst oder Gemüse zusammen mit den sekundären Pflanzenstoffen darin mehr als 200-mal stärker schützend wirken als einzelne Vitamine15.

In der modernen Mikronährstofftherapie bevorzugt man deswegen bei einer Chemotherapie eine moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischung. Diese erlaubt es, alle oben genannten Vorteile zu vereinen, alle Zellen werden optimal versorgt und Körper und Geist können wieder besser regulieren. Nehmen Sie also zunächst einen natürlichen Mikronährstoffkomplex mit allen Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen, Omega-3-Fettsäuren und vielen sekundären Pflanzenstoffen. Wichtig dabei ist, dass dieser Mikronährstoffkomplex aus möglichst vielen verschiedenen Lebensmitteln hergestellt wurde. Dadurch erhalten Sie auf jeden Fall eine deutliche Verstärkung der Wirkung, da es nur bei den Kombinationen der Natur zu sehr starken Synergieeffekten kommt.

Von vielen Fachleute empfohlen werden natürliche flüssige Vitalstoffkonzentrate - diese werden besser vom Körper aufgenommen als Pillen oder Tabletten, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern Sie alle Mikronährstoffe die der Körper täglich benötigt (Hier erhalten Sie eine Übersicht empfohlener Präparate).

Veränderungen im Lebensstil

Neben der gesunden Ernährung und der Versorgung mit Mikronährstoffen kommt auch dem allgemeinen Lebensstil eine große Bedeutung im Kampf gegen die Nebenwirkungen einer Chemotherapie zu. Ganz wichtig ist dabei die regelmäßige körperliche Bewegung an der frischen Luft. Patienten sind während der Chemotherapie häufig erschöpft und körperlich inaktiv. Körperliche Aktivität ist jedoch wichtig, um das Immunsystem zu stabilisieren, hilft Schmerzen zu reduzieren und trägt zur besseren Versorgung der Zellen mit Sauerstoff bei. Schließlich gibt es viele Untersuchungen, die den positiven Einfluss von Bewegung auf die psychische Situation von Krebspatienten belegen. Zudem gibt es nur ganz wenige Situationen, in denen Bewegung tatsächlich schaden kann17.

Wenn Sie Sport treiben wollen, sollten Ausdauersportarten wie Walken, Joggen, Radfahren oder Schwimmen im Vordergrund stehen. Achten Sie auch auf eine langsame Belastungssteigerung um ein körperliches Erschöpfen zu vermeiden. Und noch etwas ist zu beachten: diese guten Effekte des Sports erreichen Sie nur bei ausreichender Mikronährstoffzufuhr, da mehr Bewegung auch einen höheren Mikronährstoffbedarf nach sich zieht. .

Was Sie selbst tun können – Unsere Empfehlungen

Essen und Trinken

  • Trinken Sie genügend Wasser. Mindestens 2 Liter am Tag sollten es sein. Wasser ist wichtig für die Entgiftung und die Funktion des Immunsystems.
  • Ernähren Sie sich gesund (regelmäßig Gemüse, Obst, oft Fisch etc.) und abwechslungsreich.
  • Reduzieren Sie den Anteil von Kohlenhydraten in der täglichen Ernährung.
  • Verwenden Sie mehrmals in der Woche hochwertige, kaltgepresste Pflanzenöle und frische Kräuter.

Mikronährstoffe

  • Nehmen Sie täglich einen biologischen Mikronährstoffkomplex mit natürlichen Antioxidantien und L-Carnitin, um die optimale Zellversorgung mit allen Mikronährstoffen sicher zu stellen.
  • Am besten nehmen Sie ein Produkt in flüssiger Form und hergestellt aus natürlichen Lebensmitteln, da nur dadurch die Versorgung mit den so wichtigen sekundären Pflanzenstoffen gewährleistet und eine optimale Aufnahme im Organismus gesichert ist.
  • Von vielen Fachleute empfohlen werden natürliche flüssige Vitalstoffkonzentrate - diese werden besser vom Körper aufgenommen als Pillen oder Tabletten, da durch die flüssige Form die Nährstoffe bereits über die Schleimhäute resorbiert werden. Zudem liefern Sie alle Mikronährstoffe die der Körper täglich benötigt (Hier erhalten Sie eine Übersicht empfohlener Präparate).

