Herzrhythmusstörungen – Wenn das Herz aus dem Takt ist

Herzrhythmusstörungen sind unregelmäßige Abfolgen der Herzschläge. Während einerseits leichte oder gelegentlich auftretende Herzrhythmusstörungen (z.B. Extrasystolen) oft gar nicht bemerkt werden und in der Regel harmlos sind, können schwerwiegendere Herzrhythmusstörungen zu gefährlichen Beschwerden wie Herzrasen, Schwindel, Bewusstlosigkeit, Brustschmerzen bis hin zum plötzlichen Herztod führen.

Viele Betroffene aber auch Ärzte sind mittlerweile skeptisch, was die Einnahme von klassischen Medikamenten gegen Herzrhythmusstörungen (sogenannte Anti-Arrhythmika) angeht. Denn paradoxerweise ist eine der häufigsten Nebenwirkungen dieser Medikamentengruppe, dass sie selbst Herzrhythmusstörungen hervorrufen.

Mit unseren Experten-Tipps erfahren Sie, wie Sie trotz Herzrhythmusstörungen wieder einen Weg zurück in Gesundheit und Aktivität finden. Außerdem lernen Sie die Grundlagen der neuen, revolutionären Mikronährstofftherapie kennen.

Allgemeine Informationen

Es gibt viele verschiedene Arten von Herzrhythmusstörungen. Man unterscheidet zwischen der gestörten Bildung der elektrischen Impulse (Reizbildungsstörung) und der gestörten Weiterleitung der Herzerregung (Erregungsleitungstörung). Außerdem muss lokalisiert werden, wo die Herzrhythmusstörungen auftreten: im Herzvorhof oder der Herzkammer.. Außerdem unterscheidet man noch zwischen Herzrhythmusstörungen, die mit einem zu langsamen Herzschlag einhergehen (unter 60 Schläge pro Minute) und solchen, die mit einem zu schnellen Herzschlag (über 100 Schläge pro Minute) auftreten.

Auslöser und tiefere Ursache für eine Herzrhythmusstörung ist oftmals eine vorhausgehende Herzerkrankung wie ein Herzinfarkt, eine Entzündung des Herzmuskels oder die Verkalkung der Herzkranzgefäße (koronare Herzerkrankung). Doch auch der individuelle Lebensstil spielt eine entscheidende Rolle, da u.a. Stress einen großen Einfluss auf den Herzrhythmus und die Energieherstellung in den Herzzellen hat. Und nicht zuletzt ist auch der Haushalt der Mikronährstoffe wichtig für den Herzrhythmus. Inwieweit Sie gefährdet sind, haben Sie also zu einem großen Teil selbst in der Hand.

Mikronährstofftherapie

Häufig treten Herzrhythmusstörungen als Folge eines Energiemangels in den Herzmuskelzellen auf. Wichtig ist dabei die Funktion der Zellkraftwerke, der sogenannten Mitochondrien1. Energie fast ausschließlich aus Fettsäuren und L-Carnitin dient als Transporter dieser Fettsäuren in den Zellen. Eine zusätzliche Einnahme von L-Carnitin ist also unbedingt nötig um die Herzmuskelzellen optimal mit Energie zu versorgen2.

Auch die zusätzliche Einnahme der Mikronährstoffe Coenzym Q10 in Kombination mit Omega-3-Fettsäuren wirkt sich, wie mehrere Studien beweisen, sehr positiv auf die Energieherstellung und damit die Funktionen des Herzes aus und verbessert die Lebensqualität durch weniger Herzrhythmusstörungen und mehr Energie3.

Die oft als gefährlich beschriebenen freien Radikale (ROS) scheinen an der Regulierung des Zellstoffwechsels und dem Mineralien-Gleichgewicht in den Herzzellen positiv mitzuwirken. Kommt es allerdings durch eine Unterversorgung mit natürlichen Radikalfängern (Antioxidantien) zu einem Übergewicht der freien Radikale in den Zellen, so werden diese Funktionen inklusive der Mitochondrienfunktion empfindlich gestört4. Deshalb ist die optimale Versorgung mit natürlichen Antioxidantien elementar wichtig.

Unterstützt werden diese Effekte noch von Magnesium, Eisen und den B-Vitaminen, da sie die Energieproduktion der Herzmuskulatur zusätzlich ankurbelnund Extrasystolen und andere Herzrhythmusstörungen reduzieren5.

Auf der anderen Seite sollte man beachten, dass durch Mikronährstoff-Mangel das Risiko an Herzrhythmusstörungen zu erkranken massiv steigt. Studien belegen: Besonders eine Unterversorgung an Magnesium und Omega-3-Fettsäuren kann maßgeblich zu Herzrhythmusstörungen beitragen6, Magnesium kann aber auch beider Regulierung des Kaliumhaushaltes in den Herzzellen gegen Rhythmusstörungen helfen7.

Omega-3-Fettsäuren sind inzwischen als potente und absolut unschädliche Behandlungsoption gegen Herzrhythmusstörungen bekannt. Gerade die Rate bei tödlichen Arrhythmien und die Häufigkeit von plötzlichem Herztod lassen sich mit Omega-3-Fettsäuren senken8.

