Bluthochdruck – Hilfe ohne Medikamente

Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) ist ein gefährliches Krankheitsbild, bei dem der Blutdruck des arteriellen Gefäßsystems chronisch erhöht ist. Die klassische Schulmedizin bevorzugt eine medikamentöse Therapie, die leider sehr häufig nicht den gewünschten Effekt erzielt. Dieser wissenschaftlich fundierte Artikel erläutert alternative Therapien und geht speziell auf die Erkenntnisse der revolutionären Mikronährstofftherapie ein.

Bluthochdruck in Deutschland

Nach Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gilt ein systolischer Blutdruck („oberer Wert“) höher als 140 mmHg oder ein diastolischer Blutdruck („unterer Wert“) größer als 90 mmHg als Bluthochdruck. Tückisch ist, dass er nur selten erkennbare Symptome hervorruft. In Mitteleuropa hat etwa jeder Fünfte deutlich erhöhte Blutdruckwerte über 160 mmHg. Diese Zahl steigt mit dem Alter weiter an. Deutschland liegt bei der Bluthochdruckhäufigkeit und der Anzahl der Schlaganfall-Toten als Folge von Bluthochdruck an der Spitze in Europa1. Trotz dieser „Spitzenstellung“ hinken wir in der Therapie hinterher. Nur jeder zweite Deutsche mit erhöhtem Blutdruck erhält eine vernünftige Behandlung. Alle Fachgesellschaften empfehlen zunächst eine Basistherapie ohne chemische Medikamente.

Grundlage jeder erfolgreichen Therapie ist deshalb eine Anpassung bzw. Veränderung der Ernährung und des Lebensstils2. Das gilt gleichermaßen für Patienten vor Beginn einer medikamentösen Therapie und für solche, die bereits medikamentös behandelt werden. Dazu gibt es weitere einfache naturheilkundlich basierte Maßnahmen, die sich sehr positiv auf Ihren Bluthochdruck auswirken und nun im Folgenden vorgestellt werden.

Mikronährstofftherapie

Die zusätzliche Einnahme von Mikronährstoffen (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe etc.) gilt bei Herz-Kreislauferkrankungen heute als wichtige Option. Dafür sprechen unzählige Studien, auf die wir uns im Folgenden beziehen werden. So hat sich gezeigt, dass natürliche Mikronährstoffkonzentrate zu deutlich besseren Ergebnissen führen als einzelne Mikronährstoffe. Eine Erklärung dafür liefert das Ergebnis einer amerikanischen Studie: Antioxidantien im Mix – so wie sie in Obst und Gemüse natürlich vorkommen – wirken mehr als 200-mal stärker als einzelne Vitamine3.

Erst kürzlich konnte von einer japanischer Forschungsgruppe nachgewiesen werden, dass gerade bei übergewichtigen Menschen die vermehrte Bildung von freien Radikalen zur Entstehung von Bluthochdruck beiträgt4. Eine gute Versorgung mit natürlichen Mikronährstoffen macht die freien Radikale unschädlich und verbessert so auch den Schutz der Blutgefäße.

Zusätzlich sind natürliche, antioxidativ wirksame Mikronährstoffe (Antioxidantien) auch für die Funktion der Blutgefäße wichtig. Es ist schon länger bekannt, dass zusätzliche Antioxidantien die Bereitstellung von Stickoxid in den Blutgefäßen verbessert, was die Blutgefäße entspannt und den Blutdruck senkt5. Eindeutig blutdrucksenkend wirkt auch Magnesium. Es entspannt die Blutgefäße und verbessert die Stress-Resistenz des Körpers6.

Omega-3-Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen gelten heute als wichtiger Bestandteil einer Therapie bei Bluthochdruck. Es konnte gezeigt werden, dass eine regelmäßige zusätzliche Einnahme von niedrig dosierten Omega-3-Fettsäuren den Blutdruck senkt, die oxidativen Schäden am Gewebe reduziert und auch das Cholesterin-Profil im Blut verbessert7.

Ebenso wichtig ist Coenzym Q10. Über den Mechanismus der vermehrten Stickoxid-Produktion in den Blutgefäßen scheint Coenzym Q10 die Blutgefäße zu entspannen und so den Blutdruck zu senken8. Zusätzlich verhindert es die gefährliche Oxidation des „schlechten Cholesterins“ (LDL), verbessert die Funktion der Blutgefäße und stärkt die Herzkraft9. Coenzym Q10 sollte heute in einem Mikronährstoffpräparat zur Blutdrucksenkung neben Omega-3-Fettsäuren auf jeden Fall enthalten sein10.

In der modernen Mikronährstofftherapie bevorzugt man heute als Basistherapie bei Bluthochdruck eine moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischung, die den Körper mit allen Mikronährstoffen versorgt. Diese erlaubt es, alle oben genannten Vorteile zu vereinen, da es bei den Kombinationen der Natur zu sehr starken Synergieeffekten kommt.

