Anämie – Wenn es an Eisen mangelt

Bei einer Anämie (Blutarmut) sind im Blut zu wenig rote Blutkörperchen (Erythrozyten) enthalten. Da diese Erythrozyten den Sauerstoff von der Lunge über das Blut zu den Organen und Geweben transportieren, führt ihr Mangel zu einer unzureichenden Sauerstoffversorgung des Körpers. Am häufigsten ist dabei die Eisenmangelanämie, für die es zahlreiche Gründe geben kann. Viele Patienten suchen nach neuen Therapieverfahren anstelle der klassischen Behandlung mit Eisenpräparaten, da diese oftmals schlecht vertragen werden und dazu nicht anhaltend wirksam sind. Dieser wissenschaftlich fundierte Artikel erläutert Ihnen alternative Konzepte und geht explizit auf die Erkenntnisse der revolutionären Mikronährstofftherapie ein.

Drei Viertel aller Betroffenen sind weiblich

Bei den meisten Anämien handelt es sich um eine erworbene und somit nicht angeborene Blutarmut. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Jeder stärkere Blutverlust, sei es durch Verletzungen, starke Menstruationsblutungen oder eine Geburt, kann zu einem Eisenmangel führen. In Europa ist die Eisenmangelanämie mit 80 Prozent der Fälle die am häufigsten vorkommende Form der Blutarmut. In über 75 Prozent der Fälle sind Frauen von dieser Form der Anämie betroffen. Besonders Frauen im gebärfähigen Alter weisen einen Mangel an Eisen auf, da Sie aufgrund der Monatsblutung immer wieder Blut und somit auch Eisen verlieren1. Des Weiteren können Hormonstörungen, Tumorerkrankungen oder chronische Entzündungen zu Anämien führen.

Menschen mit Anämie sind meist blass und leiden an Kurzatmigkeit, Herzklopfen oder Müdigkeit. Nicht selten gehören auch Antriebsschwäche, eine schnelle Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen oder Schwindel zu den Symptomen einer Blutarmut.

Mikronährstofftherapie

In einer der größten zum Thema Anämie durchgeführten Studien, wurde der Einfluss der Ernährung auf die Entwicklung dieser Krankheit untersucht (Women’s Health Study). Erstaunlicherweise hat sich dabei herausgestellt, dass bei der Entstehung einer Anämie nicht nur Eisen eine große Rolle spielt, sondern mehrere Nährstoffe daran beteiligt sind, welche im Folgenden erläutert werden.

Zum Thema „Eisen“ sollte man allerdings zwei wichtige Dinge wissen: Vitamin C verbessert im Körper die Aufnahmefähigkeit für Eisen und beschleunigt die Bildung von Erythrozyten. Achten Sie also darauf, Eisen immer in Kombination mit Vitamin C einzunehmen, da nur so eine optimale Aufnahme des Mikronährstoffs Eisen gewährleistet ist2. Das zweite, was man wissen sollte ist, dass ein Eisenmangel auch schon Symptome hervorrufen kann, obwohl noch keine Anämie nachweisbar ist.

Anämien treten vermehrt auf, wenn mit der Nahrung zu wenig Kalorien und zu wenig hochwertige Eiweiße zugeführt werden oder bei weitgehendem Verzicht auf Fleisch. Das nur in tierischen Nahrungsmitteln vorkommende Vitamin B12 ist wichtig, da es für die Blutbildung ebenso wichtig ist, wie Eisen3.

Direkt an der Blutbildung im Knochenmark beteiligt ist die Folsäure (Vitamin B9). Dieser temperaturempfindliche Mikronährstoff wird jedoch rasch beim Dämpfen von Gemüse zerstört. Deshalb ist es wichtig, Folsäure vor allem auch über frische Lebensmittel oder natürliche Nahrungsergänzungsmittel zu konsumieren.

Ein Mangel an Vitamin-B6 wiederum beeinträchtigt die normale Bildung der Erythrozyten und kann dadurch eine Anämie verursachen. Wie bereits erwähnt sind rote Blutkörperchen enorm wichtig, um den Sauerstoff über das Blut zu den verschieden Orangen und Geweben zu transportieren. Erwähnenswert ist hierbei, dass sich die B-Vitamine gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken und somit eine Einnahme eines B-Komplexes sinnvoll ist4.

Auch Kupfer ist ein wichtiger Baustein, um eine Blutarmut zu vermeiden. Kupfer ist essentiell für die Herstellung des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin und somit bedeutend für den Sauerstofftransport,für Konzentration und Leistungsfähigkeit5.

Handlungsempfehlungen - Was Sie selbst tun können

Essen und Trinken

  • Stellen Sie Ihre Essgewohnheiten so um, dass Sie durch die Nahrung genügend Eisen aufnehmen. Fleisch, Fisch, Geflügel und Nüsse enthält viel Eisen. Einmal in der Woche hochwertiges Fleisch und zweimal in der Woche Fisch wären sinnvoll.
  • Das im Fleisch vorkommende Eisen ist besser aufzunehmen, als das in pflanzlichen Lebensmitteln. Trotzdem gibt es auch zahlreiche sinnvolle pflanzliche Lebensmittel. Hier sind vor allem Kräuter und Gewürze zu nennen. Petersilie beispielsweise enthält reichlich Eisen und Vitamin C. Durch das Vitamin C kann der Körper das pflanzliche Eisen besser aufnehmen.
  • Milch, Kaffee und schwarzer Tee behindern die Eisenaufnahme. Deshalb davon nur wenig trinken. Trinken Sie besser einfach stilles Wasser.

Mikronährstoffe

  • Nehmen Sie täglich einen biologischen Mikronährstoffkomplex mit Eisen und Vitamin C, um die optimale Zellversorgung mit allen Mikronährstoffen sicher zu stellen.
  • Ideal ist es natürlichen, wenn zusätzlich alle B-Vitamine und auch Spurenelemente wie Zink und Kupfer enthalten sind.
  • Am besten nehmen Sie ein Produkt in flüssiger Form, hergestellt aus natürlichen Lebensmitteln, da nur dadurch die Versorgung mit den so wichtigen Vitaminen und Mineralien gewährleistet und eine optimale Aufnahme im Organismus gesichert ist.

Quellen anzeigen

1 Thomson C.A. et al.: Nutrient intake and anemia risk in the Women’s Health Initiative Observational Study. J AM Diet Assoc. 2011(111): S. 532-541
2 Ajayi O.A. et al.: Effect of ascorbic acid supplementation on haematological response and ascorbic acid status of young female adults. Ann Nutr Metab 1990 (24): S. 32 Andersson N, Hurrell RF. Prevention of iron deficiency in infancy, childhood and adolescence, Ann Nestlé (Engl.) 2010; 68:120 -131.
3 Dazz H. Megaloblastäre Anämien, Vitamin B12 und Folsäuremangel und die Homocysteine Connection. Schweiz Med Forum 2005;5:431 -437.
4 Van der Dijs F.P.: et. Al.: Optimization of folic acid, vitamin B(12) and vitamin B(6) supplements in paediatric patients with sickle cell disease. Am J Hematol. 2002 (4): S. 239-246.
5 Halfdanarson TR et al. Hematological manifestations of copper deficiency: a retrospective review. Eur J Haematol 2008;80:523-531.