Burnout – wirksame Wege aus dem Tief

Burnout ist kein Leiden mit eindeutigen Kriterien, sondern eine körperliche, emotionale und geistige Erschöpfung. Die Ursachen sind meist zu hohe Anforderungen am Arbeitsplatz oder psychische Probleme, die nicht angemessen bewältigt werden können. Die Abgrenzung zur Depression ist oft sehr schwierig und so werden die Betroffenen oft mit Antidepressiva behandelt. Da die medikamentöse Behandlung mit Antidepressiva zahlreiche negative Nebenwirkungen zur Folge hat, suchen immer mehr Patienten nach natürlichen Heilungsverfahren. Dieser wissenschaftlich fundierte Artikel erläutert alternative Konzepte und geht explizit auf die Erkenntnisse der revolutionären Mikronährstofftherapie ein.

100.000 Menschen wegen Burnout Syndrom krankgeschrieben

Burnout ist ein schleichender, lang andauernder Prozess. Deshalb ist er so gefährlich. Betroffene merken erst nach Jahren, dass mit ihnen etwas nicht stimmt und sie sozusagen „ausgebrannt“ sind. Burnout kann Menschen aller Berufsgruppen betreffen, hauptsächlich gefährdet sind Personen in helfenden Berufen, besonders, wenn sich die Klientel in emotional belastenden Situationen befindet. Laut einer Umfrage der Apotheken-Umschau 1/2008 zeigen etwa zwei Drittel der Pflegekräfte und ein Drittel der Ärzte Anzeichen für das Burnout-Syndrom.

Burnout kann als Endzustand einer Entwicklung bezeichnet werden, die mit idealistischer Begeisterung beginnt und über frustrierende Erlebnisse zu Desillusionierung und Apathie, psychosomatischen Erkrankungen und Symptomen des Ausgebranntseins führt. Im Jahr 2010 waren rund 100.000 Menschen mit der Diagnose Burnout krankgeschrieben. Seit 2004 sind die Burnout-Fehltage somit fast um das Neunfache auf insgesamt 1,8 Millionen angestiegen, errechnete das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO).

Die Hauptsymptome des Burnout-Syndroms sind mit Erschöpfung und reduzierter Leistungsfähigkeit doch sehr unspezifisch. Genauere Diagnostik erlauben standardisierte Fragebögen, die spezifische Symptome abfragen. Eine Online-Version finden Sie hier.

Mikronährstofftherapie

Die Behandlung eines Burnout-Syndroms ist am erfolgreichsten, wenn die verschiedenen Aspekte der Krankheit gemeinsam behandelt werden. Die Basis der Therapie muss allerdings sein, die Energieherstellung des Körpers wieder in Gang zu bringen. Hier steht die Behandlung der Zellkraftwerke (Mitochondrien) im Vordergrund.

Mit jedem Tag steigen die Erkenntnisse zur Bedeutung von sekundären Pflanzenstoffen. Diese nur in der Natur und in natürlichen Mikronährstoffkomplexen vorkommenden Substanzen sind beispielsweise auch für den Schutz der Mitochondrien zuständig7 und können zudem die Neubildung der Zellkraftwerke anregen. In einer amerikanischen Studie wurde untersucht, welchen Einfluss die zusätzliche Gabe von Quercetin (kommt in Äpfeln, Zwiebeln oder Tomaten vor) auf die Neubildung von Mitochondrien bei jungen, untrainierten Männern hatte. Im Vergleich zur Placebo-Gruppe konnte schon nach zwei Wochen ein Anstieg der Mitochondrienzahl festgestellt werden.8

Zusätzliche Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10, sekundäre Pflanzenstoffe etc.) sind hier sowohl vorbeugend, als auch in der Burnout-Therapie dringend anzuraten. Natürliche und komplexe Mikronährstoffkombinationen haben sich dabei deutlich besser bewährt als einzelne Mikronährstoffe.