Das sind also reichlich wissenschaftliche Argumente auf eine optimale Versorgung mit allen Mikronährstoffen zu achten. In der modernen Mikronährstofftherapie bevorzugt man heute zur Prävention und Therapie von Herzrhythmusstörungen eine natürliche Mikronährstoffmischung. Diese garantiert die optimale Versorgung der Zellkraftwerke und hält damit die Zellen fit und Körper und Geist leistungsfähig.

Veränderungen im Lebensstil

Wichtig sind – neben der ausreichenden Versorgung mit Mikronährstoffen - vor allem Strategien zur Stressbewältigung. Dazu gehören die Entspannungsverfahren des Autogenen Trainings und die progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Je nach Geschmack können auch Yoga, Feldenkrais, Tai Chi oder Chi Gong Alternativen darstellen. Es geht darum, seelischer und körperlicher Anspannung entgegenzuwirken und Stress aktiv abzubauen.

Zusätzlich sind weitere Maßnahmen sinnvoll, die das vegetative Nervensystem ausgleichen. Denn das vegetative Nervensystem ist der natürliche Regler unseres Herzrhythmus. Dazu gehören vor allem die Kneipp´schen Anwendungen und der wöchentliche Saunabesuch9. Zu den einfachsten und beliebtesten Anwendungen aus dem Repertoire von Pfarrer Kneipp gehört das tägliche Trockenbürsten. Dabei einfach mit einem Luffa-Schwamm oder einer nicht zu harten Bürste den ganzen Körper (am besten morgens) von unten nach oben mit langsamen Kreisen massieren.

Unsere Empfehlungen auf einen Blick

Mikronährstofftherapie

  • Seien Sie sich bewusst, wie wichtig ein ausgeglichener Mikronährstoffhaushalt ist. Verwenden Sie deshalb zur Basisversorgung ein natürliches Mikronährstoffkonzentrat, das auch Omega-3-Fettsäuren, Coenzym Q10 und sekundäre Pflanzenstoffe enthält.
  • Tipp: Mikronährstoffpräparate in Saftform kann der Körper deutlich besser und physiologischer verwerten als Pillen oder Pulver.

Essen und Trinken

  • Essen Sie überwiegend basisch (viel Obst und Gemüse) und verwenden Sie pflanzliche Öle in der Küche. Auch frische (oder tiefgekühlte) Kräuter sind wegen der entsäuernden Wirkung und des hohen Gehaltes an Spurenelementen wichtig.
  • Für die Versorgung mit natürlichen Omega-3-Fettsäuren sollten Sie zweimal pro Woche Meeresfisch essen. Hier sollten Sie der Gesundheit und der Umwelt zuliebe auf Bio-Qualität achten.
  • Trinken Sie mindestens 2 Liter stilles Wasser am Tag.

Weitere Empfehlungen

  • Rauchen Sie nicht und reduzieren Sie Ihren Alkoholkonsum. Interessant ist, dass schon ein Glas eines alkoholischen Getränkes den Magnesiumbedarf verdoppelt!
  • Versuchen Sie Ihren Stress auf ein Minimum zu reduzieren. Lernen Sie gelassener durchs Leben zu gehen und planen Sie bewusst Pausen ein.

Quellen anzeigen

1 Jeong E.M. et al.: Metabolic stress, reactive oxygen species, and arrhythmia. J Mol Cell Cardiol. 2012(2): S. 454-463
2 Sethi R. et al.: Improvement of cardiac function and beta-adrenergic signal transduction by propionyl L-carnitine in congestive heart failure due to myocardialinfarction. Coron Artery Dis. 2004 (1): S. 65-71.
3 Vargiu R. et al.: Positive inotropic effect of coenzyme Q10, omega-3 fatty acids and propionyl-L-carnitine on papillary muscle force-frequency responses of BIO TO-2 cardiomyopathic Syrian hamsters. Biofactors. 2008 (1-4): S. 135-44
4 Brown D.A., O'Rourke B.: Cardiac mitochondria and arrhythmias. Cardiovasc Res. 2010 (2): S. 241-249
5 Shimon I. et al.: Improved left ventricular function after thiamin supplementation in patients with congestive heart failure receiving long-term therapy. Am J Med 1995 (98): S. 485
6 Dreosti I.E.: Magnesium Status and Health. Nutr Rev 1995 (53): S. 23-27
7 Manz M. et al.: Behandlung von Herzrhythmusstörungen mit Magnesium. Deut Med Wschr 1990 (115): S. 386-390
8 Marchioli R. et al.: Early protection against sudden death by n-3 polyunsaturated fatty acids after myocardial infarction: time-course analysis of the results of the Gruppo Italiano per lo Studio della Sopravvivenza nell’Infarto Miocardico (GISSI)-Prevenzione. Circulation 2002 (105): S. 1897–1903
9 Brenke R.: Das Potenzial der Sauna im Rahmen der Prävention - eine Übersicht neuerer Erkenntnisse. Forsch Komplementmed. 2015(5): S. 320-325