Ernährungshinweise

Ebenso wie die Mikronährstoffe spielt die Ernährungstherapie bei Bluthochdruck eine große Rolle. Studien zeigen, dass gerade ein hoher Anteil von Obst und Gemüse sehr stark blutdrucksenkend wirkt. Ein vermehrter Konsum von Obst, Gemüse und Fisch sowie die Reduktion von gesättigten Fettsäuren (vor allem in tierischen Fetten) ist ein weiteres effektives Mittel, um eine Blutdrucksenkung von bis zu 14 mmHg zu bewirken11. Dabei hängt der Erfolg davon ab, ob man diese Ernährungsgewohnheiten dauerhaft beibehalten kann.

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Ernährung von Patienten mit hohem Blutdruck ist die Verminderung von Kochsalz in den Mahlzeiten. Eine Reduktion des täglichen Konsums auf unter sechs Gramm kann eine Senkung des Blutdrucks von bis zu 8 mmHg bewirken, in Kombination mit anderen Maßnahmen sogar noch mehr. Zwar spricht nur etwa jeder Dritte Hypertoniker auf die Kochsalzreduktion direkt an, doch hat diese Maßnahme weitere Vorteile – auch bei Patienten, die nicht direkt darauf ansprechen. So wird beispielsweise die Wirkung von blutdrucksenkenden Mitteln durch eine solche Reduktion verstärkt12.

Ersetzen Sie das Salz in der Küche am besten durch Kräuter. Verwenden Sie möglichst oft frische Kräuter bei der Zubereitung von Speisen. Ihr hoher Gehalt an Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen ist für die Funktion der Blutgefäße und des Herzens sehr wichtig.

Essen Sie insgesamt etwas weniger Kohlenhydrate, also weniger weißes Brot, weniger Nudeln und Reis, dafür etwas mehr Gemüse und Obst. Zu viele Kohlenhydrate fördern Entzündungen genauso wie die Entstehung von Übergewicht und Diabetes.

So sollte Ihr Teller in Zukunft aussehen:

1/4 der Portion mageres Fleisch oder Fisch,1/4 Beilagen wie Nudeln, Reis oder Kartoffeln, der Rest sollte Gemüse oder Salat sein.

Veränderungen im Lebensstil

Neben der Ernährung und der Versorgung mit Mikronährstoffen kommt zusätzlich dem allgemeinen Lebensstil eine große Bedeutung bei der Entstehung und bei der Behandlung des Bluthochdruckes zu. Etwa 78 Prozent aller Bluthochdruck-Erkrankungen könnten durch einen gesunden Lebensstil verhindert werden. Wie die zweite Nurses’ Health Study mit etwa 84.000 Frauen zeigte, gehen drei von vier Bluthochdruck-Erkrankungen auf diese sechs Ursachen zurück13:

  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht (Adipositas)
  • ungesunde Ernährung
  • regelmäßiger Alkoholkonsum
  • die Einnahme von nicht-steroidalen Analgetika (NSAR) (Entzündungshemmer)
  • Folsäuremangel

Ganz wichtig ist dabei die regelmäßige körperliche Bewegung. Diese senkt schon bei geringer Intensität den Blutdruck um 4-9 mmHg. So wurde im japanischen Osaka an über 6.000 Männern der Einfluss des Fußwegs zur Arbeit auf den Blutdruck untersucht. Ergebnis: Diejenigen, die täglich mehr als 20 Minuten zu Fuß gingen, hatten ein deutlich reduziertes Risiko für Bluthochdruck14!

Die beste Wirkung auf den Blutdruck wird erreicht, wenn mehrmals in der Woche über mindestens 30 Minuten Sport getrieben wird. Geeignet sind vor allem Ausdauersportarten wie Schwimmen, Laufen und Wandern oder Radfahren. Wichtig zu wissen ist, dass diese positiven Effekte der sportlichen Betätigung mit einer guten Mikronährstoffversorgung deutlich zu erhöhen sind, da mehr Bewegung auch einen höheren Mikronährstoffbedarf nach sich zieht.

Sonstige Naturheilverfahren um den Blutdruck natürlich zu senken

Entspannungstherapie

Wenn Sie einen durch Stress und Zeitmangel geprägten Alltag haben, versuchen Sie, regelmäßige Entspannungspausen einzulegen. Das kann sich auf die Normalisierung des Blutdrucks positiv auswirken. Entspannungsmethoden (zum Beispiel autogenes Training, Yoga, progressive Muskelrelaxation, Meditation u.a.) können Sie in Volkshochschulen, Sportvereinen, Selbsthilfegruppen oder direkt bei den Krankenkassen erlernen. Reden Sie mit Ihrem Arzt offen über schwere seelische Belastungen und Konflikte. Möglicherweise hilft eine therapeutische Beratung weiter.

Sauna und Kneipp´sch Anwendungen

Langfristig kommt es bei regelmäßigen Saunagängen durch den Flüssigkeits- und Salzverlust zu einer Entlastung des Herzens. So war nach täglicher Sauna über zwei Wochen bei Herzschwäche im mittleren Stadium eine deutliche Besserung der klinischen Symptome festzustellen. Dazu wurden ein niedrigerer Blutdruck und eine Entspannung der Blutgefäße beobachtet15.