Eine Studie hat gezeigt, dass Vitamine aus Obst oder Gemüse zusammen mit den darin natürlich vorkommenden sekundären Pflanzenstoffen mehr als 200-mal stärker wirken als einzelne Vitamine1. Mikronährstoffe haben zahlreiche positive Effekte bei Burnout. Man weiß heute beispielsweise, dass durch die vermehrte Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Cortisol der Stoffwechsel verändert wird und der Bedarf an Mikronährstoffen deutlich erhöht ist2. Die Einnahme von natürlichen Mikronährstoffen kann nachweislich die Stress-Toleranz verbessern und die Schäden, die psychische Erschöpfung im Körper anrichtet verringern3.

Mikronährstoffkombinationen sind vor allem dann bei Burnout empfehlenswert, wenn auch Coenzym Q10 und L-Carnitin enthalten sind, die in Untersuchungen von Burnout besonders überzeugen konnten4. Weitere wichtige Helfer für die Energiegewinnung in den Zellen sind Magnesium5 und B-Vitamine6.

In der modernen Mikronährstofftherapie bevorzugt man deshalb heute als Basistherapie bei Burnout eine moderat dosierte, natürliche Mikronährstoffmischung. Diese erlaubt es, alle oben genannten Vorteile zu vereinen, da es bei den Kombinationen der Natur zu sehr starken Synergieeffekten kommt.

Veränderungen im Alltag

Neben der Ernährung und der Versorgung mit Mikronährstoffen hat auch der allgemeine Lebensstil eine Bedeutung im Kampf gegen das Burnout-Syndrom. Wichtig ist dabei regelmäßige körperliche Aktivität. Sie kann von depressiven Gedanken ablenken, Fitness und das Erlernen neuer Sportarten können das Selbstbewusstsein verbessern. Sport kann neue soziale Kontakte schaffen und hilft Stresshormone abzubauen.

Sehr wichtig bei Burnout: Diese positiven Effekte des Sports erreichen Sie nur bei ausreichender Mikronährstoffzufuhr, da mehr Bewegung auch einen höheren Mikronährstoffbedarf nach sich zieht. Bei einer aktuellen Umfrage unter amerikanischen Ärzten, zu den Strategien, die sie zur Vermeidung eines Burnouts anwenden, war Sport einer der meistgenannten Punkte10. Dabei sollten Ausdauersportarten wie Walken, Joggen, Radfahren oder Schwimmen im Vordergrund stehen.

Auch Strategien zur Stressbewältigung sind wichtig. Dazu gehören die Entspannungsverfahren des Autogenen Trainings und vor allem die progressive Muskelentspannung nach Jacobson7. Je nach Geschmack können auch Yoga, Feldenkrais, Tai Chi oder Chi Gong Alternativen darstellen.

Zwei weitere wichtige Punkte zur Vermeidung von Burnout sind Selbstmanagement und das Setzen von realistischen Zielen. Selbstmanagement-Fertigkeiten sind z. B. Selbstbeobachtung, Zielklärung und Zielsetzung, Selbstbestärkung sowie Selbstkontrolle. Selbstmanagement-Strategien können in einer Psychotherapie oder eigenständig durch Selbsthilfe- Ratgeber erlernt werden. Eine Studie konnte belegen, dass sich allein aufgrund einer klaren Zielsetzung die Anfälligkeit für depressive Stimmungen signifikant vermindert.12

Was Sie selbst tun können – Empfehlungen zusammengefasst

Essen und Trinken

  • Trinken Sie genügend Wasser, Wasser ist wichtig für die Energieherstellung und die Entsäuerung. Mindestens 2 Liter am Tag sollten es sein.
  • Ernähren Sie sich gesund (regelmäßig Gemüse, Obst, Fisch etc.) und abwechslungsreich.
  • Reduzieren Sie den Anteil von Kohlenhydraten in der täglichen Ernährung.
  • Verwenden Sie möglichst hochwertige kalt gepresste Pflanzenöle und nutzen Sie frische Kräuter.
  • Trinken Sie nur wenig Alkohol - am besten gar keinen.

Mikronährstoffe

  • Seien Sie sich bewusst, wie wichtig ein ausgeglichener Mikronährstoffhaushalt ist und verwenden Sie deshalb ein natürliches Mikronährstoffkonzentrat u.a. mit L-Carnitin, Coenzym Q10, sekundären Pflanzenstoffen und Kräuterextrakten. Das entspricht in der Zusammensetzung einer hochwertigen natürlichen Ernährung und führt neuesten Studien zufolge zu enormen Synergieeffekten und zu einer wirkungsvollen Erhöhung der Energieproduktion.