Bewegung und Entspannung

  • Sorgen Sie für regelmäßigen körperlichen Ausgleich, Spaziergänge, Ausdauersport, Gymnastik. Gehen Sie jeden Tag vor die Tür und bewegen Sie sich möglichst viel an der frischen Luft.
  • Schlafen Sie genügend um Erholung und Regeneration zu fördern.

Lebenseinstellung

  • Informieren Sie sich über Ihre Krankheit und über die Therapiemöglichkeiten. Wirken Sie aktiv an den Entscheidungsprozessen mit – es geht schließlich um Ihre Gesundheit.
  • Machen Sie sich psychisch stark. Selbstbewusstsein und eine gute, psychische Verfassung erleichtern Ihnen die Chemotherapie signifikant.

Weitergehende Informationen und Bücher zum Thema:

Krebszellen mögen keine Himbeeren Ein wunderbar motivierendes Buch zu gesunder Ernährung bei Krebs - Prof. Dr. med. Richard Béliveau Goldmann 2007 Preis: 21,99 ISBN-10: 9783466345021

Das Antikrebs-Buch: Was uns schützt: Vorbeugen und Nachsorgen mit natürlichen Mitteln - David Servan-Schreiber Goldmann Verlag (2010) Preis: 9,95 ISBN-10: 9783442155583

Quellen anzeigen

1 Burney P.G. et al.: Serologic precursors of Cancer: serum micronutrients and the subsequent risk of pancreatic cancer. Am J Clin Nutr 1989 (4): S. 895-900
2 Wright M.E. et al.: Supplemental and dietary vitamin E intakes and the risk of prostate cancer in a large prospective study. Cancer Epidemiol Biomarkers 2007 (6): S. 1128-1135
3 Gröber U.: Antioxidants and other micronutrients in complementary oncology. Breast Care 2009 (1). S. 13-20
4 Block K.I. et al.: Impact of antioxidant supplementation on chemotherapeutic efficacy: a systematic review of the evidence from randomized controlled trials. Cancer Treat Rev. 2007(5): S.407-418
5 Zürcher G.: Mangelernährung bei onkologischen Patienten. In: Biesalski K. et al (Hrsg.): Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe. Thieme Verlag Stuttgart 2002
6 Ghosh A.K., Joshi S.R.: Disorders of calcium, phosphorus and magnesium metabolism. J Assoc Physicians India. 2008 (56): S. 613-621
7 Gröber U.: Antioxidantien und andere Mikronährstoffe in der komplementären Onkologie. D Zeitschr Onkolog 2009 (41): S. 172-176
8 Dewys W.D. et al.: Prognostic effects of weight loss prior to chemotherapy in cancer patients. Am J Med 1980 (4): S. 491-497
9 Prasad K.N.: Antioxidants in Cancer Care: when and how to use them as an adjunct to standard and experimental therapies. Exp Rev Anticancer Ther 2003 (6): S. 903-915
10 Bains W.: Treating Chronic Fatigue states as a disease of the regulation of energy metabolism. Med Hypotheses. 2008 (4): S. 481-488
11 Nicolson G.L. et al.: Reversing mitochondrial dysfunction, fatigue and the adverse effects of chemotherapy of metastatic disease by molecular replacement therapy. Clin Exp Metastasis. 2008 (2): S. 161-169
12 Tempesta E. et al.: Stereospecific effects of acetylcarnitine on the spontaneous activity of brainstem neurones and their responses to acetylcholine and serotonin. Neu-ropharmacology. 1985 (1): S. 43-50
13 Gupta A. et al.: Curcumin, a polyphenolic antioxidant, attenuates chronic fatigue syndrome in murine water immersion stress model. Immunobiology. 2009 (1): S. 33-39
14 Nieman D.C. et al.: Quercetin´s influence on exercise performance and muscle mitochondrial biogenesis. Med Sci Sports Exerc. 2010(2): S. 338-45.
15 Mei Y. et al.: Reversal of cancer multidrug resistance by green tea polyphenols. J Pharm Pharmacol. 2004(10): s. 1307-1314
16 Eberhardt M.V., Lee C.Y., Liu R.H.: Antioxidant activity of fresh apples. Nature. 2000 (405): S. 903-904
17 Dimeo FC et al. 2008. Körperliche Aktivität und Sport bei Krebspatienten. Der Onkologe 14(1): S. 31-37.