Negative Auswirkungen sind nicht zu erwarten. Ein normaler Sauna-Besuch hat etwa eine Belastung des Herzens von 50 bis 70 Watt zur Folge. Das entspricht ungefähr einem gemütlichen Fußmarsch oder langsamen Radfahren. Ein Blutdruckanstieg in der Sauna wurde nicht beobachtet, normalerweise sinkt sogar der diastolische Blutdruck in der Sauna.

Was Sie selbst tun können – Empfehlungen zusammengefasst

Essen und Trinken

  • Essen Sie auch in längeren Stressperioden regelmäßig. Ernähren Sie sich gesund (regelmäßig Gemüse, Obst, oft Fisch, nur hochwertige Pflanzenöl etc.) und abwechslungsreich, vermeiden Sie wenn möglich Alkohol und Tabak.
  • Trinken Sie genügend (stilles) Wasser, mindestens 2 Liter am Tag.

Mikronährstoffe

  • Seien Sie sich bewusst, wie wichtig ein ausgeglichener Mikronährstoffhaushalt ist. Verwenden Sie zu Ihrer Basisversorgung täglich ein natürliches Mikronährstoffkonzentrat, das auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält. Tipp: Mikronährstoffpräparate in Saftform kann der Körper deutlich besser und physiologischer verwerten als Pillen oder Pulver.
  • Die Erfahrungen vieler Therapeuten zum Bluthochdruck zeigen, dass mit täglicher Einnahme eines natürlichen Mikronährstoffkomplexes und zusätzlich 150 mg Magnesiumcitrat – zusammen mit den zahlreichen sekundären Pflanzenstoffen und Kräuterextrakten – gute Erfolge zu erreichen sind.

Bewegung und Entspannung

  • Sorgen Sie für regelmäßigen körperlichen Ausgleich. Gehen Sie jeden Tag vor die Tür und bewegen Sie sich möglichst viel an der frischen Luft.
  • Gehen Sie das ganze Jahr über einmal in der Woche in die trockene Sauna (nicht bei akuten Infekten). Genießen Sie dabei die Entspannung und sorgen Sie durch den gezielten Wechsel von kalten und warmen Reizen selbst für eine Blutdrucksenkung.

Quellen anzeigen

1 Zitiert nach: Medical Tribune 42. Jahrgang (4), 26. Januar 2007, S. 24
2 Leitlinien zur Behandlung der arteriellen Hypertonie. Deutsche Hochdruckliga e. V. DHL – Deutsche Hypertonie Gesellschaft. 2007
3 Eberhardt M.V., Lee C.Y., Liu R.H.: Antioxidant activity of fresh apples. Nature. 2000 (405): S. 903-904
4 Ando K, Fujita M.: Reactive Oxygen Species and the Central Nervous System in Salt-sensitive Hypertension: Possible Relationship to Obesity-induced Hypertension. Clin Exp Pharmacol Physiol. 2011 Mar 9. doi: 10.1111/j.1440-1681.2011.05510.x. [Epub ahead of print]
5 Galley H.F. et al.: Combination oral antioxidant supplementation reduces blood pressure. Clin Sci (Lond). 1997 (4): S. 361-365
6 Kisters K.: Oral magnesium supplementation improves borderline hypertension. Magnes Res. 2011 Mar 1;24(1):17.
7 Sudhakar B. et al. : Effect of combination of edible oils on blood pressure, lipid profile, lipid peroxidative markers, antioxidant status, and electrolytes in patients with hypertension on n. treatment. Saudi Med J. 2011 Apr;32(4):379-85
8 Pepe S. et al.: Coenzyme Q10 in cardiovascular disease. Mitochondrion 2007; 7(suppl 1): S. 154–S167.
9 Belardinelli R. et al.: Oxidative stress, endothelial function and coenzyme Q10. Biofactors. 2008: S. 29-33
10 Wyman M.: Coenzyme Q10: A therapy for hypertension and statin-induced myalgia? Cleveland Clinic Journal of Medicine 2010(7): S. 435-442
11 Sacks F.M. et al: DASH-Sodium Collaborative Research Group: Effects on blood pressure of reduced dietary sodium and the Dietary Approaches to Stop Hypertension (DASH) diet. N Engl J Med. 2001(1): S. 3-10.
12 Cutler J.A. et al.: Randomized trials of sodium reduction, an overview. In: Am J Clin Nutr. 1997 (65), 2 Suppl: S. 643S-651S
13 John P. et al.: Diet and Lifestyle Risk Factors Associated With Incident Hypertension in Women. JAMA 2009,(4): S. 401-411
14 Hayashi T. et al.: Walking to work and the risk for hypertension in men: the Osaka Health Survey. Ann Intern Med. 131(1): S. 21-26
15 Kihara T. et al.: Repeated sauna treatment improves vascular endothelial and cardiac function in patients with chronic heart failure. J Am Coll Cardiol. 2002 Mar 6;39(5):754-9.