Bewegung und Entspannung

  • Sorgen Sie für regelmäßigen körperlichen Ausgleich, Spaziergänge, Ausdauersport, Gymnastik. Gehen Sie jeden Tag vor die Tür und bewegen Sie sich möglichst viel an der frischen Luft.
  • Schlafen Sie genügend um erfrischt aufzustehen.
  • Wenn Sie sich angespannt fühlen, versuchen Sie sich bewusst zu entspannen. (z. B. mit einem erlernten Entspannungsverfahren wie Muskelentspannung nach Jacobson, Yoga, Feldenkrais, Tai Chi oder Chi Gong).

Einstellung

  • Wenn Sie an Ihre Grenzen gelangen, setze Sie sich Prioritäten, machen Sie sich einen schriftlichen Plan um Ihre Zeit optimal zu nutzen und für sich auch Erholungszeit einzuplanen.
  • Setzen Sie sich bewusst realistische Ziele. Erlernen Sie Selbstmanagement-Fertigkeiten (Selbstbeobachtung, Zielklärung und Zielsetzung, Selbstbestärkung und Selbstkontrolle).

Einfache Naturheilverfahren

  • Nutzen Sie die positiven Wirkungen von Tees. Johanniskrauttee (stimmungsaufhellend), Lavendelblütentee (beruhigend und entspannend) und grüner Tee (energetisierend) können helfen.
  • Rauchen Sie nicht. Es gibt inzwischen viele erfolgreiche Methoden, die Ihnen beim Aufhören helfen können.

Weitergehende Informationen und Bücher zum Thema

Stress-Intelligenz - Stress besser meistern, Lebensenergie gewinnen Prof. Christoph Bamberger, Knaur 2009, ISBN: 978-3-426-78478-5

Total erschöpft - Vinzenz Mansmann, Verlag: Positives Leben 2009; ISBN-10: 3925868089

Weitere Informationen finden Sie online unter:

Burnout-Zentrum e.V.

Quellen anzeigen

1 Eberhardt M.V., Lee C.Y., Liu R.H.: Antioxidant activity of fresh apples. Nature. 2000 (405): S. 903-904 2 Ghosh A.K., Joshi S.R.: Disorders of calcium, phosphorus and magnesium metabolism. J Assoc Physicians India. 2008 (56): S. 613-621 3 Schlebusch L. et al.: The effects of an oral multivitamin mineral combination on stress. S Afr Med J. 2000 (12): S. 1216-1223 4 Nicolson G.L. et al.: Reversing mitochondrial dysfunction, fatigue and the adverse effects of chemotherapy of metastatic disease by molecular replacement therapy. Clin Exp Metastasis. 2008 (2): S. 161-169 5 Howaerd J.M. et al.: Magnesium and chronic fatigue syndrome. Lancet 1992 (340): S. 426 6 Stough C. et al.: The effect of 90 day administration of a high dose vitamin B-complex on work stress. Hum Psychopharmacol. 2011(7): S. 470-476 7 Gupta A. et al.: Curcumin, a polyphenolic antioxidant, attenuates chronic fatigue syndrome in murine water immersion stress model. Immunobiology. 2009 (1): S. 33-39 8 Nieman D.C. et al.: Quercetin´s influence on exercise performance and muscle mitochondrial biogenesis. Med Sci Sports Exerc. 2010(2): S. 338-45. 9 Muss C., Mosgoeller W., Endler T.: Mood improving Potential of a Vitamin Trace Element Composition--A randomized, double blind, placebo controlled clinical study with healthy volunteers. Neuro Endocrinol Lett. 2016(1): S. 18-28 10 Meldrum H.: Exemplary physicians’ strategies for avoiding burnout. Health Care Manag (Frederick). 2010(4): S. 324-331. 11 Leite J.R. et al.: Effect of progressive self-focus meditation on attention, anxiety, and depression scores. Percept Mot Skills. 2010(3): S. 840-848. 12 Bandura A.: Social Cognitive Theory of Self-Regulation, in: Organizational Behavior and Human Decision Processes, Vol. 50 (1991)